Florida: Hinrichtung von Gary Ray Bowles

Gary_Ray_Bowles

Gary Ray Bowles

Am 22. August 2019 soll Gary Ray Bowles durch den US-Bundesstaat Florida hingerichtet werden. Er wurde wegen Mordes an sechs Männern im Jahr 1994 zum Tode verurteilt.

Bei Gary Ray Bowles handelt es sich um einen Serienmörder. Er stammt aus einer Familie voller Gewalt. Sowohl er, sein älterer Bruder, als auch seine Mutter wurden von seinem Vater sexuell misshandelt, bis sich Bowles im Alter von 13 Jahren zur Wehr setzte und dabei seinen Stiefvater schwer verletzte. Seine Mutter blieb jedoch mit dem alkoholabhängigen Mann zusammen und so verließ Bowles das Elternhaus. In den nächsten Jahren war er obdachlos und prostituierte sich.

Im Jahr 1994 ermordete Bowles insgesamt 6 Männer. Immer prostituierte er sich vor diesen Männern zu Beginn, um sie dann zu schlagen und zu erwürgen. Im Mai 1996 wurde er zum Tode verurteilt. Weitere Informationen auf: The Daytone Beach News-Journal (leider nicht mit deutscher IP erreichbar)

Es handelt sich bei Gary Ray Bowles offensichtlich um einen schwer psychisch kranken Mann, dessen schreckliche Handlungen durchaus durch seine Vergangenheit erklärbar sind. Dies rechtfertigt zwar nicht seine Taten, aber zeigt deutlich, dass er wohl nicht voll verantwortlich für seine Handlungen gemacht werden kann.
Unserer Ansicht nach gehört Gary Ray Bowles nicht in ein Gefängnis, sondern in eine Klinik, wo er die medizinische Behandlung erhält, die in seinem Fall notwendig wäre. Stattdessen ihn zu exekutieren ist nur die Fortsetzung der Grausamkeiten, die auch ihn in seiner Kindheit und Jugend getroffen haben. Einen so kranken Menschen hinzurichten ist Symptom einer kranken Gesellschaft die ihn umgibt.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.news-journalonline.com/news/20190817/serial-killer-of-gay-men-gary-ray-bowles-started-spree-in-daytona-set-for-thursday-execution
https://en.wikipedia.org/wiki/Gary_Ray_Bowles

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Evtl. Unschuldiger soll hingerichtet werden

Larry Swearingen

Larry Swearingen

Der US-Bundesstaat Texas will Larry Swearingen am 21.08.2019 exekutieren. Er wurde wegen Entführung, Vergewaltigung und Ermordung von Milissa Trotter (19) im Jahr 1998 zum Tode verurteilt. Swearingen beteuert bis heute seine Unschuld!

Lediglich aufgrund von Indizienbeweisen wurde Swearingen verurteilt. Dabei gab es Zeugenaussagen und Gerichtsmediziner die seine Unschuldsbeteuerung stützen. Bei einer Obduktion des Opfers änderte die Gerichtsmedizinerin später ihre Meinung, bezüglich des Todeszeitpunktes von Melissa Trotter – Danach konnte Swearingen gar nicht der Mörder diese Frau sein, da er sich zu diesem Zeitpunkt in Polizeigewahrsam befand, aufgrund einer Anschuldigung. So berichtet es das CATHOLIC MOBILIZING NETWORK.

Laut The Intercept lehnt Texas tatsächlich DNA-Tests bei vielen Beweismitteln ab, um die Schuld von Swearingen zu überprüfen. Danach soll es auch jede Menge physische Beweise geben, die seine Unschuld beweisen. Nicht einmal die Mordwaffe, eine Strumpfhose, wurde jemals einem DNA-Test unterzogen. Auch die Kleidung von Melissa Trotter wurde nie nach DNA-Spuren untersucht. Eine DNA-Untersuchung von Blut, das an Fingernägeln haftete, stammt offensichtlich von einem unbekannten Mann und nicht Swearingen! Weitere Details auf The Intercept (in englischer Sprache).

Es ist entsetzlich wie rechtlos Menschen in den USA sind, wenn der Staat sie ermorden will. Der Fall Larry Swearingen zeigt auf erschreckende Weise, wie der US-Bundesstaat Texas ein Menschenleben zerstört, diesen Menschen mit dem Todestrakt misshandelt, um ihn letztlich zu töten – Ohne wirklich ALLES zu unternehmen, um ihm die Möglichkeit zu geben, seine Unschuld zu beweisen.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://theintercept.com/2017/09/25/texas-dna-testing-larry-swearingen-execution/
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/mercyinaction-larryswearingen

 

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Und Jesus weinte. Das ist alles…

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Stephen M. West

Der US-Bundesstaat Tennesee hat Stephen West hingerichtet. In seinen letzten Worten sagte Stephen West: „Am Anfang erschuf Gott den Menschen.“ Und unter Tränen fuhr er fort: „Und Jesus weinte. Das ist alles…“. Dann wurde der elektrische Stuhl eingeschaltet.

West wurde für den Mord  an einer Frau und ihrer Tochter im Jahr 1986 zum Tode verurteilt. Wanda Romines und Sheila Romines sollen von West erstochen worden sein. Auch soll er Sheila Romines vergewaltigt haben.

Todeskandidaten die in Tennessee vor 1999 verurteilt wurden „dürfen“ die Hinrichtungsmethode wählen. Dabei können sie sich zwischen einer tödlichen Injektion (der in Tennessee vorgesehenen Standartmethode) oder dem elektrischen Stuhl „entscheiden“. Nach neuesten Informationen „wählte“ West den elektrischen Stuhl, weil er befürchtete, dass die Hinrichtung mit Midazolam noch schmerzhafter wäre.

Laut CATHOLIC MOBILIZING NETWORK litt West an schweren psychischen Erkrankungen, einschließlich Schizophrenie und schizoaffektiven Störungen, über die die Jury nie informiert wurde.
Eigentlich sind Exekutionen von geistig kranken Menschen durch das Oberste Gericht der USA verboten. Ebenfalls wird dabei ignoriert, dass es in den USA verboten ist Menschen durch eine ungewöhnliche oder besonders schmerzhafte Methode zu exekutieren.

Mord bleibt Mord! – Auch wenn er vom Staat und seinen Rechtsverdrehern beschlossen und durchgeführt wird. Das Tennessee mittlerweile auch wieder auf den elektrischen Stuhl zurückgreift, beweist nur, dass den Verantwortlichen jedes Mittel recht ist um ihr Ziel zu erreichen…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/todesstrafe-in-den-usa-tennessee-exekutiert-verurteilten-moerder-auf-elektrischem-stuhl-a-1282187.html
https://www.mirror.co.uk/news/us-news/stephen-west-executed-final-words-18944456

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Hinrichtung von Dexter Johnson gestoppt

Dexter Johnson

Dexter Johnson

Die für den 15. August 2019 vorgesehene Exekution von Dexter Johnson wurde, weniger als 24 Stunden vor der geplanten Hinrichtung, durch ein Bundesberufungsgericht gestoppt. Dexter ist  wegen Doppelmordes im Jahr 2006 zum Tode verurteilt worden.

Jetzt soll sein Fall vor dem Bezirksgericht neu verhandelt werden, um seine geistige Behinderung zu untersuchen. Geistig Behinderte dürfen nicht hingerichtet werden.

Bereits für den  02. Mai 2019 war Dexter Johnsons Exekution geplant, jedoch kurz vorher durch einen Bundesrichter gestoppt worden. Weil seine Verteidiger mehr Zeit benötigten für seinen Fall. Ein Richter aus Harris County hatte den neuen Hinrichtungstermin für den 15. August angesetzt.

Im Berufungsverfahren teilte Dexters Anwalt mit, sein Mandant habe einen sehr niedrigen IQ und schwere Hirnschäden. Wodurch er nicht den gleichen Grad an Schuldfähigkeit erreichen könne wie normalerweise Erwachsene. Sein Anwalt führte aus, dass Dexter einen erheblichen Gehirnschaden habe, wodurch er auch nicht in der Lage sei, seinen Verteidiger adäquat zu unterstützen. Dexter habe ein echtes Loch in seinem Gehirn, wo eigentlich funktionierende Hirnmaterie vorhanden sein müsste.

Bei diesem ganzen rechtlichen Hickack ist jedoch nicht zu vergessen, welche Ängste Dexter ertragen musste, vor den Hinrichtungsterminen. Denn einen Exekutionstermin zu erhalten bedeutet für den Betroffenen schlimmste seelische Folter.
In diesem Zusammenhang empfehlen wir unseren Lesern unsere Veröffentlichung:
„Todeskandidaten erzählen…“
Unsere PDF kann HIER kostenlos geladen werden.

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://www.texastribune.org/2019/08/14/dexter-johnson-texas-execution-stay/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/08/09/texas-will-geistig-behinderten-hinrichten-2/

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Lebenslänglich für Frederick Baer

Frederick-Baer-klRichter Mark Dudley von Madison Circuit Court hat Frederick Baer, der zum Tode verurteilt war, wegen Mordes an einer Frau und ihrem Kind, zu 2 x Lebenslänglich ohne das Recht auf Begnadigung verurteilt. Mit diesem Urteil ist er dem Wunsch der Opferfamilie nachgekommen.

Frederick Baer war  im Jahr 2005 zum Tode verurteilt worden für den Mord an Cory Clark und ihrer 4-jährigen Tochter. Dieses Urteil wurde nun jedoch aufgehoben und eine Neuverhandlung der Strafe angesetzt, weil mildernde Umstände nicht berücksichtigt worden waren.

Am 1. August 2019 wurde nun die neue Strafe gegen Frederick Baer ausgesprochen. Wobei sich Richter Dudley bei seiner Entscheidung von dem Willen der Opferfamilie leiten lies. Frederick Baer nahm das Urteil an.

  • Kurz vor dem Urteil durfte Frederick Baer eine Erklärung abgeben:
    „Für die Familie, Freunde und Gemeinschaft von Cory und Jenna Clark, Mr. John Clark und Mrs. Flemming gibt es keine Entschuldigung, um zu rechtfertigen, was ich Ihren Lieben angetan habe. Ich weiß, dass es ohne Bedeutung ist zu sagen, dass es mir leid tut, weil es nichts hilft, um Ihren Verlust zu verringern. Aber es tut mir zutiefst leid, für den schrecklichen Kummer und Schmerz, den ich ihnen zugefügt habe. Ich muss mit dem Bedauern leben, jeden Tag, dass ich zwei unschuldigen Menschen das Leben genommen habe. Ich kann mich nur aufrichtig bei Ihnen entschuldigen. Ich weiß, dass Sie meine Entschuldigung ablehnen können. Ich werde für den Rest meines Lebens für das bestraft, was ich getan habe, aber ich werde es mit dem Leid und Bedauern meiner Taten für immer in meinem Herzen und meiner Seele tun.“

Seit einiger Zeit stehe ich, der Autor dieser Zeilen, in engem Briefkontakt mit Frederick Baer. Damals hatte ich mich spontan dazu entschlossen ihm zu schreiben, nachdem ich in einer Dokumentation gesehen hatte, wie sehr Frederick von einigen Mitgefangenen gehasst, bespuckt, erniedrigt, geschlagen und gequält wird. Frederick hat sein Verbrechen damit bezahlt, dass er in der Hölle der Hölle leben muss. Als Kindermörder steht er auf der „Abschussliste“ vieler Mitgefangenen.

Frederick selbst hat immer zu seiner Tat gestanden. Er leidet sehr darunter, was er getan hat. Ja, er hatte sogar eine zeit lang Kontakt zur Opferfamilie. Frederick hatte sein Verbrechen wohl unter Drogeneinfluss begangen. Aber er hat nie versucht dies als  Entschuldigung zu verwenden.

Was Frederick getan hat, kann er nicht mehr wieder gut machen. Aber er ist nicht das Monster, so wie ihn viele sehen wollen. Er ist ein Mensch, der einen sehr schlimmen Fehler begangen hat, ein schweres Verbrechen. Aber Frederick ist nicht nur „der Mörder“ und sonst nichts anderes. Frederick hat sich weiterentwickelt und ist auf einem guten Weg, immer bemüht um Heilung, soweit es überhaupt möglich ist. Ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er sein Leben hergeben würde, wenn damit die beiden Menschen wieder zum Leben erweckt würden, die er getötet hat.

Meine Hochachtung gilt der Opferfamilie. Es war für sie bis heute ein schwerer Weg. Und ich bin davon überzeugt, dass ihre Entscheidung für das Leben, die richtige Entscheidung ist. Fredericks Tod hätte ihnen keine Entlastung und keine Heilung gebracht. Mit ihrer Entscheidung haben sie ein Zeichen der Menschlichkeit gesetzt.
Ich persönlich möchte der Familie auch dafür danken, dass sie mich davor bewahrt haben die schreckliche Erfahrung zu müssen, dass mein Brieffreund hingerichtet wird!

Frederick wird nun sein Leben bis zum Ende im Gefängnis verbringen. Und wenn er möchte, werde ich ihn weiter als Brieffreund auf seinem Weg begleiten…

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://www.oskaloosa.com/cnhi_network/baer-resentenced-to-life-for-murder-of-woman-and-child/article_b4e4c3da-6a66-5665-bb4f-521c443515ba.html
https://www.theindychannel.com/news/local-news/crime/man-spared-death-penalty-re-sentenced-to-life-in-prison

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Exekution eines geistig Behinderten in Tennessee geplant

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Stephen M. West

Der US-Bundesstaat Tennessee will am 15. August den geistig behinderten Stephen Michael West exekutieren. West wurde für den Mord  an einer Frau und ihrer Tochter im Jahr 1986 zum Tode verurteilt. Wanda Romines und Sheila Romines sollen von West erstochen worden sein. Auch soll er Sheila Romines vergewaltigt haben.

Todeskandidaten die in Tennessee vor 1999 verurteilt wurden „dürfen“ die Hinrichtungsmethode wählen. Dabei können sie sich zwischen einer tödlichen Injektion (der in Tennessee vorgesehenen Standartmethode) oder dem elektrischen Stuhl „entscheiden“.

West versucht sich gemeinsam mit anderen Verurteilten gegen die Exekution mit drei Drogen zu wehren, da durch die Verwendung des Mittels Midazolam als erstes von drei Mitteln zu befürchten ist, dass er unter schrecklichen Schmerzen sterben muss, was verfassungswidrige Folter darstellen würde. Aus diesem Grund haben sich im letzten Jahr zwei Todeskandidaten für den elektrischen Stuhl „entschieden“. Leider wurden ähnliche Anträge bezüglich Midazolam in der Vergangenheit schon von Bundesrichtern abgelehnt.

Midazolam wird eigentlich zur Beruhigung von Patienten genutzt, um ihnen die Angst vor Operationen zu nehmen und dennoch die Patienten ansprechbar zu halten. Erst später wird eine entsprechende andere Droge gegeben, um die Patienten richtig zu betäuben. Wichtig dabei ist zu wissen, dass Midazolam das Opfer bei einer Hinrichtung nicht richtig betäubt und das Mittel keinerlei schmerzstillende Wirkung hat. Und dies, obwohl es eine unumstößliche Tatsache ist, dass zumindest das dritte Mittel (meist Kaliumchlorid), welches das Herz anhalten soll, bei einer Hinrichtung extremste Schmerzen verursacht !  Der Verurteilte kann sich dann aber meist nicht mehr bemerkbar machen, da seine Muskeln vom zweiten Mittel (z.B. Panconiumbromid) vollkommen gelähmt sind.
Wird bei der Injektion ein Fehler begangen oder taucht ein Problem auf, wodurch das Kaliumchlorid nicht richtig in den Blutkreislauf gelangt, sondern in das umliegende Gewebe, so wird diese Kombination zu einem unvorstellbar schmerzhaften Höllenritt in den Tod, wobei der Gefangene das Gefühl hat innerlich zu verbrennen. Zuletzt traf dieses schlimme Schicksal den Gefangenen Clayton Lockett. Wir können nur immer wieder auf die schrecklichen Ereignisse bei der Exekution von Clayton Lockett hinweisen. Das unvorstellbar grausame Protokoll einer Midazolam-Hinrichtung.

Laut CATHOLIC MOBILIZING NETWORK leidet West zudem an schweren psychischen Erkrankungen, einschließlich Schizophrenie und schizoaffektiven Störungen, über die die Jury nie informiert wurde. Sein Zustand würde sich ohne Medikamente soweit verschlechtern, so dass er den Grund seiner Hinrichtung nicht mehr verstehen könnte.

Wie auch am gleichen Tag in Texas, soll in Tennessee ein geistig schwer kranker Mann hingerichtet werden. Und dies obwohl eine Exekution von geistig kranken Menschen, durch das Oberste Gericht der USA verboten ist. Ebenfalls wird dabei ignoriert, dass es in den USA verboten ist Menschen durch eine ungewöhnliche oder besonders schmerzhafte Methode zu exekutieren.

Mit Rechtsprechung hat das nichts zu tun. Vielmehr scheint diese Grausamkeit aus den tiefsten, dunklen Ecken der menschlichen Seele zu stammen. Archaische Reflexe aus grauer Vorzeit scheinen die Rechtsprechung solcher Staaten zu bestimmen. Wobei solche Staaten den Weg zur Zivilisation und Menschlichkeit offensichtlich verfehlt haben.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://eu.tennessean.com/story/news/2019/07/31/tennessee-execution-stephen-michael-west-die-lethal-injection/1875006001/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/05/19/clayton-lockett-die-grausamen-details-seiner-hinrichtung/
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/mercyinaction-stephenmichaelwest/index.html
https://actionnetwork.org/petitions/tn-gov-bill-lee-stop-the-execution-of-steve-west
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/08/09/texas-will-geistig-behinderten-hinrichten-2/

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Texas will geistig Behinderten hinrichten

Dexter Johnson

Dexter Johnson

Am 15. August 2019 will der US-Bundesstaat Texas den wegen Mordes an der 23-jährigen Maria Aparece und dem 17-jährigen Huy Ngo verurteilten Dexter Johnson hinrichten. Dexter soll die Tat im Alter von 18 Jahren begangen haben.

Dexter Johnson soll einen Raubüberfall mit vier weiteren Tätern begangen haben. Dabei soll er Maria Aparece mit einer Waffe bedroht haben, die gemeinsam mit Huy Ngo in einem Auto saß. Nachdem alle Beteiligten das Fahrzeug bestiegen hatten, fuhren sie in einen Wald wo sich Johnson an Maria Aparece vergangen haben soll. Dann wurden Maria Aparece und Huy Ngo erschossen.

Bereits für den  02. Mai 2019 war Dexter Johnsons Exekution geplant, jedoch kurz vorher durch einen Bundesrichter gestoppt worden. Weil seine Verteidiger mehr Zeit benötigten für seinen Fall. Ein Richter aus Harris County hat einen neuen Hinrichtungstermin für den 15. August angesetzt.

Im Berufungsverfahren teilte Dexters Anwalt mit, sein Mandant habe einen sehr niedrigen IQ und schwere Hirnschäden. Wodurch er nicht den gleichen Grad an Schuldfähigkeit erreichen könne wie normalerweise Erwachsene. Sein Anwalt führte aus, dass Dexter einen erheblichen Gehirnschaden habe, wodurch er auch nicht in der Lage sei, seinen Verteidiger adäquat zu unterstützen. Dexter habe ein echtes Loch in seinem Gehirn, wo eigentlich funktionierende Hirnmaterie vorhanden sein müsste.

Laut einer Petition bei TheActionNetwork hat Dexter Johnson einen IQ von 70, was einer geistigen Behinderung gleich kommt.

Auch Laut einer Petition bei change.org gibt es Zweifel an der Tatbeteiligung von Dexter Johnson. Danach gab es keine DNA-Beweise, bzw. keine physischen Beweise. Davon abgesehen wurde im Frontallappen seines Gehirns ein Loch diagnostiziert, sowie aufgrund des sich verschlechternden Gewebes müsse man von einer geistigen Behinderung bei ihm ausgehen.

Auch die Petition von CATHOLIC MOBILIZING NETWORK gibt deutliche Hinweise auf eine bei Dexter Johnson vorhandene Schizophrenie und schwere Hirnschäden, aufgrund einer Verletzung im Kindesalter.

Mit Hilfe seiner Familie hat Dexter Johnson ein Buch mit dem Titel „A Tortured Soul“ über sich und seinen Fall veröffentlicht.
A Tortured Soul - Dexter JohnsonZum Buch „A Tortured Soul“ von Dexter Johnson:
Dexter Johnson erzählt in seinem Buch die Nacht, in der er im Todestrakt von Texas  landete. Er teilt seine Erfahrung im Todestrakt auch durch eine Reihe von Artikeln und Gedichten mit, die während seiner Inhaftierung geschrieben wurden.
Das Buch kann HIER bestellt werden:

Es ist unglaublich mit welcher gnadenlosen Arroganz sich der US-Bundesstaat Texas von der Rechtsprechung der USA entfernt. Exekutionen von geistig Behinderten wurden klar und deutlich durch den Obersten Gerichtshof der USA untersagt! – Darüber setzt sich Texas immer wieder hinweg. Nach Bundesrecht jedenfalls ist die Hinrichtung von Dexter Johnson verboten! – Es ist zu befürchten, dass dies auch diesmal seine Henker in Texas nicht interessieren wird…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.chron.com/news/houston-texas/article/Harris-County-death-row-inmate-with-brain-damage-13850558.php
https://actionnetwork.org/petitions/gov-greg-abbott-stop-the-execution-of-dexter-johnson
https://theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions/5161-texas-gives-dexter-johnson-execution-date-of-may-2-2019
https://www.change.org/p/texas-supreme-court-help-save-dexter-johnson-life-he-was-convicted-of-a-murder-he-was-falsely-accused-of
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/dexter-johnson/index.html

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Trump will Exekutionen noch dieses Jahr!

todesstrafe-info.deUS-Präsident Donald Trump ist bekanntermaßen ein Anhänger der Todesstrafe. Jetzt will sein Justizminister Barr auf Bundesebene wieder morden lassen. Zu den 29 US-Bundesstaaten, in denen es die Todesstrafe gibt (In 10 Staaten davon wird sie derzeit vollstreckt), sollen nun auch wieder Hinrichtungen auf Bundesebene kommen.

Im Jahr 2014 hatte der US-Präsident Obama die Todesstrafe auf Bundesebene ausgesetzt. Dies wurde von vielen falsch interpretiert. Und so wurde Obama quasi als ein Mann des Fortschritts und des Friedens Weltweit angesehen. Ihm wurde sogar der Friedensnobelpreis im Jahr 2009 verliehen. Eine Tatsache die dem Ansehen des Friedensnobelpreises schweren Schaden zugefügt hat. Denn auch unter Obama führten die USA Weltweit Kriege und die Todesstrafe hatte er ja nicht wirklich abgeschafft. Sie wurde lediglich ausgesetzt, solange es keine Alternative Hinrichtungsmethode geben würde.
Zu dieser Zeit wurde in vielen US-Bundesstaaten mit den verschiedensten Giften experimentiert, mit schlimmsten Ergebnissen (siehe z.B. HIER). Dies geschah, weil die USA Probleme hatten die tödlichen Drogen noch zu beschaffen, mit denen sie bis dahin mordeten. Um es noch einmal klar und deutlich zu sagen: Das von Obama verfügte Moratorium sollte nur so lange gelten, bis ein alternatives Gift bereit stehen würde. In diesem Sinne führt nun also die Regierung Trump lediglich die Politik Obamas weiter, was die Todesstrafe betrifft.

Jetzt wollen die USA auf Bundesebene mit „Pentobarbital“ töten. So wie es z.B. in Texas geschieht. Davon sind nun 61 Menschen bedroht, die von Bundesgerichten zum Tode verurteilt wurden. Dabei sollen die ersten 5 Hinrichtungen schon im Dezember und Januar stattfinden.

Schon vor dem Einzug ins Weiße Haus, äußerte sich Trump kritisch der Tatsache gegenüber, dass vom Bund verurteilte Mörder nicht schnell hingerichtet würden. Jetzt als Präsident der USA sagt er: „Für Leute, die so etwas tun, muss man wieder die Todesstrafe einführen….“. Er bezog sich dabei auf das Attentat auf jüdische Gläubige in einer Pittsburger Synagoge.

Obwohl in der Vergangenheit immer wieder Fehlurteile bekannt wurden, ist Trump ein Anhänger dieser martialischen und oft rassistischen Strafe.

Es wird Zeit, diesem System der Unmenschlichkeit die Rote Karte zu zeigen!

IHfL
Peter K.

Quellen:

https://www.tagesschau.de/ausland/usa-todesstrafe-103.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Pentobarbital

https://lancelotarmstrong.wordpress.com/unschuldig/

https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/05/19/clayton-lockett-die-grausamen-details-seiner-hinrichtung/

 

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USA vollziehen 1500. Hinrichtung

wilsonm000

Marion Wilson, Jr.

Mit der Exekution von Marion Wilson, Jr. durch den US-Bundesstaat Georgia wurde in den USA, zum 1500. mal seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976, ein Mensch im Namen des Gesetzes ermordet.

Marion Wilson, Jr. war wegen Mordes im Jahr 1996 zum Tode verurteilt worden. Ein Antrag auf Hinrichtungsaufschub wurde kurz vor der Exekution, gegen 3:11am Ortszeit, vom U.S Supreme Court ohne Begründung zurückgewiesen. Gegen 4:00am wurde er dann mittels Giftinjektion hingerichtet.

In einer abschließenden Erklärung sagte Marion Wilson, Jr. zu Freunden und seiner Familie : „Ich liebe euch für immer“ und fügte hinzu: „Ich habe nie ein Leben in meinem Leben genommen.“ – Dann wiederholte er die Worte, dass er fast frei sei…

Gemeinsam mit einem Mittäter (Robert Earl Butts, Jr.der vor einem Jahr hingerichtet wurde) plante Wilson im Jahr 1996 einen Mann mit dessen Auto zu entführen und das Auto dann zu verkaufen. Der Mann wurde erschossen. Marion Wilson, Jr. bestand darauf, dass er den Mann nicht erschossen hat. Vielmehr hätte Robert Earl Butts, Jr. ihn mit einer Schrotflinte von hinten getötet. Obwohl bereits Butts als Mörder schuldig gesprochen wurde und die Staatsanwaltschaft im Verfahren gegen Butts darauf bestand, dass Butts der Mörder sei, bestand nun die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen Wilson darauf, dass er der Mörder ist. Und obwohl mehrere Personen aussagten, sie hätten gehört, wie Butts den Mord gestand, wurde Wilson ebenfalls wegen Mordes zum Tode verurteilt. Es besteht also eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass am 20. Juni ein Unschuldiger (was die direkte Tötung von Herrn Donovan Corey Parks betrifft) exekutiert wurde.

Fast alle Gefangenen in den Todestrakten der USA gehören zu den untersten Schichten der Gesellschaft. Für sie gibt es keine Möglichkeit sich adäquat verteidigen zu lassen. Auch rassistische Vorurteile spielen bei den Verhandlungen gegen sie oft eine Rolle. Die Exekution eines Menschen ist mit nichts zu rechtfertigen. Eine Hinrichtung kann nicht mehr Rückgängig gemacht werden und birgt auch die Gefahr des Vollzugs an einem Unschuldigen. Wobei es gar nicht so selten ist, dass Unschuldige Menschen in den Todeszellen der USA landen! (siehe HIER einige Beispiele).

Wenn es falsch ist Menschen zu töten und es Gesetze gibt die das verbieten, dann kann es nicht richtig sein, wenn der Staat tötet. Der Widerstand gegen dieses „Auge um Auge“ ist auch in den USA größer geworden. Viele US-Staaten haben die Todesstrafe abgeschafft. Es wird Zeit, dass sich die restlichen Staaten dem anschließen…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.themarshallproject.org/next-to-die
https://www.dailymail.co.uk/news/article-7161453/Georgia-preparing-execute-man-1996-killing.html
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/unschuldig/

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USA planen 1500. Hinrichtung

wilsonm000

Marion Wilson, Jr.

Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976 sind in den USA 1499 Menschen hingerichtet worden. Nun steht die 1500. Exekution bevor. Am 20 Juni 2019 will der US-Bundesstaat Georgia den wegen Mordes verurteilten Marion Wilson, Jr. hinrichten.

Gemeinsam mit einem Mittäter (Robert Earl Butts, Jr., der vor einem Jahr hingerichtet wurde) plante Wilson im Jahr 1996 einen Mann mit dessen Auto zu entführen und das Auto dann zu verkaufen. Sie baten Donovan Corey Parks, sie in seinem Fahrzeug mitzunehmen. Der Mann wurde erschossen und sie versuchten das Auto zu verkaufen, was ihnen nicht gelang. Daraufhin zündeten sie das Auto an.

Marion Wilson, Jr. besteht darauf, dass er den Mann nicht erschossen hat. Vielmehr hätte Robert Earl Butts, Jr. ihn mit einer Schrotflinte von hinten erschossen. Obwohl bereits Butts als Mörder schuldig gesprochen wurde und die Staatsanwaltschaft im Verfahren gegen Butts darauf bestand, dass Butts der Mörder sei, bestand nun die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen Wilson darauf, dass er der Mörder ist. Und obwohl mehrere Personen aussagten, sie hätten gehört, wie Butts den Mord gestand, wurde Wilson ebenfalls wegen Mordes zum Tode verurteilt. Es besteht also eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass am 20. Juni ein Unschuldiger (was die direkte Tötung von Herrn Donovan Corey Parks betrifft) exekutiert werden soll.

Für den 19. Juni, also einen Tag vor der geplanten Exekution, hat das Georgia Board of Pardons and Parole eine Gnadenanhörung angesetzt.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions/5237-georgia-gives-marion-wilson-jr-execution-date-of-june-20-2019

https://www.ajc.com/news/crime–law/georgia-killer-makes-last-meal-request-ahead-execution/9Q8BaIjf8yRkppcAeETNcI/

https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2018/05/01/georgia-hinrichtung-am-donnerstag/

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