Aus Homophobie Hinrichtung

Charles Rhines

Charles Rhines

Der US-Bundesstaat South Dakota will in der Woche vom 03. bis 09.11.2019 den wegen Mordes zum Tode verurteilten Charles Rhines hinrichten. Offensichtlich führte die Homophobie der Geschworenen zum Todesurteil.

Charles Rhines ist schwul und diese Tatsache ist ihm bei seinem Prozess zum Verhängnis geworden. Rhines war wegen Mordes an einem Donut-Shop-Mitarbeiter in Rapid City vor Gericht. Seine Schuld stand nie zur Debatte und seine Anwälte versuchten auch nicht seine Unschuld zu beweisen, sondern vor dem höchsten Gericht der USA im Juni diesen Jahres die Tatsache vorzubringen, dass ähnlich wie bei rassistischen Motiven, die Homophobie einiger Geschworener zum Todesurteil führte. Jedoch lehnte der US-Supreme Court es ab diesen Fall zu verhandeln.

Mehrere Jurymitglieder gaben mittlerweile zu, dass sie Rhines nur zum Tode verurteilt hatten, weil er homosexuell ist. Eidesstattliche Versicherungen Geschworener und Gerichtsunterlagen belegen dies.

Offensichtlich hatten einige Jurymitglieder Bedenken Rhines am Leben zu lassen. Dies geht aus Anfragen an den Richter hervor, in denen er gefragt wurde, ob der Gefangene in Einzelhaft untergebracht werde oder ob er die Gelegenheit hätte in Gefangenschaft auf  „junge Männer“ mit seinen Taten „Eindruck zu machen“. Nach Aussage eines Geschworenen waren „die Leute angeekelt, denn dies sei eine ländliche Gegend.“ Einer verkündete, ein Schwuler Mörder dürfe „sein Leben nicht mit Männern verbringen“.

Laut Urteil des Supreme-Courts im Fall Peña-Rodriguez v. Colorado ist ein Urteil nicht rechtskräftig, wenn es aus rassistischen Motiven entstanden ist. Dadurch gab es natürlich Hoffnung, dass dieses auf Homophobie basierende Urteil ebenfalls für ungültig erklärt werde. Aber weit gefehlt! – Das höchste Gericht der USA sieht in einem homophoben Gerichtsurteil keinen Grund für eine Beanstandung. Nicht mal bei einem Todesurteil!

Die Unterdrückung sexueller Minderheiten hat auf der Welt und auch in den westlichen Staaten eine lange und teils grausame Tradition. Menschen wurden und werden verfolgt, verächtlich gemacht, entmenschlicht, gejagt, verlacht und wie wir jetzt wieder sehen auch getötet. Im Namen einer normativen Moral und der Arroganz einer Hetero-Mehrheit, die eine Wand errichtet hat gegen alles was ihnen anders erscheint. Diese Leute denken die Wand sei das Absolute, das Gesetzte, das an und für sich Seiende“, um es mit Heinrich Heine zu sagen…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://eu.argusleader.com/story/news/2019/06/25/execution-date-set-rapid-city-man-guilty-1992-murder-charles-rhines/1559818001/
https://www.queer.de/detail.php?article_id=31420

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