Ohio: Hinrichtung fehlgeschlagen

Der US-Bundesstaat Ohio hat die Exekution von Alva Campbell am Mittwoch abgebrochen, weil das Personal keine passende Vene gefunden hat, für die Injektion des Giftes. Alva Campbell ist ein alter, kranker Mann mit 69 Jahren. Er soll 1997 Charles Dials erschossen haben. Im Jahr 1998 wurde er dafür zum Tode verurteilt. Einen Großteil seiner Jugend verbrachte er in staatlichen Einrichtungen. Jetzt hat dieser Staat versucht ihn zu töten.
usa_death_penalty2Die Henker versuchten eine Vene in seinen Armen zu finden, da dies nicht gelang suchten sie weiter in seinem rechten Bein unterhalb des Knies. Mit Hilfe eines Gerätes suchten sie nach einer „brauchbaren“ Vene. Es war ein Gerät mit einem roten, blinkenden Licht, wird berichtet. Währenddessen „trösteten“ seine Henker ihn, indem sie ihm auf die Schulter und den Arm klopften.

Dann nach ca. 80 Minuten der Suche wurden die Medienzeugen gebeten zu gehen, ohne dass man ihnen mitteilte, was nun weiter geschehen würde.

Gary Mohr (Leiter des „Ohio Department of Rehabilitation and Correction“) sagte, der Zustand von Campbells Adern habe sich seit Dienstag verändert. An diesem Tag wurden sie kontrolliert. Nachdem er mit dem sogenannten „medizinischen Team“ (wir bevorzugen „Henkerteam“) gesprochen habe, ging er davon aus, dass es nicht möglich sei eine geeignete Ader bei Campbell zu finden.

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Alva Campbell

Alva Campbell wird wieder in den Todestrakt zurück gebracht und es soll neue Überlegungen für ein nächstes Hinrichtungsdatum geben.

Genau vor solchen Problemen hatten die Anwälte Campbells gewarnt, der zudem extreme Atemprobleme hat und darum nicht im Liegen hingerichtet werden kann. Seine Anwälte versuchten auch mit Nachdruck auf seine schreckliche Kindheit aufmerksam zu machen, in der er schwer misshandelt wurde. Auch in der langen staatlichen Obhut machte das Kind traumatisierende Erfahrungen, so betonte seine Verteidigung.

Dieser Hinrichtungsversuch war nicht nur ein Versuch. Dieser Versuch war ein grausames Ritual, mit dem das Opfer spätestens seit dem Tag des Bekanntwerdens seines Hinrichtungsdatum auf schrecklichste Weise gequält wurde…

Weitere Informationen zu Campbells Fall sind hier zu finden.

Was bleibt… Entsetzen, Wut, Verzweiflung über ein verbrecherisches System, das von blindwütiger Rache getrieben scheint… Entsetzen, Wut, Verzweiflung über Teile eines Volkes, welches diese grausame und von niederen Instinkten geprägte Justiz fordert und anscheinend nicht genug davon bekommen kann. Ein pervertiertes, krankes Volk für das Gouverneure staatliche Morde begehen, um deren Stimmen bei der nächsten Wahl zu bekommen…

Und wir sind froh über die US-Amerikaner, die sich gegen diese martialische Strafe stellen, denn auch das sind die USA: Immer mehr Menschen die die Todesstrafe ablehnen.

Helfen wir mit, dass es immer mehr werden!

IHfL
Peter K.

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Ohio will Alva Campbell hinrichten

 

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Alva Campbell

Der US-Bundesstaat Ohio will am  15. November 2017 Alva Campbell (69) hinrichten. Er soll 1997 Charles Dials erschossen haben. Im Jahr 1998 wurde er dafür zum Tode verurteilt. Im Berufungsverfahren wurde dieses Urteil jedoch aufgehoben und im Jahr 2001 erhielt er jedoch wieder die Todesstrafe.

Alva Campbell hat fast sein ganzes Leben in staatlichen Einrichtungen verbracht. Schon in der Jugend wurde er fast ausnahmslos durch Einrichtungen des Staates erzogen. Dabei gab es laut Aussage eines Soziologen nie einen richtigen Betreuungsplan. Das Berufungsgericht stellte im Jahr 2012 fest, dass Cambell in seinem Elternhaus 10 Jahre schwer misshandelt wurde und die Erziehung in staatlicher Obhut für ihn „größtenteils negative“ Auswirkungen hatte. Darüber wurden die Geschworenen im ursprünglichen Verfahren jedoch nicht unterrichtet, dort erhielten sie nur Informationen über die ersten zehn Jahre seiner Kindheit. Das Berufungsgericht urteilte jedoch, die staatliche Obhut hätte in seinem Fall lediglich steigernde Wirkung gehabt.

Vor dem Begnadigungsausschuss am 12. Oktober sagte der damalige Verteidiger Campells er hätte damals leider ein falsches Bild vermittelt, weil er den Fehler gemacht habe, sich auf die ersten 10 Jahre seiner Kindheit zu konzentrieren. Dadurch wäre der Eindruck erweckt worden, das Leben des Angeklagten hätte durch das Eingreifen des Staates eine positive Wendung genommen. Jedoch konnte sich der Ausschuss nicht dazu durchringen Campell zu begnadigen. Ein Mitglied des Gremiums stimmte aber für die Begnadigung. Sie meinte es sei im Interesse der Gerechtigkeit ihn zu begnadigen, da auch die staatliche Fürsorge für eine weitere Verkümmerung seiner geistigen und emotionalen Entwicklung verantwortlich sei.

Aufgrund der seit 2003 sich immer mehr verschlechternden Gesundheitssituation Campells besteht die Gefahr, dass das setzen der Giftspritze bei ihm „paradoxe Reaktionen“ hervorrufen kann, wie vor kurzem in einem eingelegten Rechtsmittel beschrieben wurde. Dies wurde am 25. Oktober vom Berufungsgericht abgelehnt. Jedoch eine der Richterinnen sprach sich für das Rechtsmittel und sagte: „Es gibt Situationen, in denen es als Akt blindwütiger Vergeltung anzusehen wäre, eine Person zu töten, um deren geistige Gesundheit es sehr schlecht bestellt ist; und es gibt Situationen, in denen es als Akt blindwütiger Vergeltung anzusehen wäre, eine Person zu töten, um deren körperliche Gesundheit es zunehmend schlecht bestellt ist.“

Damit hat diese Richterin ein klares Statement abgegeben!

Teilnehmen bei der Aktion von Amnesty International für Alva Campbell:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/drohende-hinrichtung-4
Dort kann mit einem Klick eine vorgefertigte Nachricht verschickt werden.

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für  Alva Campbell. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat er einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2017-11/stop-execution-alva-campbell-jr

Wir danken allen, die sich für Alva Campbell einsetzen.

IHfL
Peter K.

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Zwei Exekutionen in den USA vollzogen

P. Hannon / R. Cardenas

P. Hannon / R. Cardenas

Sowohl der US-Bundesstaat Florida, als auch der US-Bundesstaat Texas haben am 8.11.2017 eine Hinrichtung vollzogen. In beiden Fällen haben die Gefangenen beteuert, die ihnen vorgeworfenen Morde nicht begangen zu haben. Patrick Hannon wurde in Florida kurz nach der ablehnenden Entscheidung des US-Supreme-Courts, mit rund zwei Stunden Verzögerung, ermordet. Ramirez R. Cardenas ist durch Texas mit ca. vierstündiger Verspätung ermordet worden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass in beiden Fällen unschuldige Männer durch die beiden Bundesstaaten hingerichtet wurden.

Wir waren aus bestimmten Gründen an dem schrecklichen Geschehen sehr nahe dran… Darum möchten wir hier nichts weiter schreiben. Im Moment haben wir keine Worte mehr…

Vielmehr möchten wir mit unserer neuen Broschüre drei Gefangene, Michael Lambrix, Patrick Hannon und Lancelot Armstrong, selbst zu Wort kommen lassen. Die PDF kann hier geladen werden:
http://www.lancelot-armstrong.de/temp/lambrix_hannon_armstrong.pdf

Als Heft im DinA5 Format kann die Broschüre auch bei uns gegen Kostenbeteiligung bestellt werden – gerne auch mehrere Exemplare um sie weiterzugeben (dazu sendet ihr bitte eine Mail an info@lancelot-armstrong.de). Nachdruck oder auch Weitergabe der PDF erlauben wir natürlich auch, solange nichts an der Broschüre verändert wird.

IHfL
Peter K.

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Arkansas: Geisteskranker soll sterben – Gesicht oft blutüberströmt

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Jack Greene

Update 8.11.17: Das Höchste Gericht von Arkansas hat die Hinrichtung gestoppt, weil ein Richter mehr Informationen darüber haben will, mit welchen Medikamenten Jack Greene getötet werden soll.


Am 09.11.2017 soll Jack Greene (62) durch den US-Bundesstaat Arkansas hingerichtet werden, obwohl ihm eine schwere psychotische Erkrankung attestiert wurde und er darum wohl kaum verstehen kann, warum er hingerichtet werden soll. Vielmehr glaubt er an eine Verschwörung. Greene soll im Jahr 1991 Sidney Burnett ermordet haben und erhielt dafür die Todesstrafe.

Der psychische Zustand Greene’s verschlechterte sich mit den Jahren der Gefangenschaft immer mehr und so wurde er 2004 in das Hochsicherheitsgefängnis Varner Supermax Unit verlegt. Dort wird er einer unglaublichen Folter ausgesetzt: 24 Stunden am Tag muss er in einer 3,6 x 2,3 Meter großen Zelle ganz allein verbringen, gefangen hinter einer dicken Stahltür. Laut seinen Anwälten hat er seine Zelle seit dem kaum verlassen – die ganze Zeit lebt er dort in vollkommener Isolation.

Greene glaubt das Opfer einer Verschwörung zu sein. Dabei fühlt er sich von einem Komplott zwischen dem ehemaligen Gouverneur Mike Huckerbee, dem früheren Generalstabsanwalt Mike Beebe, den beauftragten Anwälten und hochrangigen Vertretern der Gefängnisbehörde bedroht. Er ist davon überzeugt, dass sie das schwarze Personal des Todestraktes dazu bringen, ihm sein Gehirn zu verletzen, mittels Erschütterungen. Dadurch, so glaubt er, würden alle 31 Spinalnerven zerstört. Untersuchungen ergaben jedoch logischerweise keine Hinweise auf solche Verletzungen.

Greene’s Anwälte beschreiben seinen Zustand unter anderen wie folgt: „Greene verdreht seinen Körper, legt sich auf den Boden oder macht einen Kopfstand, um sich so vor den vermeintlichen körperlichen Schmerzen zu schützen. Meistens steckt er sich seine Finger oder Papier in Nase und Ohren. Deswegen hat er oft Nasenbluten und sein Gesicht ist blutüberströmt. Zu seinen Rechtsbeiständen und anderen sagte Greene, dass er seine Toilette als Schreibtisch nutzen müsse … Greene isst seine Mahlzeiten aus dem Waschbecken.“ – Dies wird auch von dem Anstaltspersonal bestätigt.

Vor kurzem ergab eine psychiatrische Untersuchung, dass Greene an einer psychotischen Störung leidet, die sich vor allem in „körperlichen Wahnvorstellungen und Verfolgungswahn“ zeigt. Der untersuchende Psychiater bestätigt: „Herr Greene versteht seine Hinrichtung als eine weitere Stufe in einem umfassenden Plan, ihm körperlich zu schaden.“ In der Anamnese zeigten sich „zahlreiche wichtige Schlüsselfaktoren, die zur Ausbildung einer psychotischen Störung führen können.“ Wie „ein häufiges Auftreten schwerer psychischer Erkrankungen innerhalb der Familie“, „extreme Armut“, eine „Dauerbelastung durch schwerwiegende Traumata in der Kindheit“, eine „traumatische Hirnverletzung“, eine „Geschichte der Selbstverletzung“ sowie die „anhaltende Einzelhaft“.
Ein weiterer Psychiater bestätigte im Oktober bei ihm eine wahnhafte Störung und folgert, „Da Herr Greene seine Hinrichtung in seinen Verfolgungswahn und seine körperlichen Wahnvorstellungen integriert hat, kann er sie rational nicht erfassen.“

Was soll das! – Was ist los in Arkansas? – Die Verfassung der USA verbietet klar und deutlich Hinrichtungen von geistig kranken Menschen. Dennoch will Arkansas einen Gefangenen hinrichten, der nicht in eine Gefängniszelle gehört, sondern in ein Krankenhaus. Sind die Verantwortlichen in Arkansas schon so geistig und seelisch verarmt, dass sie ihr verbrecherisches Vorhaben selbst nicht mehr erkennen können? – Ja gehören sie vielleicht sogar selbst in eine Psychiatrie, weil sie in ihrem Rachewahn gar nicht mehr begreifen können, wie sehr sie einen der schwächsten der Schwachen misshandeln und ermorden wollen? – Es tun sich Abgründe auf…
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Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Jack Greene. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat er einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2017-11/stop-execution-jack-greene

Teilnehmen bei der Aktion von Amnesty International für Jack Greene:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/drohende-hinrichtung-2
Dort kann mit einem Klick eine vorgefertigte Nachricht verschickt werden.

Wir danken allen, die sich für Jack Greene einsetzen.

IHfL
Peter K.

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Wieder Exekution eines Unschuldigen?

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Ruben R. Cardenas

Der US-Bundesstaat Texas will am 8. November 2017 Ruben R. Cardenas (47) hinrichten, für einen Mord, den er wahrscheinlich nicht begangen hat. Im Jahr 1998 wurde er zum Tode verurteilt, wegen Mordes im Jahr 1997. Seitdem wird er im Todestrakt von Texas gequält – misshandelt durch die schrecklichen Umstände dort und dem Wissen, dass der Staat ihn ermorden will.

Es ist wieder so eine Geschichte, wo dem Autor dieser Zeilen einfach „die Spucke wegbleibt“! – Nicht nur, dass Ruben R. Cardenas wahrscheinlich unschuldig ist – man hat ihm auch seine konsularischen Rechte verweigert. Seine Hinrichtung wäre allein dadurch ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht, wie Amnesty International deutlich auf seiner Webseite schreibt.

Ruben R. Cardenas ist mexikanischer Staatsbüger und wurde 1997 des Mordes, an seiner Cousine Mayra Laguna (16), angeklagt. Erstaunlicherweise hat niemand der die Entführung des Mädchens beobachtete, im Verhör durch die Polizei, Ruben R. Cardenas als Täter identifiziert. Eine dieser Zeugen war die jüngere Schwester des Opfers. Das Gericht stützte sich auf Aussagen des Angeklagten selbst (nach tagelangem Verhör). Diese Aussagen waren jedoch geprägt von Details, die mit den Sachbeweisen unvereinbar sind. Ruben R. Cardenas sagte beim Polizeiverhör aus, er hätte Sex mit dem Opfer vor dem Mord gehabt. Bei Untersuchungen des Opfers ließen sich jedoch keinerlei Spuren, die auf Geschlechtsverkehr hinweisen, feststellen. Auch Belege für sexuelle Gewalt fanden sich nicht. Zudem erhielt Ruben R. Cardenas erst 11 Tage nach seiner Verhaftung einen Rechtsbeistand.

Ein Antrag seiner Verteidigung versucht nun eine DNA-Untersuchung zu erreichen. Dafür würden Fingernägel des Opfers zur Verfügung stehen. Ein DNA-Experte unterstützt diesen Antrag. Er meint, ein einziger Fingernagel des Opfers würde für eine solche Untersuchung reichen.

Sein Verhör wurde ohne konsularischen Beistand vollzogen. Eigentlich hätte Ruben R. Cardenas das sofortige Recht gehabt, sich an das mexikanische Konsulat zu wenden. Obwohl dieses Recht im Artikel 36 des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen verbrieft ist, hat ihn niemand darüber informiert. So fand das Verhör sogar ohne JEDEN rechtlich Beistand statt. Im Jahr 2004 urteilte der Internationale Gerichtshof, die USA hätten im Fall von Ruben R. Cardenas gegen das Wiener Abkommen verstoßen. Dieses Urteil wird durch die USA ignoriert! – Im Jahr 2008 urteilte der Oberste Gerichtshof der USA, das Urteil des Internationalen Gerichtshofes sei für die USA zwar eine „völkerrechtliche Verpflichtung“, wäre aber „nicht automatisch innerstaatliches Recht“. Für die Umsetzung dieses Entscheids wäre der Kongress zuständig. Dieser hat aber bis heute keine entsprechenden Durchführungsgesetze beschlossen.

Dies ist wieder so ein Fall, der dem selbsternannten Weltpolizisten USA „alle Ehre“ macht. Dieser Staat tritt die Menschenrechte mit Füßen! – Es ist ein Unrechtsstaat! – Für dessen Justiz blinde Rache wichtiger scheint, als klarer Menschenverstand…

Zur Petition von Amnesty International:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/drohende-hinrichtung-texas

Über folgende Wege kann der Gouverneur von Texas erreicht werden:
https://gov.texas.gov/contact/
oder über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

Wir danken allen, die sich dafür einsetzen, dass die Hinrichtung von Ruben R. Cardenas gestoppt wird.

Wichtig: Wir bitten auch darum sich auch für Patrick Hannon einzusetzen. Er soll durch den US-Bundesstaat Florida, ebenfalls am 8. November 2017, exekutiert werden: https://wp.me/p2X1th-372

IHfL
Peter K.

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Ein Tag im Leben des Todeskandidaten – Hinrichtung in Florida?

Florida will Patrick Hannon exekutieren

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Patrick Hannon

Der US-Bundesstaat Florida will am 8. November 2017 Patrick Hannon(53) hinrichten. Hannon wurde im Jahr 1991 für schuldig befunden zwei Morde begangen zu haben und erhielt dafür die Todesstrafe. Er wurde sein halbes Leben mit dem Todestrakt und den dort herrschenden Bedingungen gefoltert.

Wir wollen hier nicht weiter auf seinen Fall eingehen. Dafür gibt es im Internet genügend Quellen. Vielmehr möchten wir den Raum hier nutzen, um ihn mit seinem im Jahr 2005 geschriebenen Essay selbst zu Wort kommen zu lassen. Das englische Original kann hier eingesehen werden. Die Arbeit an der deutschen Übersetzung hat uns Patrick Hannon sehr nahe gebracht.


Ein Essay von Patrick Hannon – Florida’s Death Row

Während Männer und Frauen die ultimative Bestrafung für die gegen sie erhobenen Verbrechen erwarten, verwandeln sich die Tage in Monate, Monate in Jahre und Jahre in Jahrzehnte. Die meisten der Verurteilten Amerikas sind sicher im höchsten Sicherheitsgefängnis eines Staates eingeschlossen. Diese Leute, die von der Gesellschaft verurteilt wurden, stehen vor schrecklichen und unvorstellbaren Konsequenzen, für die undenkbaren Verbrechen, denen sie angeklagt wurden. Dies ist keine Debatte über die Schuld oder Unschuld eines Individuums; es ist vielmehr nur ein bloßer Blick in einen Tag im Leben der Verurteilten.

Im Gegensatz zum Mainstream-Medien-Hype sind die heutigen Gefängnisse, insbesondere maximale Sicherheitseinrichtungen, weit davon entfernt, Country-Clubs zu sein. Einige sind die veralteten, heruntergekommenen und baufälligen Verliese, die das gute Bewusstsein jedes anständigen, mitfühlenden Individuums schockieren können.

Die Zeit scheint alle Bedeutung zu verlieren, und die ausgedehnten Zeiten der Beschränkung sind eine Herausforderung selbst für die stabilsten Seelen. Sehr oft fordern die Einsamkeit und die Degradierung die gebrechliche menschliche Psyche; jeder Tag ein Durchschlag, eine Kopie des vorangegangenen, ohne dass je in der Zukunft eine Änderung zu erwarten ist. Die vielen Menschen, die ich im Todestrakt getroffen habe, haben Hoffnungen, Träume und einen starken Willen, um mit der Zwangslage zu kämpfen, zu Tode verurteilt zu sein. Dennoch gibt es einige wenige, die traurig zurückgetreten sind, um sich der Regierung zu ergeben, eine Regierung die meint, im Namen der Gerechtigkeit zu stehlen, zu töten oder zu zerstören. Für die Bedürftigen, Analphabeten und Inkompetenten gibt es praktisch keinen Grund, etwas anderes als den sicheren Tod zu erwarten. Die Wahrheit ist, dass viele Verurteilte in Amerika bereits im Geiste gestorben sind; alleingelassen zu sein in der fremden Welt eines Justizsystems der Kapitalverbrechen, ist eine schrecklich schwierige Herausforderung. Wahrscheinlich aufgrund menschlicher natürlicher Instinkte, glauben viele Gefangene daran, von der äußersten Erfahrung, durch die Hände des Amerikanischen Rechtssystems, verschont zu bleiben.

Todeszelle in Florida001

Todeszelle Florida

In der Todeszelle, in der ich untergebracht bin, sind die Gefangenen 24 Stunden am Tag – ja jeden Tag, den ganzen Tag, wenn der Gefangene keinen Anwalt besucht oder gelegentlich einen Besuch von einem Familienmitglied oder Freund bekommt. Die Zelle hat 1,83 x 2,74 Meter. Sie hat drei massive Betonwände, und das traditionelle Stahlstangengitter dient als Vorderwand und bietet allen Passanten einen freien Blick auf die Zelle. In jeder Zelle befinden sich eine Schlafkabine aus Stahl mit einer flachen Baumwollmatratze, ein Schließfach für persönliche Gegenstände, ein schwarz-weißes 12-Zoll-TV sowie eine Kombination aus Spüle / Toilette, sowie Leuchtstoffröhrenlicht und es gibt 14 Einzelzellen auf jedem Zellenblock und 24 separate Flügel. Es handelt sich um eine technisch fortschrittliche Struktur mit ferngesteuerten Schlössern, Türen usw. Und während des ganzen Tages kann man das scheinbar unaufhörliche Summen von Türen, Schlössern und Türen hören – Das Schlagen von massiven Stahltüren, kein Teppich oder zentrale Heizung oder Klimaanlage. Die Mahlzeiten werden dem Gefangenen in seiner Zelle zugestellt, jeder Gefangene erhält dreimal täglich Essen, das regelmäßige, aber oft sehr fade und dürftige, institutionelle Essen bekommt er auf einem Plastik-Tablett. Eine Ernährung, die kaum ausreicht, um einen durchschnittlichen Erwachsenenappetit zu stillen. Gefangene, die finanzielle Unterstützung von Familie und Freunden genießen, können die schlechte Ernährung mit Kantinenprodukten wie Sandwiches, Suppen, Schokoriegeln, Pommes usw. aufbessern, aber allzu oft stehen viele Gefangene langen hungrigen Nächten gegenüber; sie sind die unglücklichsten Unglücklichen. Zu den täglichen Aktivitäten gehören das Sprechen, Schachspielen, Fernsehen, Radiohören (wenn ein Gefangener es sich leisten kann, einen zu kaufen) oder Briefe an Freunde und Familie oder an einen überbeanspruchten öffentlichen Verteidiger oder einen Postverteidiger oder einen sonstigen Anwalt, der gleichermaßen überlastet ist.

Der Todestrakt, nicht unähnlich den anderen Gefängnisteilen, ist mit allen Arten von Individuen besetzt. Es gibt keine einzige Beschreibung, die jeden Gefangenen beschreiben würde, und während es wirklich kranke und böse Gefangene gibt, können Opfer zur Todesstrafe verurteilt worden sein. Dies ist eher die Ausnahme als die Regel, da die meisten Todeskandidaten durchaus Opfer von Umständen selbst oder Personen sein können, die sich schuldig machen, jemanden getötet zu haben, aber eigentlich nicht die Todesstrafe bekommen würden, aber nicht das Glück haben, einen qualifizierten Anwalt zu haben. Im Prozess wurden und werden sie fälschlicherweise wegen Mordes des ersten Grades verurteilt und anschließend zu Unrecht zum Tode verurteilt. Von Tag zu Tag kann man sich in seiner Koje zurücklehnen und einer rechtlichen Horrorgeschichte nach der anderen zuhören, während andere Gefangene versuchen, den nächsten zu sehen, um ihren Standpunkt bestätigt zu bekommen.
Ein verurteilter Gefangener kann sein ganzes „Haus“ mit einem schnellen Schwung seiner Augen überblicken. Es ist im Wesentlichen ein Badezimmer mit einer Koje, wo normalerweise die Wanne sein würde. Er verbringt so viel Zeit in seiner Zelle, dass er jeden Riss und rostigen Farbspan kennt. Der Winter ist sehr kalt auf dem Gefängnisflügel; während es im Sommer extrem heiß ist. Es stinkt ungeachtet der Jahreszeit immer gleich, die Luft ist dick mit dem Geruch von verschwitzten Männern erfüllt.

Die Aufgabe, die jeden Mann auf dem Flügel belastet, ist die Stunden zu füllen, bis er wieder schlafen kann. Möglichkeiten gibt es nicht viele – es gibt Gerede, endlose körperlose, meist wahnsinnige Gespräche. Der Gefangene tritt an die Front seiner Zelle und fängt an laut zu reden und seine Stimme hallt über den Flügel hinweg. Niemand kann ihn sehen, weil alle Zellen mit dicker Wand zwischen ihnen gleich aussehen. Wenn man so redet, nennt man das hier „an der Tür stehen“ – und einige Männer werden stundenlang an der Tür stehen, über Autos, Politik, Sex und jedes mögliche Thema jammern. Sie werden wetten, ob es bei Sonnenuntergang regnen wird; manche Männer sind wahnsinnig und werden über Astro-Projektion, von kreischenden Vaginas oder Männern schwärmen, die durch die Lüftungsöffnung zu ihnen kommen. Vierzehn Männer leben auf jedem Flügel, so dass die Gespräche abgestanden, immer wieder die gleichen sind und es geht Monat für Monat, Jahr für Jahr immer so weiter.

Beim Lesen vergeht mehr Zeit, zumindest unter den Männern, die lesen können. Bücher, Zeitschriften und Zeitungen kommen von Zelle zu Zelle. Nach dem Mittagessen kann vielleicht eine Stunde durch ein Nickerchen getötet werden, und dann kann ein gebildeter Gefangener seiner Familie, Freunden und seinen Anwälten schreiben. Schlechte Gedichte, schlechte Romane, Tagebucheinträge aus leeren Tagen, Unschuldsbeteuerungen, die an Journalisten verschifft werden sollen, juristische Schreiben, die die Haftbedingungen in Frage stellen. Früher waren wir in der Lage zu malen, zu zeichnen oder sogar zu häkeln, aber Gefängnisbeamte stoppten es unter Sicherheitsbehauptungen. (Anmerkung des Übersetzers: Offensichtlich durften die Gefangenen im Jahr 2005 im Todestrakt von Florida nicht zeichnen. Momentan ist es den Gefangenen wieder erlaubt.) Und trotzdem schaffen es all diese Aktivitäten nicht, die Zeit zu füllen, nicht wenn es 365 identische Tage des Jahres und der Jahre gibt. Ein Verurteilter lernt Bilderrahmen aus Aluminiumfolie zu machen. Er spielt Schach mit dem Mann drei oder vier Zellen weit weg, indem er seine Schachzüge schreit.

In einer solchen Zelle eingesperrt, braucht selbst der stabilste Mann etwas stärkeres als seinen eigenen Verstand, um nicht durchzudrehen. Das ist etwas TV und das treibt die Hardliner der Legislative in Wahnsinn, dass die Gefangenen in der Todeszelle Fernsehgeräte in ihren Zellen haben. Es wäre schwer, eine Wache zu finden, die sich dem Fernsehen widersetzt. TV ist das Einzige, was den Todestrakt überschaubar macht. Das Gefängnispersonal nennt die Fernseher elektronische Tranquilizer, wir nennen sie Idioten-Boxen. Sobald ein Gesetzgeber einem Gefängnisbeamten sagt, er solle alle Fernseher von uns Ungeziefer nehmen; sagt der Wärter ihm, wenn wir sie wegnehmen, kann dieser Ort hier nicht mehr existieren.

Der Luxus, der die Zeit kaum erträglich macht, ist die Kantine. Für jeden Mann unterhält das Gefängnis eine Art Bankkonto, auf dem der Insasse das Geld sammelt, das er von Familie und Freunden erhält. Er darf 45 Dollar pro Woche für Kantinenartikel ausgeben. Da er nicht aus seiner Zelle heraus kann, kommt die Kantine zu ihm. An Samstagen füllen wir Bestellungen aus (zumindest wenn der Mann Geld auf seinem Konto hat) und Montags werden die Bestellungen uns in die Zellen gebracht. Zigaretten, Chips, Sandwiches, Suppe, Seife, Gebäck und verschiedene andere Gegenstände. Leute im Trakt können fast alles für irgendeinen Zweck benutzen. Er benutzt einen Handspiegel um den Trakt hinunterzuschauen, um zu sehen, ob ein Wächter kommt oder nicht. Er lernt einen „water bug“ zu machen, ein Rohdrahtheizelement, womit Wasser für Kaffee und Suppen erhitzt werden kann.

Zweimal in der Woche gehen zwei Flügel zur Erholung, es gibt gerade genug Platz für einen halben Basketballplatz, einen Volleyballplatz und ein wenig zusätzlicher Platz, um nicht ihm Weg zu stehen. Mehr Schwarze als Weiße spielen Basketball und mehr Weiße als Schwarze spielen Volleyball. Ein Maschendrahtzaun trennt die Todestraktinsassen von den anderen Gefangenen. Manche Männer kommen aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht nach draußen. Dreimal in der Woche nach dem Abendessen gibt es Duschen. Ein Mann zieht sich bis auf seine Boxershorts aus und geht mit der Wache die Halle hinunter zu der Dusche, die so groß ist wie seine Zelle. Er wird eingesperrt und kann sich nun 5 Minuten waschen, dann wird er wieder in seine Zelle gesperrt.

Todestrakt-Gefangene haben auch einen Sinn für Humor und so verbringen viele Nachwuchstalente mit „Kick the Bobo“, mit gegenseitigen Hänseleien und dem scherzen miteinander. Im Laufe der Zeit kann man mit einem Mitgefangenen echte Freundschaften schließen und sich sicher sein, dass er oder sie nie wissen wird, ob ihr Freund einmal ein Mörder war, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist er oder sie einfach ein anderes menschliches Wesen, das eine Freundschaft erwidert. Es gibt schlechte Tage im Todestrakt, stressige Tage, Verwirrung, unerklärlichen Kummer, Herzschmerz, das Herz der Verurteilten ist nicht immer gefühllos. Ich habe in den Nachrichten über Kapitalbverbrechenbeschuldigte gehört, die keine Reue zeigten – Aber ich habe erwachsene Männer gehört, die in ihre Kissen weinen. Wer nimmt schon den Mann ernst, der aufrichtig versucht sich zu entschuldigen, für eine Tat, die er verzweifelt selbst versucht zu verstehen.

hannon_patrick_cDas Licht geht um 23 Uhr aus, aber nur das Licht der Zelle erlischt, die Flurleuchten bleiben immer eingeschaltet. Die Fernseher bleiben 24 Stunden am Tag an. Das Gefängnis ist nie ganz still, die Tore klirren immer, es gibt die Schritte der Wächter, Alpträume und Hirngespinste rauschen über das verrückte, gedämpfte Schluchzen der Verzweiflung. Die Nacht geht in den Morgen und ein weiterer Tag beginnt in der Todeszelle.

Übersetzung: Peter K.

 


Amnesty International schreibt:
„…dass zwei Richter des Obersten Gerichts von Florida dafür votierten, dass erneut über das Strafmaß für Patrick Hannon beraten werden solle, da ein „klassischer Fall unzureichender Verteidigung“ vorliege und die Jury „bei ihren Beratungen zum Strafmaß keine vernünftige Wahlmöglichkeit“ gehabt habe.“
Hier geht es zur Petition von Amnesty für Patrick Hannon.


Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Patrick Hannon. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat die Mail einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2017-10/stop-execution-patrick-c-hannon


Der Gouverneur von Florida kann wie folgt erreicht werden:
Per Mail: Rick.Scott@eog.myflorida.com
Per Twitter: @FLGovScott


Hier noch die Aktionsseite der FADP (Englisch):
https://www.fadp.org/halt-execution-pat-hannon


Abschließend noch ein paar Informationen über Florida und die Todesstrafe dort.

  • Derzeit sind 356 Menschen  im Todestrakt von Florida.
  • Florida hat seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976 insgesamt 94 Menschen hingerichtet. Das letzte Opfer dieser martialischen Strafe war am 5. Oktober 2017 Michael Lambrix.
  • Die erste bekannte Hinrichtung in Florida wurde im Jahr 1827 vollzogen. Damals wurde Benjamin Donica wegen Mordes gehängt.
  • Bei den bekannt gewordenen Entlassungen aus dem Todestrakt führt Florida die US-Amerikanische Liste mit 27 Personen an, gefolgt von Illinois (20) und Texas (13).
  • In Florida kann der Todeskandidat wählen zwischen dem elektrischen Stuhl und der Todesspritze.
  • In Florida erhält der Henker für sein schreckliches Werk 150,- Dollar pro Exekution

Kein Gouverneur von Florida hat jemals mehr Menschen exekutieren lassen, als der derzeitige Gouverneur Rick Scott.

Wir danken allen, die sich dafür einsetzen, dass die Hinrichtung von Patrick gestoppt wird.

Wichtig: Wir bitten auch darum sich auch für Ruben R. Cardenas einzusetzen. Er soll durch den US-Bundesstaat Florida, ebenfalls am 8. November 2017, exekutiert werden: https://wp.me/p2X1th-394

IHfL
Peter K.

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Texas: Hinrichtung am Mittwoch

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Anthony Shore

Update: Die Hinrichtung von Anthony Shore wurde durch einen Richter ausgesetzt. Laut Spiegel Online wurde als neuer Termin der 18. Januar 2017 angesetzt.


Der US-Bundesstaat will am 18.10.2017 Anthony Shore (55) exekutieren. Er wurde für schuldig befunden vier Frauen und Mädchen in der Zeit von 1986 bis 1995 ermordet zu haben. Dafür erhielt er die Todesstrafe. Anthony Shore selbst soll während seines Prozesses die Todesstrafe für sich gefordert haben.

Shore scheint eine krankhafte Neigung zur Strangulation zu haben und seine Opfer wohl aus sexuellen Motiven getötet zu haben. Es stellt sich in solch einem Fall natürlich die Frage der Schuldfähigkeit…

Wir sind auf jeden Fall grundsätzlich gegen die Todesstrafe und halten auch die bevorstehende Hinrichtung für falsch, zumal einem kranken Menschen eher eine medizinische Behandlung zuteil werden sollte.

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Anthony Shore. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat die Mail einen katholischen Glaubensbezug:
http://org2.salsalabs.com/o/6279/p/dia/action4/common/public/?action_KEY=25324

Über folgende Wege kann der Gouverneur von Texas erreicht werden:
https://gov.texas.gov/contact/
oder über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

IHfL
Peter K.

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Schuld zu 100% erwiesen ? 10 Fälle von Todesstrafen-Fehlurteilen…

Fehlurteile gibt es mehr als man denkt…

Wer kennt sie nicht diese Argumente ? So Aussagen wie: „…also wenn die Schuld zu 100% bewiesen ist, dann finde ich die Todesstrafe schon angebracht!“ oder „…es sei den die Schuld wurde zu 100 Prozent erwiesen !“

Aber kann man Schuld überhaupt zu 100% beweisen ? Die Vergangenheit zeigt, das dies nicht zu 100% möglich ist, da immer wieder Menschen zu Unrecht zum Tode verurteilt wurden…

Und so mancher wurde umgebracht, und die Unschuld wurde erst nachträglich bekannt… Wiederum andere waren der Isolations-Folter im Todestrakt teils Jahrzente ausgesetzt, und kamen dann doch als Unschuldig heraus…

10 Beispiele… (basierend auf Artikeln von Peter K.)

1.) Ralph Wright Jr.

Ralph Wright Jr.

Er war ein solches Opfer, solcher ungerechtigkeit… 7 Jahre Todestrakt… Ihm wurde vorgeworfen, er habe seine Freundin und deren Tochter im Jahr 2007 ermordet. 2014 wurde er dafür zum Tode verurteilt. Viele jahre später aber hatte der Oberste Gerichtshof von Florida ihn freigesprochen, da keine ausreichenden Beweise für die ihm vorgeworfene Tat vorhanden seien. Es gäbe keine Hinweise darauf, dass Ralph Wright Jr. überhaupt zum Zeitpunkt des Verbrechens in der Gegend gewesen sei, noch seien physikalische Spuren vorhanden, welche ihn als Täter identifizieren würden. Jetzt ist er zwar wieder Frei, doch 7 Jahre lebenszeit in der Freiheit sind ihm geraubt worden…
Quelle: https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2017/07/24/todestrakt-unschuldiger-kommt-frei/

2.) Ha’im Al Matin Sharif (aka Charles Robins),

Ha'im Al Matin Sharif (AKA Charles Robins)

Ha’im Al Matin Sharif (AKA Charles Robins) 29 Jahre war er im Todestrakt…

Er war 29 Jahre im Todestrakt.. 29 Jahre Todesangst, für eine tat die er nicht begangen hatte… Nach fast drei Jahrzehnten wurde er aber aus dem Todestrakt entlassen, weil seine Unschuld bewiesen wurde. Er war beschuldigt worden, das Baby seiner Freundin ermordet zu haben. Seine Freundin belastete ihn damals mit der Aussage er hätte das Kind geschlagen, später beteuerte sie jedoch von den Untersuchungsbehörden zu dieser Aussage gezwungen worden zu sein.

Dann stand fest, dass das Kind an infantilem Skorbut gestorben ist. Medizinische Experten überprüften erneut Röntgenbilder der zerbrochenen Knochen des Kindes und kamen zu der Überzeugung, dass diese nicht durch Gewalteinwirkung entstanden sind, sondern durch Skorbut.
Quelle: https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2017/06/17/unschuld-bewiesen-freiheit-nach-29-jahren-todestrakt/

3.) Alfred Dewayne Brown,

Alfred Dewayne Brown (deathpenaltyinfo.org)

Er war 12 Jahre unschuldig in der Todeszelle.. Er wurde zum Tode verurteilt, weil er bei einem Raubüberfall zwei Menschen, darunter einen Polizisten, ermordet haben sollte. Jetzt ist er frei…

Die Staatsanwaltschaft hatte den klar entlastenden Beweis nicht an die Verteidigung weitergegeben.

Braun hatte zur Tatzeit ein Telefongespräch in der Wohnung
seiner Freundin geführt und konnte somit gar nicht der Täter sein.
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/06/12/usa-12-jahre-unschuldig-in-der-todeszelle/

 

4.) Glenn Ford,

Glenn Ford

Jahre war im Gefängnis, 26 Jahre davon wurde er im Todestrakt von Louisiana (USA) gefoltert. Mit 64 Jahren, wurde er aber erst freigelassen. 1984 wurde er zum Tode verurteilt, weil er einen Juwelier ermordet haben sollte. Er hatte seine Unschuld immer beteuert und wurde dennoch ab 1988 in die Todeszelle eingesperrt. Nach Aussage seiner Anwälte wurden illegal Beweise unterdrückt, was im übrigen gegen die Verfassung verstößt.

Quelle: https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2014/03/12/30-jahre-folter-haben-ein-ende/

5.) Manuel Velez,

Manuel Verez

Kam nach 9 Jahren frei! Er wurde damals verhaftet, weil er ein Kind getötet haben sollte,
das in seiner Obhut war. Nach drei Jahren wurde er zum Tode verurteilt. Vier Jahre war er in der Todeszelle. In den vergangenen Jahren häuften sich dann aber die Zweifel an seiner Schuld.

Genauere Untersuchungen des Opfers zeigten, dass Velez dem Kind nicht die Verletzungen zugefügt haben konnte. Wie so häufig in solchen Verfahren, hatte der als geistig behindert eingestufte Velez eine mangelhafte Rechtsvertretung. Auch hat die Staatsanwalt „gemauschelt“ um die Jury gegen Velez aufzubringen.
Quelle: https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2014/10/09/nach-9-jahren-frei/

6.) Paul Hildwin,
Sein Urteil erst nach 28 Jahren aufgehoben ! 1986 wurde Paul Hildwin in Florida/USA zum Tode verurteilt, weil er eine Frau vergewaltigt und getötet haben soll. Dieses Urteil wurde auch für ungültig erklärt… Denn Aufgrund dieser DNA-Analyse stammen die am Tatort gefunden Sperma- und Schweißspuren nicht von Paul Hildwin. Jedoch genau diese Spuren waren ein zentrales Beweismittel der Anklage gegen ihn.

Quelle: https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2014/06/28/lehrstuck-fur-todesstrafenbefurworter/

7.) Henry Lee McCollum + Leon Brown,

Henry Lee McCollum und Leon Brown

Diese zwei Brüder wurden nach 30jähriger Haft auf freien Fuß gesetzt. Erneut bewies ein DNA-Test ihre Unschuld.

Es war ein schreckliches Ereignis im Jahre 1983, dass das Leben der beiden Brüder, die damals 19 und 15 Jahre alt waren schlagartig veränderte. Damals wurde ein elfjähriges Mädchen tot auf einem Feld gefunden, alles deutete auf eine Vergewaltigung hin. Nach Verhören der beiden präsentierte die Polizei Geständnisse der beiden, zu denen sie vermutlich gedrängt wurden. Sie sollen beide „geistig behindert“ sein. Die Geständnisse der beiden Brüder enthielten Fakten, von denen sie unter keinen Umständen hätten wissen können.
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2014/09/04/30-jahre-unschuldig-im-todestrakt/

8.) Anthony Ray Hinton ,

Anthony Ray Hinton

Er verbrachte fast 30 Jahre im Todestrakt von Alabama. Fast 30 Jahre davon bedroht, jederzeit ermordet zu werden. Er beteuerte stets seine Unschuld, aber es wurde ihm nicht geglaubt.. Dabei spielte seine Hautfarbe sicher eine Rolle, in diesem System das von Rassismus geprägt ist.

1985 begann sein Martyrium. Er wurde beschuldigt drei Raubüberfälle begangen zu haben, bei denen zwei Personen ermordet wurden. Man fand bei seiner Mutter eine Waffe, die bei den Morden benutzt worden sein sollte.

Dann kamen jedoch Kriminaltechniker zu dem Ergebnis, dass diese Waffe nicht bei dem Verbrechen verwendet wurde. Und das nach fast 30 Jahren!!!
Quelle: https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/04/04/nach-30-jahren-todeszelle-endlich-frei/

9.) Ricky Jackson,

Ricky Jackson

Er kam erst nach 39 Jahren aus dem Todestrakt frei ! In Ohiho wurde Ricky Jackson 1975 zum Tode verurteilt. Er sollte in einem Lebensmittelgeschäft, gemeinsam mit einem Komplizen, einen Mann erschossen und eine Frau schwer verletzt haben. Ein Zwölfjähriger identifizierte Jackson als Täter. Erst viel später, als er erwachsen war, widerrief der Zeuge seine Aussage, da er gar nicht Zeuge der Tat war, denn er befand sich weit weg in einem Schulbus, als die Tat begangen wurde.

Im Jahr 1978 wurde das Todesurteil gegen Ricky Jackson, wegen Verfahrensfehlern,
zum Glück in lebenslange Haft umgewandelt. Denn wäre dies nicht geschehen, hätten sie Jackson schon längst ermordet.

10.) George Stinney jr.

George Stinney jr.

Er war das jüngste Opfer der Todesstrafe in den USA seit Beginn des 20. Jahrhunderts, und war 14 Jahre als er auf dem elektrischen Stuhl zu Tode gefoltert wurde.

Im Frühjahr 1944 wurden die Leichen von 2 (weißen) Mädchen im Alter von 11 und 8 Jahren in South Calorina gefunden. Schon am nächsten Tag haben sie George Stinney jr. verhaftet. und einen Monat später fand die Gerichtsverhandlung gegen den 14 jährigen Afro-Amerikaner statt. Wie so oft in den USA gab es auch hier erhebliche Verfahrensmängel.

Die Jury bestand ausnahmslos aus Weißen. Drei Monate später, am 16. Juni 1944, wurde der kleine junge, dieses Kind, auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Die „NewYorkTimes“* berichtete, dass der Fall neu untersucht wurde. Dann stand fest:
George Stinney jr. ist ein Opfer der US-Justiz.

Er war unschuldig. 70 Jahre danach wurde das Urteil aufgehoben und seine Schwester, die bei der Revision dabei war sagte, dass Stinneys Mutter nach der Hinrichtung ihres Sohnes nie wieder gelacht habe…
Quelle: https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2014/12/18/unschuldiger-teenager-hingerichtet/

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Die US-Organisation „Innocence Project“ gibt an, dass inzwischen über 300 Unschuldige aus den Gefängnissen entlassen worden seien, aufgrund neuer DNA-Beweise, darunter befinden sich 18 Todeskandidaten. 70 Prozent dieser Justizopfer haben schwarze Hautfarbe.

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Wir könnten jetzt sicher immer so weiter machen… Aber eines zeigen diese 10 Fälle:
Sie sind ein Schlag ins Gesicht der Todesstrafenbefürworter…
Diese Beispiele zeigen, es gibt keine 100% erwiesene Schuld…

Doch ob Schuldig oder nicht:
Für uns gibt es keine Rechtfertigung für Hinrichtungen.
Aber alle die dies anders sehen, machen sich zumindest schuldig daran, dass auch Unschuldige getötet werden… Vielleicht sollte man also darüber mal nachdenken…

IHfL

Kai Friedrich

 

 

 

 

 

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Öl-Gemälde von Kaivel: „Wald der Träume“

Hallo Liebe Besucher dieses Blogs,

Habe heute ein neues Öl-Gemälde gemacht. 🙂 YAY !
Ich biete dieses Gemälde nun gegen Spende für Lancelot Armstrong an, damit er sich davon besseres Essen kaufen kann (das Essen im Todesstrakt von Florida/USA ist sehr schlecht). Zudem kann er sich mit der Spende Künstler-Materialien besorgen und Briefmarken etc.pp.

Titel des Bildes: „Wald der Träume“

Größe des Gemäldes: 20cm x 20cm
(c) by Kaivel 14.10.2017

Spendenvorschlag: 20 Euro (+ 4,50 Euro für Versandkosten, per Einschreiben)

Das Öl-Gemälde hat die Größe von 20cm x 20cm :
Die Schrift oben im Bild, ist im Orginal natürlich nicht vorhanden ! 🙂

Wer das Gemälde haben möchte sendet bitte eine E-Mail an folgende Adresse:
info@lancelot-armstrong.de

Vielleicht findet ja einer von Euch gefallen an meinem bescheidenen Werk. Das schöne dabei ist ja, das ihr ein Original Gemälde von mir bekommt, und Lancelot auch noch von Euch eure Hilfe bekommt… 🙂 Ich verschenke also mein Gemälde an die jenige Person die Lancelot damit helfen möchte. 🙂

Bei diesen Gemälde gebe ich einen Spendenvorschlag zur Orientierung an.
Er kann gerne an die eigenen Möglichkeiten angepasst werden!

Euer Kaivel (Kai Friedrich)

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Und hier könnt ihr sehen wie ich daran gearbeitet habe…

Foto: Peter K.

Foto: Peter K.

Foto: Peter K.

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Texas: Robert Pruett hingerichtet

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Robert Pruett

Robert Pruett: Ich liebe euch alle so sehr“

Der US-Bundesstaat Texas hat Robert Pruett (37) am 12. Oktober 2017 exekutiert. Bereits im Alter von 16 Jahren wurde er zu 99 Jahren Gefängnis verurteilt, wegen eines Mordes, den sein Vater begangen hatte. Während seiner Haftzeit soll er den Vollzugsbeamten Daniel Nagle ermordet haben.

Robert Pruett war 17 Jahre in der Isolationszelle im Todestrakt von Texas und vorher seit seinem 16. Lebensjahr im Gefängnis ohne jede Hoffnung jemals wieder frei zu sein. Den ihm vorgeworfenen Mord soll er während Verbüßung seiner 99 jährigen Haftstrafe begangen haben. Weitere Informationen zu seinem Fall sind hier zu finden.

Robert Pruett bestand auf seiner Unschuld. Er habe diesen Mord nicht begangen. Seine Anwälte argumentierten, dass die Gefangenen ihn belasteten indem sie aussagten, sie hätten gesehen wie Robert den Mord begangen habe, ursprünglich jedoch ausgesagt hatten, sie hätten den Mord gar nicht gesehen. Und Robert sei zum Tatzeitpunkt auf dem Gefängnishof gewesen, also fern vom Tatort. Dennoch wurde Robert zum Tode verurteilt.

Teenager im Gefängnissystem begraben
Fassungslos stehen wir vor einem Staat, der ein 16j. Jungen jede Chance auf sein Leben raubt. Jede Chance auf eine Entwicklung. Sie haben ihn in ihrem Gefängnissystem begraben… Sollte er den Mord begangen haben, so muss sich Texas fragen lassen, ob der Staat nicht einen erheblichen Teil zu diesem Unglück beigetragen hat. Wenn Robert, wie er immer beteuerte, den ihm vorgeworfenen Mord nicht begangen hat, dann ist diese Hinrichtung der Endpunkt eines schrecklichen Versagens des Systems – Eines Systems der Rache und Gnadenlosigkeit, eines Systems von Hass und Gewalt, ohne Verstand und Menschlichkeit…

In seinen letzten Worten sagte Robert: „Ich habe viele Menschen verletzt und viele Menschen haben mich verletzt. Ich liebe euch alle so sehr. Das Leben endet hier nicht, es geht ewig weiter. Ich musste auf die harte Weise meine Lektionen lernen. Eines Tages wird es keinen Grund mehr geben, Menschen zu verletzen.“

IHfL
Peter K.

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