Wieder Hinrichtung in Oklahoma geplant – Bigler Stouffer unschuldig?

Obwohl es bei der letzten Exekution in Oklahoma wieder zu einer Katastrophe kam (wir berichteten), soll am 9. Dezember erneut eine Hinrichtung stattfinden und Bigler Stouffer durch den Staat getötet werden. Er wurde 1985 für den Mord an Linda Reaves verurteilt.

Bigler Stouffer hat immer seine Unschuld beteuert und es gibt deutliche Hinweise darauf, dass er die Wahrheit sagt. So wies der Forensiker Dr. Vincent DiMaio darauf hin, dass auf der Kleidung des Mörders von Linda Reaves eine beträchtliche Menge Blut von seinem Opfer anhaften müsste. Aber auf der Kleidung von Bigler Stouffer fand sich kein Blut. Auch andere forensische Beweise, darunter DNA-Tests, belegen seine Unschuldsbeteuerung.

Aber selbst wenn wir von der Schuld Stouffers ausgehen würden, welchen Sinn macht es nach 36 Jahren der Folter des Todestraktes ausgesetzt, nun diesen Mann hinzurichten. In diesen langen Jahren hat sich dieser Mann sicher sehr verändert und somit würde ein ganz anderer Mann auf der Todesliege sterben, als der Mann der er damals war. 36 Jahre Angst und Verzweiflung im Todestrakt! – Selbst wenn Herr Stouffer der Täter sein sollte, sind diese 36 Jahre sicher mehr als genug Strafe.

Und was wenn er wirklich unschuldig ist? – Dann hätte die Todesstrafe ein neues unschuldiges Opfer gefunden und niemand wird für diesen schrecklichen Mord zur Verantwortung gezogen werden.

Jetzt aktiv werden:

Es scheint, als gehe es dem US-Bundesstaat Oklamhoma nur um eines: Rache! – Das Alttestamentarische „Auge um Auge“… Stehengeblieben in martialischen Zeiten verweigert sich dieser Staat der Zivilisation und tötet Menschen mit grausamen Methoden (siehe hier).

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.newson6.com/story/619d1f1a463c540bf3eb3938/federal-judge-denies-preliminary-injunction-for-bigler-stouffer
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-bigler-stouffer-in-oklahoma
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/10/29/erneut-schreckliche-szenen-bei-hinrichtung-in-oklahoma/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/05/19/clayton-lockett-die-grausamen-details-seiner-hinrichtung/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der über 30 Jahre von der Todesstrafe bedroht wurde, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten der USA.
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„Begnadigung“ für Julius Jones durch fast gnadenlosen Gouverneur

Julius Jones sollte am 18.11.2021 hingerichtet werden (wir berichteten). Nachdem das Oklahoma Pardons and Parole Board Lebenslänglich mit der Möglichkeit auf Bewährung empfahl, begnadigte der Gouverneur Kevin Stitt ihn erst kurz vor der Exekution zu Lebenslänglicher Haftstrafe, aber ohne Bewährungsmöglichkeit. Jones war rund 20 Jahre in der Todeszelle, weil er im Alter von 19 Jahren Paul Howell im Jahr 1999 ermordet haben soll.

Vor kurzem wurde in Oklahoma, nach rund 60 Jahren, erstmals wieder ein Mann hingerichtet. Wir berichteten darüber in unserm Artikel: Erneut schreckliche Szenen bei Hinrichtung in Oklahoma
Während dieser Hinrichtung war es wieder zu Problemen gekommen und das Opfer wurde regelrecht zu Tode gefoltert. Nun sollte Julius Jones das gleiche erleben und dabei sterben.

Seit 20 Jahren bangte die Familie von Julius Jones um sein Leben. Seine Mutter kämpfte bis zum letzten Moment um ihren Sohn, zumal sie von der Unschuld ihres Kindes überzeugt ist. Weltweit wurden rund 7 Millionen Unterschriften für Julius gesammelt. Eine so große Unterstützung bekommen leider nicht viele Todeskandidaten. Prominente und auch Politiker setzten sich für ihn ein. Sogar Kim Kardashian besuchte ihn vor rund einem Jahr. Dennoch wurde der Hinrichtungstermin angesetzt. Obwohl es erhebliche Zweifel an seiner Schuld gibt.

Und obwohl das Oklahoma Pardons and Parole Board die Begnadigung befürwortete, misshandelte der Gouverneur von Oklahoma die Mutter, die Familie und Freunde von Julius Jones auf eine unerträgliche Weise, indem er sich Zeit lies mit seiner Entscheidung – viel Zeit, Tage, Wochen… Erst kurz vor der Exekution stoppte er die Hinrichtung durch seine Entscheidung.

Tatsächlich kam es einen Tag vor der geplanten Exekution zu dem letzten, erlaubten, Treffen zwischen Julius und seiner Familie. Man stelle sich das vor, wie sie sich am Ende des Treffens verabschieden mussten, mit dem Wissen um die bevorstehende Hinrichtung. Herr Gouverneur Stitt, was für ein erbärmlicher Mensch sind sie eigentlich? Wie konnten sie DAS der Mutter und allen anderen antun?! – Welche Motivation hat sie dazu getrieben, diese Menschen so psychisch zu foltern? – Sie haben Schande über ihr Amt gebracht und wir können nur hoffen, dass sie irgendwann für diese Grausamkeit zur Rechenschaft gezogen werden, zumal sie Julius jetzt, entgegen aller Empfehlungen, für den Rest seines Leben einsperren lassen. Wir sind angewidert von einem politischen und juristischen System, dass so etwas zulässt. Niemand hat das Recht Menschen so zu quälen!

Wir danken allen die sich für Julius Jones eingesetzt haben und damit für den nötigen Druck sorgten, der zumindest sein Leben gerettet hat und wir bitten um freundliche Beachtung unseres unten vorhandenen Spendenaufrufs, damit der Kampf der IHfL gegen diese grausame Strafe weitergehen kann.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.bbc.com/news/world-us-canada-59331978
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/11/10/soll-mit-julius-jones-am-18-11-ein-unschuldiger-sterben/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der über 30 Jahre von der Todesstrafe bedroht wurde, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten der USA.
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Soll mit Julius Jones am 18.11. ein Unschuldiger sterben?

Julius Jones

Julius Jones soll am 18.11.2021 durch den US-Bundesstaat Oklahoma hingerichtet werden. Er ist seit rund 20 Jahren in der Todeszelle, weil er im Alter von 19 Jahren Paul Howell im Jahr 1999 ermordet haben soll. Jones hat immer auf seiner Unschuld bestanden.

Fast 6,5 Millionen Unterschriften wurden allein bei change.org gegen die Exekution von Julius Jones gesammelt. Dort werden viele Hinweise auf seine Unschuld erwähnt:

  • Augenzeugen zufolge befand sich Mr. Jones zum Zeitpunkt des Mordes im Haus seiner Eltern, also meilenweit vom Tatort entfernt.
  • Der Mitangeklagte von Mr. Jones gab zu, an dem Verbrechen beteiligt gewesen zu sein, und ist nun frei, nachdem er gegen Julius ausgesagt hat. Es wurde gehört, wie er damit prahlte, dass er „Julius eine Falle gestellt“ habe. Der Mitangeklagte von Mr. Jones passt auf die einzige Augenzeugenbeschreibung des Schützen, die auf der Länge seiner Haare beruht.
  • Neu entdeckte Beweise zeigen, dass mindestens ein Geschworener rassistische Vorurteile hegte, die seine Stimme bei der Verurteilung von Mr. Jones zum Tode beeinflussten. Ein Geschworener berichtete dem Richter von einem anderen Geschworenen, der sagte, der Prozess sei Zeitverschwendung und „sie sollten einfach den N**** rausnehmen und ihn hinter dem Gefängnis erschießen„.

Anfang November 2021 entschied das Oklahoma Pardons and Parole Board für Jones eine Lebenslange Haft, mit der Möglichkeit auf Bewährung, zu empfehlen. Da letztendlich diese Entscheidung jedoch nur der Gouverneur von Oklahoma treffen kann, können wir nur hoffen, dass er die richtige Entscheidung trifft.

Die Mutter von Julius Jones sage in eine Erklärung, die sie über ihren Anwalt verbreiten lies: „Mein Sohn Julius sitzt seit über zwanzig Jahren im Todestrakt wegen eines Mordes, den er nicht begangen hat, und jeder Tag davon war für meine Familie ein Albtraum… Ich bin dem Pardon and Parole Board dankbar, dass es erneut gezeigt hat, dass es bereit ist, auf Fakten und Vernunft zu hören, Mitgefühl zu zeigen und alles in seiner Macht Stehende zu tun, um dieses schreckliche Unrecht zu korrigieren. Jetzt bitte ich Gouverneur Stitt, dasselbe zu tun, indem er diese Empfehlung akzeptiert.“

Petitionen für Julius Jones:

https://www.change.org/p/julius-jones-is-innocent-don-t-let-him-be-executed-by-the-state-of-oklahoma

https://actionnetwork.org/petitions/justice-for-julius-jones-in-oklahoma/

https://p2a.co/bgmivzn
(bei der Telefonnummer bitte keine „0“ am Anfang eingeben, sonst wird die Nummer nicht akzeptiert! – 10 oder 11stellige Zahlen funktionieren.)

https://catholicsmobilizing.org/action/2021-10/stop-execution-julius-jones

Kontakt zum Gouverneur
https://twitter.com/govstitt

Ein Todesurteil aufgrund einer mit Rassisten durchsetzen Jury. Das ist der Stoff aus dem die sogenannte Gerechtigkeit in Oklahoma ist. Dieser Umstand zeigt deutlich, wie wichtig die Abschaffung der Todesstrafe ist, auch damit Rassisten nicht weiter Menschen morden können und dies sogar mit Hilfe der Justiz.
Auch möchten wir darauf hinweisen, dass in Oklahoma die Verurteilten offensichtlich zu Tode gefoltert werden, wie die „missglückte“ Exekution von John Grant erst vor kurzem wieder gezeigt hat (für Details siehe hier).

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.cnn.com/2021/11/01/us/julius-jones-oklahoma-clemency-hearing/index.html
https://www.change.org/p/julius-jones-is-innocent-don-t-let-him-be-executed-by-the-state-of-oklahoma
https://actionnetwork.org/petitions/justice-for-julius-jones-in-oklahoma/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/10/29/erneut-schreckliche-szenen-bei-hinrichtung-in-oklahoma/

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Angeklagter will hingerichtet werden

Update 18.11.2021:
David Cox wurde hingerichtet.

In seinen letzten Worten sagte David Cox:
„Ich möchte, dass meine Kinder wissen, dass ich sie sehr liebe und dass ich einmal ein guter Mensch war“, sagte der MDOC-Kommissar Burl Cain sagte Cox erzählte ihm noch. „Lesen Sie nie etwas anderes als die King James Bibel. Ich möchte dem Kommissar dafür danken, dass er so nett zu mir war. Und das ist alles, was ich zu sagen habe.“

Quelle:
https://eu.clarionledger.com/story/news/local/2021/11/17/mississippi-execution-david-neal-cox-kim-cox-murder-live-coverage/8617150002/


Im US-Bundesstaat Mississippi soll am 17. November 2021 David Cox hingerichtet werden, nachdem er auf alle rechtlichen Möglichkeiten einer Berufung verzichtet hat. Cox bekennt sich schuldig an der Ermordung seiner Frau im Jahr 2010. Seit 2012 ist in Mississippi niemand mehr durch den Staat exekutiert worden.

David Cox reichte bei Gericht Dokumente ein, in denen er sich selbst als „Todeswürdig“ bezeichnet und auf alle rechtlichen Mittel verzichtet, die seine Exekution verhindern könnten.

Der Oberste Gerichtshof von Mississippi hat den Hinrichtungstermin auf den 17. November 2021 festgelegt, nachdem der Richter des Bezirksgerichts (Kent Smith) von Union County entschied, dass Cox geistig gesund genug sei, um auf Berufungen zu verzichten.

Inwieweit jedoch ein Mensch wirklich geistig gesund ist, der seine eigene Hinrichtung fordert, ist zumindest fraglich. Die Aufgabe des Staates wäre sicher eher, einem solchen Menschen alle mögliche medizinische und psychologische Hilfe zukommen zu lassen, anstatt ihn zu töten. Zumal Hinrichtungen von geistig verwirrten Personen in den USA eigentlich verboten sind und diese Exekution quasi ein staatlich unterstützter Selbstmord wäre.

Es ist nicht unsere Aufgabe zu verurteilen, auch nicht bei schwersten Verbrechen. Als entschiedene Gegner der Todesstrafe sind wir jedoch der Auffassung, dass niemand das Recht hat einen anderen Menschen zu töten – auch nicht der Staat! – Unabhängig von der Schwere eines Verbrechens, ist auch die Todesstrafe ein Verbrechen und darum grundsätzlich abzulehnen!

Petitionen gegen die Hinrichtung von David Cox:
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-david-cox-in-mississippi

https://catholicsmobilizing.org/action/2021-10/stop-execution-david-cox

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://www.newsweek.com/mississippi-readies-1st-execution-since-2012-after-inmate-wins-right-waive-appeals-1644121

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Peter K. – „Der Wind und das Laub“ – Gewidmet allen, die einen geliebten Menschen im Todestrakt haben.

Peter K. ist ein deutscher Musiker und Mitbegründer der „Initiative Hoffnung füs Leben (IHfL)“ und setzt sich seit vielen Jahren für die Abschaffung der Todesstrafe ein. Seinen neu aufgenommen Song „Der Wind und das Laub“ widmet er allen, die einen geliebten Menschen im Todestrakt haben.

In diesem Musik-Video werden neben der Musik von Peter K. auch wieder (dieses mal andere) Gemälde von Lancelot Armstrong gezeigt…. Die Gemälde hatte Lancelot im Todestrakt gemalt. Lancelot war über 30 Jahre von der Todesstrafe bedroht…

Eines der großen Probleme bei der Diskussion um die Todesstrafe ist, dass die Angehörigen und Freunde der Verurteilten keine Rolle spielen. Es wird zwar richtigerweise vom Leid der Opfer gesprochen, aber dabei ganz vergessen, welches Leid es für die Angehörigen und Freunde der Todeskandidaten bedeutet, meist über Jahrzehnte, um das Leben ihres geliebten Menschen bangen zu müssen. Spätestens die Hinrichtung bedeutet dann ein schweres Trauma für sie. Das ist einer der Hauptgründe, warum das folgende Lied diesen Menschen gewidmet wurde. Der Song handelt von den tiefen Gefühlen zwischen dem Gefangenen und seinen Lieben.

Eine Englischsprachige Version ist in Arbeit und wird demnächst veröffentlicht.

Weitere Musik- und Info-Videos der IHfL findet ihr HIER.

IHfL
Kai Friedrich

——

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Erneut schreckliche Szenen bei Hinrichtung in Oklahoma

Der wegen Mordes verurteilte John Marion Grant wurde mittels tödlicher Injektionen hingerichtet. Dabei wurde u.a. das umstrittene Medikament Midazolam verwendet. Laut Zeugenberichten erbrach sich Grant während der Hinrichtung und durchlebte zwei Dutzend Ganzkörperkrämpfe. Grant war wegen Raubüberfalls im Gefängnis, wo es zu einem tödlichen Vorfall kam, bei dem er im Jahr 1999 die 58-jährige Gay Carter erstach.

Am Donnerstag, gegen 16:21 Uhr (Ortszeit) wurde John Marion Grant hingerichtet. Es war die erste Exekution in Oklahoma seitdem dieser Staat in einer beispiellosen und verbrecherischen Weise Clayton Lockett zu Tode gefoltert hatte (wir berichteten).

Grant hatte den Bundesstaat Oklahoma verklagt, wegen der geplanten Verwendung von Midazolam. Zunächst verfügte ein Gericht einen temporären Hinrichtungsstopp. Dieser wurde durch den Obersten Gerichtshof der USA mit 5 gegen 3 Stimmen aufgehoben, so dass die Exekution stattfinden konnte.

Midazolam ist dafür bekannt, dass es nicht „sicher“ ist und das Opfer unter Umständen bei Bewusstsein bleibt. Außerdem hat Midazolam keinerlei schmerzstillende Wirkung. Die zweite Injektion besteht aus einer Droge welche die Muskeln lähmt, wodurch man sich in keiner Weise mehr bemerkbar machen kann. Das dritte Mittel soll das Herz anhalten, wodurch der Tod eintritt.

Mark Elliott (Floridians for Alternatives to the Death Penalty FADP) sagt dazu: “Bei Injektionen mit drei Mitteln ist die Gefahr groß, dass die Wirkung des ersten schnell verfliegt und niemand das mitbekommt.” Es gebe nur einen Menschen der wisse, ob die Verwendung von Midazolam-Hydrochlorid Schmerzen verursacht, dies sei derjenige, der damit getötet wird. Zum Schluss komme Kaliumchlorid zum Einsatz. Mark Elliott teilt mit, dass durch dieses Mittel alle inneren Organe quasi “verbrennen”.

Ähnliche Folter wie bei Clayton Lockett
Einer der Zeugen, Sean Murphy, Journalist bei Associated Press, sagte, er wäre bei 14 Hinrichtungen als Zeuge dabei gewesen, aber so etwas habe er noch nie gesehen. Noch nie habe er erlebt, dass sich ein Verurteilter dabei erbricht. Dabei bezeichnete er die Krämpfe von Grant als dem ähnlich zu sein, was er bei der Hinrichtung von Clayton Lockett gesehen habe.

System der Unmenschlichkeit
Was ist das für eine Justiz, was sind das für Menschen, die sich im Namen der Gerechtigkeit, in solch schrecklicher Form, dazu berufen fühlen, Menschen zu Tode zu foltern? – Die USA verkaufen sich in der Welt, als der Heilsbringer von Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit.
Tatsächlich ist die Wirklichkeit der Vereinigten Staaten eine andere – Sie führten unvorstellbar viele, blutige Kriege (siehe hier). Dabei haben sie immer wieder auch die zivile Bevölkerung ermordet und verstümmelt, für die Interessen des Kapitals. Und ausgerechnet dieses Regime, welches unendlich viele Orden für diese Morde verteilt hat, spielt sich als Verteidiger der Gerechtigkeit auf, indem sie wieder Morden und dies in Form von grausamer Folter. Damit sind nicht nur die schrecklichen Schmerzen gemeint, welche die Gefangenen bei ihrer Exekution durchleben müssen. Nein – Folter ist auch der Weg dort hin… Das jahrzehntelange Eingesperrt sein, meist in winzigen Einzelzellen. Die extrem schlechte Ernährung und mangelhafte medizinische Versorgung der Todeskandidaten. Die Tatsache, dass das Wissen um die eigene Ermordung durch den Staat, die Gefangenen in unvorstellbarer Weise quält und manche von ihnen in tiefste Depression und Selbstmord treibt.
Es ist die Justiz eines Systems der Unmenschlichkeit und es ist zu hoffen, dass all die Personen, die sich an dieser Justiz und Politik beteiligen, eines Tages zur Rechenschaft gezogen werden.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://okcfox.com/news/local/oklahoma-death-row-inmate-john-grant-executed
https://latestpagenews.com/news/death-row-inmate-john-grant-vomited-and-lifted-his-head-in-the-horror-execution/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/05/19/clayton-lockett-die-grausamen-details-seiner-hinrichtung/
https://www.reuters.com/world/us/oklahoma-can-carry-out-executions-john-grant-julius-jones-high-court-rules-2021-10-28/

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Oklahoma will am 28. Okt. Hinrichtung durchführen

John Marion Grant

Der US-Bundesstaat Oklahoma beabsichtigt am 28. Okt. 2021 den wegen Mordes verurteilten John Marion Grant (60) hinzurichten. Er wäre der erste Gefangene seit 2015, als Clayton Lockett grausam zu Tode misshandelt wurde, durch den Staat Oklahoma.

Grant war wegen Raubüberfalls im Gefängnis, wo es zu einem tödlichen Vorfall kam, bei dem er die 58-jährige Gay Carter erstach, in der Küche des Dick Conner Correctional Center in Hominy. Im Jahr 2000 wurde er dafür zum Tode verurteilt.

Der Vorstand des Pardon and Parole Boards stimmte in einer knappen Entscheidung (3 zu 2) vor kurzem gegen das Gnadengesuch, wobei Adam Luck und Kelly Doyle sich für die Begnadigung aussprachen und Richard Smothermon, Scott Williams und Larry Morris dagegen.

In dem Gnadengesuch argumentierte seine Verteidigung vor allem mit der schrecklichen Kindheit Grants. Er wurde als Sohn seiner alleinerziehenden Mutter geboren und war eines von 9 Kindern. In der Familie wurde er von klein auf als „Bastard der Familie“ bezeichnet. Von schwerster Armut geprägt, stahl er Lebensmittel und Kleidung für seine Geschwister und wurde in den 70er Jahren in Heime eingewiesen, in denen er schwere Misshandlungen erlebte. Im Alter von 17 Jahren wurde er wegen Raub in ein Gefängnis für Erwachsene gesteckt und bekam dort keinerlei Hilfe oder Behandlung wegen seiner psychischen Erkrankung und seiner schlimmen Vergangenheit.
Der Staat hat geholfen, einen gebrochenen Mann zu schaffen„, heißt es in dem Gnadengesuch.

Die umfassenden Misshandlungen und die Verlassenheit durch die Akteure des Staates gipfelten in der tragischen Tötung einer Gefängnisangestellten, die kürzlich eine persönliche Beziehung zu ihm beendet hatte, sagten seine Anwälte.

Seine Anwälte argumentierten auch damit, dass er nicht adäquat verteidigt worden war, da seine damaligen Verteidger die tragische Vorgeschichte Grants nicht richtig präsentierten.

Seit 12 Jahren gab es kein Disziplinarverfahren mehr im Gefängnis gegen Grant. Er habe sich sehr zum positiven verändert, sagte seine Anwältin Sarah Jernigan. Und weiter: „Wir fordern nicht, dass es keine Strafe gibt… Strafe wäre der Rest seines Lebens unter den schlimmsten Bedingungen. Und deshalb bitten wir nicht darum, dass es keine Strafe (Hinrichtung d.Red.) gibt, sondern wir bitten um Gnade, dass er vom Tod verschont wird.“

John Marion Grant verzichtete bei der Anhörung auf seine Aussage. Seine Verteidiger sagen, er wolle das Trauma seiner Vergangenheit nicht noch einmal erleben.

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Josh Lockett bat den Vorstand, Grant keine Gnade zu erweisen: „Gay Carter hat nur ihren Job gemacht… Sie hatte etwas Windex und ein paar Papierhandtücher und ging ihrem Tag nach, aber ihr normaler Ablauf wurde augenblicklich erschreckend, als John Grant Sie packte und in den Moppschrank zerrte.“

Es ist ja so einfach. Die Tat von John Marion Grant auf ihn selbst zu reduzieren. Im gewissen Sinne muss er für die Verbrechen anderer und nicht nur für sein eigenes getötet werden. Der Staat „wirft den Stein“ und wäscht seine Hände in Unschuld. Das ist die Pervertierung einer Justiz, die nur ein Ziel hat, die Verantwortung der Gesellschaft und deren Vertreter zu kaschieren und dafür muss John Marion Grant sterben. Als Opferlamm auf dem Altar einer Gerechtigkeit, die keine ist, da sie von einem maroden und gewalttätigen System geschaffen wurde.

Erschreckender Rückblick:
Im Jahr 2015 kam es zu einem schrecklichen Vorfall während der Hinrichtung von Clayton Lockett.
Siehe unseren Bericht: Clayton Lockett, die grausamen Details seiner Hinrichtung.
(Falls sie dem obigen Link folgen, möchten wir ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass die Details in unserem Bericht, empfindliche Personen verstören können!)
Seitdem gab es dort einen Hinrichtungsstopp. Anstatt die einzig richtige Konsequenz aus diesem Verbrechen zu ziehen, nämlich die Todesstrafe abzuschaffen, allein schon, weil nicht garantiert werden kann, dass so etwas wieder geschieht, hat sich Oklahoma nicht weiterentwickelt und beginnt erneut mit Exekutionen…

IHfL
Peter K

Quellen:
https://eu.oklahoman.com/story/news/2021/10/06/oklahoma-pardon-parole-board-denies-clemency-inmate-john-marion-grant/6007189001/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/05/19/clayton-lockett-die-grausamen-details-seiner-hinrichtung/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der über 30 Jahre von der Todesstrafe bedroht wurde, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten der USA.
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Willie Smith 30 Jahre nach der Tat hingerichtet

Willie Smith

Der US-Bundesstaat Alabama hat Willie Smith, rund 30 Jahre nach dem ihm vorgeworfenen Verbrechen, hingerichtet. Obwohl das Gesetz die Exekution von geistig Behinderten eigentlich verbietet. Smith hat Sharma Ruth Johnson beraubt, und erschossen. Willie Smith hat die Tat gestanden.

Laut seinen Anwälten hatte Willie einen IQ von 64-72.
Im Jahr 2018 wurde in Alabama ein Gesetz verabschiedet, welches die Exekution Stickstoffhypoxie erlaubt. Jedoch füllte Willie Smith das Formular, in dem er sich die Hinrichtungsmethode „aussuchen“ konnte nicht aus, da er offensichtlich geistig nicht in der Lage war, den Sinn des Formulars zu verstehen. Da derzeit keine Hinrichtungen in der Gaskammer in Alabama stattfinden, wäre er nicht mit der Giftspritze hingerichtet worden, wenn er die Gaskammer „gewählt“ hätte.

In einem zynischen Kommentar sagte der Generalstaatsanwalt Steve Mershall: „Die Familie von Sharma Johnson musste 29 Jahre, 11 Monate und 25 Tage warten, bis die Verurteilung von Sharmas Mörder vollstreckt wurde… Endlich ist die grausame und ungewöhnliche Bestrafung, die ihnen auferlegt wurde – eine jahrzehntelange Verweigerung von Gerechtigkeit – zu Ende.“ – Als wenn die Exektion von Willie Smith der Familie die Verstorbene zurückgebracht hätte. Wir bezweifeln, dass die Hinrichtung, eines zumal geistig Behinderten Mannes, nach so langer Zeit, der Familie wirklich Erleichterung bringt. Rache schmeckt meist sehr bitter. Aber wir wissen, dass mit der Exekution von Willie Smith vielen Menschen schlimmes Leid angetan wurde. Nach 30 Jahren des Bangens und Hoffens, hat seine Familie und seine Freunde erleben müssen, wie der Staat mittels seiner martialischen Justiz, ihnen diesen geliebten Menschen genommen hat. Für viele ein schlimmes Trauma. Und sicher eine grausame Bestrafung für all diese unschuldigen Menschen.

Ebenso zynisch, zumindest den Angehörigen und Freunden von Willie Smith gegenüber, äußerte sich der Gouverneur Kay Ivey in einer Erklärung nach der Hinrichtung: „Die Beweise in diesem Fall waren überwältigend, und der Gerechtigkeit wurde zu Recht gedient . Ich bete, dass die Lieben von Frau Johnson dem Frieden näher sein können.“ – Vermutlich betet dieser Gouverneur zu seinem Herrn, der in den 10 Geboten schreibt: „Du sollst nicht töten!“ – Aber dies muss er mit seinem Gott ausmachen…

Die letzten ca. 30 Jahre verbrachte Willie Smith im Todestrakt. Dort veränderte er sich zusehends und wurde zu einem wunderbaren Menschen. Dies berichteten mehrere Freunde und Freundinnen von ihm, während der über fünfstündigen Onlinemahnwache von Death Penalty Action (https://fb.watch/8NY7ALM0E-/), an der auch die deutsche IHfL teilnahm. Dabei bestand eine direkte Verbindung zu Menschen, die vor Ort gegen die Hinrichtung protestierten. Während dieser Mahnwache kam zunächst Hoffnung auf, als ein Gericht einen temporären Aufschub verkündete. Dieser wurde jedoch später wieder aufgehoben und die Hinrichtung vollzogen. Alle Teilnehmer der Mahnwache legten eine Schweigeminute ein. Begleitet wurde die Mahnwache auch von Musik von Peter K., einem Mitbegründer der IHfL. Gegen Ende waren sich alle Teilnehmer der Onlinemahnwache einige, dass der Kampf gegen die Todesstrafe weitergehen muss. Death Penalty Action hatte 61,557 Unterschriften gegen die Hinrichtung von Willie Smith gesammelt.

In einem Gastbeitrag schrieb seine Brieffreundin Sabine, als Willie Smith einen Hinrichtungstermin am 21.02.2021 hatte, der jedoch aufgehoben wurde:

2007 habe ich Willie Smith das erste Mal geschrieben. Er suchte damals über die ‚Initiative gegen die Todesstrafe‘ eine Brieffreundschaft. Ich schrieb zu diesem Zeitpunkt bereits mit Anthony aus Texas, konnte mir eine weitere Freundschaft zu jemandem im Todestrakt vorstellen. Es wurde ein intensiver Austausch. Willie leugnete nie seine Schuld an dem Raubmord, dessen er angeklagt wurde. Er bereute zutiefst, empfand jedoch auch, dass er inzwischen ein anderer Mensch geworden war. Er kam im Gefängnis zum Glauben, wurde Christ, empfand das Todesurteil als Weigerung der Justiz, diese Veränderung wahrzunehmen und anzuerkennen. Immer wieder schrieb er, Gott werde seine Hinrichtung nicht zulassen. Ja, er rechnete sogar damit, noch einmal frei zu kommen. Vorsichtig versuchte ich ihm zu vermitteln, dass es auch möglich wäre, dass Gott eine Hinrichtung zulassen würde. Unsere Korrespondenz beschäftigte sich immer wieder mit der Frage, inwieweit Gott seine Kinder vor Leid bewahrt oder auch nicht. Willie wollte unbedingt an ein Happy End glauben.
Während der Jahre unserer Brieffreundschaft gab es zwei Frauen in Willies Leben: Dunja, eine Deutsche, die ihn für eine gewisse Zeit einmal im Monat besuchte. Schließlich endete diese Liebe. Eine amerikanische Frau kam in Willies Leben, heiratete ihn, lebte aber mit einem anderen Mann zusammen. Das verletzte Willie, der sich so sehr eine ’normale‘ Ehe wünschte. Es war immer wieder der Wunsch, dass alles gut werden sollte, der in Willies Briefen deutlich wurde. Ich versuchte immer wieder ihn in die Realität zurückzuholen. Er bezeichnete mich als ‚seine kleine Schwester‘. Im Sommer 2014 hatten mein Mann und ich die Möglichkeit Willie im Todestrakt von Alabama zu besuchen. Das Personal war unfreundlich, aber wir durften uns umarmen. Wir saßen an einem Tisch im Besucherraum, umstellt von Wärtern mit Maschinengewehren. Ein paar andere Gefangene saßen mit ihrem Besuch ebenfalls in diesem Raum. Es war besonders, Willie persönlich gegenüber zu sitzen. Ich erinnere mich, dass Willie uns beim Abschied bat, ihm Fotos von Essen zu schicken.
Seit etwa einem Jahr hat Willie nun nicht mehr geschrieben. Vielleicht waren ihm meine Versuche, ihn damit zu konfrontieren, dass Gott auch für Christen (leider) nicht das Leid aus der Welt räumt und nicht alles nach Wunsch löst, zu anstrengend. Trotzdem habe ich beinahe täglich an Willie gedacht und es war ein Schock, im Internet zu sehen, dass Willie einen Hinrichtungstermin hat. Noch einmal habe ich einen Brief losgeschickt und würde mir sehr wünschen, dass er antwortet.
Obwohl ich so lange nichts von Willie gehört habe, und der Termin auch nicht überraschend kommt, trifft mich das Ganze tief. Willie bedeutet mir noch immer sehr viel. Die Vorstellung, dass er umgebracht werden soll, ich dies weiß, aber nichts tun kann, löst bei mir ein Gefühlschaos aus.
Sabine

Die Art und Weise wie immer wieder in den USA sogar geltendes Recht umgangen wird, um Menschen hinrichten zu können, muss für alle Gegner dieser grausamen und Sinnlosen Strafe Antrieb sein, weiter dafür zu kämpfen, dass die Todesstrafe endgültig abgeschafft wird.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://edition.cnn.com/2021/10/22/us/alabama-death-row-inmate-willie-smith-executed/index.html
https://fb.watch/8NY7ALM0E-/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/12/28/alabama-willie-smiths-geplante-hinrichtung/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der über 30 Jahre von der Todesstrafe bedroht wurde, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten der USA.
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Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Willie Smith 30 Jahre nach der Tat hingerichtet

Alabama: Willie Smiths soll am 21. Oktober sterben

Willie Smith

Nachdem Willie Smith einen Hinrichtungsaufschub für den 11. Februar diesen Jahres erhalten hatte (siehe hier), wurde nun für ihn ein neuer Exekutionstermin angesetzt. Der US-Bundesstaat beabsichtigt ihn am 21. Oktober zu ermorden.

Im Jahr 1992 wurde Willie Smith wegen Mordes an Sharma Ruth Johnson (22) verurteilt. Gemeinsam mit zwei anderen Männern haben sie die Bankkarte ihres Opfers gestohlen und Geld an einem Geldautomaten abgehoben. Smith leugnet nicht, die Tat begangen zu haben.

Die für den 11. Februar 2021 vorgesehene Hinrichtung wurde aufgrund verschiedener Anträge seiner Verteidigung gestoppt. Die Entscheidung fiel, nachdem der Supreme Court der USA erklärte, dass er nicht ohne seinen persönlichen spirituellen Berater im Raum hingerichtet werden könne.
Auch wurden von ihm gewünschten Zeugen der Exekution nicht zugelassen, da aufgrund der Corona-Maßnahmen die Zahl der Zeugen begrenzt wurde. Laut einer Anordnung im Middle District von Alabama dürfen nun 6 seiner designierten Zeugen anwesend sein.

Aufgrund der Bedenken wegen Covid-19 darf nur ein Reporter als Zeuge teilnehmen.
Pressevertreter aus dem ganzen Bundesstaat kritisieren die Entscheidung. Unter anderem sagte Kelly Ann Scott, Vice President of Content for Alabama Media Group:
„Bei einer Hinrichtung nutzt der Staat seine Macht in einem ultimativen Akt…Die Rolle der Presse als Zeuge besteht darin, sicherzustellen, dass die letzte Handlung gemäß der Verfassung ausgeführt wird, und den Staat für seine Handlungen zur Rechenschaft zu ziehen. Wir sind als Zeugen Augen und Ohren der Öffentlichkeit.“

Seit fast 30 Jahren wartet Willie Smith nun schon auf seine Hinrichtung.
Typisch für die USA ist, dass diese Verurteilten jahrzehntelang misshandelt, ja gefoltert werden werden, mit dem Wissen um ihre Hinrichtung und den Umständen in den Todestrakten. Dabei wird oft das schwere Leid vergessen, dass dies auch für die Menschen bedeutet die den Gefangenen nahestehen! Welchen Sinn macht es, Menschen so leiden zu lassen? – Das Opfer wird dadurch nicht mehr lebendig. Aber durch das staatliche Verbrechen der Todesstrafe werden neue Opfer produziert. Menschen die teils schwer traumatisiert werden, weil der von ihnen geliebte Mensch hingerichtet wird. Jahrzehntelang bangen diese Menschen um das Leben des Verurteilten, um am Ende seine Hinrichtung zu erleben… Dies ist eine Form von Grausamkeit, die nur durch die konsequente Abschaffung der Todesstrafe verhindert werden kann.

In unserem Artikel über Willie Smith Anfang diesen Jahres (siehe hier) schreibt in einem Gastbeitrag seine Brieffreundin:
…ich habe beinahe täglich an Willie gedacht und es war ein Schock, im Internet zu sehen, dass Willie einen Hinrichtungstermin hat…Willie bedeutet mir noch immer sehr viel. Die Vorstellung, dass er umgebracht werden soll, ich dies weiß, aber nichts tun kann, löst bei mir ein Gefühlschaos aus…

In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf unser kostenloses, kleines Buch hinweisen, in dem Peter K. über die bevorstehende Hinrichtung seines Brieffreundes aus Texas schreibt. Wer bis jetzt noch nicht verstanden hat, warum viele Menschen auch Mitleid und Mitgefühl mit Todeskandidaten, deren Familienmitgliedern und Freunden haben, dem legen wir dieses Büchlein besonders ans Herz. Das Buch ist kostenlos und kann von der Webseite der Initiative Hoffnung fürs Leben im PDF-Format geladen oder auch als Druckausgabe bestellt werden.

IHfL
Peter K

Quellen:
https://www.al.com/news/2021/10/alabama-death-row-inmate-willie-b-smith-iii-now-allowed-6-execution-witnesses-only-1-reporter.html
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/12/28/alabama-willie-smiths-geplante-hinrichtung/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der über 30 Jahre von der Todesstrafe bedroht wurde, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten der USA.
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10. Oktober: Internationaler Tag gegen die Todesstrafe

Heute, am 10. Oktober 2021, ist wieder ein internationaler Tag gegen die Todesstrafe. Aus diesem Anlass möchten wir auf unser kostenloses, kleines Buch von Peter K. aufmerksam machen, das hier als PDF geladen werden kann. Wer bis jetzt noch nicht verstanden hat, warum viele Menschen auch Mitleid und Mitgefühl mit Todeskandidaten, deren Familienmitgliedern und Freunden haben, dem legen wir dieses Büchlein besonders ans Herz.

Hinrichtungsbefehl – Ein Tagebuch

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist peter-k_hinrichtungsbefehl_ein-tagebuch_ihfl.de_.jpg.

In seinem Buch „Hinrichtungsbefehl – Ein Tagebuch“ beschreibt Peter K., in Form eines Tagebuchs, die Zeit als sein Brieffreund Ramiro Rubi Ibarra kurz vor der Hinrichtung stand.

Aus den Kommentaren einiger Testleser:

„…Ich bin total begeistert von deinem Buch! Es ist sehr emotional und berührend! Andererseits ist so viel Hoffnung und Stärke seitens Ruby einfach unglaublich! Ich bewundere deinen Freund wahnsinnig! Und ich bin erschüttert über den Umgang mit zum -Tode- Verurteilten in Amerika!“ C.S.

„…ich finde gerade solche Texte , wie deinen, sehr wichtig um Menschen anzuregen , ihre Sichtweise zu ändern und das Eine oder Andere Vorurteil zu entkräften.“ Y.H.

„…dein „Tagebuch“ ist sicher eine wichtige Methode von Selbsttherapie, um die ständige Konfrontation mit den Schicksalsbeschreibungen der Häftlinge ertragen zu können.“ U.K.

„…Ich habe Dein Büchlein jetzt 2x gelesen und es hat mir sehr gut gefallen…Die Todesstrafe ist grausam und unmenschlich…Du schreibst auch über die Meinung der Deutschen über die Todesstrafe. Manche sind wie wir, aber viele, leider sehr Viele, sind Befürworter dieser Tötungsmaschinerie…Das Büchlein ist lesenswert. Das steht fest…“ M.S.

„…dein Bericht ist erschütternd!“ E.K.

Aus dem Vorwort des Buches:

Was bedeutet es, wenn ein Mensch hingerichtet werden soll. Diese Frage stellen sich viele Menschen nicht. Für sie ist es ganz einfach. Der ist schuldig und das ist seine Strafe – Punkt. Aber so einfach ist das nicht. Denn natürlich leidet der Gefangene unter der oft jahrzehntelangen Folter im Todestrakt. Aber nicht nur er, sondern mit ihm auch viele Menschen die ihm nahe stehen. Ein Aspekt, der meist vollkommen ignoriert wird ist, welches Leid die Todesstrafe bei Menschen anrichtet, die gar nicht zum Tode verurteilt wurden.

Ich habe lange überlegt, ob ich das Folgende wirklich veröffentlichen soll. Es ist teilweise sehr persönlich und subjektiv. Aber genau so ist es nun mal, wenn ein guter Freund, ein Familienmitglied exekutiert werden soll – Es wird schrecklicher Schaden bei allen Beteiligten angerichtet.

Es handelt von Wut und Verzweiflung – Traurigkeit und Trauer über Menschen wenn ihr martialischer Ruf nach „Gerechtigkeit“ mittels Todesstrafe unendliches Leid verursacht.

Es handelt von Wut und Verzweiflung – Traurigkeit und Trauer über Menschen wenn ihr martialischer Ruf nach „Gerechtigkeit“ mittels Todesstrafe unendliches Leid verursacht.

Die Todesstrafe ist grausam und unmenschlich.
Nur Barmherzigkeit kann die Menschheit vom Leid befreien.

Peter K.

Das Buch ist kostenlos und kann von der Webseite der Initiative Hoffnung fürs Leben im PDF-Format geladen werden.
Eine gedruckte Ausgabe, die von der IHfL mittels Laserdrucker gedruckt wird, kann gegen Erstattung der Versandkosten und vielleicht einer kleinen Spende bestellt werden. Dazu einfach eine Email an: info@ihfl.de

Hier noch der Link zu der PDF-Ausgabe:
https://ihfl.de/peter-k_hinrichtungsbefehl_ein-tagebuch_ihfl.de.pdf

IHfL
Kai Friedrich

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