Hinrichtung eines Lebensretters und Mörders am 11. Dezember

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Travis Runnels

Update 12.12.2019:

Der US-Bundesstaat Texas hat Travis Runnels hingerichtet. Laut seinen Anwälten ist er durch falsche Aussagen in den Todestrakt gekommen. Aber der Rassismus und der Hass in Texas waren stärker und Travis Runnels wurde das Opfer dieser martialischen Situation in Texas.

Das folgende Protokoll des staatlichen Mordes wurde und zugespielt.
execution travis runnels.jpg

Quelle:
https://www.texastribune.org/2019/12/11/texas-death-row-travis-runnels-execution-false-testimony/


Update 11.12.2019:
Am sinnvollsten ist es jetzt den Gouverneur zu kontaktieren und um Gnade zu bitten, da das Board of Pardon & Parole jetzt nicht mehr zuständig ist!

  • Kontakt zum Gouverneur von Texas:
    Governor Greg Abbott
    Office of the Governor
    PO Box 12428
    Austin, TX 78711-2428
    512-463-2000
    https://gov.texas.gov/contact/
    Twitter: https://twitter.com/GovAbbott
  • Bei selbst geschriebenen Appellen  bitte unbedingt angeben:
    Travis Trevino Runnels; TDCJ Number: 999505; Date of Birth: 12/17/1972

Am 11. Dezember 2019 beabsichtigt der US-Bundesstaat Texas den wegen Mordes zum Tode verurteilten Travis Runnels hinzurichten. Seitdem dies seine Brieffreundin Nicole Schwaberow erfahren hat, durchlebt sie die schreckliche seelische Folter, die ein solches Urteil für Angehörige und Freunde der Verurteilten bedeutet. Wir danken Nicole Schwaberow für ihren Mut sich hier mit ihrem Gastbeitrag zu Wort zu melden und damit ein deutliches Zeichen gegen diese martialische und sinnlose Strafe zu setzen. Wir bitten unsere Leser sich gegen die bevorstehende Hinrichtung einzusetzen und von den am Ende dieses Beitrags angefügten Appelladressen regen Gebrauch zu machen.


Im Folgenden der Gastbeitrag von Nicole Schwaberow:

Travis wuchs in keinen guten Familienverhältnissen auf. Die Eltern konsumierten Alkohol und Drogen. Schläge standen auf der Tagesordnung. Oft flüchtete Travis zu seinen Großeltern. Als die Eltern sich scheiden ließen wurde die Situation auch nicht besser. Mit der Zeit machten sich bei Travis Verhaltensstörungen bemerkbar. Er bekam aber keine Hilfe von der Familie oder Ärzten. Er fing an auf der Straße abzuhängen und das Schicksal nahm seinen Lauf. Autodiebstahl, Einbruch, Drogen und der Reiz am schnellen Geld.

Es folgten die ersten Strafen und Gefängnis. Danach schickte man Travis zu seinem Onkel nach Japan. Vielleicht würde er sich ändern. Aber das Leben gefiel ihm dort überhaupt nicht. Nach drei Monaten kam er zurück nach Amerika und das alte Leben ging weiter.

Diesmal war es Raub. Der Richter verurteilte Travis zu 70 Jahren Gefängnis. Das war der Ausschlaggebende Punkt. Travis war nie gewalttätig doch jetzt änderte sich alles. Selbstmordversuch, Schlägereien mit Mitgefangenen und sobald ein Wärter seine Zelle betrat wurde er mit Urin, Büchern, Kaffeebechern und allem greifbaren beworfen. Eine tickende Bombe.

Nach Küche und Friseur landete Travis in der Schuhfabrik. Stanley Wiley war einer der prison worker (ein Angestellter des Gefängnis, Anm.d.Red.) und hatte am Schicksalstag Dienst. Travis lieh sich von einem Mitgefangenen sein Arbeitsmesser und schnitt Stanley Wiley die Kehle durch. Niemand begriff was geschehen war und Mr. Wiley verstarb später im Krankenhaus. Ein schreckliches Verbrechen das ich nicht gut heiße. Ein Unschuldiger musste mit seinem Leben bezahlen.

2005 wurde Travis für diesen Mord zum Tode durch die Giftspritze verurteilt. Seitdem sitzt er im texanischen Todestrakt.

Zwei Jahre später kam ich ins Spiel. Zu diesem Zeitpunkt ging es mir sehr schlecht. Ich hatte schwere Depression und war Suizidgefährdet. Bei meiner Therapie in einer psychiatrischen Klinik lernte ich einen Pater kennen. Wir sprachen viel über das Leben und den Tod. Warum möchte ich mein Leben wegwerfen und andere kämpfen um weiterleben zu dürfen. Wie wäre es eine Brieffreundschaft mit einen Todeskandidaten einzugehen?

Ich hatte null Vorstellung was ich denn schreiben sollte. Ich tippte blind auf eine Liste und landete auf Travis Runnels.

Also das alte Schulenglisch abgestaubt, die Feder gespitzt und los ging es. Ich habe überhaupt nicht mit einer Antwort gerechnet. Doch drei Wochen später kam der erste Brief aus Texas. Daraus entstand ein Briefwechsel, dann eine Brieffreundschaft und heute gehört Travis zur Familie.

Am Anfang habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, dass irgendwann ein Hinrichtungstermin kommen könnte. Alles war weit weg und unwirklich. Für mich war es unvorstellbar, dass Amerika meinen Freund hinrichtet. So vergingen die Jahre und Travis verlor einige Appeals. So langsam stellte ich mir die Frage, was kommt als nächstes.

Ich bekam Anfang des Jahres einen Brief von seinem Anwalt. Mir war hundeelend. Jetzt hatte ich es schriftlich. Wir nähern uns dem Ende. Ich wurde gebeten einen Brief für die Jury zu schreiben, um für ein Gnadengesuch vorbereitet zu sein. Ich habe am Schreibtisch gesessen und nur noch geheult. Ich fühlte mich so hilflos und wusste nicht was ich machen soll. Was kann ich denn auch machen? Ich kann für Ihn kämpfen. Damals hat er mir mein Leben zurückgegeben und jetzt werde ich für sein Leben kämpfen.

Ich bin keine dumme Weltverbesserin die auf schöne Worte eines Mörders hereinfällt. Mord ist das grausamste Verbrechen und muss hart bestraft werden. Aber ich denke in einem Gefängnis zu sitzen, ohne Kontakt zu anderen Menschen, ohne Arbeit und nur mit einem Radio zur Unterhaltung, ist eine schreckliche Strafe. Niemand von uns kann sich vorstellen unter solchen Bedingungen zu leben. Wir würden es nicht einmal LEBEN nennen. Es ist ein dahinvegetieren. Und jeder Tag ein Kampf nicht verrückt zu werden. Ist das nicht Strafe genug? Warum muss am Ende die Hinrichtung stehen? Wem ist damit geholfen? Niemanden. Im Gegenteil es entsteht nur noch mehr Leid.

Jeden Tag hoffe ich auf eine gute Nachricht. Jeden Tag renne ich durch die Wohnung und überlege was ich noch machen könnte um zu helfen. Jeden Tag rückt der 11. Dezember näher. Jeden Tag ein Brief nach Texas um Travis abzulenken und etwas Freude zu bringen. Jeden Tag unendliche Diskussionen mit Gott. Und ich bin nur eine Freundin. Was machen jetzt die Angehörigen durch? Was denken jetzt die Angehörigen des Opfers? Werden sie sich nach der Hinrichtung besser fühlen? So viele Fragen und am Ende werden wir alle Verlierer sein. Ein weiterer Mensch musste sterben. Das Opfer wird dadurch nicht zurückgebracht.

Für mich macht die Todesstrafe keinen Sinn. Sie ist, unmenschlich, willkürlich und entwürdigend. Sie dient allein dazu Rachegefühle zu befriedigen. Es ist leicht gesagt : „Den sollte man aufhängen“. Aber vorher sollte man sich die Mühe machen alle Faktoren mit einzubeziehen. In einer stillen Minute mal nachdenken, was die Todesstrafe wirklich bringt. Und einmal auf sein Herz hören, ob man nicht vergeben kann. Es würde mich freuen wenn ich einige mit meinen Worten zum Nachdenken anregen konnte. Ich danke Peter und dem IHfL Team daß ich Travis Geschichte erzählen durfte.

Nicole Schwaberow


Travis war eigentlich nie gewalttätig. Er war ein jugendlicher Räuber, der sich mit seinen Raubzügen das nötige Geld für seinen Lebensstil besorgte. Eines Tages jedoch ging seine Glückssträhne zu ende und er wurde zu 70 Jahren Gefängnis verurteilt für einen Einbruch. Travis war entsetzt und verstand nicht, wie ihm geschah… Er sollte für den Rest seines Lebens hinter Gittern bleiben – für einen Einbruch!… Als, nach seiner Aussage, ihn nach vielen Jahren ein Wärter schikanierte, brach alles aus ihm heraus und er ermordete den „Vertreter des Systems, das ihm das angetan hatte“… Eine schreckliche Tat. Aber die Frage nach der Schuld ist nicht immer so einfach, wie es sich viele machen. Anstatt einen Jungen quasi lebendig im Gefängnis zu begraben, hätte das Gericht ihm eine Chance geben müssen… Eine Chance sich zu entwickeln und seine Fehler zu erkennen. Stattdessen wurde er missbraucht als abschreckendes Beispiel für andere, mittels eines Urteils, das in keinem Verhältnis zu seiner Tat, dem Einbruch, stand… Um ihm die alleinige Schuld für seine Entwicklung zu geben, muss man quasi „blind“ sein. Travis selbst scheint durch den Mord an dem Wärter aufgewacht zu sein.

Auf Amazon.com sind zwei Bücher verfügbar, die Travis geschrieben hat:
Guidance On Navigating The Path To Love
How to survive in prison: A guide for prisoners, their families and supporters

Travis leidet sehr unter seinen Schuldgefühlen.
Wir meinen, auch er hat eine zweite Chance verdient…

IHfL
Peter K.

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Hinrichtung in Tennessee am 5. Dez.

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Lee Hall Jr.

Update 06.12.2019:
Lee Hall wurde wie geplant mittels Elektrokution hingerichtet.

In seinen letzten Worten sagte er: „Ich denke, die Menschen können Vergebung und Liebe lernen und die Welt in einen besseren Ort verwandeln. Das ist alles, was ich zu sagen habe.“

Quelle:
https://eu.tennessean.com/story/news/crime/2019/12/05/lee-hall-execution-tennessee-last-words/4232340002/


Der US-Bundesstaat Tennessee will am 5. Dezember 2019 Lee Hall, Jr. (53) hinrichten. Hall wurde wegen Mordes im Jahr 1991 zum Tode verurteilt. Die Rechtmäßigkeit des Urteils wird jedoch von seiner Verteidigung in Frage gestellt.

Lee Hall, Jr. wird zur Last gelegt, seine Freundin Traci Crozier getötet zu haben. Im Jahr 1992 wurde er dafür von einer Jury aus Hamilton County für schuldig befunden.

Jetzt wurde bekannt, dass ein weibliches Jurymitglied vorbelastet war. Durch ihre Aussage erscheint das Urteil gegen die Verfassung zu verstoßen, da sie selbst ein Opfer von Gewalttaten gewesen ist. In den 1960er und 1970er Jahren war sie während ihrer ersten Ehe Opfer von häuslicher Gewalt geworden. Durch Halls Aussage erlebte sie so starke Erinnerungen an ihr eigenes Drama, dass sie den Angeklagten hasste und ihm gegenüber dadurch voreingenommen war.

Darum bestehen Halls Anwälte  darauf, dass ihr Klient kein faires Verfahren bekommen hat. Eine Verhandlung mit einem vorbelasteten Jurymitglied ist durch die US-Verfassung verboten, weil dadurch kein faires Verfahren möglich ist.

Ein Richter lehnte jetzt diesen Einwand ab. Gegen diese Entscheidung wird die Verteidigung Hall’s Berufung vor dem höchsten Gericht einlegen.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://eu.tennessean.com/story/news/crime/2019/11/19/lee-hall-execution-hearing-denied-hamilton-county-chattanooga-tn/4232443002/
https://murderpedia.org/male.H/h/hall-leroy-jr.htm

 

 

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Hinrichtung in Texas – Rodney Reed wohl unschuldig

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Rodney Reed

Update 16.11.2019:
Nachdem sich rund drei Millionen Menschen in einer Petition für Rodney Reed eingesetzt haben wurde jetzt die geplante Hinrichtung gestoppt, für zunächst 120 Tage. Sowohl Politiker als auch Prominente, wie z.B. Kim Kardashian und Rihanna setzen sich für Rodney ein. Da alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind foderte der EU-Botschafter in den USA, Stravros Lambrindis, die Begnadigung, da erhebliche Zweifel an Rondeys Schuld vorhanden sind.

Quelle:
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/fall-rodney-reed-hinrichtung-in-texas-vorerst-gestoppt-a-1296814.html


Der Staat Texas will am 20.11.2019 den wahrscheinlich unschuldigen Rodney Reed hinrichten. Er wurde zu Tode verurteilt, weil ihm die Ermordung von Stacey Stites vorgeworfen wird. Aber es gibt viele Hinweise auf seine Unschuld.

Es war der 23. April des Jahres 1996, als in der Nähe einer Straße die 19 Jahre alte Stacey Stites tot aufgefunden wurde. Zwar wurde zunächst ihr Verlobter verdächtigt, aber nach ca. einem Jahr wiesen Spermaspuren mittels DNA-Analyse eindeutig auf Rodney Reed hin. Er wurde daraufhin 1998 zum Tode verurteilt.

Anfangs leugnete Reed das Opfer zu kennen und bestätigte erst später, dass er mit der Frau eine sexuelle Beziehung hatte. Er hatte dies der Polizei gegenüber nicht geäußert, weil er befürchtete dadurch verdächtig zu werden.  Sein Verhalten ist leicht zu verstehen, wenn man berücksichtigt, dass er ein Schwarzer ist, das Opfer eine Weiße und ihr damals Verlobter, Jimmy Fennell, ein weißer Polizeibeamter.

Drei forensische Pathologen bestätigen, dass es keine Beweise dafür gibt, dass Rodney Reed sie ermordet hat, da sie ca. 24 Stunden vor ihrer Ermordung einvernehmlichen Sex gehabt haben muss. Was sich mit Reeds Aussage deckt, dass er einen Tag vor dem Geschehen mit ihr geschlafen habe. Auch gäbe es keinerlei Hinweise auf eine Vergewaltigung. Ein Gutachter äußert, dass aufgrund der forensischen Beweise es fast sicher ist, dass Reed unschuldig ist und somit ein Unschuldiger exekutiert wird. Zumal mittlerweile zwei Personen (ehemalige Arbeitskollegen des Opfers) ausgesagt haben, dass ihnen die Beziehung zwischen Reed und der Frau bekannt war. Insofern hat der Spermafund wohl kaum noch einen Beweiswert. Das Gericht hatte damals Zeugen, die diese sexuelle Beziehung bestätigten, einfach für unglaubwürdig erklärt.

Innocence Project hat auf ihrer Internetseite 10 Fakten veröffentlicht, die Rodney Reed entlasten:

  1. Die Mordwaffe wurde noch nie auf DNA-Beweise getestet. Anträge auf DNA-Tests von Tatortbeweisen, einschließlich eines Gürtels, der als Mordwaffe verwendet wurde, wurden vom Texas Court of Criminal Appeals wiederholt abgelehnt. Im Jahr 2018 lehnte es der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten ab, die Verweigerung von DNA-Tests durch die texanischen Gerichte direkt zu überprüfen.
  2. Drei forensische Experten des Staates haben in den Akten Fehler in ihren Aussagen eingestanden, die zu Reeds Verurteilung führten. Die drei forensischen Experten haben Affidavits eingereicht, dass der ursprüngliche Zeitpunkt des Todes ungenau ist, was den Zeitplan für das Töten von Stites nicht plausibel macht.
  3. Renommierte forensische Pathologen wie Dr. Michael Baden, Dr. Werner Spitz, Dr. LeRoy Riddick und Dr. Cyril Wecht sind alle zu dem Schluss gekommen, dass Reeds Schuld medizinisch und wissenschaftlich unmöglich ist. Der einzige forensische Beweis der Staatsanwaltschaft, der Reed mit dem Verbrechen in Verbindung brachte, war Sperma aus Stites Leiche, das jedoch das Ergebnis ihrer Beziehung war.
  4. Rodney Reed und Stacey Stites hatten eine einvernehmliche sexuelle Beziehung. Zum Zeitpunkt des Prozesses bestätigte niemand diese Beziehung. Heute haben neue Zeugen, darunter Stites Cousin und Mitarbeiter, Reeds Behauptung bestätigt, dass sie wussten, dass Reed und Stites eine Liebesbeziehung hatten.
  5. Für Monate nach dem Mord war Jimmy Fennell der Hauptverdächtige in dem Fall. Eine Aufzeichnung eines Ermittlungsbeamten der Polizei zeigt, dass Fennell aufgrund ihrer Beziehung zu einem anderen Mann des Mordes an Stites verdächtigt wurde.
  6. Fennells bester Freund zum Zeitpunkt des Verbrechens, Bastrop Sheriff’s Officer Curtis Davis, hat nun enthüllt, dass Fennell einen widersprüchlichen Bericht darüber gab, wo er sich in der Nacht des Mordes befand. Fennell hatte seinem Freund gesagt, dass er in der Nacht, in der Stites ermordet wurde, trinken gegangen war. Im Gegensatz zu dieser Behauptung erklärte er später, dass er mit Stites in ihrer Wohnung war, dies war, was wir heute wissen, der tatsächliche Zeitpunkt ihres Todes, basierend auf Dr. Michael Badens aktualisierter Aussage. Als Fennell gebeten wurde, diese Diskrepanz zu erklären, weigerte er sich, auszusagen, weil seine Antworten ihn belasten könnten.
  7. Zwei Zeugen sind in den letzten Wochen vorgetreten und haben unterschriebene eidesstattliche Erklärungen eingereicht, die zu den wachsenden Beweisen gegen Jimmy Fennell hinzukommen.
  8. Fennell erhielt später eine 10-jährige Gefängnisstrafe wegen eines Sexualverbrechens und einer Entführung. Strafverfolgungsunterlagen dokumentieren auch ein Muster von Gewalt gegen Frauen bei Fennell.
  9. Dieser Fall ist das Ergebnis von Rassismus: Reed, ein schwarzer Mann, wurde von einer rein weißen Jury für schuldig befunden, Stites, eine weiße Frau, getötet zu haben.
  10. Ein Geständnis von Jimmy Fennell ist ans Licht gekommen: Am 29. Oktober 2019 enthüllte Arthur Snow, ein ehemaliges Mitglied der arischen Bruderschaft und Gefängnisgefährte von Jimmy, ein Gespräch, in dem Jimmy Fennell gestand, Stacey Stites ermordet zu haben!

Was sollen wir dazu noch sagen? Fassungslos stehen wir vor all den Fakten und der Tatsache, dass Rodney am 20. November sterben soll.
Ein offensichtlich durch Rassismus geblendetes System, will einen wahrscheinlich Unschuldigen Mann hinrichten.
Dies dient nur einem Zweck: Der Aufrechterhaltung einer rassistischen Justiz, in der traurigen US-Tradition gegenüber einer farbigen Minderheit und der Aufrechterhaltung der Hegemonie der weißen Rasse! – Mord war dabei für die Vollstrecker und Anhänger dieses schrecklichen Weltbildes oder sollen wir sagen „Herrenmenschen“, noch nie ein Hindernis!

Wir bitten an folgenden Petitionen teilzunehmen:

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.innocenceproject.org/10-facts-you-need-to-know-about-rodney-reed-who-is-scheduled-for-execution-on-november-20/
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/rodney-reed-promis-wollen-hinrichtung-verhindern-a-1296014.html
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/02/23/hinrichtung-in-texas-trotz-zweifel-an-schuld-geplant/

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Hinrichtung – DNA-Test Verweigert – Eine Schande für die USA!

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Ray J. Cromartie

Der US-Bundesstaat Georgia hat den wegen Mordes verurteilten Ray Jefferson Cromartie (52) am 13.11.2019 hingerichtet. Zuvor hatte der Supreme Court der USA eine DNA Untersuchung, ohne jede Begründung, verweigert. Cromartie hatte stets bestritten den Mord begangen zu haben.

Mit vier Stunden Verspätung wurde Ray Jefferson Cromartie mittels tödlicher Injektion hingerichtet. Bereits am 30.10.2019 hatte Cromartie einen Exekutionstermin, der jedoch aufgrund von Formalitäten kurzfristig gestoppt wurde (wir berichteten).

Die Verteidigung Cromarties versuchte beim Obersten Gerichtshof der USA einen Hinrichtungsstopp zu bewirken. Um die Unschuld Cromarties zu belegen, verlangten seine Anwälte einen DNA Test. Dies wurde durch das Gericht jedoch verweigert!

Nicht nur Cromaties Bruder kämpfte für einen DNA-Test, sondern auch die Schwester des Opfers unterstütze dies… Doch das US-Amerikanische Unrechtssystem, das gekennzeichnet ist von Rassismus und Diskriminierung, verweigerte diesen wichtigen Schritt in der Beweisführung. (wir berichteten)

Letztendlich verrichteten die Mörder des Verurteilten ihr dreckiges Handwerk, ohne einen DNA-Beweis für die Schuld ihres Opfers. Hier in Deutschland fragen wir uns immer wieder, wie die Verbrechen der NS-Zeit geschehen konnten. Im gewissen Sinne finden wir in den USA heute eine weitere Antwort auf diese Frage. Denn dort werden Menschen unter schrecklichsten Bedingungen mit den Todeszellen misshandelt, gequält, psychisch zerstört… um sie am Ende auf das christensymbolähnliche Kreuz zu binden und zu Tode zu spritzen… Dabei scheint es ihren staatlichen Mördern teils vollkommen Egal zu sein, ob sie einen Schuldigen oder einen Unschuldigen ermorden… Sowohl Hass als auch Gleichgültigkeit vieler Beteiligter scheint diese Vorgänge zu beherrschen.
Was bleibt ist der erbitterte Widerstand gegen diese Verbrechen, verübt durch einen Staat, der sich erdreistet uns allen Vorbild sein zu wollen. Da nehmen wir uns doch lieber die Bewohner der USA zum Vorbild, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, gegen diese Umstände zu kämpfen und immer wieder erneut ihre Stimme gegen die Todesstrafe zu erheben.

Ray Jefferson Cromartie verzichtete auf letzte Worte. Was hätte er auch schon noch sagen können… Das System hatte entschieden!

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://edition.cnn.com/2019/11/14/us/georgia-execution-ray-jefferson-cromartie/index.html
https://www.cbsnews.com/news/georgia-execution-ray-jefferson-cromartie-executed-today-for-1994-killing-supreme-court-rejects-appeal-2019-11-13/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/10/22/hinrichtung-in-georgia-bruder-kaempft-fuer-dna-tests/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/10/31/georgia-aufschub-fuer-ray-j-cromartie/

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Georgia: Ray J. Cromartie hat neuen Hinrichtungstermin

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Ray J. Cromartie

Am 13.11.2019 will der US-Bundesstaat Georgia Ray Jefferson Cromartie hinrichten, der wegen Mordes zum Tode verurteilt wurde. Verzweifelt kämpft der Bruder des Verurteilten um sein Leben.

Bereits am 30.10.2019 sollte Ray J. Cromartie hingerichtet werden. Der Oberste Gerichtshof von Georgia hatte Ray J. Cromartie einen Hinrichtungsaufschub gewährt. Es handelte sich dabei jedoch nur um einen vorläufigen Aufschub. Bei dieser Entscheidung ging es nicht um die Frage der DNA-Untersuchungen, welche seine Unschuld beweisen sollten, sondern lediglich darum, ob der Hinrichtungsbefehl formal richtig beim Thomas County Superior Court eingereicht wurde.

Ray J. Cromartie wurde im Jahr 1994 wegen Mordes während eines Raubüberfalls zum Tode verurteilt.  Damals soll er Richard Slyzy erschossen haben, der als Angestellter in einem Lebensmittelgeschäft gearbeitet hatte.

Cromartie’s Bruder kämpft dafür, dass Beweismittel DNA-Tests unterzogen werden. Er erhofft sich davon wichtige Belege dafür, ob sein Bruder wirklich die Tat begangen hat.

Nach 21 Jahren Haft teilte die General-Staatsanwaltschaft im Jahr 2018 mit, dass der Beschuldigte nach der Verurteilung DNA-Tests beantragt habe. Aber das Gericht lehnte den Antrag auf ein neues Verfahren im September ab.

Im folgenden Video kommt Ray J. Cromartie’s Bruder zu Wort: 

Direkte URL des Videos: „https://youtu.be/1_i5-e0cBq4

Wie kann das Gericht in Georgia dem Gefangenen einen neuen Prozess verweigern, wenn wichtige DNA-Untersuchungen nicht stattgefunden haben? Gerade mittels DNA-Tests wurden immer wieder Fehlurteile aufgedeckt. Offensichtlich scheint es dem Bundesstaat auch egal zu sein wie sehr er einen Menschen foltert, denn nichts anderes ist es, immer wieder neue Exekutionstermine anzusetzen…

IHfL
Peter

Quellen:
https://www.themarshallproject.org/next-to-die
https://www.11alive.com/article/news/crime/dna-evidence-georgia-death-row-ray-jefferson-cromartie/85-197e53d8-7822-4cad-a4aa-3a83ba5f84c7
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/ray-jefferson-cromartie/index.html
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/10/31/georgia-aufschub-fuer-ray-j-cromartie/

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Todesstrafe: Petition für Billie Allen

Billie AllenBillie Allen wurde wegen Raubüberfall und Mordes an dem Sicherheitsbeamten Richard Heflin in Jahr 1997 zum Tode auf Bundesebene verurteilt. Es soll keine forensischen, physischen oder dokumentarischen Beweise für die Schuld Billie Allens geben. So schreibt es Allens Schwester in ihrer Petition auf Change.org.

Als ihr Bruder festgenommen wurde, sind DNA; Benzin, Fingerabdrücke und Kleidung gesammelt und getestet worden. Alle Tests hatten das Ergebnis: Negativ! – Jedoch wurde Billie Allen schlecht verteidigt, denn sein Anwalt legte folgende Beweise bei der Verhandlung nicht vor, so steht es in der Petition:

  • Während des Überfalls wurden Blutspritzer auf einem Lederband gefunden. Die Regierung prüfte Billie Allens und die DNA des Opfers an dem Lederband. ALLE Ergebnisse waren negativ.
  • Die Regierung prüfte die Kleidung Allens auf Benzinspuren und die gewonnenen Ergebnisse fielen negativ aus. In der Zwischenzeit fielen die Ergebnisse des Mitangeklagten Holder positiv aus.
  • FBI-Agenten sprachen mit einem Alibi-Zeugen, der Allen in das Einkaufszentrum brachte – Meilen vom Tatort entfernt. – während der Zeit des Verbrechens. Das Alibi wurde jedoch nie zur Aussage aufgefordert. Die Jury hat das Alibi-Zeugnis Allens niemals gehört. Obwohl Allen Quittungen hatte, um seinen Aufenthaltsort zu beweisen, hat sein Prozessanwalt weder diese Quittungen noch andere Beweise vorgelegt, die seine Unschuld belegen, wie etwa Überwachungskassetten und Kameraaufnahmen.
  • Mehrere Online-Quellen behaupten, Allen habe aufgrund von Verletzungen in einem Fluchtwagen medizinische Hilfe erhalten. Forensiker behaupten, der Van sei mit Benzin getränkt worden, bevor er abstürzte und Feuer fing. Allen wurde nicht nur nicht medizinisch betreut, er hatte auch keine Verbrennungen. Auf www.freebillieallen.com können Sie während seiner Gegenüberstellung (die unmittelbar nach seiner Verhaftung stattfand) sehen, dass er – anders als der mehrfach verletzte „Mitangeklagte Holder“ – keine Behandlung erhielt .
  • „Mitangeklagter Holder“ sagte anfangs, sein „Partner bei dem Verbrechen“ sei jemand mit dem Namen „John“, änderte aber später seine Geschichte und bezog Allen mit ein.
  • Als Holder aus dem Van geholt wurde, musste das Notfallpersonal seine Kleidung ausziehen. Während des Prozesses konnte sein Prozessanwalt das Zeugnis des medizinischen Prüfers, der sagte, dass er behandelt wurde, nicht anfechten. Wenn ja, wo sind die Fotos?
  • Der schlimmste Beweis war ein angebliches Geständnis, von dem die Beamten behaupteten, es wäre von Allen so ausgesagt worden. Nachdem Allen verhaftet worden war, berief er sich auf sein Schweigerecht und bat um einen öffentlichen Verteidiger. Im Prozess haben die Beamten jedoch unter Eid gelogen und ausgesagt, dass Allen gestanden hat. Es gibt jedoch keine Notizen, keine Aufzeichnungen oder Videos , um die Behauptung des Beamten zu untermauern. Tatsächlich sagte ein Beamter aus, er habe Notizen gemacht, diese aber später weggeworfen. Wieder einmal unternahm der Prozessanwalt Allens nichts, um das Zeugnis des Beamten in Frage zu stellen.
  • Die Belastung Allens beruhte wiederum ausschließlich auf Aussagen von Beamten, die behaupteten, er habe gestanden. Alle sind seitdem diskreditiert wurden. Ein Beamter wurde inhaftiert, nachdem er nicht nur wegen Missbrauchs eines mit Handschellen gefesselten Verdächtigen verurteilt worden war, sondern er wurde auch untersucht, nachdem er einen Verdächtigen angegriffen hatte, und es wurde aufgezeichnet, dass er mit einer Waffe bedroht wurde. Ein anderer Offizier wegen erfundener Beweise. Polizeiaussagen und bezahlte Zeugen, um gegen einen unschuldigen Mann auszusagen, der mehr als 20 Jahre im Gefängnis verbracht hat, wegen eines Verbrechens, das er nicht begangen hat.
  • Es gab einen anderen Offizier, der behauptete, Allen aus einem anderen Fall gekannt zu haben: der Untersuchung des Mordes an einem Freund Allens (bei dem beide Opfer waren). Allen fand den Bericht, aus dem hervorgeht, dass der Beamte an dem Tag, den er behauptete, nicht gearbeitet hatte.
  • Während der Gegenüberstellung konnte Allen Polizisten hören, die einen Zeugen aufforderten, ihn noch einmal anzusehen, nachdem sie jemanden identifiziert hatten. Allen ist fast 15 cm größer als die ursprünglich identifizierte Person.
  • Ein anonymer Zeuge rief das FBI an, um ihm mitzuteilen, dass er mitbekommen habe, dass „Mitangeklagter Holder“ und jemand anderes als Allen über den Bankraub sprachen. Auch diese Information wurde bei der Verhandlung nie gehört.

Ziel der Petition ist das erneute Aufrollen des gesamten Falles. Da Billie Allen offensichtlich nicht angemessen verteidigt wurde und das Ergebnis der Verhandlung ein absolut anderes gewesen wäre, hätte er eine kompetente Verteidigung bekommen.

Im Internet kann man mittels Suche vieles über den Fall Billie Allen finden. Wir können die in der Petition beschrieben Umstände weder verneinen noch bejahen. Sind jedoch mit Nachdruck der Ansicht, dass im Angesicht der Todesstrafe ALLES unternommen werden muss um ein wirklich sicheres Urteil zu finden. Im Fall Billie Allen scheint dies nicht der Fall gewesen zu sein. Davon abgesehen sind wir natürlich entschiedene Gegner der Todesstrafe! – Wir bitten um rege Beteiligung bei der Petition.

IHfL
Peter K.

 

Quellen:
https://www.freebillieallen.com/blog
https://www.change.org/p/kim-kardashian-help-save-billie-allen-an-innocent-man-on-federal-death-row-9e00bc5a-ba56-49e8-876d-9f44d6d50775

 

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Hinrichtung aus Schwulenhass?

Charles Rhines

Charles Rhines

Der US-Bundesstaat South Dakota hat am Montagabend Charles Rhines (63), mittels tödlicher Injektion, hingerichtet. Es gab deutliche Hinweise darauf, dass die Verurteilung auch einen homophoben Hintergrund hatte. Rhines war wegen Mordes an einem Donut-Shop-Mitarbeiter in Rapid City zum Tode verurteilt worden.

Der Supreme Court in Washington lehnte alle Einsprüche der Verteidigung ab. Dabei auch ein Einspruch wegen Diskriminierung, weil Charles Rhines homosexuell war.

Mehrere Jurymitglieder gaben zu, dass sie Rhines nur zum Tode verurteilt hatten, weil er homosexuell war. Eidesstattliche Versicherungen Geschworener und Gerichtsunterlagen belegen dies.

Offensichtlich hatten einige Jurymitglieder Bedenken Rhines am Leben zu lassen. Dies geht aus Anfragen an den Richter hervor, in denen er gefragt wurde, ob der Gefangene in Einzelhaft untergebracht werde oder ob er die Gelegenheit hätte in Gefangenschaft auf  „junge Männer“ mit seinen Taten „Eindruck zu machen“. Nach Aussage eines Geschworenen waren „die Leute angeekelt, denn dies sei eine ländliche Gegend.“ Einer verkündete, ein Schwuler Mörder dürfe „sein Leben nicht mit Männern verbringen“.

Wie kann sich ein Staat in den USA das Recht herausnehmen ein Todesurteil zu vollstrecken, das unter solch diskriminierenden Umständen zustande kam?
Wie kann es überhaupt sein, dass solch rückständige Personen Mitglied einer solchen Jury sind?
Es scheint der alte, faschistoide Geist zu sein, der immer noch in vielen Köpfen lebt und solch Unglück produziert. Die Homosexualität von Menschen wurde immer wieder dazu benutzt Menschen zu entmenschlichen. Gerade die christlichen Kirchen haben sich dabei extrem schuldig gemacht in der Vergangenheit. Auch die Bundesrepublik Deutschland hat den §175 in der Nazifassung ohne jede Änderung übernommen! – In diesem Sinne lebte der alte Nazigeist fröhlich weiter und das sogar durch Verfassungsgerichtsurteile gedeckt, bis 1994 – Das zum Wert des Grundgesetzes…
Und noch heute ist für viele sogenannte christliche Kirchen Homosexualität eine Sünde. Das ist die Grundlage für solche Urteile. Was nützt es, wenn Kirchen sich gegen die Todesstrafe stemmen und gleichzeitig ein moralisches Klima schaffen, dass immer wieder junge Menschen in den Selbstmord treibt und letztendlich auch solche Todesurteile möglich macht.
Machen wir uns nichts vor. Schwulsein ist noch immer ein Tabu – auch wenn unsere Medien teils versuchen uns vorzugaukeln es wäre nicht so. Sich küssende Männer in der Öffentlichkeit sind in „Hinterklappersdorf“ genauso kaum anzutreffen, wie in „Oberwatzingen“… Ja selbst in vielen größeren Städten gehören sie nicht zum öffentlichen Alltag. Weil Homosexuelle Angst haben müssen – auch heute noch! – Und vergessen wir nicht, dass „Schwule Sau“ eines der häufigsten Schimpfwörter auf Schulhöfen ist.

Charles Rhines musste wohl sterben aufgrund einer Entscheidung von Schwulenhassern!

Weitere Informationen in unserem vorangegangenen Artikel hier…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.queer.de/detail.php?article_id=34815
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-todesstrafe-south-dakota-richtet-verurteilten-moerder-hin-a-1294883.html
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/10/26/aus-homophobie-hinrichtung/
https://eu.argusleader.com/story/news/2019/06/25/execution-date-set-rapid-city-man-guilty-1992-murder-charles-rhines/1559818001/

 

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Texas: Hinrichtung von Justen Hall

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Justen Hall

Update 08.11.2019:
Justen Hall wurde hingerichtet. In seinen letzten Worten bat er die Angehörigen seines Opfers um Vergebung und versicherte seiner Mutter, dass er sie liebe und vermissen werde.


Der US-Bundesstaat Texas will Justen Hall (38) am 06.11.2019 hinrichten. Hall wurde  wegen Mordes an der 29-jährigen Melanie Ruth Billhartz verurteilt. Seit 14 Jahren ist Justin im Todestrakt.

Im Jahr 2002 war Justen Hall gemeinsam in der Wohnung von Chase Hale, in der Methamphetamin hergestellt wurde. Ted Murgatroyd war ebenfalls anwesend, sowie seine Freundin Melanie Billhartz. Aufgrund eines Streits mit ihrem Freund drohte Melanie Billhartz eine Anzeige gegen Ted Murgatroyd wegen Körperverletzung zu machen. Die Anwesenden Männer überlegten, was sie nun tun sollten und Justen Hall soll vorgeschlagen haben, die Frau zu töten.

Justen Hall soll später mit Malenie Billhartz in ihrem Truck fortgefahren sein. Als Hall zurückkehrte war die Frau tot. Laut Autopsiebericht wurde sie mit einem Kabel erwürgt. Hall soll dann ihre Finger abgeschnitten und die Frau in der Wüste vergraben haben.

Nachdem Hall von den anderen Männern belastet wurde, bestritt er zunächst den Mord begangen zu haben. Später gab er dann ein Geständnis ab.

Hall versuchte auf seine Berufungsmöglichkeiten zu verzichten und hingerichtet zu werden. Jedoch sorgte sein Anwalt dafür, dass an dem Kabel DNA-Tests vorgenommen wurden. Er teilte mit, er habe die Überzeugung, dass Hall’s Geständnis erzwungen wurde. Hall versuchte jedoch im Jahr 2016 wieder auf seine Berufung zu verzichten, was er dem Gericht in einem Brief mitteilte.

Es ist für uns immer eine schwierige Situation, wenn ein Gefangener hingerichtet werden „will“. Jedoch stellt sich uns dabei die Frage der Ursache eben dieser Entscheidung. Die in den USA bei Kapitalverbrechen verhängten Strafen stellen für die Verurteilten quasi eine Endgültigkeit, ohne jede Perspektive, dar. Lebenslänglich ohne das Recht jemals entlassen zu werden ist meist die „Alternative“ zur Hinrichtung. DAS ist unserer Ansicht nach die Hauptursache dafür, dass es manchmal Gefangene gibt, die über den Weg der Hinrichtung quasi „Suizid“ begehen wollen, um dieser lebenslangen Folter zu entkommen.

Dies bestätigt unserer Auffassung nach auch seine folgende Aussage: „Diese Wände haben mich rund um die Uhr zerbrochen  – Ich muss niedergeschlagen werden, wie der tollwütige Hund der ich bin.“

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.austinchronicle.com/news/2019-11-01/death-watch-is-broken-justen-hall-competent-to-be-executed/

https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions/5406-texas-gives-justen-hall-execution-date-of-november-6-2019

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Hinrichtung eines Mörders und Lebensretters geplant

travisrunnels

Travis Runnels

Am 11. Dezember 2019 beabsichtigt der US-Bundesstaat Texas den wegen Mordes zum Tode verurteilten Travis Runnels hinzurichten. Seitdem dies seine Brieffreundin Nicole Schwaberow erfahren hat, durchlebt sie die schreckliche seelische Folter, die ein solches Urteil für Angehörige und Freunde der Verurteilten bedeutet. Wir danken Nicole Schwaberow für ihren Mut sich hier mit ihrem Gastbeitrag zu Wort zu melden und damit ein deutliches Zeichen gegen diese martialische und sinnlose Strafe zu setzen. Wir bitten unsere Leser sich gegen die bevorstehende Hinrichtung einzusetzen und von den am Ende dieses Beitrags angefügten Appelladressen regen Gebrauch zu machen.


Im Folgenden der Gastbeitrag von Nicole Schwaberow:

Travis wuchs in keinen guten Familienverhältnissen auf. Die Eltern konsumierten Alkohol und Drogen. Schläge standen auf der Tagesordnung. Oft flüchtete Travis zu seinen Großeltern. Als die Eltern sich scheiden ließen wurde die Situation auch nicht besser. Mit der Zeit machten sich bei Travis Verhaltensstörungen bemerkbar. Er bekam aber keine Hilfe von der Familie oder Ärzten. Er fing an auf der Straße abzuhängen und das Schicksal nahm seinen Lauf. Autodiebstahl, Einbruch, Drogen und der Reiz am schnellen Geld.

Es folgten die ersten Strafen und Gefängnis. Danach schickte man Travis zu seinem Onkel nach Japan. Vielleicht würde er sich ändern. Aber das Leben gefiel ihm dort überhaupt nicht. Nach drei Monaten kam er zurück nach Amerika und das alte Leben ging weiter.

Diesmal war es Raub. Der Richter verurteilte Travis zu 70 Jahren Gefängnis. Das war der Ausschlaggebende Punkt. Travis war nie gewalttätig doch jetzt änderte sich alles. Selbstmordversuch, Schlägereien mit Mitgefangenen und sobald ein Wärter seine Zelle betrat wurde er mit Urin, Büchern, Kaffeebechern und allem greifbaren beworfen. Eine tickende Bombe.

Nach Küche und Friseur landete Travis in der Schuhfabrik. Stanley Wiley war einer der prison worker (ein Angestellter des Gefängnis, Anm.d.Red.) und hatte am Schicksalstag Dienst. Travis lieh sich von einem Mitgefangenen sein Arbeitsmesser und schnitt Stanley Wiley die Kehle durch. Niemand begriff was geschehen war und Mr. Wiley verstarb später im Krankenhaus. Ein schreckliches Verbrechen das ich nicht gut heiße. Ein Unschuldiger musste mit seinem Leben bezahlen.

2005 wurde Travis für diesen Mord zum Tode durch die Giftspritze verurteilt. Seitdem sitzt er im texanischen Todestrakt.

Zwei Jahre später kam ich ins Spiel. Zu diesem Zeitpunkt ging es mir sehr schlecht. Ich hatte schwere Depression und war Suizidgefährdet. Bei meiner Therapie in einer psychiatrischen Klinik lernte ich einen Pater kennen. Wir sprachen viel über das Leben und den Tod. Warum möchte ich mein Leben wegwerfen und andere kämpfen um weiterleben zu dürfen. Wie wäre es eine Brieffreundschaft mit einen Todeskandidaten einzugehen?

Ich hatte null Vorstellung was ich denn schreiben sollte. Ich tippte blind auf eine Liste und landete auf Travis Runnels.

Also das alte Schulenglisch abgestaubt, die Feder gespitzt und los ging es. Ich habe überhaupt nicht mit einer Antwort gerechnet. Doch drei Wochen später kam der erste Brief aus Texas. Daraus entstand ein Briefwechsel, dann eine Brieffreundschaft und heute gehört Travis zur Familie.

Am Anfang habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, dass irgendwann ein Hinrichtungstermin kommen könnte. Alles war weit weg und unwirklich. Für mich war es unvorstellbar, dass Amerika meinen Freund hinrichtet. So vergingen die Jahre und Travis verlor einige Appeals. So langsam stellte ich mir die Frage, was kommt als nächstes.

Ich bekam Anfang des Jahres einen Brief von seinem Anwalt. Mir war hundeelend. Jetzt hatte ich es schriftlich. Wir nähern uns dem Ende. Ich wurde gebeten einen Brief für die Jury zu schreiben, um für ein Gnadengesuch vorbereitet zu sein. Ich habe am Schreibtisch gesessen und nur noch geheult. Ich fühlte mich so hilflos und wusste nicht was ich machen soll. Was kann ich denn auch machen? Ich kann für Ihn kämpfen. Damals hat er mir mein Leben zurückgegeben und jetzt werde ich für sein Leben kämpfen.

Ich bin keine dumme Weltverbesserin die auf schöne Worte eines Mörders hereinfällt. Mord ist das grausamste Verbrechen und muss hart bestraft werden. Aber ich denke in einem Gefängnis zu sitzen, ohne Kontakt zu anderen Menschen, ohne Arbeit und nur mit einem Radio zur Unterhaltung, ist eine schreckliche Strafe. Niemand von uns kann sich vorstellen unter solchen Bedingungen zu leben. Wir würden es nicht einmal LEBEN nennen. Es ist ein dahinvegetieren. Und jeder Tag ein Kampf nicht verrückt zu werden. Ist das nicht Strafe genug? Warum muss am Ende die Hinrichtung stehen? Wem ist damit geholfen? Niemanden. Im Gegenteil es entsteht nur noch mehr Leid.

Jeden Tag hoffe ich auf eine gute Nachricht. Jeden Tag renne ich durch die Wohnung und überlege was ich noch machen könnte um zu helfen. Jeden Tag rückt der 11. Dezember näher. Jeden Tag ein Brief nach Texas um Travis abzulenken und etwas Freude zu bringen. Jeden Tag unendliche Diskussionen mit Gott. Und ich bin nur eine Freundin. Was machen jetzt die Angehörigen durch? Was denken jetzt die Angehörigen des Opfers? Werden sie sich nach der Hinrichtung besser fühlen? So viele Fragen und am Ende werden wir alle Verlierer sein. Ein weiterer Mensch musste sterben. Das Opfer wird dadurch nicht zurückgebracht.

Für mich macht die Todesstrafe keinen Sinn. Sie ist, unmenschlich, willkürlich und entwürdigend. Sie dient allein dazu Rachegefühle zu befriedigen. Es ist leicht gesagt : „Den sollte man aufhängen“. Aber vorher sollte man sich die Mühe machen alle Faktoren mit einzubeziehen. In einer stillen Minute mal nachdenken, was die Todesstrafe wirklich bringt. Und einmal auf sein Herz hören, ob man nicht vergeben kann. Es würde mich freuen wenn ich einige mit meinen Worten zum Nachdenken anregen konnte. Ich danke Peter und dem IHfL Team daß ich Travis Geschichte erzählen durfte.

Nicole Schwaberow


Travis war eigentlich nie gewalttätig. Er war ein jugendlicher Räuber, der sich mit seinen Raubzügen das nötige Geld für seinen Lebensstil besorgte. Eines Tages jedoch ging seine Glückssträhne zu ende und er wurde zu 70 Jahren Gefängnis verurteilt für einen Einbruch. Travis war entsetzt und verstand nicht, wie ihm geschah… Er sollte für den Rest seines Lebens hinter Gittern bleiben – für einen Einbruch!… Als, nach seiner Aussage, ihn nach vielen Jahren ein Wärter schikanierte, brach alles aus ihm heraus und er ermordete den „Vertreter des Systems, das ihm das angetan hatte“… Eine schreckliche Tat. Aber die Frage nach der Schuld ist nicht immer so einfach, wie es sich viele machen. Anstatt einen Jungen quasi lebendig im Gefängnis zu begraben, hätte das Gericht ihm eine Chance geben müssen… Eine Chance sich zu entwickeln und seine Fehler zu erkennen. Stattdessen wurde er missbraucht als abschreckendes Beispiel für andere, mittels eines Urteils, das in keinem Verhältnis zu seiner Tat, dem Einbruch, stand… Um ihm die alleinige Schuld für seine Entwicklung zu geben, muss man quasi „blind“ sein. Travis selbst scheint durch den Mord an dem Wärter aufgewacht zu sein.

Auf Amazon.com sind zwei Bücher verfügbar, die Travis geschrieben hat:
Guidance On Navigating The Path To Love
How to survive in prison: A guide for prisoners, their families and supporters

Travis leidet sehr unter seinen Schuldgefühlen.
Wir meinen, auch er hat eine zweite Chance verdient…

IHfL
Peter K.

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Georgia: Aufschub für Ray J. Cromartie

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Ray J. Cromartie

Der Oberste Gerichtshof von Georgia hat Ray J. Cromartie einen Hinrichtungsaufschub gewährt. Es handelt sich dabei jedoch nur um einen vorläufigen Aufschub. Cromartie sollte am 30.10.2019 mittels tödlicher Injektion sterben.

Bei dieser Entscheidung ging es nicht um die Frage der DNA-Untersuchungen, welche seine Unschuld beweisen sollten, sondern lediglich darum, ob der Hinrichtungsbefehl formal richtig beim Thomas County Superior Court eingereicht wurde.

Das Georgia’s Parole Board hatte einen Tag vorher entschieden, Cromartie keine Gnade zu gewähren. Insofern könnte schon demnächst ein neuer Exekutionsbefehl gegen erstellt werden.

Ray J. Cromartie wurde im Jahr 1994 wegen Mordes während eines Raubüberfalls zum Tode verurteilt.  Damals soll er Richard Slyzy erschossen haben, der als Angestellter in einem Lebensmittelgeschäft gearbeitet hatte.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.ajc.com/news/crime–law/execution-scheduled-for-tonight-georgia-inmate-maintains-innocence/KwxeMKmMaB3pNd1d4jb2mM/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/10/22/hinrichtung-in-georgia-bruder-kaempft-fuer-dna-tests/

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