Nach 45 Jahren Todesurteil aufgehoben

Raymond Riles

Raymond Riles ist der am längsten in der Todeszelle Inhaftierte der USA. Nach 45 Jahren Todestrakt hat nun das Berufungsgericht von Texas sein Todesurteil aufgehoben. Riles (70) wurde wegen Mordes an John Thomas Henry 1974 verurteilt.

In der Vergangenheit wurden mehrere Hinrichtungstermine festgesetzt, doch Riles wurde immer wieder als zu geistig inkompetent eingestuft, um exekutiert zu werden. Er setzte sich sogar einmal selbst in Brand und wurde dann monatelang in einem Krankenhaus behandelt.

Jetzt stellte das Berufungsgericht fest, dass Riles Anspruch auf eine neue Anhörung hat. Das Gericht entschied, dass er verfassungswidrig zum Tode verurteilt worden war, weil das damalige Gericht die Geschworenen nicht anwies Beweise bezüglich Riles‘ Hintergrund, seiner Erziehung und psychischen Gesundheit zu berücksichtigen. Damals legte seine Verteidigung Beweise vor, die ihm eine schwere geistige Krankheit attestierten. Psychologen und Psychiater kamen zu dem Ergebnis, dass Riles psychotisch sei und an Schizophrenie leide. Auch Verwandte bezeugten, dass er seltsames und gewalttätiges Verhalten zeigte.

Seine Anwälte, Thea Posel und Jim Marcus, sagten, sie seien „sehr zufrieden“ mit der Entscheidung des Gerichts. Dabei bezeichneten sie Riles‘ Todesurteil als „ein verfassungswidriges Relikt eines seit langem ungültigen Verurteilungssystems“. Weiter sagten sie: „Weil er zu psychisch krank ist, um hingerichtet zu werden, hat Herr Riles Jahrzehnte – darunter mehrere in Einzelhaft – in einer rechtlichen Schwebe zwischen Leben und Tod verbracht… Die heutige Entscheidung wird hoffentlich eine Lösung des Falls erleichtern.“

Hintergrund:
In einem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA (Ford gegen Wainwright) kann eine schwere psychische Erkrankung, aufgrund derer die geistige Kompetenz einer Person beeinträchtigt ist, die Exekution eines Verurteilten blockieren. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf sein Todesurteil, das weiter bestehen bleibt. Aus diesem Grund verleiben solche Gefangene oft jahrzehntelang in der Todeszelle.

Unrechtssystem von der schlimmsten Sorte.
Einen psychisch schwer kranken Menschen, der an einer Psychose leidet, ja Schizophren ist, einen solchen Menschen 45 Jahre in der Hölle von Texas (wie viele Gefangene den Todestrakt nennen) einzusperren, immer wieder von Hinrichtungsterminen bedroht, die dann abgesagt werden… Exakt das ist Folter – schrecklichste Folter gegen einen kranken Mann, der in anderen Staaten vielleicht freigesprochen worden wäre, weil er Unzurechnungsfähig war, bei der Tat die er begangen hat.
Anstatt diesem Menschen eine adäquate medizinische Behandlung zu ermöglichen, misshandelten sie ihn 45 Jahre lang…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.texastribune.org/2021/04/14/raymond-riles-texas-death-penalty/
https://deathpenaltyinfo.org/news/texas-appeals-court-overturns-death-sentence-of-nations-longest-serving-death-row-prisoner

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

Hier die direkte URL: https://www.ihfl.de/st-konto.htm

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Hinrichtungsbefehl – Ein Tagebuch

In seinem neuen Buch „Hinrichtungsbefehl – Ein Tagebuch“ beschreibt Peter K., in Form eines Tagebuchs, die Zeit als sein Brieffreund Ramiro Rubi Ibarra kurz vor der Hinrichtung stand.

Aus den Kommentaren einiger Testleser:

„…Ich bin total begeistert von deinem Buch! Es ist sehr emotional und berührend! Andererseits ist so viel Hoffnung und Stärke seitens Ruby einfach unglaublich! Ich bewundere deinen Freund wahnsinnig! Und ich bin erschüttert über den Umgang mit zum -Tode- Verurteilten in Amerika!“

C.S.

„…ich finde gerade solche Texte , wie deinen, sehr wichtig um Menschen anzuregen , ihre Sichtweise zu ändern und das Eine oder Andere Vorurteil zu entkräften.“

Y.H.

„…dein „Tagebuch“ ist sicher eine wichtige Methode von Selbsttherapie, um die ständige Konfrontation mit den Schicksalsbeschreibungen der Häftlinge ertragen zu können.“

U.K.

„…Ich habe Dein Büchlein jetzt 2x gelesen und es hat mir sehr gut gefallen…Die Todesstrafe ist grausam und unmenschlich…Du schreibst auch über die Meinung der Deutschen über die Todesstrafe. Manche sind wie wir, aber viele, leider sehr Viele, sind Befürworter dieser Tötungsmaschinerie…Das Büchlein ist lesenswert. Das steht fest…“

M.S.

„…dein Bericht ist erschütternd!“

E.K.

Aus dem Vorwort des Buches:

Was bedeutet es, wenn ein Mensch hingerichtet werden soll. Diese Frage stellen sich viele Menschen nicht. Für sie ist es ganz einfach. Der ist schuldig und das ist seine Strafe – Punkt. Aber so einfach ist das nicht. Denn natürlich leidet der Gefangene unter der oft jahrzehntelangen Folter im Todestrakt. Aber nicht nur er, sondern mit ihm auch viele Menschen die ihm nahe stehen. Ein Aspekt, der meist vollkommen ignoriert wird ist, welches Leid die Todesstrafe bei Menschen anrichtet, die gar nicht zum Tode verurteilt wurden.

Ich habe lange überlegt, ob ich das Folgende wirklich schreiben soll. Es ist teilweise sehr persönlich und subjektiv. Aber genau so ist es nun mal, wenn ein guter Freund, ein Familienmitglied exekutiert werden soll – Es wird schrecklicher Schaden bei allen Beteiligten angerichtet.

Es handelt von Wut und Verzweiflung – Traurigkeit und Trauer über Menschen wenn ihr martialischer Ruf nach „Gerechtigkeit“ mittels Todesstrafe unendliches Leid verursacht.

Es handelt von Wut und Verzweiflung – Traurigkeit und Trauer über Menschen wenn ihr martialischer Ruf nach „Gerechtigkeit“ mittels Todesstrafe unendliches Leid verursacht.

Die Todesstrafe ist grausam und unmenschlich.
Nur Barmherzigkeit kann die Menschheit vom Leid befreien.

Peter K.

Das Buch ist kostenlos und kann von der Webseite der Initiative Hoffnung fürs Leben im PDF-Format geladen werden.
Eine gedruckte Ausgabe, die von der IHfL mittels Laserdrucker gedruckt wird, kann gegen Erstattung der Versandkosten und vielleicht einer kleinen Spende bestellt werden. Dazu einfach eine Email an: info@ihfl.de

Hier noch der Link zu der PDF-Ausgabe:
https://ihfl.de/peter-k_hinrichtungsbefehl_ein-tagebuch_ihfl.de.pdf

IHfL
Peter K.

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Texas plant am 20. April Ramiro Gonzales hinzurichten

Update 10.04.2020
Die Hinrichtung von Ramiro Gonzales am 20. April ist auf den 17. November 2021 verschoben worden.

Quelle: https://deathpenaltyinfo.org/executions/upcoming-executions

Ramiro Gonzales

Ursprünglicher Artikel:
Ramiro Gonzales wäre vielleicht nie in die Todeszelle gekommen, wenn er nicht von sich aus den Mord an Bridget Townsend im Jahr 2001 gestanden hätte. Obwohl die gesamten Ermittlungen gegen ihn im diesem Fall erst durch sein eigenes Zutun zu Stande kamen, will der US-Bundesstaat Texas ihn am 20. April 2021 exekutieren.

Ramiro Gonzales war zu lebenslanger Haft verurteilt worden und während er auf die Überstellung ins Gefängnis wartete, gestand er die Tat, für die er später zum Tode verurteilt wurde. Er hatte bereits mehrere Hinrichtungstermine die jedes mal gestoppt wurden.

Während eines Interviews im Todestrakt sagte Ramiro Gonzales dazu, warum er den Mord gestand:
„Es war genau das Richtige… Es war ihre Mutter“, sagte er, als er gefragt wurde, warum er gestand. „Eine Person hatte mir von ihrer Mutter erzählt und es hat mich wirklich sehr, sehr heftig getroffen.. Ich glaubte, dass sie es verdient hatte, es zu wissen…“

Ramiro Gonzales zeigte dem Sheriff von Bandera County wo er die junge Frau erschossen hatte. Daraufhin wurde er im Jahr 2006 zum Tode verurteilt.

Petition von Death Penalty Action:
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-ramiro-gonzales-in-texas

Kontakt zum Gouverneur von Texas:
Governor Greg Abbott
Office of the Governor
PO Box 12428
Austin, TX 78711-2000
Phone: (001512) 463-1828
Fax: (001512) 475-2576
Mailkontakt: https://gov.texas.gov/contact/
Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

Texas Board of Pardons and Paroles:
bpp_clemency@tdcj.texas.gov

Es ist nicht unsere Aufgabe zu verurteilen, auch nicht bei schwersten Verbrechen. Als entschiedene Gegner der Todesstrafe sind wir jedoch der Auffassung, dass niemand das Recht hat einen anderen Menschen zu töten – auch nicht der Staat! – Unabhängig von der Schwere eines Verbrechens, ist auch die Todesstrafe ein Verbrechen und darum grundsätzlich abzulehnen!

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.ksat.com/news/2016/05/17/convicted-killer-says-confession-was-right-thing-to-do/
https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/scheduled-executions/3704-texas-sets-ramiro-gonzales-execution-date-for-august-10-2016

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Wir trauern um Karl-Heinz Mruck

Karl-Heinz Mruck

Karl-Heinz Mruck ist am letzten Samstag, im Alter von 91 Jahren, in Kassel verstorben.

Karl-Heinz Mruck hat unserer IHfL, gerade in der schwierigen Anfangszeit der Arbeit, immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Als Vorsitzender des Kasseler Vereins GF-Solidarität e.V., stand er mit uns in engem Kontakt und war stets bereit uns zu unterstützen.

Das Schicksal von Lancelot Armstrong lag Karl-Heinz Mruck so sehr am Herzen, dass er sich dafür einsetzte in der Vereinszeitung „Solidarität“ über Lancelots Schicksal und unsere Arbeit zu berichten.

Karl-Heinz Mruck hat sich sein Leben lang für die Armen und Schwachen eingesetzt. Dabei ist er stets mutig vorangeschritten. Solidarität war sein höchstes Ziel!

Mit Karl-Heinz Mruck verlieren wir einen Kämpfer für eine bessere Welt – in der die Ausbeutung durch den Kapitalismus der Vergangenheit angehört.

IHfL
Peter K.

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Hinrichtungsaufschub für Ramiro Ibarra

Update 06.03.2021:
Mein Brieffreund Ramiro Rubi Ibarra schrieb mir am 22. Februar 2021 einen Brief. Da wusste er noch nicht, dass er einen Hinrichtungsaufschub bekommen hat. Dieser Brief hat mich gestern erreicht. Er war zu diesem Zeitpunkt ziemlich sicher hingerichtet zu werden, am 4. März. Ich hatte ihm von den vielen Menschen berichtet, die sich für ihn eingesetzt haben, auf die verschiedenen Weisen. Er bat mich Euch allen dafür zu danken. Hier seine Worte: „Sage all diesen Menschen, ich sende ihnen meine Grüße und Segenswünsche und meinen herzlichen Dank für alles was sie tun. Danke, dass du mir von all diesen Menschen berichtet hast. Lass uns nun schauen was Gott beschlossen hat zu tun.“


Ich möchte mich seinen Dankesworten an Euch anschließen…

IHfL
Peter K.

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Ramiro Rubi Ibarra sollte am 4. März in Texas hingerichtet werden. Nun hat er einen Aufschub erhalten, wie THE AUSTIN CHRONICLE berichtet.

Gerichtsentscheidung am 24. Februar
Der Verteidiger von Ramiro Ibarra versucht schon seit vielen Jahren, die schreckliche Kindheit von seinem Klienten den Geschworenen zu Gehör zu bringen, sowie seine geistige Behinderung zu thematisieren. Nun hat er einen entscheidenden Erfolg vor dem texanischen Berufungsgericht erreicht. Am 24. Februar 2021 hat dieses Gericht entschieden, die Hinrichtung von Ramiro Ibarra auszusetzen, um veraltete DNA-Techniken zu prüfen, die für unzuverlässige Ergebnisse bekannt sind, sowie fragwürdige Identifizierungen durch Zeugen.

Schadensbegrenzungsverteidigung
Ramiro Ibarra soll 1996 eine junge Frau ermordet haben. Sein heutiger Anwalt, Russel Hunt, versuchte eine Schadensbegrenzungsverteidigung. Seine Begründung für dieses Vorgehen:
Die vorherigen Anwälte versäumten Ibarras schwere Kindheit den Geschworenen zu vermitteln, in der Urteilsphase der Verhandlung. Solche Berichte können oft durchaus die Jury dazu bringen, von einem Todesurteil abzusehen.

Bittere Armut
Russel Hunt berichtet von einer erschreckenden Lebensgeschichte. So war Ibarra eines von 13 Kindern und lebte damals in bitterer Armut. Die Kinder erhielten oft tagelang keine Nahrung und die Familie zog häufig um. Sie lebten gemeinsam in einem Raum ohne Möbel und Strom. Ab dem 6. Lebensjahr mussten die Kinder arbeiten und waren aufgrund der Unterernährung oft krank. Ramiro Ibarra erlebte den Tod eines Geschwisters und hat andere Familienmitglieder kurz vor dem Tod gesehen.

Misshandlung
Sein Vater erniedrigte Ibarras Mutter und schlug die Kinder brutal. Dazu Russel Hunt in den Gerichtsakten: „Er schlug seine Kinder mit allem, was in der Nähe war: einem Gürtel, einem Gummiband, einem Seil, Holzstöcken oder Knüppeln, einem Kabel, einer Peitsche für Tiere. Er hat bei Ramiro und den anderen Kindern physische Narben, Verbrennungen durch Seile und blaue Flecken hinterlassen.“

Gerichte stellten sich taub
Jedoch lehnten die Gerichte diese Beweise immer wieder ab, die seit mindestens 2010 vor Gericht aufgetaucht sind. Immer wieder wiesen die Richter diese Beweise auf unterschiedlichste Weise einfach ab und verweigerten die Berücksichtigung.

Schwere Behinderung
Russel Hunt führt bei seiner Beweisführung auch eine Analyse von zwei Neuropsychologen auf, aus der hervorgeht, dass Ramiro Ibarra lediglich einen IQ von 65 hat. Dabei berichten Familienmitglieder und Lehrer Ibarras davon, dass er erst ab dem 8. Lebensjahr einigermaßen verständlich sprechen konnte und immer noch recht schwer zu verstehen sei. Sie erzählen davon, dass er Schwierigkeiten hatte sich selbst zu reinigen und zu pflegen, er langsam in der Schule war, keine Freunde hatte, im allgemeinen recht wehrlos war und oft weinte – ja, dass er unter dieser Hoffnungslosigkeit und Angst sehr gelitten hat.

Wir können nur hoffen, dass die Richter eine weise Entscheidung treffen werden. Ramiro Ibarra ist heute ein friedfertiger und gläubiger Mann. Er hat eine schlimme Zeit hinter sich, nicht nur in seiner Kindheit, sondern auch in den vielen Jahren im Todestrakt. Diese Erfahrung hat aus ihm einen kranken Mann gemacht, der sich trotz seiner vielen Schmerzen und Schwäche mehr Sorgen um andere Menschen macht, als um sich selbst.

Weitere Informationen über Ramiro Rubi Ibarra in unserem vorherigen Artikel:
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/02/13/texas-hinrichtung-von-ramiro-ibarra-am-4-marz-2021/

Wir danken allen, die sich für Ramiro Ibarra einsetzen und eingesetzt haben!

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.austinchronicle.com/news/2021-02-26/death-watch-a-hard-life-a-disabled-man-a-death-sentence/
Texas court stays execution of Ramiro Ibarra on intellectual disability grounds – UPI.com
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/02/13/texas-hinrichtung-von-ramiro-ibarra-am-4-marz-2021/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

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Texas: Hinrichtung von Ramiro Ibarra am 4. März 2021

Ramiro Rubi Ibarra

Am 4. März soll Ramiro Rubi Ibarra (66) durch den US-Bundesstaat Texas hingerichtet werden, wegen Mordes an einer jungen Frau im Jahr 1987. Seit rund 1/4 Jahrhundert erlebt er die schrecklichen und unmenschlichen Bedingungen im Todestrakt von Texas und hat sich dort zu einem anderen Menschen entwickelt.

Seit dem Mord, den Ramiro Ibarra begangen hat sind 34 Jahre vergangen. Jahrzehnte hat er darum im Gefängnis verbracht. Er lebt dort in völliger Isolation in einer extrem kleinen Zelle. Allein dieser Umstand, einen Menschen so lange in Einzelhaft zu halten und ihn jeder menschlichen Wärme und Zuspruch zu berauben, ist Folter von der schlimmsten Sorte. „Rubi“, so möchte er genannt werden, hat sich dabei sehr verändert und ist heute ein absolut friedlicher, liebevoller und bescheidener Mensch. Sollte er tatsächlich hingerichtet werden, wird der Staat Texas einen absolut anderen Menschen ermorden als den, der vor Jahrzehnten verurteilt wurde.

Ich, der Autor dieser Zeilen, bin selbst in ständigem Kontakt mit meinem Brieffreund Ramiro Rubi Ibarra. Für mich war es ein großer Schock, als ich im August letzten Jahres davon erfahren habe, dass er einen Hinrichtungstermin bekommen hat. Dabei hatte er kein faires Verfahren! – Eigentlich darf ein Mensch mit schweren geistigen Defiziten in den USA nicht exekutiert werden. Rubi wurde ein IQ von unter 70 attestiert, aber das Gericht hat dies nicht berücksichtigt. Auch wurde ihm konsularische Unterstützung verweigert, obwohl er mexikanischer Staatsbürger ist – dies ist ein Verstoß gegen die Genfer Konvention. Auch seine Kindheit voller Misshandlung und extremer Kinderarmut wurde nicht adäquat berücksichtigt.

In den letzten Wochen und Monaten sorgte sich Herr Ibarra mehr um mein Seelenheil, als um sich selbst. Gezeichnet von schwerer Erkrankung und extremen Schmerzen, die nur unzureichend durch Medikamente gelindert werden, aufgrund schlechter medizinischer Versorgung, bemüht er sich immer wieder darum mir zu helfen den Weg zu Jesus Christus zu finden.
So war ich schon sehr berührt als er mir vor kurzem schrieb: „Du sagst, Du glaubst nicht an Gott. Nun falsch, Du glaubst mehr an ihn, als Du denkst. Mit der Zeit wirst Du sehen, dass Gott sich Dir zeigen wird.“
Die Liebe zu seinem Gott ist für ihn in den vielen Jahren hinter Gittern das wichtigste in seinem Leben geworden. Und voller Liebe sorgt er sich um mich, da ich Atheist bin und keinen Glauben habe. Dabei ist er nicht im geringsten aufdringlich, sondern stehts Rücksichtsvoll und besorgt. Dieser Mann, der kurz vor seiner Hinrichtung steht, macht sich Sorgen um mich!

Ich erlebe, was es bedeutet, von der schrecklichen Todesstrafe betroffen zu sein. Denn mit Herrn Ibarra würde auch ein Stück von mir sterben. Er ist mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich tagtäglich durch eine Gefühlshölle gehe, seitdem ich von seinem „Termin“ erfahren habe. Ein Aspekt, der von Befürwortern der Todesstrafe meist völlig ignoriert wird. Das Leid, dass die Todesstrafe auch für all die Menschen bedeutet, die dem Verurteilten nahe stehen. Sie bangen Jahre und Jahrzehnte um den geliebten Menschen, um am Ende seine Hinrichtung erleben zu müssen. Viele werden dadurch schwer traumatisiert! – Auch dies ein wichtiger Aspekt, um niemals für die Todesstrafe zu sein. Zumal die Exekution des Täters das Leid der Angehörigen des Opfers nicht mindern wird und die begangene Tat dadurch nicht rückgängig gemacht werden kann.

In seinem bis jetzt letzten Brief schrieb er mir am Ende:
„Ich habe festgestellt, dass es schon sehr lange dauert einen Brief zu schreiben. Ich denke es liegt an den Schmerzen warum es länger dauert. Aber ich werde dir so lange schreiben wie ich kann, mein Freund. Wenn der Tag kommt und Du nichts mehr von mir hörst – dies liegt dann daran, dass alles vorbei ist. Im anderen Fall werde ich Dir so schnell schreiben wie ich kann. Aber vergiss nicht, jeder meiner Briefe könnte der letzte sein. Aber ich vertraue auf meinen Gott, dass ich Dir noch ein paar mal schreiben kann.
Wie immer mit Grüßen und Segenswünschen
Dein Freund
Rubi“

Ich schäme mich nicht dafür, dass diese seine liebevollen Worte mich zu Tränen rühren, im Angesicht seiner Situation. Rubi ist ein guter Mensch geworden, der sich um seine Mitmenschen sorgt. Bis zum letzten Moment.
Darum bitte nicht nur ich um Gnade und Barmherzigkeit für meinen Freund, sondern auch viele meiner Bekannten und Freunde, die sich um Rubi sorgen.

Im folgenden Möglichkeiten sich für Ramiro Rubi Ibarra einzusetzen:

Petition von Death Penalty Action:
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-ramiro-ibarra-in-texas/

Petition von Catholic Mobilizing Network
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/updatedmercyinactiontemplate-ramiroibarra/index.html

Petition von SANT'EGIDIO:
https://nodeathpenalty.santegidio.org/en/appeals/25380/

Kontakt zum Gouverneur von Texas:
Governor Greg Abbott
Office of the Governor
PO Box 12428
Austin, TX 78711-2000
Phone: (001512) 463-1828
Fax: (001512) 475-2576
Mailkontakt: https://gov.texas.gov/contact/
Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

Texas Board of Pardons and Paroles:
bpp_clemency@tdcj.texas.gov

Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich für meinen Brieffreund einsetzen.
IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.santegidio.org/index.php?staticURL=pageID/30284/langID/es/itemID/40564/Las-palabras-del-mexicano-Ramiro-condenado-a-muerte-son-un-llamamiento-a-la-misericordia-Firmemos-para-salvarle-y-para-poner-fin-a-una-pena-inhumana.html
https://wacotrib.com/news/local/crime-and-courts/execution-date-to-be-set-for-man-convicted-of-1987-waco-slaying/article_9aee4a3c-baef-50cf-86b7-2611d517703e.html

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

Hier die direkte URL: https://www.ihfl.de/st-konto.htm

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Repräsentantenhaus von Virginia: Todesstrafe abschaffen!

Wir freuen uns mitteilen zu können, dass das Repräsentantenhaus von Virginia dafür gestimmt hat die Todesstrafe abzuschaffen. Im Folgenden zitieren wir den Text aus einer entsprechenden Nachricht von Death Penalty Action, die uns per E-Mail zugestellt wurde.

GROSSE NEUIGKEITEN! In einer historischen Abstimmung hat das Abgeordnetenhaus von Virginia vor wenigen Minuten den Gesetzentwurf HB2263 zur Abschaffung der Todesstrafe in diesem Bundesstaat mit einer parteiübergreifenden Mehrheit von 57 zu 41 Stimmen verabschiedet.

Der Senat von Virginia und das Abgeordnetenhaus von Virginia haben nun dafür gestimmt, den identischen Gesetzentwurf an den Gouverneur von Virginia, Ralph Northam, zur Unterschrift zu schicken. Wenn das Gesetz in Kraft tritt, wird es die Anwendung der Todesstrafe in der Gerichtsbarkeit mit den meisten Hinrichtungen in den Vereinigten Staaten beenden.

UNTERSCHREIBEN SIE DEN DANKESBRIEF!
https://actionnetwork.org/petitions/thank-you-virginia-abolitionist-leaders-for-ending-the-death-penalty/

Eine wunderbare Entwicklung in Virginia, der hoffentlich irgendwann auch die anderen Bundesstaaten der USA folgen mögen, die noch die Todesstrafe verhängen. Diesen Umschwung verdanken wir jedem Einzelnen, der sich für die Abschaffung der Todesstrafe einsetzt. Und jedem Menschen der gegen Hinrichtungen protestiert.

Ihr könnt stolz darauf sein, NEIN gesagt zu haben!

Lasst uns weiter dafür kämpfen!

IHfL
Peter K.

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Texas will Hinrichtung durchführen

Update 04.02.2021: Das texanische Berufungsgericht hat die für nächste Woche geplante Hinrichtung von Edward Busby ausgesetzt und seinen Fall an eine untere Instanz verwiesen, um zu prüfen, ob er zu stark geistig behindert ist, um hingerichtet zu werden.
Quelle: https://www.themarshallproject.org/next-to-die

Edward Lee Busby Jr.

Ursprünglicher Artikel:

Im letzten Jahr wurden viele Exekutionen durch den US-Bundesstaat Texas gestoppt, wegen der Corona Pandemie. Jetzt soll Edward Lee Busby Jr. am 10. Februar dort exekutiert werden.

Bubsy war wegen Mordes an der 77-jährigen Laura Lee Crane am 30. Januar 2004 zum Tode verurteilt worden und ist nun seit 15 Jahren in Todestrakt von Texas.

Komplizin erhielt Lebenslänglich
Tatsächlich hat er die Tat nicht allein begangen, sondern gemeinsam mit Kathleen „Kitty“ Latimer. Sie entführten ihr Opfer in ihrem Auto und klebten ihr gemeinsam mit einem Klebeband den Mund zu. Dabei klebten sie auch die Nase ab, was zum Tode der Frau führte. Dennoch erhielt Kathleen „Kitty“ Latimer eine lebenslängliche Haftstrafe und Bubsy die Todesstrafe. Bubsy berichtet, dass seine Komplizin der eigentliche Kopf der Tat war und er nie die Absicht hatte die Frau zu töten.

Joe Bidens begrenzter Einfluss
Wir gehen davon aus, dass Joe Biden die Hinrichtungen durch die Bundesjustiz einstellt und wir hoffen er schafft die Todesstrafe durch den ganz Bund ab. Leider hat er aber keinen Einfluss auf die einzelnen Bundesstaaten, was dieses traurige Thema betrifft. Wir können nur hoffen, dass die Bundesstaaten, welche die Todesstrafe noch ausführen, irgendwann zur Vernunft kommen und den Weg des Hasses und der Grausamkeit verlassen.

Schreckliche Umstände
Die Bedingungen im Todestrakt von Texas zählen zu den härtesten in den USA. Nicht ohne Grund wird das Gefängnis von den Todeskandidaten als Hölle bezeichnet. Aus unserer Sicht handelt es sich dabei um jahrelange Folter der Gefangenen, bevor sie hingerichtet werden. Alle Beteiligten an dieser grausamen Vorgehensweise machen sich schuldig, schuldig einen schweren Verbrechens gegen die Menschlichkeit.

Petitionen für Edward Lee Busby Jr.:
* https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-edward-busby-in-texas
* https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/updatedmercyinaction-edwardbusby/index.html?

Kontakt zum Gouverneur von Texas:
Governor Greg Abbott
Office of the Governor
PO Box 12428
Austin, TX 78711-2428
Phone: (001512) 463-1828
Fax: (001512) 475-2576
Mailkontakt: https://gov.texas.gov/contact/
Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions/5683-edward-busby-jr-given-texas-execution-date-of-may-6-2020

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

Hier die direkte URL: https://www.ihfl.de/st-konto.htm

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US-Demokraten fordern Joe Biden auf die Todesstrafe abzuschaffen

Demokratische Mitglieder des US- Repräsentantenhauses und des Senats fordern den neuen US-Präsidenten Joe Biden dazu auf, sich an sein Wahlversprechen zu halten und die Bundes-Todesstrafe abzuschaffen. In diesem Zusammenhang haben sie drei Gesetzesentwürfe eingebracht, bezüglich der Abschaffung der Todesstrafe auf Bundesebene. Der Präsident soll nun eine Durchführungsverordnung erlassen, damit die Hinrichtungen auf Bundesebene gestoppt und die Todesurteile umgewandelt werden können.

170 Menschen wurden seit der Wiederaufnahme der Todesstrafe in den 1970er Jahren aus den US-Todeszellen befreit. Aus diesem Grund befürwortet die offizielle Kampagnenplattform für Strafjustiz die Abschaffung der Todesstrafe des Bundes. Joe Biden ist der erste Präsident der USA der vom Volk gewählt wurde, obwohl er die Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe unterstützte. Auf der Webseite joebiden.com steht dazu: „Weil wir nicht sicherstellen können, dass Todesstrafen jedes Mal richtig behandelt werden, wird Biden daran arbeiten, Gesetze zur Beseitigung der Todesstrafe auf Bundesebene zu verabschieden und die Staaten zu bewegen, dem Beispiel der Bundesregierung zu folgen.“

In einem Brief den die Gesetzgeber an Joe Biden gesandt haben bezeichnen sie die Todesstrafe als: „ungerecht, rassistisch und mangelhaft. Die barbarische Bestrafung leugnet die Würde und Menschlichkeit aller Menschen und wird überproportional auf Menschen angewendet, die schwarz, lateinamerikanisch und arm sind. Obwohl die Abschaffung der Todesstrafe unser kaputtes Strafrechtssystem nicht reparieren wird, ist dies ein bedeutender Schritt in Richtung Fortschritt.“

In den letzten Monaten hatte der ehemalige Präsident der USA Donald Trump durchgesetzt, dass insgesamt 13 Menschen durch die Bundesjustiz hingerichtet wurden. In den letzten Monaten seiner Amtszeit hat sich Trump zum „Präsidenten der Henker“ gemacht und sogar noch im Januar 2021 drei Gefangene exekutieren lassen.

Hier die traurige Liste der Menschen die unter Donald Trumps Präsidentschaft von Juli 2020 bis Januar 2021 exekutiert wurden:

Dustin Higgs
Corey Johnson
Lisa Montgomery (Stellungnahme ihrer Anwältin)
Alfred Bourgeois
Brandon Bernard
Orlando Hall
Christopher Vialva
William LeCroy
Keith Dwayne Nelson

Lezmond Mitchell
Dustin Honken
Wesley Ira Purkey
Daniel Lee

Wir können nur hoffen, dass der neue Präsident Joe Biden nun dafür sorgt, dass ein solcher tödlicher Irrsinn der Vergangenheit angehört und die Todesstrafe in den USA definitiv abgeschafft wird. Dabei darf er sich nicht darauf ausruhen diese unmenschliche Strafe nur auf Bundesebene zu beenden, sondern er muss mit all seiner Autorität auf die einzelnen Bundesstaaten dahingehend einwirken, dass am Ende alle Todesurteile umgewandelt werden und die Todesstrafe in den USA für immer der Vergangenheit angehört.

Auf folgender Webseite besteht die Möglichkeit Präsident Joe Biden für seine Ankündigung, die Todesstrafe abzuschaffen, zu danken, und ihn aufzufordern die entsprechenden Maßnahmen in die Wege zu leiten.
https://actionnetwork.org/petitions/biden-demolish-the-death-chamber

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://deathpenaltyinfo.org/news/democratic-legislators-introduce-death-penalty-repeal-bills-urge-president-biden-to-commute-federal-death-sentences
https://joebiden.com/justice/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/07/16/usa-hinrichtung-in-missachtung-des-rechts/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/07/17/zweite-unrechtmaessige-hinrichtung-durch-die-us-bundesregierung/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/07/18/dritte-hinrichtung-durch-us-bundesregierung/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/08/27/usa-herrenmenschen-ermorden-indianer/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/08/22/usa-hinrichtung-am-28-08-durch-den-bund/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/09/25/usa-haben-william-lecroy-und-christopher-vialva-hingerichtet/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/11/20/orlando-hall-hingerichtet/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/12/11/us-bundesgefangener-brandon-bernard-hingerichtet/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/12/12/us-bundesgefangener-alfred-bourgeois-hingerichtet/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/01/13/lisa-montgomery-hingerichtet/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/01/14/statement-der-anwaltin-der-hingerichteten-lisa-montgomery/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/01/15/12-exekution-durch-die-trump-aministration/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/01/16/13-bundeshinrichtung-letzte-worte-ich-bin-ein-unschuldiger-mann/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

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13. Bundeshinrichtung – Letzte Worte: „ich bin ein unschuldiger Mann“

Dustin Higgs

Die Trump-Administration hat den Bundesgefangenen Dustin Higgs (48), mittels tödlicher Injektion hingerichtet. Innerhalb weniger Monate sind somit, nach einem 17 jährigen Moratorium, 13 Menschen durch die Bundesjustiz der USA exekutiert worden.

Es sind nur noch ein paar Tage bevor Joe Biden, der ein erklärter Gegner der Todesstrafe ist, neuer Präsident der USA wird. Dennoch hat dies die Henker von Dustin Higgs nicht daran gehindert ihn zu töten. Nach rund 7 Stunden Verspätung, wegen verschiedener Entlastungsanträge, wurde das Urteil vollzogen.

Dustin Higgs hat niemanden erschossen
Higgs war 1996 wegen Entführung und Ermordung von drei Frauen verurteilt worden. Er selbst hat bis zum Schluss auf seiner Unschuld bestanden. In seinen letzten Worten sagte er: „Ich möchte sagen, dass ich ein unschuldiger Mann bin“ und nachdem er die Namen der drei zu Tode gekommenen Frauen (Tamika Black, Tanji Jackson, Mishann Chinn) genannt hatte, schloss er mit: „Ich habe die Morde nicht angeordnet“.

Der Mörder bekam Lebenslänglich
Tatsächlich soll er einem anderen Mann die Waffe gegeben haben. Dieser Mann erschoss die drei Frauen. Der eigentliche Mörder der Frauen, Willis Haynes, erhielt eine lebenslange Haftstrafe, während Higgs zum Tode verurteilt wurde.

Der Bundesrichter, der den Prozess gegen Higgs leitete, sagte, er verdiene „wenig Mitgefühl“. Am 29. Dezember schrieb der US-Bezirksrichter Peter Messitte: „Er erhielt ein faires Verfahren und wurde von einer einstimmigen Jury wegen eines verabscheuungswürdigen Verbrechens zum Tode verurteilt.“

Higgs Anwalt Shawn Nolan sagte: „Inmitten der Pandemie und allem, was gerade im Land vor sich geht, scheint es einfach verrückt, diese Hinrichtungen voranzutreiben. Und besonders für Dustin, der niemanden erschossen hat. Er hat niemanden getötet.“

Dies war wohl die letzte Hinrichtung durch die Bundesjustiz für lange Zeit. Da Joe Biden bereits angekündigt hat, keine Exekutionen durchführen zu lassen.

Law&Order-Ideologie
Donald Trump hat 13 Menschen hinrichten lassen, innerhalb weniger Monate. Gnadenlos hat er seine Law&Order-Ideologie durchgesetzt. Aber und das dürfen wir nicht vergessen – Ohne seine vielen Helfershelfer, hätten diese Hinrichtungen nicht durchgeführt werden können. Ohne die vielen, gnadenlosen Henker und Henkershelfer wären Tumps Opfer noch am Leben. Wir sehen also ein unmenschliches System vor uns, mit dessen Hilfe sich so mancher sein Häuschen und noch viel mehr verdient. Dieses System gilt es zu zerbrechen, damit Menschenleben nicht mehr durch niedere Rachegelüste einer Todesmaschinerie des Staates ausgesetzt sind.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://edition.cnn.com/2021/01/16/us/dustin-higgs-executed/index.html
https://www.theguardian.com/us-news/2021/jan/15/dustin-higgs-federal-execution-trump

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