Hinrichtungstermin für Geisteskranken

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William Morva

William Morva (35) soll am 6. Juli 2017 im US-Bundesstaat Virginia wegen Mordes hingerichtet werden. Er wurde von einer Jury verurteilt, die nicht über seine Geisteskrankheit informiert war.

Im August 2006 wurde Morva aus dem Gefängnis von Montgomery in Virginia in ein Krankenhaus gebracht. Dort wartete er auf seinen Prozess wegen eines Raubes. Damals war das Gefängnis stark überbelegt und eine medizinische Versorgung der Gefangenen nur sehr eingeschränkt möglich. Morva hatte das Gefühl, dass es ihm psychisch immer schlechter gehe und er bekam Angst um sein Leben. In vielen Briefen teilte er dies mit. Daraufhin wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Er nutzte die Gelegenheit zur Flucht, entriss einem Beamten die Waffe und erschoss einen Krankenhauswachmann an. Einen Tag später, dem 21. August, erschoss er den Hilfssheriff Eric Sutphin, welcher sich ihm entgegenstellte.

Jury nur unzureichend informiert
Bei der Verhandlung im Jahr 2008 sagten zwar zwei Spezialisten aus, Morva hätte eine Persönlichkeitsstörung, aber es wäre keine schwere Störung. Daraufhin stimmte die Jury für die Todesstrafe.

Paranoide und ausufernde Wahnvorstellungen
Vier Jahre später wurden die Unterlagen von einem Psychologen untersucht und der entdeckte im familiären Hintergrund schwere psychische Erkrankungen wie Zwangsstörungen, Schizophrenie und Wahnvorstellungen. Der Psychologe kam zu dem Schluss, dass Morva anhaltende „somatische, paranoide und ausufernde Wahnvorstellungen“ habe. Laut dem Psychologen besteht die Möglichkeit, dass seine Wahnvorstellungen „insofern mit den Verbrechen im Zusammenhang stehen, als er offensichtlich glaubte, an seinen ‘Leiden’ zu sterben – was anscheinend der Grund für seinen Fluchtversuch war“.  Auch eine gerichtlich bestellte Psychiaterin bescheinigte Morva Verfolgungswahn und war der Ansicht, seine Verbrechen seien die Folge seines Wahns. Sie vertrat die Auffassung, dass eine medikamentöse Behandlung impliziert sei.

Auch dieser Fall zeigt wieder unter welch fragwürdigen Bedingungen so manches Todesurteil in den USA zustande kommt. Immer wieder werden dort Menschen zur Höchststrafe verurteilt, die laut der Verfassung der Vereinigten Staaten eigentlich nicht hingerichtet werden dürften. Aber auch Unschuldige werden „dank'“ einer korrupten, rassistischen und vorurteilsbeladenen Justiz in den Todestrakten gefoltert. So ist vor kurzem wieder ein Todeskandidat nach 29 Jahren freigekommen (siehe: http://wp.me/p2X1th-2AO ).

Im Folgenden Möglichkeiten sich dafür einzusetzen, dass William Morva nicht hingerichtet wird.

Aktion von Amnesty International:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/drohende-hinrichtung-am-6-juli

Petition für William Morva auf change.org:
https://www.change.org/p/mercy-for-morva

Petition für William Morva auf reprieve.org:
https://secure.reprieve.org/page/speakout/save-william-morva

IHfL
Peter K.

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Unschuld bewiesen – Freiheit nach 29 Jahren Todestrakt

Ha'im Al Matin Sharif (AKA Charles Robins)

Ha’im Al Matin Sharif (AKA Charles Robins)

Nevada: Ha’im Al Matin Sharif (aka Charles Robins) wurde nach fast drei Jahrzehnten aus dem Todestrakt entlassen, weil seine Unschuld bewiesen wurde. Er war beschuldigt worden, das Baby seiner Freundin ermordet zu haben.

Ha’im Al Matin Sharif wurde vorgeworfen das Kind seiner Freundin misshandelt zu haben, bis es an den Folgen starb. Seine Freundin belastete ihn damals mit der Aussage er hätte das Kind geschlagen, später beteuerte sie jedoch von den Untersuchungsbehörden zu dieser Aussage gezwungen worden zu sein. Jetzt steht fest, dass das Kind an infantilem Skorbut gestorben ist. Medizinische Experten überprüften erneut Röntgenbilder der zerbrochenen Knochen des Kindes und kamen zu der Überzeugung, dass diese nicht durch Gewalteinwirkung entstanden sind, sondern durch Skorbut.

Die Gefängnistüren schlossen sich vor 29 Jahren hinter ihm. Doch er gab nicht auf und stellte immer wieder neue Anträge um seine Unschuld zu beweisen. Die Folter des US-Amerikanischen Todestraktes, wo die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, konnte ihn nicht zerbrechen. Jetzt ist er endlich frei und kann ein neues Leben beginnen. (Weitere Informationen in englischer Sprache sind hier zu finden)

Gerade im Anbetracht des korrupten Justizsystems der USA und der unglaublichen Folter die das Leben im Todestrakt bedeutet, brauchen die Gefangenen unsere Unterstützung. Ein weiteres typisches Beispiel für diese unmenschliche Justiz ist Lancelot Armstrong der von der IHfL betreut wird. Wer ihn bei seinem Kampf um sein Leben und die Wahrheit unterstützen möchte, findet auf lancelot-armstrong.de viele Gelegenheiten dazu. Dort wird auch umfangreich über ihn und seinen Fall informiert. Gemälde die er uns aus dem Todestrakt schickt können hier gegen Spende bestellt werden: armstrongkunst.wordpress.com. Alle Spenden kommen Lancelot Armstrong zugute.

IHfL
Peter K.

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Arkansas: „Nur der übliche Todeskampf“

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US-Bundesstaat Arkansas: Die vier Hinrichtungen seien „ohne Probleme“ verlaufen. So das Ergebnis des Autopsieberichtes, teilte der Leichenbeschauer Dr. Charles Kokes mit. Untersucht wurden die vier Opfer des staatlichen Mordes in Arkansas im April diesen Jahres.

Ursprünglich sollten im April sogar 8 Menschen hingerichtet werden. (wir berichteten: Arkansas: Massenhinrichtung)

Hinrichtungen in Arkansas werden mittels drei Drogen durchgeführt. Dabei wird als erstes Mittel Midazolam gegeben. Hier ein Beispiel dafür, welch schrecklichen Folgen diese Hinrichtungsmethode haben kann: http://wp.me/p2X1th-dD
Dieses Mittel wird dabei als erstes von insgesamt 3 Drogen für die Exekutionen eingesetzt. Zunächst wird dabei Midazolam-Hydrochlorid verabreicht, das zwar sedierend, jedoch nicht schmerzstillend wirkt. Danach wird dem Häftling ein Präparat verabreicht, das ihn lähmt, so dass er nicht mehr sprechen oder sonst wie auf sich aufmerksam machen kann.
Laut Mark Elliott (Floridians for Alternatives to the Death Penalty FADP) sagt dazu: “Bei Injektionen mit drei Mitteln ist die Gefahr groß, dass die Wirkung des ersten schnell verfliegt und niemand das mitbekommt.” Es gebe nur einen Menschen der wisse, ob die Verwendung von Midazolam-Hydrochlorid Schmerzen verursacht, dies sei derjenige, der damit getötet wird. Zum Schluß kommt Kaliumchlorid zum Einsatz, wodurch es zum Herzstillstand kommt. Mark Elliott teilt mit, dass durch dieses Mittel alle inneren Organe quasi “verbrennen”.

Dr. Kokes jedoch nennt die Tatsache, dass laut Zeugen einer Hinrichtung, Kenneth Williams sich aufgebäumt, gezuckt und gehustet habe, halt den „typischen Todeskampf“. Es wären Hinrichtungen „ohne Probleme“ gewesen…

Es ist die zynische Logik eines martialischen Systems und seiner Handlanger, dass mit solchen Untersuchungen „sein Verständnis von Gerechtigkeit“ verkaufen möchte. Letztendlich aber nur versucht sich mit solchen „Untersuchungsergebnissen“ eine weitere Legitimation für sein gnadenloses Handeln zu schaffen.
„Der übliche Todeskampf“ wird hier quasi zur hinzunehmenden Banalität des Sterbens durch die Hand des Staates. Ob die USA irgendwann einmal ein zivilisierter Staat werden bleibt leider nach wie vor offen…

IHfL
Peter K.

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Alabama exekutiert Robert Melson

Robert Bryant Melson

Robert Bryant Melson

Der US-Bundesstaat Alabama hat Robert Bryant Melson (46) mittels Giftspritze am Donnerstagabend hingerichtet. Er soll 1994 drei Menschen bei einem Raubüberfall erschossen haben.

Die Hinrichtung wurde mehrere male aufgeschoben, jedoch machte zum Schluss der Oberste Gerichtshof der USA den Weg für die Exekution frei. Zuvor wurde er im Todestrakt durch den Staat 21 Jahre lang gefoltert, durch die dortigen Umstände, aber auch im Besonderen durch die Tatsache, dass er die ganzen Jahre seine bevorstehende Hinrichtung vor Augen haben musste.

Melson verneinte die Frage, ob er letzte Worte habe und schüttelte lediglich den Kopf.

Es bleibt wie immer die Frage, was soll das? – Welchen Sinn hat das Töten eines Menschen um zu zeigen, dass Töten falsch ist. Werden doch die Verantwortlichen für Melsons Tod selbst zu Mördern… Welchen Sinn macht es Menschen für Jahrzehnte einzusperren, mit Todesandrohung und dies unter foltergleichen Bedingungen?…
Eines ist auf jeden Fall klar, durch diesen staatlichen Mord wurde wieder Leid verursacht, müssen wieder Menschen trauern, um einen geliebten Menschen…

IHfL
Peter K.

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Sie haben ihn 8 mal ermordet

Alabama: Thomas Arthur ist Tod

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Thomas Arthur

Thomas Arthur (75) bekam noch einen kurzen Aufschub, dann ermordeten sie den alten Mann mittels einer tödlichen Injektion. Es ist möglich, dass mit ihm ein unschuldiger Mann hingerichtet wurde. Wie immer hat sicher jeder „nur seinen Job“ gemacht… Uns bleibt nur das Entsetzen über ein krankes System, das sich das Recht herausnimmt zu foltern und zu morden…

Thomas Arthur musste bereits folgende Hinrichtungstermine über sich ergehen lassen:
2007 (2 Termine), 2008, 2011, 2012, 2015, 2016 und nun der endgültige Termin am 25. Mai 2017. Jedes mal mussten er und all seine Lieben durch die Hölle gehen, jeder Termin eine erneute Qual – ein Mord in ihrer Seele. (Wir haben in der Vergangenheit schon mehrmals über seinen Fall berichtet und möchten für Details auf diese Artikel verweisen: http://wp.me/p2X1th-1U0 – http://wp.me/p2X1th-1W3 – http://wp.me/p2X1th-2xC) – (sowie auf folgenden englischsprachigen Artikel über die Hinrichtung:  http://www.timesdaily.com/news/local/tommy-arthur-has-been-executed/article_9ca44e35-b415-51ac-9f44-18773a702546.html)

Seit 1982 bangten seine Lieben um sein Leben. Und erlebten 7 mal seine bevorstehende Hinrichtung, um nun endgültig Abschied von ihm nehmen zu müssen. Wir denken an die Bilder des Kirchentages: Obama und Angela Merkel plaudern und labern über eine bessere Welt… Frau Merkel, was bitte haben sie gegen diesen „Schurkenstaat“, um mal dessen Terminologie zu verwenden, unternommen? Wann haben sie Herrn Obama denn wirklich mal „auf die Füße getreten“? – Denn genau dieser Herr Obama hat nichts während seiner Amtszeit gegen die Verbrechen an den Gefangenen getan. Im Gegenteil, er hat sich für die Todesstrafe ausgesprochen. Von Herrn Trump wollen wir erst gar nicht reden… Die Regierung der BRD macht sich durch ihr schweigen mit schuldig an den Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den USA.

Vor seiner Hinrichtung hat Thomas Arthur sowohl das Frühstück als auch die letzte Mahlzeit verweigert. Aber er wünschte sich ein Foto seiner Familie im Hinrichtungsraum. Als der Vorhang geöffnet wurde, winkte er seiner Tochter und gab ihr ein „Daumen hoch“, dann schaute er gerade aus und seufzte ein paar mal. Dann schaute er wieder zu ihr und sie winkte ihm zu. Er entschuldigte sich bei einem Wärter mit den Worten: „Entschuldigen sie, dass ich so nervös bin“. Dann verabschiedete er sich bei seinem Sohn und seiner Tochter: „Tut mir leid, dass ich als Vater versagt habe, ich liebe euch mehr als alles auf dieser Erde.“

Wir möchten abschließend betonen, dass mit Thomas Arthur vielleicht ein unschuldiger Mann hingerichtet wurde, denn 2008 gestand ein anderer Gefangener, Bobby Ray Gilbert, er habe das Verbrechen, ein Auftragsmord an Troy Wicker im Jahr 1982, begangen. Arthur selbst beantragte daraufhin eine Untersuchung der Perücke, die der Täter zur Tarnung getragen hatte, auf seine DNA, um seine Unschuld zu beweisen. Dies wurde jedoch abgelehnt, da der Oberste Gerichtshof entschieden hatte, dass kein Recht auf DNA-Tests bestehe, die eine Unschuld beweisen können.

IHfL
Peter K.

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Alabama: 8. Hinrichtungsversuch am 25. Mai

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Thomas Arthur

Thomas Arthur (75) steht nach 33 Jahren Folter im Todestrakt von Alabama nun vor dem 8. Versuch ihn zu exekutieren. Seine Hinrichtung soll am 25. Mai 2017 stattfinden. Er wurde für den Auftragsmord an Troy Wicker im Jahr 1982 zum Tode verurteilt. Thomas Arthur hat stets seine Unschuld beteuert.

Schuldfrage nicht wirklich klar
2008 gestand ein anderer Gefangener, Bobby Ray Gilbert, er habe dieses Verbrechen begangen. Da jedoch seine DNA nicht eindeutig mit dem Fall in Verbindung gebracht werden konnte, entschied ein Richter, sein Geständnis wäre falsch. Der DNA Test wurde an einer Afro-Perücke, die der Täter zur Tarnung trug, durchgeführt.
Arthur selbst beantragte ebenfalls eine Untersuchung der Perücke auf seine DNA, um seine Unschuld zu beweisen. Dies wurde jedoch abgelehnt, da der Oberste Gerichtshof entschieden hatte, dass kein Recht auf DNA-Tests bestehe, die eine Unschuld beweisen können.
Sherrie Stone, die Tochter von Thomas Arthur, äußerte sich empört darüber, dass ihrem Vater diese wichtigen DNA-Tests versagt werden, denn sie glaubt an seine Unschuld: „Wenn die Hinrichtungen in diesem Land weitergehen sollen, müssen Gesetze gemacht werden, die DNA-Tests zu jeder Zeit des Prozesses erlauben. Denn es kann sein, dass wir unschuldige Menschen umbringen. Ich weiß es, weil mein Vater einer dieser Unschuldigen ist.“

Thomas Arthur musste bereits folgende Hinrichtungstermine über sich ergehen lassen:
2007 (2 Termine), 2008, 2011, 2012, 2015, 2016 und nun der Termin am 25. Mai 2017

Grausames Wahlkampfargument
Neben der schrecklichen Situation in den US-Todestrakten, sind es gerade diese Hinrichtungstermine, die den Insassen das Leben zur Hölle machen. Für viele Staaten der USA ist dies aber nichts anderes, als die ganz normale Routine mit der sie Menschen das Menschsein absprechen und auf widerlichste Weise Quälen, über Jahre und Jahrzehnte misshandeln und missbrauchen, für ihre dreckige Politik, um sie dann irgendwann wie ein Tier auf der Schlachtbank an ein Kreuz zu fesseln und zu ermorden. Letztendlich geschehen diese grausamen Dinge aber auch, damit Gouverneure ihre Wahlen gewinnen können. Der Tod und die Misshandlung von Menschen als grausames Wahlkampfargument für ein rassistisches und rachesüchtiges Wahlvolk.

Unabhängig von der Frage, ob Thomas Arthur unschuldig ist, stellt die Todesstrafe eine klare Verletzung der Menschenrechte dar. Wir bitten unsere Leser darum sich für Thomas einzusetzen. Dazu hier folgende Möglichkeit:

Kontaktiert Gouverneurin Kay Ivey und bittet sie die Hinrichtung zu stoppen. Dazu folgender Link: http://216.226.177.218/forms/contact

Die Gouverneurin kann aber auch über Twitter erreicht werden:
https://twitter.com/governorkayivey

Weitere Informationen zu seinem Fall unter http://www.nodeathpenalty.org/get-the-facts/thomas-arthur-will-alabama-execute-innocent-man

IHfL
Peter K.

 

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Über 200 Gemälde aus dem Todestrakt

Wir freuen uns über das 200. Gemälde von Lancelot Armstrong in seiner Internet-Galerie. Alle dort ausgestellten Bilder können gegen eine Spende für den Künstler, bei uns bestellt werden.

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Weitere Informationen und natürlich viele wunderschöne Gemälde auf:
armstrongkunst.wordpress.com

IHfL
Peter K.

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USA – Die Exekutionen gehen weiter

Update 2:  JW Ledford, Jr. wurde mit einigen Stunden Verspätung hingerichtet. Seine Anwälte versuchten noch die Exekution zu stoppen, auch weil Ledford viele Jahre Schmerzmittel eingenommen hatte und sie befürchteten, dass das Gift Pentobarbital nicht richtig wirken würde, wodurch er erhebliche Schmerzen zu erleiden hätte.


Update: Soeben erreichte uns die Information, dass Tilon Lashon Carter einen Hinrichtungsaufschub bekommen hat.


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Das staatliche Morden in den USA geht weiter. Diesmal sollen am 16.05.2017 zwei Menschen hingerichtet werden. Es handelt sich um Tilon Lashon Carter (37) Texas und JW Ledford, Jr. (45) in Georgia.

Tilon Lashon Carter wurde wegen Raub und Ermordung von James Eldon Tomlin (89) zum Tode verurteilt und wird seitdem im Todestrakt von Texas seit 10 Jahren gefoltert. Diese Folter erlebt JW Ledford, Jr nun seit 24 Jahren in der Todeszelle von Georgia. Er wurde wegen Mordes an Dr. Harry Johnston, Jr. (73) zum Tode verurteilt. Über die genauem Tatumstände kann man sich im Internet informieren.

Uns geht es zu diesem Zeitpunkt jedoch um etwas anderes.
Es geht um die Frage, ob es wirklich einen Sinn macht Menschen zu exekutieren. Diese Frage müssen wir mit NEIN beantworten, denn die Opfer der Täter werden dadurch nicht mehr lebendig, das Leid der nahestehenden Familien und Freunde nicht geringer. Vielmehr wird neues Leid erzeugt, müssen die Familien und Freunde der Verurteilten seit langer Zeit um das Leben der Gefangenen bangen. Und genau das nennen wir Folter! – Folter auch von unbeteiligten Menschen, die durch den rachsüchtigen und menschenrechtsverachtenden Staat misshandelt werden und das teils über Jahrzehnte… Sie müssen miterleben wie die Verurteilten unter schrecklichsten Bedingungen, mit Einzelzellen gequält werden und dürfen z.B. in Texas den geliebten Bruder, Partner, Freund… erst wieder berühren, wenn er kurz nach seiner Ermordung auf der Bahre liegt. Dies ist die „Leitkultur“ welche die USA in der Welt vertreten. Dies ist die „Leitkultur“ der wir entschieden immer wieder entgegentreten müssen – Denn es ist eine Leidkultur!

Widerspruch von der Regierung in Deutschland ist kaum zu erwarten, nachdem die Bundeskanzlerin Saudi-Arabische Soldaten durch die Bundeswehr ausbilden lassen will – unterstützt sie damit schließlich auch ein grausames, menschrechtsverachtendes Regime… DAS zum Thema deutsche „Leitkultur“… So steht auch die BRD blutverschmiert am Abgrund jeglicher Moral…

Wer den Gouverneur von Texas kontaktieren will, um sich gegen die Hinrichtung von Tilon Lashon Carter zu äußern, kann dies über folgende Wege tun:
https://gov.texas.gov/contact/
oder über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

Im Fall von JW Ledford, Jr. können Gnadengesuche an das Georgia Board of Pardons and Paroles gerichtet werden:
Über Mail unter: clemency_info@pap.state.ga.us
Über Twitter: http://twitter.com/GA_ParoleBoard

Sowie an den Gouverneur von Georgia über Twitter:
https://twitter.com/GovernorDeal

IHfL
Peter K.

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Die Hölle in der Hölle des Todestraktes

Wir haben schon viel über die menschenverachtenden Umstände in den Todestrakten der USA berichtet (siehe z.B.: http://wp.me/p2X1th-1IB). Nun hat uns ein Bericht erreicht, der quasi von der Hölle in der Hölle erzählt. Ein Bereich im Todestrakt, der kaum an die Öffentlichkeit kommt. Dort werden die Gefangenen auf noch extremere Weise gefoltert. Besonders herausstellen möchten wir hier die Tatsache, dass laut diesem Bericht die Gefangenen immer wieder den Folgen des Einsatzes von Reizgas ausgesetzt sind.

Im folgenden der Gastartikel von Monika K., in dem sie über ihren Freund schreibt. Er befindet sich im Todestrakt von Lousiana. Dort gibt es neben der eh schon unmenschlichen Situation im Todestrakt sogar noch einen besonderen Bestrafungsbereich.
Es ist die Hölle in der Hölle!

Auf besonderen Wunsch verzichten wir auf die Namensnennung des Gefangenen.

Wir möchten uns auf diesem Weg bei Monika für ihr Engagement bedanken.

IHfL, Peter K.


tlSollte jemand der Meinung sein, dass die Bedingungen im Todestrakt die härtesten sind, der hat sich leider geirrt. Es gibt einen weitaus schlimmeren Ort innerhalb des Todestraktes, in dem wohl von den über 6000 Gefangenen im gesamten Gefängnis mindestens jeder 3. schon einmal gewesen ist.

Das Camp J ist ein Straflager, wie es schlimmer nicht sein könnte. Unter den Insassen heißt dieses Gebäude „Hundehütte“ und es hat tatsächlich mit dem „Leben wie ein Hund“ viele Gemeinsamkeiten.

Das Gefängnis stellt eine Liste mit Regeln auf, die im Todestrakt natürlich noch verschärfter sind, um den Gefangenen, die sowieso schon 23 Stunden auf ihrer Zelle verbringen müssen, das restliche Leben noch unerträglicher zu machen. Bei einigen dieser Regeln könnte man denken, sie wären für Kinder gemacht, weil die kleinsten Vergehen schon geahndet werden. Wenn man am Waschtag vergisst, seine Schmutzwäsche vor seine Zelle zu legen oder die Bestellung für den Kiosk vergessen hat, muss der Gefangene mit entsprechenden Konsequenzen rechnen.

Mein Brieffreund hat mir geschrieben, dass nicht alle Officer streng und hinterhältig sind, aber es gibt sie. So kommt es schon mal vor, dass durch die reine Willkür von Bediensteten ein Insasse so provoziert wird, dass er gegen eine der Regeln verstößt.

Eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Letzte gegen eine Regel verstößt und er dann vom Disziplinargericht zum Straflager Camp J verurteilt wird.

Mein Brieffreund ist seit 2 Wochen jetzt dort in Camp J. Er hat mir darüber folgende Tatsachen geschrieben:

Auf dem Weg ins Straflager wurde meinem Freund die Uhr und seine I.D.-Card weggenommen, mit der Begründung, dass er diese Dinge nicht bräuchte bzw. ihm diese bei der Untersuchung sowieso abgenommen werden würden. Auf den Hinweis meines Freundes, dass er seine I.D.-Card für den Kiosk benötigt, bekam er hart zur Antwort: „Nein“.

Aus reiner Wut, dass sich mein Freund zu Wort meldete, zerbrach der Beamte den einzigen Kuli, der sich unter seinen kargen Privatdingen befand. Zum Glück konnte er ein paar Briefmarken gegen einen Stift von einem anderen Insassen eintauschen. Nun, es gab aber gar keine weitere Untersuchung und man teilte ihm seine Zelle zu. Die Maße der Zelle möchte ich erst gar nicht erwähnen, es sei nur so viel gesagt, dass jede Einzelzelle nochmal durch eine Wand geteilt wurde und heute für zwei Insassen gedacht ist.

Willkommen in der „Hundehütte“
Er schreibt von einer winzig kleinen Kabine, welche sich gleich rechts hinter seiner Zellentür befindet. Eine Kabine, in der man sich nur hineinstellen kann, so winzig ist sie. Die Wände ringsum sind hoch und die Tür dazu ist verschließbar. Ich will mir gar nicht erst vorstellen, dass er dort hinein gehen muss.

Hinter dieser kleinen Kabine befindet sich ein Metallgestell, was die Schlafstelle sein soll. Nein, es ist keine Matratze vorhanden, geschweige denn eine Decke oder Kissen.

Neben dem Metallgestell ist eine Toilette-Waschkombination. Es fehlte auch das Toilettenpapier. Das Wasser sieht schmutzig aus, also „Auf keinen Fall trinken“.

Das Gebäude sieht schmutzig und heruntergekommen aus. Die Menschen die dort arbeiten sind ebenfalls Gefangene, welche von anderen offenen Camps kommen und das Privileg der Arbeit erworben haben. Sie müssen täglich 12 Stunden arbeiten und haben es in der „Hundehütte“ schlechter getroffen, als auf den Feldern von Angola.

Mein Freund schreibt weiterhin, dass er sich vorgenommen hatte, so viel als möglich zu schlafen, damit die Zeit vergeht (dessen Gefühl er bald verlieren wird, weil er keine Uhr hat) aber an Schlaf ist ohne Matratze und bei dem Geschrei nicht zu denken. Tag und Nacht schreien die Insassen und nach einer Woche wusste mein Freund auch den Grund dafür.

Das Gebäude verfügt über zwei Etagen und ist jeweils in vier Gänge unterteilt. In der Nacht wird willkürlich in allen Gängen Reizgas versprüht, so dass mein Freund schon am ersten Morgen mit Husten, Halsschmerzen, Atemnot und brennenden Augen erwachte.

In der „Hundehütte“ kommt dieses Gas mehrmals täglich zum Einsatz, so kann man sich vorstellen, dass man Tag und Nacht dazu verdammt ist, diese chemische Luft einatmen zu müssen.

Man kann buchstäblich zusehen, wie die Gefangenen, einer nach dem anderen, sich optisch so verändern, dass sie bei ihrer Entlassung völlig anders aussehen. Nicht zuletzt liegt das aber auch daran, dass die Essensportionen gerade mal für ein Kind reichen würden (in zwei Wochen hat er schon 6 Pfund verloren), man ständig den täglichen Kämpfen von Gefangenen und Bediensteten ausgesetzt ist und deren Phantasien und Einfallsreichtum.

In der „Hundehütte“ sind sog. Level zu absolvieren. Insgesamt gibt es drei Level. Bei jedem Level, welches man erreicht, erleichtern sich die Bedingungen. Wie lange ein Level dauert, hängt vom eigenen Verhalten und der Stimmung der Bediensteten ab.

In Level I ist man rund um die Uhr nur auf seiner Zelle, darf weder auf den Hof, noch duschen gehen.

In allen drei Leveln gibt es weder Radio noch Fernsehen. Telefonieren ist ebenfalls verboten – NEIN, auch nicht einmal im Monat wie früher. Es wurde zu oft telefoniert, so beschloss man dies ganz zu verbieten.

Und falls jetzt jemand denken sollte, dass mein Freund nach einer Woche nun Toilettenpapier haben sollte, den muss ich jetzt genauso schocken, wie es auch mir erging. Bitte fragt mich jetzt nicht, wie die Jungs das mit dem Reinigen nach jedem Stuhlgang handhaben – ich kann es nicht sagen und den Bediensteten ist es völlig egal.

Aber, sie müssen mit den Konsequenzen des Toilettenpapierentzuges rechnen und so kommt es täglich zu den ekligsten, stinkendsten und lärmenden Auseinandersetzungen, die mitunter fast jedes mal eskalieren.

In der vergangenen Woche zog starker Rauch durch die Gänge. Jemand hatte versucht, seine Zelle abzubrennen. Natürlich war auch hier die Konsequenz das Reizgas, dessen die umliegenden Zelleninsassen ebenfalls ausgeliefert waren und es bedeutete einen Level tiefer für den Brandstifter.

Ein weiterer Grund für die Wesens- und Verhaltensveränderungen der Gefangenen ist eine synthetische Droge namens: „MOTO“. Diese Droge muss sehr starke Auswirkungen haben, weil einige Gefangene halb nackt herumlaufen bzw. ihr Verstand nichts mehr mit der Realität gemein hat.

Um die halbnackten, „verrückten“ Menschen kümmert sich Niemand. Sie sind sich selbst überlassen.

In Level II, wo mein Freund sich befindet, darf man am Tag für eine Stunde auf den Hof gehen, wenn man möchte. Verzichtet man auf den Hofgang, bekommt man als Belohnung eine Zigarette vom Bediensteten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Raucher oder Nichtraucher ist. Mein Freund sammelte ein paar Zigaretten und wollte sie gegen etwas Brauchbares eintauschen aber es besaß keiner etwas, was er dringend benötigt.

Wer auf den Hof hinausgeht, kann schon mal in die absichtlich gestellte Fallen tappen. So kommt es öfter vor, dass weibliche Aufseher oder die Krankenschwester ausgerechnet in dieser Zeit dort entlang laufen müssen und die Gefangenen dem Anblick einer Frau durch jahrelangen Entzug nicht widerstehen können. Der eine oder andere Insasse beginnt zu onanieren, und welche Strafen das mit sich bringt, erwähnte ich bereits.

Nach einer Untersuchung im Krankenhaus musste mein Freund 6 Stunden warten, bis er abgeholt und wieder zurückgebracht wurde. Diese 6 Stunden musste er in einem kleinen verschlossenen Käfig an Händen und Füßen gefesselt, STEHEND verharren. Die Folge waren, Wassereinlagerungen in den Beinen, Taubheitsgefühl und Prickeln in den Händen – Gefahr einer erneuten Thrombose und wunde, blutige Handgelenke.

Mein Freund wollte in der ersten Woche ein paar Dinge, wie Toilettenpapier, Kuli, Uhr und Schreibpapier vom Kiosk kaufen, verpasste aber die sehr knapp bemessene Öffnungszeit von nur einer Stunde, an nur einem Tag in der Woche. Er meint, er war noch nie ohne Uhr und hasst es, die genaue Uhrzeit nicht zu wissen. In der zweiten Woche hat es zwar mit der Öffnungszeit geklappt aber die erste Frage der Kioskverantwortlichen war: „Wo ist deine I.D.-Card?“ – „Ohne I.D.-Card – kein Einkauf!“

Nein, er ist nicht wütend geworden. Mein Freund dachte sich das schon, aber jetzt muss er damit leben und er nimmt es einfach hin. Er sagt: „Ich will aus dieser „Irrenanstalt“ so schnell als möglich raus und verhalte mich ruhig. Ich verlange nichts und nehme auch nichts (auch keine Zigaretten mehr). Er geht nicht auf den Hof, um nicht in eine Situation zu geraten, welche ihn eher zurück – als vorwärtsbringt.

Der einzige Kontakt, den wir noch hatten, ist jetzt auch noch weg, weil er kein Briefpapier mehr hat. Der einzige Kuli wird auch bald kapitulieren, aber der tägliche Wahnsinn in der „Hundehütte“ geht weiter.

Es muss schon sehr viel passieren, bis ein Amerikaner von Gesetzesübertretungen, Menschenrechtsverletzungen und Verachtung der Menschenwürde herbeigeführt durch Erniedrigung, Folter, Qualen, Hungersnot, Schlafentzug, Prügel und Diskriminierung spricht.

Sollte mein Freund jemals wieder diesem Martyrium entkommen und ein freier Mann sein, will er den Vereinigten Staaten den Rücken kehren.

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Ich habe diesen Bericht vor allem in der Hoffnung verfasst, dass sich noch mehr Menschen unserem Kampf gegen die Todesstrafe und die unmenschlichen Bedingungen in den Gefängnissen anschließen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Monika K.

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4. Hinrichtung in Arkansas in 8 Tagen

 

Kenneth Williams

Kenneth Williams

Akansas hat wieder einen Gefangenen ermordet. Von 8 geplanten Exekutionen wurden mittlerweile 4 durchgeführt. Den Hinrichtungen sind intensive juristische Auseinandersetzungen vorausgegangen. Diesmal war Kenneth Williams (38) das Opfer dieser unmenschlichen Bestrafung. Er wurde am 28. April exekutiert.

Williams hatte sich zuvor für seine Taten bei den Hinterbliebenen seiner Opfer entschuldigt, mit den Worten: „Es waren extrem verletzende und sinnlose Verbrechen, die ich gegen Sie begangen habe. Meine Taten sind nicht zu entschuldigen. Demütig bitte ich um Ihre Vergebung und bete, dass sie Heilung, Frieden und einen Abschluss finden, den Sie verdienen.“ Er war bereits wegen Mordes im Gefängnis und verletzte bei einem Ausbruch einen Menschen mit einem Auto tödlich.

Die Hinrichtung verlief nach Augenzeugen nicht ohne „Probleme“. Williams verkrampfte sich nachdem ihm das Gift gespritzt wurde und zitterte. Mittels einer Autopsie soll nun geklärt werden inwieweit er „zu viel“ bei seiner Exekution leiden musste.

Mit Kenneth Williams hat der US-Bundesstaat mittlerweile 4 Menschen innerhalb von acht Tagen exekutiert (siehe: http://wp.me/p2X1th-2sc + http://wp.me/p2X1th-2sW). Das Land hat den Boden der Menschlichkeit verlassen und kennt wohl nur noch das alttestamentarische „Auge um Auge“.

IHfL
Peter K.

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