Hinrichtungsaufschub für Ramiro Ibarra

Ramiro Rubi Ibarra sollte am 4. März in Texas hingerichtet werden. Nun hat er einen Aufschub erhalten, wie THE AUSTIN CHRONICLE berichtet.

Gerichtsentscheidung am 24. Februar
Der Verteidiger von Ramiro Ibarra versucht schon seit vielen Jahren, die schreckliche Kindheit von seinem Klienten den Geschworenen zu Gehör zu bringen, sowie seine geistige Behinderung zu thematisieren. Nun hat er einen entscheidenden Erfolg vor dem texanischen Berufungsgericht erreicht. Am 24. Februar 2021 hat dieses Gericht entschieden, die Hinrichtung von Ramiro Ibarra auszusetzen, um veraltete DNA-Techniken zu prüfen, die für unzuverlässige Ergebnisse bekannt sind, sowie fragwürdige Identifizierungen durch Zeugen.

Schadensbegrenzungsverteidigung
Ramiro Ibarra soll 1996 eine junge Frau ermordet haben. Sein heutiger Anwalt, Russel Hunt, versuchte eine Schadensbegrenzungsverteidigung. Seine Begründung für dieses Vorgehen:
Die vorherigen Anwälte versäumten Ibarras schwere Kindheit den Geschworenen zu vermitteln, in der Urteilsphase der Verhandlung. Solche Berichte können oft durchaus die Jury dazu bringen, von einem Todesurteil abzusehen.

Bittere Armut
Russel Hunt berichtet von einer erschreckenden Lebensgeschichte. So war Ibarra eines von 13 Kindern und lebte damals in bitterer Armut. Die Kinder erhielten oft tagelang keine Nahrung und die Familie zog häufig um. Sie lebten gemeinsam in einem Raum ohne Möbel und Strom. Ab dem 6. Lebensjahr mussten die Kinder arbeiten und waren aufgrund der Unterernährung oft krank. Ramiro Ibarra erlebte den Tod eines Geschwisters und hat andere Familienmitglieder kurz vor dem Tod gesehen.

Misshandlung
Sein Vater erniedrigte Ibarras Mutter und schlug die Kinder brutal. Dazu Russel Hunt in den Gerichtsakten: „Er schlug seine Kinder mit allem, was in der Nähe war: einem Gürtel, einem Gummiband, einem Seil, Holzstöcken oder Knüppeln, einem Kabel, einer Peitsche für Tiere. Er hat bei Ramiro und den anderen Kindern physische Narben, Verbrennungen durch Seile und blaue Flecken hinterlassen.“

Gerichte stellten sich taub
Jedoch lehnten die Gerichte diese Beweise immer wieder ab, die seit mindestens 2010 vor Gericht aufgetaucht sind. Immer wieder wiesen die Richter diese Beweise auf unterschiedlichste Weise einfach ab und verweigerten die Berücksichtigung.

Schwere Behinderung
Russel Hunt führt bei seiner Beweisführung auch eine Analyse von zwei Neuropsychologen auf, aus der hervorgeht, dass Ramiro Ibarra lediglich einen IQ von 65 hat. Dabei berichten Familienmitglieder und Lehrer Ibarras davon, dass er erst ab dem 8. Lebensjahr einigermaßen verständlich sprechen konnte und immer noch recht schwer zu verstehen sei. Sie erzählen davon, dass er Schwierigkeiten hatte sich selbst zu reinigen und zu pflegen, er langsam in der Schule war, keine Freunde hatte, im allgemeinen recht wehrlos war und oft weinte – ja, dass er unter dieser Hoffnungslosigkeit und Angst sehr gelitten hat.

Wir können nur hoffen, dass die Richter eine weise Entscheidung treffen werden. Ramiro Ibarra ist heute ein friedfertiger und gläubiger Mann. Er hat eine schlimme Zeit hinter sich, nicht nur in seiner Kindheit, sondern auch in den vielen Jahren im Todestrakt. Diese Erfahrung hat aus ihm einen kranken Mann gemacht, der sich trotz seiner vielen Schmerzen und Schwäche mehr Sorgen um andere Menschen macht, als um sich selbst.

Weitere Informationen über Ramiro Rubi Ibarra in unserem vorherigen Artikel:
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/02/13/texas-hinrichtung-von-ramiro-ibarra-am-4-marz-2021/

Wir danken allen, die sich für Ramiro Ibarra einsetzen und eingesetzt haben!

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.austinchronicle.com/news/2021-02-26/death-watch-a-hard-life-a-disabled-man-a-death-sentence/
Texas court stays execution of Ramiro Ibarra on intellectual disability grounds – UPI.com
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/02/13/texas-hinrichtung-von-ramiro-ibarra-am-4-marz-2021/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

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Texas: Hinrichtung von Ramiro Ibarra am 4. März 2021

Ramiro Rubi Ibarra

Am 4. März soll Ramiro Rubi Ibarra (66) durch den US-Bundesstaat Texas hingerichtet werden, wegen Mordes an einer jungen Frau im Jahr 1987. Seit rund 1/4 Jahrhundert erlebt er die schrecklichen und unmenschlichen Bedingungen im Todestrakt von Texas und hat sich dort zu einem anderen Menschen entwickelt.

Seit dem Mord, den Ramiro Ibarra begangen hat sind 34 Jahre vergangen. Jahrzehnte hat er darum im Gefängnis verbracht. Er lebt dort in völliger Isolation in einer extrem kleinen Zelle. Allein dieser Umstand, einen Menschen so lange in Einzelhaft zu halten und ihn jeder menschlichen Wärme und Zuspruch zu berauben, ist Folter von der schlimmsten Sorte. „Rubi“, so möchte er genannt werden, hat sich dabei sehr verändert und ist heute ein absolut friedlicher, liebevoller und bescheidener Mensch. Sollte er tatsächlich hingerichtet werden, wird der Staat Texas einen absolut anderen Menschen ermorden als den, der vor Jahrzehnten verurteilt wurde.

Ich, der Autor dieser Zeilen, bin selbst in ständigem Kontakt mit meinem Brieffreund Ramiro Rubi Ibarra. Für mich war es ein großer Schock, als ich im August letzten Jahres davon erfahren habe, dass er einen Hinrichtungstermin bekommen hat. Dabei hatte er kein faires Verfahren! – Eigentlich darf ein Mensch mit schweren geistigen Defiziten in den USA nicht exekutiert werden. Rubi wurde ein IQ von unter 70 attestiert, aber das Gericht hat dies nicht berücksichtigt. Auch wurde ihm konsularische Unterstützung verweigert, obwohl er mexikanischer Staatsbürger ist – dies ist ein Verstoß gegen die Genfer Konvention. Auch seine Kindheit voller Misshandlung und extremer Kinderarmut wurde nicht adäquat berücksichtigt.

In den letzten Wochen und Monaten sorgte sich Herr Ibarra mehr um mein Seelenheil, als um sich selbst. Gezeichnet von schwerer Erkrankung und extremen Schmerzen, die nur unzureichend durch Medikamente gelindert werden, aufgrund schlechter medizinischer Versorgung, bemüht er sich immer wieder darum mir zu helfen den Weg zu Jesus Christus zu finden.
So war ich schon sehr berührt als er mir vor kurzem schrieb: „Du sagst, Du glaubst nicht an Gott. Nun falsch, Du glaubst mehr an ihn, als Du denkst. Mit der Zeit wirst Du sehen, dass Gott sich Dir zeigen wird.“
Die Liebe zu seinem Gott ist für ihn in den vielen Jahren hinter Gittern das wichtigste in seinem Leben geworden. Und voller Liebe sorgt er sich um mich, da ich Atheist bin und keinen Glauben habe. Dabei ist er nicht im geringsten aufdringlich, sondern stehts Rücksichtsvoll und besorgt. Dieser Mann, der kurz vor seiner Hinrichtung steht, macht sich Sorgen um mich!

Ich erlebe, was es bedeutet, von der schrecklichen Todesstrafe betroffen zu sein. Denn mit Herrn Ibarra würde auch ein Stück von mir sterben. Er ist mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich tagtäglich durch eine Gefühlshölle gehe, seitdem ich von seinem „Termin“ erfahren habe. Ein Aspekt, der von Befürwortern der Todesstrafe meist völlig ignoriert wird. Das Leid, dass die Todesstrafe auch für all die Menschen bedeutet, die dem Verurteilten nahe stehen. Sie bangen Jahre und Jahrzehnte um den geliebten Menschen, um am Ende seine Hinrichtung erleben zu müssen. Viele werden dadurch schwer traumatisiert! – Auch dies ein wichtiger Aspekt, um niemals für die Todesstrafe zu sein. Zumal die Exekution des Täters das Leid der Angehörigen des Opfers nicht mindern wird und die begangene Tat dadurch nicht rückgängig gemacht werden kann.

In seinem bis jetzt letzten Brief schrieb er mir am Ende:
„Ich habe festgestellt, dass es schon sehr lange dauert einen Brief zu schreiben. Ich denke es liegt an den Schmerzen warum es länger dauert. Aber ich werde dir so lange schreiben wie ich kann, mein Freund. Wenn der Tag kommt und Du nichts mehr von mir hörst – dies liegt dann daran, dass alles vorbei ist. Im anderen Fall werde ich Dir so schnell schreiben wie ich kann. Aber vergiss nicht, jeder meiner Briefe könnte der letzte sein. Aber ich vertraue auf meinen Gott, dass ich Dir noch ein paar mal schreiben kann.
Wie immer mit Grüßen und Segenswünschen
Dein Freund
Rubi“

Ich schäme mich nicht dafür, dass diese seine liebevollen Worte mich zu Tränen rühren, im Angesicht seiner Situation. Rubi ist ein guter Mensch geworden, der sich um seine Mitmenschen sorgt. Bis zum letzten Moment.
Darum bitte nicht nur ich um Gnade und Barmherzigkeit für meinen Freund, sondern auch viele meiner Bekannten und Freunde, die sich um Rubi sorgen.

Im folgenden Möglichkeiten sich für Ramiro Rubi Ibarra einzusetzen:

Petition von Death Penalty Action:
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-ramiro-ibarra-in-texas/

Petition von Catholic Mobilizing Network
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/updatedmercyinactiontemplate-ramiroibarra/index.html

Petition von SANT'EGIDIO:
https://nodeathpenalty.santegidio.org/en/appeals/25380/

Kontakt zum Gouverneur von Texas:
Governor Greg Abbott
Office of the Governor
PO Box 12428
Austin, TX 78711-2000
Phone: (001512) 463-1828
Fax: (001512) 475-2576
Mailkontakt: https://gov.texas.gov/contact/
Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

Texas Board of Pardons and Paroles:
bpp_clemency@tdcj.texas.gov

Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich für meinen Brieffreund einsetzen.
IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.santegidio.org/index.php?staticURL=pageID/30284/langID/es/itemID/40564/Las-palabras-del-mexicano-Ramiro-condenado-a-muerte-son-un-llamamiento-a-la-misericordia-Firmemos-para-salvarle-y-para-poner-fin-a-una-pena-inhumana.html
https://wacotrib.com/news/local/crime-and-courts/execution-date-to-be-set-for-man-convicted-of-1987-waco-slaying/article_9aee4a3c-baef-50cf-86b7-2611d517703e.html

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Repräsentantenhaus von Virginia: Todesstrafe abschaffen!

Wir freuen uns mitteilen zu können, dass das Repräsentantenhaus von Virginia dafür gestimmt hat die Todesstrafe abzuschaffen. Im Folgenden zitieren wir den Text aus einer entsprechenden Nachricht von Death Penalty Action, die uns per E-Mail zugestellt wurde.

GROSSE NEUIGKEITEN! In einer historischen Abstimmung hat das Abgeordnetenhaus von Virginia vor wenigen Minuten den Gesetzentwurf HB2263 zur Abschaffung der Todesstrafe in diesem Bundesstaat mit einer parteiübergreifenden Mehrheit von 57 zu 41 Stimmen verabschiedet.

Der Senat von Virginia und das Abgeordnetenhaus von Virginia haben nun dafür gestimmt, den identischen Gesetzentwurf an den Gouverneur von Virginia, Ralph Northam, zur Unterschrift zu schicken. Wenn das Gesetz in Kraft tritt, wird es die Anwendung der Todesstrafe in der Gerichtsbarkeit mit den meisten Hinrichtungen in den Vereinigten Staaten beenden.

UNTERSCHREIBEN SIE DEN DANKESBRIEF!
https://actionnetwork.org/petitions/thank-you-virginia-abolitionist-leaders-for-ending-the-death-penalty/

Eine wunderbare Entwicklung in Virginia, der hoffentlich irgendwann auch die anderen Bundesstaaten der USA folgen mögen, die noch die Todesstrafe verhängen. Diesen Umschwung verdanken wir jedem Einzelnen, der sich für die Abschaffung der Todesstrafe einsetzt. Und jedem Menschen der gegen Hinrichtungen protestiert.

Ihr könnt stolz darauf sein, NEIN gesagt zu haben!

Lasst uns weiter dafür kämpfen!

IHfL
Peter K.

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Texas will Hinrichtung durchführen

Update 04.02.2021: Das texanische Berufungsgericht hat die für nächste Woche geplante Hinrichtung von Edward Busby ausgesetzt und seinen Fall an eine untere Instanz verwiesen, um zu prüfen, ob er zu stark geistig behindert ist, um hingerichtet zu werden.
Quelle: https://www.themarshallproject.org/next-to-die

Edward Lee Busby Jr.

Ursprünglicher Artikel:

Im letzten Jahr wurden viele Exekutionen durch den US-Bundesstaat Texas gestoppt, wegen der Corona Pandemie. Jetzt soll Edward Lee Busby Jr. am 10. Februar dort exekutiert werden.

Bubsy war wegen Mordes an der 77-jährigen Laura Lee Crane am 30. Januar 2004 zum Tode verurteilt worden und ist nun seit 15 Jahren in Todestrakt von Texas.

Komplizin erhielt Lebenslänglich
Tatsächlich hat er die Tat nicht allein begangen, sondern gemeinsam mit Kathleen „Kitty“ Latimer. Sie entführten ihr Opfer in ihrem Auto und klebten ihr gemeinsam mit einem Klebeband den Mund zu. Dabei klebten sie auch die Nase ab, was zum Tode der Frau führte. Dennoch erhielt Kathleen „Kitty“ Latimer eine lebenslängliche Haftstrafe und Bubsy die Todesstrafe. Bubsy berichtet, dass seine Komplizin der eigentliche Kopf der Tat war und er nie die Absicht hatte die Frau zu töten.

Joe Bidens begrenzter Einfluss
Wir gehen davon aus, dass Joe Biden die Hinrichtungen durch die Bundesjustiz einstellt und wir hoffen er schafft die Todesstrafe durch den ganz Bund ab. Leider hat er aber keinen Einfluss auf die einzelnen Bundesstaaten, was dieses traurige Thema betrifft. Wir können nur hoffen, dass die Bundesstaaten, welche die Todesstrafe noch ausführen, irgendwann zur Vernunft kommen und den Weg des Hasses und der Grausamkeit verlassen.

Schreckliche Umstände
Die Bedingungen im Todestrakt von Texas zählen zu den härtesten in den USA. Nicht ohne Grund wird das Gefängnis von den Todeskandidaten als Hölle bezeichnet. Aus unserer Sicht handelt es sich dabei um jahrelange Folter der Gefangenen, bevor sie hingerichtet werden. Alle Beteiligten an dieser grausamen Vorgehensweise machen sich schuldig, schuldig einen schweren Verbrechens gegen die Menschlichkeit.

Petitionen für Edward Lee Busby Jr.:
* https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-edward-busby-in-texas
* https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/updatedmercyinaction-edwardbusby/index.html?

Kontakt zum Gouverneur von Texas:
Governor Greg Abbott
Office of the Governor
PO Box 12428
Austin, TX 78711-2428
Phone: (001512) 463-1828
Fax: (001512) 475-2576
Mailkontakt: https://gov.texas.gov/contact/
Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions/5683-edward-busby-jr-given-texas-execution-date-of-may-6-2020

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US-Demokraten fordern Joe Biden auf die Todesstrafe abzuschaffen

Demokratische Mitglieder des US- Repräsentantenhauses und des Senats fordern den neuen US-Präsidenten Joe Biden dazu auf, sich an sein Wahlversprechen zu halten und die Bundes-Todesstrafe abzuschaffen. In diesem Zusammenhang haben sie drei Gesetzesentwürfe eingebracht, bezüglich der Abschaffung der Todesstrafe auf Bundesebene. Der Präsident soll nun eine Durchführungsverordnung erlassen, damit die Hinrichtungen auf Bundesebene gestoppt und die Todesurteile umgewandelt werden können.

170 Menschen wurden seit der Wiederaufnahme der Todesstrafe in den 1970er Jahren aus den US-Todeszellen befreit. Aus diesem Grund befürwortet die offizielle Kampagnenplattform für Strafjustiz die Abschaffung der Todesstrafe des Bundes. Joe Biden ist der erste Präsident der USA der vom Volk gewählt wurde, obwohl er die Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe unterstützte. Auf der Webseite joebiden.com steht dazu: „Weil wir nicht sicherstellen können, dass Todesstrafen jedes Mal richtig behandelt werden, wird Biden daran arbeiten, Gesetze zur Beseitigung der Todesstrafe auf Bundesebene zu verabschieden und die Staaten zu bewegen, dem Beispiel der Bundesregierung zu folgen.“

In einem Brief den die Gesetzgeber an Joe Biden gesandt haben bezeichnen sie die Todesstrafe als: „ungerecht, rassistisch und mangelhaft. Die barbarische Bestrafung leugnet die Würde und Menschlichkeit aller Menschen und wird überproportional auf Menschen angewendet, die schwarz, lateinamerikanisch und arm sind. Obwohl die Abschaffung der Todesstrafe unser kaputtes Strafrechtssystem nicht reparieren wird, ist dies ein bedeutender Schritt in Richtung Fortschritt.“

In den letzten Monaten hatte der ehemalige Präsident der USA Donald Trump durchgesetzt, dass insgesamt 13 Menschen durch die Bundesjustiz hingerichtet wurden. In den letzten Monaten seiner Amtszeit hat sich Trump zum „Präsidenten der Henker“ gemacht und sogar noch im Januar 2021 drei Gefangene exekutieren lassen.

Hier die traurige Liste der Menschen die unter Donald Trumps Präsidentschaft von Juli 2020 bis Januar 2021 exekutiert wurden:

Dustin Higgs
Corey Johnson
Lisa Montgomery (Stellungnahme ihrer Anwältin)
Alfred Bourgeois
Brandon Bernard
Orlando Hall
Christopher Vialva
William LeCroy
Keith Dwayne Nelson

Lezmond Mitchell
Dustin Honken
Wesley Ira Purkey
Daniel Lee

Wir können nur hoffen, dass der neue Präsident Joe Biden nun dafür sorgt, dass ein solcher tödlicher Irrsinn der Vergangenheit angehört und die Todesstrafe in den USA definitiv abgeschafft wird. Dabei darf er sich nicht darauf ausruhen diese unmenschliche Strafe nur auf Bundesebene zu beenden, sondern er muss mit all seiner Autorität auf die einzelnen Bundesstaaten dahingehend einwirken, dass am Ende alle Todesurteile umgewandelt werden und die Todesstrafe in den USA für immer der Vergangenheit angehört.

Auf folgender Webseite besteht die Möglichkeit Präsident Joe Biden für seine Ankündigung, die Todesstrafe abzuschaffen, zu danken, und ihn aufzufordern die entsprechenden Maßnahmen in die Wege zu leiten.
https://actionnetwork.org/petitions/biden-demolish-the-death-chamber

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://deathpenaltyinfo.org/news/democratic-legislators-introduce-death-penalty-repeal-bills-urge-president-biden-to-commute-federal-death-sentences
https://joebiden.com/justice/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/07/16/usa-hinrichtung-in-missachtung-des-rechts/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/07/17/zweite-unrechtmaessige-hinrichtung-durch-die-us-bundesregierung/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/07/18/dritte-hinrichtung-durch-us-bundesregierung/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/08/27/usa-herrenmenschen-ermorden-indianer/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/08/22/usa-hinrichtung-am-28-08-durch-den-bund/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/09/25/usa-haben-william-lecroy-und-christopher-vialva-hingerichtet/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/11/20/orlando-hall-hingerichtet/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/12/11/us-bundesgefangener-brandon-bernard-hingerichtet/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/12/12/us-bundesgefangener-alfred-bourgeois-hingerichtet/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/01/13/lisa-montgomery-hingerichtet/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/01/14/statement-der-anwaltin-der-hingerichteten-lisa-montgomery/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/01/15/12-exekution-durch-die-trump-aministration/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/01/16/13-bundeshinrichtung-letzte-worte-ich-bin-ein-unschuldiger-mann/

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13. Bundeshinrichtung – Letzte Worte: „ich bin ein unschuldiger Mann“

Dustin Higgs

Die Trump-Administration hat den Bundesgefangenen Dustin Higgs (48), mittels tödlicher Injektion hingerichtet. Innerhalb weniger Monate sind somit, nach einem 17 jährigen Moratorium, 13 Menschen durch die Bundesjustiz der USA exekutiert worden.

Es sind nur noch ein paar Tage bevor Joe Biden, der ein erklärter Gegner der Todesstrafe ist, neuer Präsident der USA wird. Dennoch hat dies die Henker von Dustin Higgs nicht daran gehindert ihn zu töten. Nach rund 7 Stunden Verspätung, wegen verschiedener Entlastungsanträge, wurde das Urteil vollzogen.

Dustin Higgs hat niemanden erschossen
Higgs war 1996 wegen Entführung und Ermordung von drei Frauen verurteilt worden. Er selbst hat bis zum Schluss auf seiner Unschuld bestanden. In seinen letzten Worten sagte er: „Ich möchte sagen, dass ich ein unschuldiger Mann bin“ und nachdem er die Namen der drei zu Tode gekommenen Frauen (Tamika Black, Tanji Jackson, Mishann Chinn) genannt hatte, schloss er mit: „Ich habe die Morde nicht angeordnet“.

Der Mörder bekam Lebenslänglich
Tatsächlich soll er einem anderen Mann die Waffe gegeben haben. Dieser Mann erschoss die drei Frauen. Der eigentliche Mörder der Frauen, Willis Haynes, erhielt eine lebenslange Haftstrafe, während Higgs zum Tode verurteilt wurde.

Der Bundesrichter, der den Prozess gegen Higgs leitete, sagte, er verdiene „wenig Mitgefühl“. Am 29. Dezember schrieb der US-Bezirksrichter Peter Messitte: „Er erhielt ein faires Verfahren und wurde von einer einstimmigen Jury wegen eines verabscheuungswürdigen Verbrechens zum Tode verurteilt.“

Higgs Anwalt Shawn Nolan sagte: „Inmitten der Pandemie und allem, was gerade im Land vor sich geht, scheint es einfach verrückt, diese Hinrichtungen voranzutreiben. Und besonders für Dustin, der niemanden erschossen hat. Er hat niemanden getötet.“

Dies war wohl die letzte Hinrichtung durch die Bundesjustiz für lange Zeit. Da Joe Biden bereits angekündigt hat, keine Exekutionen durchführen zu lassen.

Law&Order-Ideologie
Donald Trump hat 13 Menschen hinrichten lassen, innerhalb weniger Monate. Gnadenlos hat er seine Law&Order-Ideologie durchgesetzt. Aber und das dürfen wir nicht vergessen – Ohne seine vielen Helfershelfer, hätten diese Hinrichtungen nicht durchgeführt werden können. Ohne die vielen, gnadenlosen Henker und Henkershelfer wären Tumps Opfer noch am Leben. Wir sehen also ein unmenschliches System vor uns, mit dessen Hilfe sich so mancher sein Häuschen und noch viel mehr verdient. Dieses System gilt es zu zerbrechen, damit Menschenleben nicht mehr durch niedere Rachegelüste einer Todesmaschinerie des Staates ausgesetzt sind.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://edition.cnn.com/2021/01/16/us/dustin-higgs-executed/index.html
https://www.theguardian.com/us-news/2021/jan/15/dustin-higgs-federal-execution-trump

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12. Exekution durch die Trump-Administration

Corey Johnson

Nachdem das Regime von Donald Trump die Bundesgefangene Lisa Montgomery hingerichtet hat, wurde nun der wegen mehrfachen Mordes verurteilte Corey Johnson (53) mittels Pentobarbital durch die Bundesjustiz exekutiert und dies obwohl Trumps Nachfolger Joe Biden die Todesstrafe ablehnt.

Vor der Hinrichtung versuchten seine Verteidiger mittels verschiedenen Anträgen die Exekution zu stoppen. Dabei betonten sie, dass ihr Mandat, nach den Gesetzen der USA, nicht hingerichtet werden dürfe, weil er lediglich einen IQ von 69 habe, er könne kaum lesen und schreiben. Auch befürchteten sie, dass er schreckliche Schmerzen erleiden würde, da die Lunge durch seine Covid-19 Erkrankung geschädigt sei.
Seine Exekution bezeichneten die Anwälte als „Einen schweren Verstoß gegen die Verfassung und die Bundesgesetze“.
Am Ende erlaubte der Supreme Court der USA jedoch die Hinrichtung.

Mit dieser Hinrichtung wurde unter der Präsidentschaft von Donald Trump die 12. Person hingerichtet. Trump, der als „Henkerpräsident der USA“ in die Geschichte eingehen wird, hat damit ein unvorstellbares Blutbad angerichtet. Er nimmt damit eine Sonderstellung unter den US-Präsidenten der letzten Jahrzehnte ein. In einem beispiellosen Blutrausch hat Trump seit Juli 2020 diese 12 Menschen töten lassen.

Letzte Worte
Als einer der Henker nach seinen letzten Worten fragte, sagte Corey Johnson leise: „Nein, mir geht es gut“. Und dann einige Sekunden später: „Ich liebe dich“ und schaute auf einen Raum, der für seine Familienmitglieder bestimmt war.

Martin Luther King III erklärte: „Am Freitag wäre der 92. Geburtstag meines Vaters gewesen. Nichts könnte sein Vermächtnis mehr entwürdigen als diese Hinrichtungen“.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.nytimes.com/2021/01/15/us/corey-johnson-execution.html
https://www.tagesspiegel.de/politik/weiteres-todesurteil-in-den-usa-vollstreckt-siebenfacher-moerder-mit-giftspritze-hingerichtet/26819826.html
https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Pentobarbital

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Statement der Anwältin der hingerichteten Lisa Montgomery

Die Anwältin von Lisa Montgomery hat sich mit einer erschütternden Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewandt. Sie zeichnet ein Bild einer sich im Blutrausch befindenden Administration. Wir dokumentieren den kompletten Wortlaut ihrer Stellungnahme.

Im Folgenden die Erklärung von Lisa Montgomerys Anwältin, die sie letzte Nacht veröffentlicht hat:

„Der feige Blutrausch einer gescheiterten Verwaltung war heute Abend in vollem Umfang zu sehen. Jeder, der an der Hinrichtung von Lisa Montgomery teilnahm, sollte sich schämen. Niemand bestreitet, dass Mrs. Montgomery das Opfer von unsäglicher Folter und Sexhandel war. Niemand kann glaubhaft bestreiten, dass Mrs. Montgomery seit langem an einer schwächenden Geisteskrankheit leidet – diagnostiziert und erstmals behandelt von den eigenen Ärzten des Bureau of Prisons. Unsere Verfassung verbietet die Hinrichtung einer Person, die nicht in der Lage ist, ihre Hinrichtung rational zu verstehen. Die derzeitige Verwaltung weiß das. Und sie haben sie trotzdem getötet. Sie verletzte dabei die Verfassung, Bundesgesetze, ihre eigenen Vorschriften und langjährige Normen.

Die Regierung machte in ihrem Eifer, diese geschädigte und unter Wahnvorstellungen leidende Frau zu töten, vor nichts Halt. Nachdem wir, ihre Anwälte, uns auf unseren Reisen, um sie, nachdem ihre Hinrichtung geplant wurde, zu besuchen, mit COVID-19 angesteckt hatten, kämpfte die Regierung mit Zähnen und Klauen gegen jede Verzögerung, die uns erlauben würde uns zu erholen, damit wir sie effektiv vertreten konnten. Dann verletzten sie das Gesetz auf mehrfache Weise, indem sie ihre Hinrichtung für die letzten Tage der Trump-Administration neu ansetzten. Während die Gerichte sich einig waren, dass Lisas Fall wichtige rechtliche Fragen aufwarf, die ernsthaft geprüft werden sollten – einschließlich der Frage, ob sie für eine Hinrichtung geeignet war – hämmerte die Regierung mit Berufungen weiter.

Indem sie auf einer Hinrichtung während einer Pandemie bestand, demonstrierte diese Administration ihre rücksichtslose Missachtung des menschlichen Lebens unschuldiger Bürger. Exekutionen sind Superspreader-Events. Die Regierung weiß das. Dennoch setzen sie das Leben jeder einzelnen Person, die an diesen „Ereignissen“ teilnehmen muss, sowie das von Freunden, Familien, Nachbarn, Mitarbeitern und wer weiß wie vielen anderen Menschen dieser Personen aufs Spiel. Weil diese Administration so viel Angst hatte, dass die nächste das Leben über den Tod stellen könnte, haben sie das Leben und die Gesundheit der US-Bürger in große Gefahr gebracht. Inmitten all dieser Rechtsstreitigkeiten blieb Lisas Gnadengesuch vor Präsident Trump bestehen. Es wurde von Tausenden von Organisationen und Einzelpersonen unterstützt – von Glaubensführern, Anti-Gewalt-Befürwortern, konservativen Führern, internationalen Organisationen und vielen mehr. Aber der Präsident tat nichts. Er hatte nicht einmal den Anstand, Lisas Gnadengesuch formell abzulehnen – oder auch nur zur Kenntnis zu nehmen -, obwohl es schwer vorstellbar ist, dass es einen Fall gibt, der ein Eingreifen der Exekutive mehr verdient hätte als dieser.

Die Hinrichtung von Lisa Montgomery war weit entfernt von Gerechtigkeit. Sie hätte von vornherein nicht zum Tode verurteilt werden dürfen, da keine andere Frau für ein ähnliches Verbrechen hingerichtet worden ist. Und Lisa war viel mehr als das tragische Verbrechen, das sie begangen hat, ein Verbrechen, für das sie tiefe Reue empfand, bevor sie in den Tagen vor ihrer Hinrichtung jeden Bezug zur Realität verlor. Lisa war auch viel mehr als die Schrecken, die ihr zugefügt wurden, die sexuelle Gewalt und der Missbrauch, den sie durch die Hände derer erlitt, die sie eigentlich lieben, pflegen und beschützen sollten.

Lisa war eine liebevolle Mutter, Großmutter und Schwester, die ihre Familie anbetete. Sie war eine gläubige Christin, die Weihnachten liebte und wunderschöne Engel für diejenigen schuf, die das Glück hatten, ihre Geschenke zu bekommen. Lisa war oft im Gefängnis ihres Verstandes gefangen und verlor für einige Zeit den Bezug zur Realität. Aber wenn sie nicht von der Psychose gepackt wurde, war sie eine sanfte und fürsorgliche Person, die zu kennen und zu vertreten mir eine Ehre war.

Lisa Nouri, Amy Harwell und ich vertraten Mrs. Montgomery acht Jahre lang. Wir liebten sie sehr und sie liebte uns. Sie ehrte uns mit ihrer Wahrheit und vertraute uns, sie auf eine Weise zu teilen, die nicht nur ihre Geschichte erzählte, sondern die auch anderen Frauen helfen konnte.

Auch wenn Präsident Trump nicht der Held sein konnte, um den wir ihn gebeten haben, sind wir hier, um jeder Frau und jedem Mädchen zu sagen, die Opfer von Gewalt und Erniedrigung geworden sind: Du bist wichtig. Dein Schmerz zählt. Du bist mehr als ein Opfer. Du hast überlebt. Lass dich von niemandem demütigen oder beschämen. Sie verdienen es, geliebt zu werden.

In der vergangenen Woche haben wir gesehen, wie weit Präsident Trump und seine Regierung in ihrer Verachtung für Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit gehen werden. Diese gescheiterte Regierung reiht sich in die lange Liste von Menschen und Institutionen ein, die Lisa im Stich gelassen haben.

Wir sollten die Hinrichtung von Lisa Montgomery als das erkennen, was sie war: die bösartige, unrechtmäßige und unnötige Ausübung autoritärer Macht. Wir dürfen nicht zulassen, dass dies noch einmal geschieht.

-Kelley Henry, Anwalt von Lisa Montgomery
-Januar 13, 2021

Übersetzung: Peter K.
Weiter unten geben wir den Originaltext in Englischer Sprache wieder…

Bösartige, unrechtmäßige und unnötige Ausübung autoritärer Macht.
Genau das ist es, wenn ein System die Todesstrafe ausführt. Wobei sich hinter dem Wort „System“ real existierende Menschen verstecken. Jeder trägt mit seinem Handeln dazu bei das System der Todesstrafe am laufen zu halten. Legaler, blutrünstiger Mord, dem meist Jahrzehnte der Folter vorausgehen. Im Bewusstsein getötet zu werden müssen die Opfer dieser archaischen Justiz und Politik Jahrzehnte in kleinen Einzelzellen ausharren. Erkranken zunehmend durch die mangelnde Bewegung, Kommunikation und extrem schlechte Ernährung und dies bei minimalster medizinischer Versorgung. Ihre einzige Aufgabe ist, sich für den Tag ihrer Ermordung bereit zu halten und sich unterzuordnen… Wir können für dieses unmenschliche System der Todesstrafe in den USA nur ein Wort finden: Sadismus! – Das ganze Prozedere dient der Befriedigung niederster Bedürfnisse und der Ausübung von Macht.
Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass selbst die angekündigte Einstellung der Hinrichtungen durch den neuen Präsidenten am 20. Januar nur die Hinrichtungen durch die Bundesjustiz betreffen wird.
Und so macht sich bereits der US-Bundesstaat Texas bereits am 21. Januar bereit Blaine Milam hinzurichten.

Der Kampf geht weiter – gegen Unterdrückung und Todesstrafe!

IHfL
Peter K.

Originaltext der Erklärung von Lisa Montgomerys Anwältin:

„The craven bloodlust of a failed administration was on full display tonight. Everyone who participated in the execution of Lisa Montgomery should feel shame. No one disagrees that Mrs. Montgomery was the victim of unspeakable torture and sex trafficking. No one can credibly dispute Mrs. Montgomery’s longstanding debilitating mental disease – diagnosed and treated for the first time by the Bureau of Prisons‘ own doctors. Our Constitution forbids the execution of a person who is unable to rationally understand her execution. The current administration knows this. And they killed her anyway. Violating the Constitution, federal law, its own regulations, and longstanding norms along the way.

The government stopped at nothing in its zeal to kill this damaged and delusional woman. After we, her attorneys, contracted COVID-19 during our travels to visit her after her execution was scheduled, the government fought tooth and nail against any delay to allow us to recover so we could represent her effectively. Then they violated the law in multiple ways in rescheduling her execution for the final days of the Trump Administration. As courts agreed Lisa’s case presented important legal issues warranting serious consideration – including whether she was competent to execute – the government hammered onward with appeals.

By insisting on an execution during a pandemic, this administration demonstrated its reckless disregard for human life of innocent citizens. Executions are super-spreader events. The government knows this. Yet, they put the lives of every single person who must participate in these “events” as well as every one of those persons‘ friends, families, neighbors, co-workers, and who knows how many other people. Because this administration was so afraid that the next one might choose Life over Death, they put the lives and health of US citizens in grave danger. In the midst of all this litigation, Lisa’s request for clemency remained before President Trump. It was supported by thousands of organizations and individuals – faith leaders, anti-violence advocates, conservative leaders, international organizations, and many more. But the President did nothing. He had not even the decency to formally deny – or even acknowledge – Lisa’s clemency application, though it is hard to imagine a case more deserving of executive intervention than this one.

Lisa Montgomery’s execution was far from justice. She should never have faced a death sentence in the first place, as no other woman has faced execution for a similar crime. And Lisa was much more than the tragic crime she committed, a crime for which she felt deep remorse before she lost all touch with reality in the days before her execution. Lisa was also much more than the horrors inflicted upon her, the sexual violence and abuse she endured at the hands of those who were supposed to love, nurture, and protect her.

Lisa was a loving mother, grandmother, and sister who adored her family. She was a devout Christian who loved Christmas and created beautiful angels for those lucky enough to receive her gifts. Lisa often became trapped in the prison of her mind, losing touch with reality for periods of time. But when not gripped by psychosis, she was a gentle and caring person whom I was honored to know and to represent.

Lisa Nouri, Amy Harwell and I represented Mrs. Montgomery for eight years. We loved her very much and she loved us. She honored us with her truth and trusted us to share it in a way that not only told her story, but that could help other women.

Even though President Trump could not be the hero we asked him to be, we are here to say to every woman and girl who has been the victim of violence and degradation: You matter. Your pain matters. You are more than a victim. You are a survivor. Do not let anyone humiliate or shame you. You deserve to be loved.

In the past week, we have seen just how far President Trump and his administration will go in their disdain for justice and the rule of law. This failed government adds itself to the long list of people and institutions who failed Lisa.

We should recognize Lisa Montgomery’s execution for what it was: the vicious, unlawful, and unnecessary exercise of authoritarian power. We cannot let this happen again.

-Kelley Henry, attorney for Lisa Montgomery
-January 13, 2021″

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

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Lisa Montgomery hingerichtet

Lisa Montgomery

Die Trump-Administration fährt mit ihren Hinrichtungen weiter fort. Gegen 6:31 Uhr (GMT) wurde Lisa Montgomery für Tot erklärt, nachdem sie eine tödliche Injektion erhalten hatte. Seit fast 70 Jahren wurde durch die Bundesjustiz keine Frau mehr in den USA hingerichtet.

Menschenverachtender „Höhepunkt“
Die Hinrichtung einer Frau ist zunächst der „Höhepunkt“ der menschenverachtenden Politik von Donald Trump. Er wird als „Präsident der Henker“ in die Geschichte der USA eingehen. Mittlerweile hat seine Bundesjustiz 11 Menschen exekutiert.

Urteil Umstritten
Das Todesurteil gegen Lisa Montgomery war höchst umstritten, da erheblicher Zweifel an ihrem Geisteszustand bestanden haben. Darum hatte ein Gericht in Indiana die Vollstreckung des Urteils zunächst gestoppt. Der Oberste Gerichthof der USA hatte dann jedoch in letzter Minute den Hinrichtungsaufschub aufgehoben.

Lisa Montgomery hatte 2004 eine Frau, die im 8. Monat Schwanger war getötet und ihr Kind aus dem Bauch herausgeschnitten. Das Kind überlebte und als es bei ihr gefunden wurde, behauptete sie zunächst sie hätte dieses Kind selbst geboren.

Offensichtlich die Tat einer geistig sehr kranken Frau. Sicher – eine schreckliche Tat, aber es ist kaum anzunehmen, dass Lisa Montgomery wirklich in der Lage war die volle Verantwortung für ihr Handeln zu tragen. Ein so kranker Mensch gehört in ein Krankenhaus und nicht in ein Gefängnis, geschweige denn in den Todesstrakt!

Keine letzten Worte
Auf die Frage, ob sie letzte Worte sagen möchte, antwortete Lisa Montgomery mit „NO“ und schwieg…

Noch zwei Hinrichtungen durch den Bund
Bis zum Ende der Amtszeit von Donald Trump am 20. Januar 2021 sollen noch zwei Menschen durch seine Bundesjustiz sterben. (siehe hier) – Danach will Joe Biden, nach seinem eigenen Bekunden, weitere Hinrichtungen durch den Bund nicht zulassen.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.bbc.com/news/world-us-canada-55642177
https://www.tagesspiegel.de/politik/zum-tode-verurteilte-moerderin-lisa-montgomery-in-den-usa-hingerichtet/26793332.html

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Todescountdown der Trump-Administration

Donald Trump, der als „Präsident des Grauens“ in die Geschichte der USA eingehen wird, macht seinem historischen Namen „alle Ehre“. Kurz vor dem Ende seiner Herrschaft will er noch 3 Menschen aus dem Bundesstaatlichen Todestrakt hinrichten lassen. Am 12. Januar 2021 soll bereits eine Frau sterben, gefolgt von zwei Männern am 14. und 15. Januar.

Indem Trump seine Anhänger zu einem Sturm auf das Capitol anstachelte, versuchte er damit quasi einen faschistischen Putsch zu realisieren, der jedoch zunächst gescheitert ist. Dennoch sollen noch 3 Menschen für diesen machtbesessenen Oligarchen sterben – und dies in den letzten Momenten seiner Präsidentschaft.

Begnadigt Trump sich selbst?
Dabei war er gerne bereit ihm Nahestehende zu begnadigen, sein Ex-Wahlkampfberater Papadopoulos, vier Veteranen und zwei ehemalige Abgeordnete sind darunter. Aber es kommt noch besser! – Trump spricht davon, sich selbst zu begnadigen, wie der ORF berichtet. Dies ist auch kein Wunder, da es für ihn juristisch „sehr ungemütlich“ werden kann, nach seiner Präsidentschaft. Dabei könnte er rechtliche Schwierigkeiten bekommen, wegen Verstößen gegen die Gesetze zur Wahlkampffinanzierung, Justizbehinderung und Bestechlichkeit… Mal ganz abgesehen von seiner Anstachelung zu der Erstürmung des Capitols…

Bis zum voraussichtlichen Ende der Amtszeit Trumps sollen noch drei Bundeshinrichtungen vollzogen werden:

  • 12. Januar 2021 – Lisa Montgomery
  • 14. Januar 2021 – Cory Johnson
  • 15. Januar 2021 – Dustin Higgs

Erhebt Eure Stimme gegen diese Hinrichtungen!
Hier einige Möglichkeiten:

Petition gegen die drei Hinrichtungen:
https://actionnetwork.org/petitions/president-trump-please-stop-the-federal-executions/
https://actionnetwork.org/petitions/mr-rosen-you-have-the-power-rescind-the-death-warrants
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/vereinigte-staaten-von-amerika-erste-von-fuenf-hinrichtungen-am-1012-2020

Petitionen für Lisa Montgomery:
https://nodeathpenalty.santegidio.org/en/appeals/lisa-montgomery/
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/lisamontgomery-trumpbarraction/index.html

Petition für Cory Johnson:
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/dustinhiggs-trumpbarraction/index.html

Petition für Dustin Higgs:
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/coreyjohnson-trumpbarractioncopy1/index.html

Menschenverachtung
Die Hinrichtungen durch die Bundesregierung der USA sind die Fortsetzung einer Politik der Menschenverachtung, mit der die USA und ihre Verbündeten die Welt terrorisieren. Die USA führen Krieg mit Waffen in vielen Teilen der Erde, sie führen einen erbarmungslosen Krieg mittels kapitalistischer Ausbeutung der Welt und am Ende ebenso Krieg gegen Einzelne, durch die Todesstrafe, wobei oft rassistische Motive eine Rolle spielen. So machen Schwarze Erwachsene lediglich 12% der Bevölkerung der USA aus, aber 33% der Gefangenen.

Unmenschliches Regime
Die Demokratie und Menschlichkeit scheint in den USA am Ende zu sein. Am Ende einer schrecklichen Entwicklung. Trumps Vorgänger Barrack Obama hat die Welt mittels Drohnen und Kriegen terrorisiert und nun sind bereits 10 Menschen durch den Bund der USA hingerichtet worden. Mehr als bei allen Vorgängern Donald Trumps zusammen, seit 1963.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.tagesschau.de/ausland/kapitol-gestuermt-119.html
https://www.tagesschau.de/ausland/trump-begnadigungen-105.html
https://www.dw.com/de/historische-ungerechtigkeit-schwarze-h%C3%A4ftlinge-in-den-usa/a-53876975
https://orf.at/stories/3196462/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

Hier die direkte URL: https://www.ihfl.de/st-konto.htm

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