Mord im Drogenrausch – Hinrichtung am 31. August?

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Rolando Ruiz

Nachdem die letzen beiden geplanten Hinrichtungen in Texas von Gerichten gestoppt wurden, soll nun Rolando Ruiz (43) dort durch den US-Bundesstaat Texas hingerichtet werden. 

Seit 23 Jahren wird Rolando Ruiz im Todestrakt von Texas gefoltert, nicht nur mit dem Wissen jederzeit hingerichtet werden zu können, sondern auch mit unmenschlichen Haftbedingungen. Er wurde für den Mord an Theresa Rodriguez (29) im Jahr 1992 zum Tode verurteilt.

Mord unter Drogeneinfluss
Es ist wirkliche eine schlimme Geschichte, was damals geschehen ist und Rolando hat sich mit schwerer Schuld beladen. Gegen Zahlung von 2000 US-Dollar hat er Theresa Rodriguez  erschossen. Ein schrecklicher Auftragsmord… Diese Tat wurde möglich, weil Rolandoim Alter von 19 Jahren schwer Drogensüchtig war und auch diese Tat unter Einfluss multipler Drogen begangen hat.

Rolando tut dies alles heute extrem leid und er steht vor dem Scherbenhaufen seiner Drogensucht. In der Haft hat er sich sehr gewandelt und ist heute nicht mehr der Mensch, der er damals war. Aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen. Seine folgenden Sätze stammen aus einem Schreiben dass hier veröffentlicht wurde:

Rolando Ruiz: „…Ich weiss, wie einfach es geschieht, von der Gesellschaft nach entscheidenden und schmerzlichen Fehlern beurteilt zu werden. Doch diese Fehler zeichnen ein ganz und gar unvollständiges Bild von mir als Person. Ich bin heute ein komplett  anderer Mensch als der zugedröhnte Junge, der damals in einer Welt von Drogen und Gewalt unterging. Nur durch die Gnade und Kraft des allmächtigen Gottes habe ich zu mir selbst gefunden. Seine Gnade hat meine Augen und mein Herz geöffnet für ein ganz neues Verständnis des Lebens als wertvolles Geschenk…“

Uns stellt sich immer wieder die Frage danach, welchen Sinn eine solche Hinrichtung hat. Eins ist sicher, das Opfer wird dadurch nicht mehr lebendig und es ist kaum anzunehmen, dass das Leid der Angehörigen von der Ermordeten durch eine solche Exekution gemildert wird. Nein, die Hinrichtung von Rolando wäre nur ein weiteres Verbrechen, das einem Menschen, der sich gewandelt hat, das Leben nimmt. Ein weiteres Verbrechen mit eine Vorbereitungszeit von Jahrzehnten,  ausgeführt von einem Staat, der in martialischen Todesritualen gefangen ist und nur einen Weg zu kennen scheint, den der Rache. Aber eine solche Rache ist sinnlos und zerstörerisch. Sie wird wieder Menschen tief in ihrer Seele verletzen, denken wir nur an die Angehörigen von Rolando…

Wir bitten unsere Leser, sich für Rolando und gegen seine Hinrichtung einzusetzen. Dazu hier die folgenden Kontaktmöglichkeiten zum Gouverneur von Texas:
https://gov.texas.gov/contact/
oder über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

IHfL
Peter Koch

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Hinrichtungsaufschub für Jeffery Wood

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Jeffery Lee Wood

Am 24. August 2016 sollte Jeffery Wood durch den US-Bundestaat Texas hingerichtet werden, für einen Mord, den er nachweislich nicht begangen hat. Nun hat ein Berufungsgericht  die Vorbereitungen zu seiner Hinrichtung gestoppt. Der Richter fordert die Überprüfung der Aussage eines umstrittenen Psychiaters.

Der Psychiater Dr. James Grigson argumentierte bei der Verhandlung, er sei sicher, dass Wood zukünftig weitere Gewaltverbrechen begehen werde. Dabei hat Wood nicht mal den ihm vorgeworfenen Mord begangen.

Dr. Grigson wird von vielen als „Dr. Tod“ bezeichnet, weil er oft in Mordprozessen die Angeklagten als eine zukünftige Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und dies häufig ohne die Angeklagten überhaupt je zuvor begutachtet zu haben. Auch Jeffery Wood hat er nicht persönlich untersucht und dennoch im Prozess mit diesen Aussagen schwer belastet.

Besonders makaber ist die Tatsache, dass Wood sich zum Tatzeitpunkt in einem Auto aufgehalten hat, außerhalb des Gebäudes in dem das Opfer von einer anderen Person erschossen wurde. (siehe unseren Bericht: http://wp.me/p2X1th-1FX)

Es ist zu hoffen, dass dieses Skandalurteil gegen Wood endlich korrigiert wird.

IHfL
Peter Koch

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Details aus dem Todestrakt

Menschenverachtung, Misshandlungen, Gewalt…

Der IHfL (Initiative ‚Hilfe für Lancelot‘) wurden Informationen über die Zustände im Todestrakt von Flordia/USA zugespielt, die wir hier in deutscher Sprache veröffentlichen.

Probleme im Gefängnis:

ess_floESSEN: Das Essen in diesem Gefängnis wird immer schlechter! Die Portionen werden immer kleiner. Was die Qualität betrifft; das Essen ist oft alt und verdorben. Das Fleisch ist oft nicht richtig durchgegart oder roh. Dadurch steigt die Gefahr von Lebensmittelvergiftung, Salmonellen usw. Ich selbst habe damit aufgehört, Fleisch zu essen, damit ich nicht krank werde. Auch sind die Tabletts, wenn sie auf unseren Flügel kommen, ineinander verwirrt und mit Essen verschmutzt, dass durcheinander geflogen ist. Die verlogenen Beamten sagen aber, es gibt keinen Ersatz dafür. Manchmal sind die Böden nass und das Brot, sowie andere Lebensmittel kontaminiert. Kein Zweifel, das Essen war schon immer schlecht, aber jetzt ist die Situation aufgrund der Privatisierung noch schlimmer geworden. Die neuen Kürzungen bezüglich der Ernährung werden immer mehr zum Problem. Die Nahrungsmittelkosten pro Gefangenen wurden von 3,07 US-Dollar auf 2,36 US Dollar heruntergekürzt.

Freizeit und Erholung: Wenn wir auf den Hof gehen können und noch am selben Tag eine gerichtliche Angelegenheit im Schreibraum haben, dann müssen wir uns entweder für den Hofgang oder den Schreibraum entscheiden. Das ist falsch, weil uns beides zusteht. Wir sollten nicht auswählen müssen. Außerdem ist der Hof in einem solch schlechten Zustand, dass er schrecklich überflutet ist, wenn es regnet. Diese Überschwemmungen sind dann mindestens drei bis fünf Zoll (7,62 bis 12,7 cm) hoch und machen jede Aktivität auf dem Hof unmöglich. Eine einfache Drainage würde dieses Problem lösen. Die Beamten lassen zwar die Läufer (Gefängnisarbeiter) das Wasser fegen, aber da es eine einzige große Pfütze ist, läuft das Wasser nur wieder dahin zurück wo es vorher war. Die für den Hof vorgesehenen Bälle und andere sportliche Dinge sind zerschlissen und werden kaum ersetzt. Und wenn die Bälle neu sind, geben die Beamten uns diese Bälle nicht, ohne uns dafür einen Grund zu nennen. Die neuen Dinge werden von den Gefangenen selbst über die Kantine bestellt und finanziert, aber wir bekommen sie selten zu sehen. Die Phrase die wir von den Wachoffizieren des Hofes oft zu hören bekommen ist: „Das ist der letzte Ball, ihr werdet nicht mehr bekommen.“ Oder für die verschlissenen Bälle erklären sie: „Das sind alle Bälle die wir haben.“ Seltsam, sie können für die Beamten farbige Schattenwände bauen, aber uns können sie nicht einmal Bälle zur Verfügung stellen etc.

Kleidung: Vor ein paar Monaten wurde hier alles durchgeschüttelt und sie nahmen uns alle T-Shirts und Unterwäsche. Dann haben wir herausgefunden, dass das Gefängnis uns nicht mehr mit T-Shirts und Unterwäsche, sowie Socken versorgen wird. In der jüngsten Vergangenheit hatte uns das Gefängnis diese Kleidung zweimal im Jahr zur Verfügung gestellt. Für das erste Halbjahr (Januar) und das zweite Halbjahr (Juli) haben wir nichts erhalten. Wenn wir Wäsche weggeben (Anmerkung: wohl zum Waschen) wird sie nicht zurückgegeben. Dies passiert aufgrund der Tatsache, dass sie gestohlen wird und das Gefängnis sagt, es sei nicht verantwortlich, für die gestohlene Wäsche. Einige von uns Gefangenen nutzen den Wäscheservice darum nicht, sie waschen ihre Wäsche lieber selbst. Aber das ist schwierig, weil das Gefängnis den Verkauf von Waschpulver gestoppt hat. So waschen sie die Kleidung mit normaler Seife. Jetzt gibt das Gefängnis nur noch alle zwei Wochen zwei Stück Seife raus, wenn überhaupt, denn oft kann überhaupt keine Seife gefunden werden.

Reinigungszubehör: Die Reinigungsmittel wurden in der Vergangenheit einmal pro Woche ausgegeben, aber wir haben Glück, wenn wir sie überhaupt bekommen. Das Desinfektionsmittel wird verdünnt, so sehr, dass es seinen Zweck überhaupt nicht erfüllt. Wie bereits erwähnt, bekommen wir nur alle zwei Wochen Seife, was unmöglich ist, weil wir sie sowohl zum Wäschewaschen, als auch im Bad benötigen. Und manchmal bekommen wir die Seife nicht alle zwei Wochen, wodurch es schwer ist ein vernünftiges Hygieneniveau aufrecht zu erhalten. Eigentlich sollen wir jeden Monat eine Zahnbürste bekommen. In den letzten 90 Tagen wurde uns jedoch keine Zahnbürste ersetzt.

Beschwerden: Das Beschwerdeverfahren ist so wirr, dass es dem Personal leicht fällt zu behaupten es wäre nie eine Beschwerde angekommen. Oder wenn sie unsere Anfrage / Beschwerde erhalten, schicken sie sie zurück in dem sie sie zurückdatieren. Das bedeutet also, wenn wir eine Beschwerde am 1.2. verschickt haben, lässt der Wärter sie einfach liegen. Später wird dann die weitere Bearbeitung verweigert und entsprechende Rechtsmittel verhindert. Durch eine Umdatierung vom 1.2. auf den 21.2. sieht es dann offiziell so aus, als hätte das Personal nur 6 Tage benötigt, obwohl es in Wirklichkeit 20 Tage waren. Jetzt hat das Personal die Protokollierung unserer formalen Beschwerden abgeschafft. Dies gibt ihnen die Möglichkeit überhaupt nicht mehr auf unsere Beschwerden zu reagieren.

TV – Radio: Ursprünglich durften wir Akkus für Radios haben. Dann hat das Gefängnis uns unsere Radios weggenommen und wir mussten Walkman-Radios kaufen, die Batterien verwenden. Dadurch sind wir jetzt gezwungen ständig neue Batterien zu kaufen. Auch ist der Empfang dieser Radios nicht gut, durch den Beton und Stahl im Gefängnis. Wenn der Fernseher kaputt geht, müssen wir einen neuen über die Gefängniskantine bestellen. Die meisten von uns können sich das aber nicht leisten, sie haben einfach kein Geld dafür, denn ein solches Schwarz/Weiß-12 Zoll-Gerät kostet über die Kantine derzeit 60 Dollar plus Steuern. Dann hat man meist das Problem, dass dieses Gerät nicht richtig funktioniert, also das Bild nicht angezeigt wird usw. Der Gefangene muss dann dieses Gerät auf seine Kosten reparieren lassen. Diese Reperatur kann bis zu 15 Dollar kosten. Jedoch kostet allein schon der Kostenvoranschlag plus Versendung um die 20 Dollar, allerdings ohne Reparatur und das Problem besteht weiterhin. So kostet es den Gefangenen noch einmal das gleiche um das Problem zu beheben zu lassen. Natürlich kostet es das gleiche Geld, wenn der Defekt nicht mehr zu reparieren ist. Auch wir hier hatten ein Problem mit der Antennenanlage im Gefängnis, dabei war der TV- und Radioempfang für mindestens 9 Monate gestört.

Zuzahlung für Medizin: Die medizinische Situation hier ist schrecklich. Das Personal hier macht sich mehr Sorgen über die finanzielle Situation als über die Gesundheit der Gefangenen. Dies wird klar deutlich wenn man die Abläufe hier betrachtet. Wenn ein Erkrankter nach medizinischer Versorgung fragt, dauert es manchmal 2 oder auch mehrere Tage bis etwas geschieht. Die bloße Anforderung kostet den Gefangenen 4 Dollar und meistens erhält er dann doch kein Heilmittel. Das Personal scheint sich mehr um die Beschaffung dieser 4 Dollar zu kümmern, als um uns. Viele Zeiten werden dann gleich zweimal berechnet und manchmal geschieht dies offensichtlich absichtlich. Wenn wir versuchen diesen Berechnungsfehler zu korrigieren, ist das Gefängnis wenig enthusiastisch dabei das Geld zurückzugeben, sie nehmen sich dabei Zeit, das Problem zu beheben. In letzter Zeit wurde die medizinische Situation hier immer schlimmer. Wenn du dir z.B. einen Knochen brichst, kann es zwischen 3 und 5 Tagen dauern, bis sie das untersuchen. Das liegt daran, weil sie das Röntgengerät aus der Anstalt entfernt haben. Es gibt einfach zu viele medizinische Pannen hier. Glauben sie mir, es sind sehr viele.

Schreibraum für rechtliche Angelegenheiten: Wir haben nicht die Freiheit zur Gesetzes-Bibliothek zu gehen, wenn wir sie aktuell nötig haben. Das Gefängnis macht wenig Fortschritte dabei uns in unserer rechtlichen Situation zu unterstützen. Es ist wie als wenn wir versuchen ihre Zähne zu ziehen, um für unsere rechtlichen Angelegenheiten Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn wir am gleichen Tag Hofgang oder eine medizinische Angelegenheit haben, zwingen sie uns dazu uns zwischen den beiden Möglichkeiten zu wählen. Wegen unserer Verurteilung sollte unser Recht auf juristische Bücher und sonstige Rechtsangelegenheiten ausschlaggebend die die rechtlichen Grundlagen hier sein. Die Rechtsbibliothek passt zudem nicht zu unserer Situation, sie ist nicht mit den Dingen ausgestattet, die Rechtsbibliotheken in der Regel haben. Viele Bücher wurden entfernt. Für Texte gibt es eine Schreibmaschine usw. und für Kopien berechnen sie oft die doppelten Kosten und wir sind gezwungen darum zu kämpfen, dass sie das Problem beheben. Der zeitliche Rahmen der uns zur Verfügung steht für unsere Strafsache, mal ganz davon abgesehen, dass wir ja auch evtl. zivilrechtliche Dinge regeln müssen in der gleichen Zeit, beträgt gerade mal eine Stunde in der Woche. Das ist nicht genug Zeit. Die Beamten die im Schreibraum arbeiten, stehen im Konflikt mit den meisten Gefangenen und ein solcher Beamter bekommt jedoch sensible Beschwerden in die Hand. Er könnte sie einfach vernichten oder die Beschwerde einfach aussitzen, bis das Beschwerdeverfahren nicht mehr möglich ist. Das Gefängnis hat uns die normalen Stifte genommen und sie durch Sicherheitsstifte ersetzt. Es ist fast unmöglich mit diesen Stiften normal zu schreiben. Sie bestehen aus Gummi und werden im langfristigen Gebrauch immer biegsamer, wodurch die Hände beim schreiben damit zunehmend schmerzen. Dieses Gefängnis ist einfach unglaublich, es stellt uns sogar diese Sicherheitsstifte durch die Kantine in Rechnung mit 74 Cent pro Stück.

Telefonate: Uns ist es nicht erlaubt zu telefonieren, es sei denn es ist ein rechtlich notwendiger Anruf. Und selbst für diesen müssen wir sehr viel unternehmen, bis wir dafür eine Genehmigung bekommen. Persönliche Telefonate sind uns komplett verboten. Es gibt nur eine Ausnahme, wenn jemand aus unserer Familie sehr krank ist oder bei einem Todesfall in unserer Familie. Wir sollten das Recht auf mindestens zwei persönliche Telefonate pro Monat haben.

Missbrauch: Der Missbrauch in diesem Gefängnis ist real. Tatsächlich werden aber die meisten Missbräuche gar nicht gemeldet. Viele Wärter bedrohen uns täglich und können dies dann in einem physischen Konflikt eskalieren. Es gibt Fälle in denen der Beamte etwas zu dem Gefangenen sagt und wenn dieser etwas erwidert, reagieren die Beamten mit körperlicher Gewalt. Meistens haben die Gefangenen keinerlei Chance sich dabei zu wehren. Manchmal gerät das Ganze außer Kontrolle und der Gefangene wird entweder schlimm geschlagen oder sogar zu Tode geprügelt, wobei er mehrmals geschlagen wird. Solche körperlichen Auseinandersetzungen werden oft lediglich dadurch ausgelöst, weil der Gefangene, in Ausübung seiner Rechte, sich einfach nur über etwas beschwert hat. Wenn ein Gefangener sich über das Gefängnispersonal beklagt, wird er kaum richtig behandelt. Oder es wird kaum akzeptiert von den Mitarbeiten oder Personen außerhalb des Gefängnisses. Es sieht dann oft so aus, als wäre der Gefangene an der Schläge schuld. Diesen Missbrauch den Menschen auf der Straße zu beweisen ist oft schwer oder die Menschen auf der Straße verfolgen dann einfach nicht die weitere Entwicklung in dem betreffenden Fall. Das ist ein sehr ernstes Problem. Sie müssen wissen, ein Gefangener der viele Beschwerden schreibt, gilt hier als Unruhestifter. Man wird ihm das Leben hier zur Hölle machen. Das Gefängnis selbst wird die meisten Missbrauchsfälle fortwischen, weil es so gut von seinen Mitarbeitern gedeckt wird. Du kannst es grundsätzlich vergessen, aufgrund von Aufzeichnungen den Missbrauch zu beweisen. Du wirst keine Behandlung erhalten und es wird keine Aufzeichnungen des Vorfalles geben.

Auch externe Anwälte weigern sich, sich dieser Probleme anzunehmen!

Einer dieser Gefangen im Todestrakt von Florida ist Lancelot Armstrong, der von der IHfL betreut wird. Auch er berichtet über den täglichen Terror dem sie ausgesetzt sind. So arbeitet er meist Nachts an seinen Gemälden, weil er durch den Krach den die Wärter mit den Türen machen und das Rütteln an den Gittern kaum schlafen kann. Er berichtet, dass viele allein durch diesen Terror krank werden…

Lancelot Armstrong beschreibt diese Situation wie folgt im September 2012:
(Aus zwei Briefen an seinen Freund Peter Koch)
lancelot-armstrong_bars„Trotz Mangel an medizinischer Behandlung, vor allem wegen den Kostensenkungen, geht es mir mittlerweile ein wenig besser
(Lancelot war sehr krank durch die Umstände), als vor zwei Wochen.
Diese Beamten haben eine Menge neue Veränderungen vorgenommen, um für alle die Gesundheitspflege zu blockieren. Vielleicht entstehen die meisten Gesundheitsprobleme hier durch das giftige Wasser und gefärbten Saft, dem wir hier ausgesetzt sind. Das schlechte Essen macht viele von uns krank.
Das ist der Grund, warum ich die gegensätzlichen Verfahrensweisen und die Selbstgefälligkeit der Verhältnisse hier und anderswo nicht annehmen kann. In Anbetracht des hohen Preises den wir bereits gezahlt haben, dürfen wir nicht schwanken, dagegen anzugehen.
Leider gibt es hier einen täglichen Kampf.
Aufgrund dessen, was ich vorher gesagt habe und was ich jetzt erlebe, versuche ich für mich einen guten Lebensstil zu entwickeln und sinnvolle Sachen zu machen.
Aus diesem Grund bin ich darauf konzentriert was geschieht. Meist bleibe ich in den Nächten wach um an meinen Zeichnungen zu arbeiten und manchmal rechtliche Plädoyers zu schreiben.
Vor allem weil die Beamten nachts auf den Flur kommen, jede ½ Stunde, oder auch Stunde, so wie sie wollen und sie haben keinen Respekt vor uns, denn sie machen eine Menge lauten Krach mit den Türen, wodurch sie uns immer wieder aufwecken, sowohl am Tag als auch in der Nacht.
Durch den fehlenden Schlaf, verzichten manche Gefangene auf ihre Rechte. Einige werden so krank, dass sie sich das Leben nehmen. Viele Beschwerden führen nur zu kontinuierlicher Vergeltung durch schlechte Behandlung.
Speziell auf unserem Flur hatten wir über 3 Wochen kein warmes Wasser in der Dusche. Manchmal musste ich bis zu 5 Tage warten, bis ich Toilettenpapier bekam.
Um Kosten zu sparen bekommen wir von den Beamten nur alle 10 Tage 1 Rolle Toiletten-Papier und wenn sie früher zu ende ist, geben sie uns nur ein wenig Papier. Was die Sache noch schlimmer macht, wir können es nicht erhalten, wenn wir es gerade brauchen. Ihre Vergeltungsaktionen zwingen uns zum Kauf von Toilettenpapier durch die Kantine
(dort kann er etwas bestellen).
Oh, ich füge mal den Essensplan bei, das schützt mich davor, dass alles auch noch aufschreiben zu müssen (lach).
(Link zu dem Plan, siehe unten)
Ich kann hier keine koschere Ernährung erhalten, darum kann ich nur die Alternative Diät essen. Auf dem Plan habe ich diese Alternativen farbig markiert. Was die ganze Sache noch schlimmer macht, diese Leute verweigern uns echtes Hühnerfleisch, Rindfleisch oder Fisch zu geben und das meiste, dass wir bekommen, ist echt unangenehm zu essen, wodurch ich gezwungen bin bei der Kantine wöchentlich Essen zu bestellen, um gesunde Ernährung zu erhalten, soweit es möglich ist.
Ob durch Unwissenheit oder durch Vergeltung steigt dabei der Preis gerade für die Sachen die wir am meisten bestellen und sie sagen mir, wenn ich die hohen Kosten nicht mag, dann soll ich halt nichts von der Kantine bestellen.
Aufgrund ihrer Vorurteile, verweigern die Beamten uns die Probleme zu beheben.

Der tägliche Ernährungsplan stammt von 06.09.2012, Donnerstag, erste Woche, bis 2, 3, und 4. Woche und dann startet er immer wieder mit der ersten Woche ! – Ich habe das Datum auf die Ernährungsplanliste geschrieben. Das gibt Dir einen Einblick, was sie uns servieren. Obwohl sie meistens Fehler machen (Lach). Ich weiß, manches klingt ganz gut (auf der Liste), aber glaube mir, es ist ein großer Unterschied zwischen dem was sie tun und dem was sie auf die Dokumente schreiben.
Diese Heuchler servieren uns giftige (schädliche) Mahlzeiten und Wasser, wir erhalten keine echte Milch oder Fruchtsaft und wir sind den grundlegenden Früchten beraubt, um eine gesunde Ernährung aufrecht erhalten zu können.
Speziell der Tee und andere Getränke, die wir bekommen, sind meist nur koloriertes Wasser.“

Lancelot Armstrong schreibt am 22.06.2016:

„…einige Leute werden krank, denn die systematischen Veränderungen durch die Beamten, worüber wir uns auch schon vorher beschwerten, haben dazu geführt, dass einige von uns hier Hitzeschläge gekommen haben.

Mein direkter Nachbar hat mittlerweile mehrere Hitzeschläge gehabt und musste nach Draußen gebracht werden, zur medizinischen Behandlung. Nach ein paar Tagen kam er zurück. Er kann nun nicht mehr so richtig sprechen wie vorher und das Laufen macht ihm jetzt auch Probleme.“ (Anmerkung: Die Hitze dort ist unerträglich, dennoch werden die Gefangenen zu bestimmten Zeiten und Umständen gezwungen Kleidung zu tragen die einfach zu warm ist. Beschwerden führen jedoch nur zu noch mehr Ärger.)

„Was hier in Sachen medizinischer Versorgung passiert, ist schlimmer als vorher, denn die Schwester verspricht zwar Medikamente zu bringen, aber sie bringt sie nicht! Und gestern, 21.06.2016, hat mein direkter Nachbar nach der Schwester gerufen, als sie den Gang entlang ging und erinnerte sie daran, dass sie die Medikamente bringen soll und für weitere Behandlung sorgen soll. Ein paar Stunden später kam die „Sicherheit“ und warf meinen Nachbarn zu Boden, so dass er jetzt einen Rollstuhl braucht…“ (Anmerkung: Wie genau dies dazu führte, dass der Gefangene nun auch noch einen Rollstuhl benötigt, kann Lancelot uns nicht genau schreiben, er betont immer wieder, dass er da vorsichtig sein muss.)

(Übersetzungen aus dem Englischen: Peter Koch)

Link zum Ernährungsplan für Gefangene im Todestrakt in Florida:
http://www.lancelot-armstrong.de/lancelot_armstrong_documents/essensplan_aus_der_todeszelle_in_florida.pdf

In den Darstellungen ist immer wieder von Kosten die Rede, die von den Gefangenen gezahlt werden müssen. Und dies, obwohl allen Gefangenen des Todestraktes in Florida jegliche Arbeit verboten ist, sie also gar kein Geld verdienen können um evtl. Kosten zu tragen. Wer keine Spenden von Draußen bekommt oder Verwandte hat, die ihn unterstützen können ist in einer absolut ausweglosen Situation!

galeriebild_084In diesem Zusammenhang möchten wir auf die Möglichkeit hinweisen, Originalbilder von Lancelot Armstrong gegen Spende zu erwerben und auch Postkarten mit Motiven seiner Bilder. Dadurch wird Lancelot direkt unterstützt, er kann sich von den Spenden besseres Essen kaufen, Farben und Papier für seine Gemälde etc.
Siehe hier:  www.lancelot-armstrong.de/stf-sh.htm

Aber die IHfL hat auch noch eine eine weitere, besonders effektive Möglichkeit der Hilfe geschaffen. Siehe hier: www.lancelot-armstrong.de/startframe_patenschaft.htm

Was ist das für ein System, das vorgibt im Namen des Rechts zu handeln und dabei jedes erdenkliche Unrecht gegen Menschen in Kauf nimmt? – Es ist gut, dass sich Europa gegen die Todesstrafe entschieden hat und es ist zu wünschen, dass der Widerspruch gerade aus Europa gegen diese martialische Strafe und die damit verbundene Folter von Menschen lauter wird. Dies gilt im Besonderen in Richtung des Partners USA, da hat Europa eine besondere Bringschuld, denn eben dieser Partner foltert seine Todeskandidaten oft Jahrzehntelang in den Todestrakten.

IHfL
Peter Koch

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Soli-Aktion der Künstlerin Miezel

Ergreifendes Kunstwerk für Lancelot ArmstrongSolizeichnung-Miezel.jpg

Uns erreichte vor einigen Tagen ein Gemälde von der Künstlerin Miezel mit der Post. In dem Umschlag fanden wir ihr Kunstwerk zu Lancelot Armstrongs Situation. Gefangen seit Jahrzehnten, wegen eines Mordes, den er, wie er immer wieder beteuert, nicht begangen hat, malt er wunderschöne Bilder in der Einzelhaft (siehe Lancelot Armstrong  Galerie).

Miezel trifft seine Situation mit ihrem Werk „Mentale Freiheit“ auf den Punkt. Es zieht den Betrachter in seinen Bann und lässt ihn ein wenig von Lancelots Sitation erahnen, wie er mittels seiner Kunst versucht der grausamen Folter seiner Peiniger zu entfliehen und sei es nur für einen Moment. Eben diesen Moment hat Miezel auf beeindruckende Weise eingefangen: Lancelot, der Maler, der sich in die Freiheit malt… Wie schrieb Lancelot dazu einmal in einem seiner Briefe: „Mein Körper ist fälschlicher Weise zum Tode verurteilt worden, aber nicht mein Geist.“

Miezel schrieb in ihrem Begleitbrief: „…ich hoffe das Bild unterstützt Euch in Euren Bemühungen. Viel Erfolg dafür wünscht Euch Miezel“

Wir danken Miezel für die Übertragung der Bildrechte und bieten nun dieses einmalige Kunstwerk, gegen eine Spende für Lancelot Armstrong, an. Den Zuschlag bekommt der Meistbietende. Gebote bitte bis zum 28. August 2016 an unsere Mailadresse: info@lancelot-amstrong.de oder über die anderen bekannten Kommunikationswege.

Wer mehr über Lancelot Armstrongs Fall erfahren möchte findet hier eine Zusammenfassung.

IHfL
Peter Koch

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Texas: Hinrichtungsaufschub

Robert Pruett hat seinen fünften Aufschub

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Robert Pruett

Seine Exekution war für den 23. August geplant, jetzt hat das höchste Berufungsgericht einen Aufschub beschlossen, um weitere Untersuchungen zu ermöglichen. Robert Pruett war 1999 wegen des Mordes an dem Vollzugsbeamten Daniel Nagle verurteilt worden.

In seinem Fall gibt es einiges an Ungereimtheiten. So wurde bei DNA-Untersuchungen seine Schuld nicht einwandfrei belegt. Robert besteht auf seiner Unschuld. Wir berichteten: http://wp.me/p2X1th-1El

Ganz davon abgesehen, dass wir natürlich froh sind über diese Gerichtsentscheidung, den Fall noch mal zu prüfen, fragen wir uns: Was geht in einem 36 jährigen Mann vor, der zum fünften mal einen Hinrichtungstermin hatte… Wie kann sich ein Staat im Recht fühlen, wenn er Menschen in solch schrecklicher Weise quält und misshandelt, sie jahrzehntelang mit Einzelhaft und Todesandrohung, ja der bevorstehenden Exekution foltert. Ein solcher Staat, ein solches System, ist die Manifestation von Grausamkeit und Unrecht – ist der Beleg für einen Unrechtsstaat. Eine Schande für die USA – eine Schande für die Welt!

IHfL
Peter Koch

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Texas will Unschuldigen ermorden!

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Jeffery Lee Wood

Am 24. August 2016 will der US-Bundesstaat Texas Jeffery Lee Wood (42), nach 18 Jahren Folter im Todestrakt, exekutieren. Er wurde 1996 wegen Beteiligung an der Ermordung von Kris Keeran zum Tode verurteilt, obwohl er selbst diesen Mann nicht getötet hat.

Jeffery war an einem Raubüberfall auf eine Texaco-Tankstelle beteiligt. Während er draußen wartete, ging sein Komplize Daniel Reneau in den Laden und hielt Kris Keeran eine Waffe an den Kopf. Er drohte ihn zu erschießen, wenn er sich weigere zu kooperieren. Kris Keeran war jedoch nicht dazu bereit und daraufhin erschoss ihn Daniel Reneau. Als Jeffery den Schuss hörte betrat er ebenfalls den Laden und sah das Opfer auf dem Boden liegen. Daniel Reneau zeigte mit der Waffe auf Jeffery und forderte ihn auf das Videoband der Überwachungskamera an sich zu nehmen. Die beiden erbeuteten ca. 11.000 US-Dollar und flüchteten. Aus den polizeilichen Ermittlungen geht hervor, dass sie den Raub ursprünglich nur vortäuschen wollten, mit Unterstützung durch Kris Keeran.

Jeffery wurde zunächst für unfähig befunden sich vor Gericht zu verantworten. Jedoch nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik war er entschlossen, dafür kompetent zu sein. Im Jahr 2009 wurde Daniel Reneau hingerichtet.

Obwohl Jeffery den Mord nicht begangen hat, ja sich sogar während der Tötung des Opfers außerhalb der Tankstelle befand, wurde er wegen Mittäterschaft  zum Tode verurteilt. Texas will also einen Mann ermorden, der keinen Mord begangen hat und der Staat Texas, sowie alle dafür Verantwortlichen wissen dies. Das liegt an einem speziellen Gesetz in Texas, wodurch sogar eine ganze Gruppe zum Tode verurteilt werden kann, obwohl der tatsächliche Mord nur von einer einzigen Person begangen wurde.

Definitiv: Texas bereitet sich darauf vor einen Mann zu ermorden, für einen Mord, den eine andere Person begangen hat!

Jetzt hat Amnesty International eine „Urgent-Action“* für ihn gestartet. Wir bitten unsere Leser sich daran zu beteiligen.

Auch bitten wir unsere Leser an den Gouverneur von Texas zu schreiben und um einen Hinrichtungsstopp zu bitten, sowie gegen diesen Mord an einem unschuldigen Mann zu protestieren:
https://gov.texas.gov/contact/
oder über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

IHfL
Peter Koch

*https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-160-2016/hinrichtungstermin-festgesetzt

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Erdogan und die Todesstrafe – Legitimation auch durch Staaten wie die USA

(c) by Kaivel

(c) by Kaivel

Die Todesstrafe. Ein Relikt aus der Vergangenheit, sollte man meinen, jedoch ist sie bis heute Teil unserer Welt.

Aktuell blickt die Welt schockiert  in die Türkei, in der Präsident Erdogan mit Begeisterung nach der Wiedereinführung der Todesstrafe schreit. Doch schauen wir genauer…

Die Todesstrafe wurde zwar in der Türkei im Jahre 2004  abgeschafft* , jedoch hatte sich Erdogan schon im Jahr 2012 wieder für ihre Wiedereinführung eingesetzt*.

Quelle: Wikipedia

Erdogan sagte jüngst dazu: „Wenn das Volk die Todesstrafe will, werden die Parteien folgen.“*

Aber warum kann er so etwas fordern ? Ganz einfach: Erdogan und die anderen Befürworter der Todesstrafe, brauchen sich nur in der Welt umzuschauen, und sie sehen die aktive Todesstrafe… Dies ist ihre Legitimation, ihre Bestätigung und ihre Rechtfertigung dafür.

Die USA die sich stets als Moralapostel, als Weltpolizist aufspielen, tragen daran eine nicht unwesentliche Mitschuld. Gerade dieses Land, das immer wieder die Menschenrechte betont, tritt sie im gleichen Atemzug mit Füßen.

Denn viele Staaten der United States of America verhängen noch immer die Todesstrafe, wobei Präsident Obama kein Gegner dieser Strafe ist, den ja viele einst quasi als den Göttlichen Messias* gesehen haben. Er ist Befürworter der Todesstrafe*, ebenso wie die Trump und Hillary Clinton.*

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

 

 

 

 

 

 

Solange sogenannte „Zivilisierte-Staaten“ wie die USA, die Todesstrafe ausführen, legitimieren sie andere dazu, das gleiche zu tun. „Seht nur, die machen es doch auch, dann ist es ja richtig so!“, können sie dann sagen.

Quelle: Wikipedia

Aber auch in der Bundesrepublik Deutschland – BRD gibt es noch die Todesstrafe, zumindest in dem Bundesland Hessen*, ist sie noch immer fester Bestandteil der Hessischen-Verfassung. Zum Glück, bricht aber Bundesrecht das Landesrecht, denn das Grundgesetz der BRD verbietet diese Strafe.

Und nun sollte man denken, ist doch dann auch kein Problem die Todesstrafe in Hessen abzuschaffen. Eben doch – Denn einige fürchten einen entsprechenden Volksentscheid – denn dieser könnte den Ruf nach Erhalt der Todesstrafe von vielen Bürgern aufzeigen… Und warum ? Dabei können z.B. die USA solchen Wählern als Vorbild dienen.

Auch Erdogan begründete im Jahre 2012, laut n-tv.de, die Todesstrafe damit, das ja viele Länder der Welt, wie z.B. die USA und China die Todesstrafe ebenfalls ausführen*,

Und so führt das alte mörderische Ritual „Auge um Auge – Zahn um Zahn“, immer wieder zu neuen Opfern. Da werden z.B. Mörder umgebracht, weil sie Menschen getötet haben. Aber wenn Menschen töten falsch ist, wieso töten dann Menschen, im Namen des Staates, dann wiederum Menschen ? Fragen über Fragen …

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Lancelot Armstrong

Die Todestraktinsassen, wie z.B. Lancelot Armstrong, der seit 1991 in der Todeszelle sitzt* in Florida gefoltert wird, müssen zunächst jahrzehntelange Isolationsfolter ertragen, schrecklichste Nahrung zu sich nehmen und ein Leben wie ein „Löwe im Käfig“ führen. Um dann irgendwann zu erfahren, das sie als nächstes dran sind… Auch in der Telefon-Talkshow-Sendung „Domian“ wurde mal über den Fall Lancelot Armstrong gesprochen*. (Ab Minute: 52:35)

Die Freunde und Familienangehörigen der Todesstraktinsassen, werden ebenfalls gefoltert mit der Angst um den Gefangenen, denn die haben selbst nichts verbrochen und werden dennoch bestraft, denn man will ihnen ihren geliebten Menschen wegnehmen.. Den Vater, die Mutter, ihren Bruder, Freund usw…

Richard Strong

Sehen wir z.B. den Fall Richard Strong. Seine 14 jährige Tochter bettelte um das Leben ihres Vaters, (wir berichteten), obwohl er ihre Mutter umgebracht hatte… Doch die Justiz blieb hart und nahm ihr auch noch den Vater. Sie wurde geschädigt, mit Angst um sein Leben gefoltert und misshandelt, im Namen des Staates und des Volkes (obwohl nicht alle für die Todesstrafe sind).

Zudem zeigt die Todesstrafe immer wieder das sie auch rassistische Anteile beinhaltet, denn oft entscheidet die Hautfarbe* über eine Verurteilung. Aber auch wegen der Armut* werden viele zu ihrem Opfer. Denn je ärmer ein Mensch ist, desto wahrscheinlicher, das er die Todesstrafe erhält. Tja, leider ein trauriger Fakt.

Die Todesstrafe hat letztlich nur ein Ziel, die niederen unterbewussten „Tötungsgelüste“ der Menschen zu bedienen, die auch mal das machen wollen, was jener sich getraut hat, sie aber nie wagen würden.

Aber unter dem „Deckmantel“ des „Rechts“ kann das Volk dann über den Umweg des Staates, die Todesstrafe endlich mit ausleben, mit dem scheinbar sauberen Gefühl, nichts damit zu tun zu haben, weil man ja nicht selber Hand angelegt hat und dennoch aktiv dabei gewesenen ist, und das „Schwein“ der gerechten Strafe zugeführt zu haben.

In dem Buch „Todesstrafe“ von „Karl Bruno Leder“* wird es sehr gut auf den Punkt gebracht, darin heißt es : „[…]In dem man die eigenen verdrängten „bösen“ Neigungen auf den Sündenbock abladen und mit ihm vernichten kann, befreit man sich selbst von ihnen.[…]“

(c) by Kaivel

(c) by Kaivel

Der Mensch hat also nicht überall dazu gelernt… Und so muss halt auch Lancelot Armstrong, jeden Tag um sein Leben fürchten. Und solange die Medien, TV, Radio und Zeitungen nicht genug über die Todesstrafe berichten und über Todeskandidaten wie Lance, wird die Todesstrafe noch lange bei den Befürwortern ihre Legitimation, ihre Bestätigung finden.

Die Medien berichten nämlich in Deutschland meist nur über Todesstrafen-Fälle, wenn es um Deutsche geht, denen der Tot droht oder über deutsche Frauen die Todeskandidaten geheiratet haben… Oder halt wenn es dann meist es eh schon viel zu spät ist und die Hinrichtung vollzogen wurde…

Der Kampf gegen die Todesstrafe geht also weiter, Tag für Tag…

Die Initiative ‚Hilfe für Lancelot‘ (IHfL) ist jederzeit bereit in die Medien zu gehen um über Lancelot Armstrong  und die Arbeit der IHfL gegen die Todesstrafe zu berichten… Wir freuen uns über entsprechende Kontaktaufnahme.

IHfL
Kai Friedrich

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Nächste Exekution in Texas?

Robert Pruett soll sterben

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Robert Pruett

Am Dienstag den 23. August 2016 soll Robert Pruett (36) durch den US-Bundesstaat Texas ermordet werden. Er war 1999 wegen des Mordes an dem Vollzugsbeamten Daniel Nagle verurteilt worden.

Seit 16 Jahren wird Robert Pruett im Todestrakt von Texas gefoltert. Nun soll er sterben. Den ihm vorgeworfenen Mord soll er während Verbüßung einer 99 jährigen Haftstrafe begangen haben.

Robert Pruett wuchs in einer armen Familie auf und sein Vater verließ die Familie in frühen Jahren. Er kehrte jedoch später wieder zu Roberts Mutter zurück. Als Jugendlicher begann Robert mit seinen Freunden in Häuser einzubrechen und Diebstähle zu begehen. Bei einem dieser Einbrüche wurde er und einer seiner Freunde von einem Nachbarn festgehalten. Sie flohen und versuchten das Diebesgut, wobei auch Waffen waren, zu verstecken. Robert wurde verhaftet und in eine Jugendstrafanstalt eingewiesen. Er kehrte später aus diesem Gefängnis nach Hause zurück mit der strengen Bewährungsauflage, keinen Ärger mehr zu machen. Nun erfuhr Robert, dass Ray Yarborough eine der gestohlenen Waffen an sich genommen haben soll. Robert versuchte sie von Ray wiederzubekommen, was aber nicht gelang. Roberts Bruder und auch sein Vater baten ihn nichts weiter in der Angelegenheit zu tun, damit es keinen Ärger gibt.

Kurz nach Roberts 16. Geburtstag suchte der betrunkene Ray Yarborough nach seinem entlaufenen Hund und schrie nach dem Tier mit obszönen Worten. Als Robert dies hörte, dachte er Ray würde ihn so beleidigend anschreien, weil er nichts von dem verschwundenen Hund wusste. Daraufhin weckte Robert seinen Bruder und Vater auf um Ray gemeinsam zur Rede zu stellen. Nach Darstellung Roberts begannen zunächst sein Bruder dann auch sein Vater mit Ray zu kämpfen. Roberts Vater gestand später Ray erstochen zu haben. Der Vater sagte aus, dass die beiden Jungs nicht an dem Mord beteiligt waren. Dennoch wurden alle drei vor Gericht gestellt und der Vater erhielt eine lebenslange Haftstrafe, Roberts Bruder wurde zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt und Robert erhielt eine 99-jährige Haftstrafe, wobei er wie ein Erwachsenen beurteilt wurde, obwohl er erst 16 Jahre alt war.

Nach sechs Jahren versuchte Robert Nahrungsmittel mit in den Erholungsbereich des Gefängnisses zu nehmen, weil er kein Mittagessen hatte. Der Vollzugsbeamte Nagle schrieb deswegen eine Anklage für ein Disziplinarverfahren gegen Robert, weil es sich bei dieser Handlung um eine Regelverletzung handelte. Daraufhin soll Robert auf den Wärter mit einem Metallstab mehrfach eingestochen haben. Nagle verstarb daraufhin an einem Herzinfarkt. Am Tatort wurde die Tatwaffe und das geschredderte Disziplinarschreiben gegen Robert gefunden.

Robert Pruett besteht auf seiner Unschuld. Er habe diesen Mord nicht begangen. Seine Anwälte argumentieren, dass die Gefangenen ihn belasteten indem sie aussagten, sie hätten gesehen wie Robert den Mord begangen habe, ursprünglich jedoch ausgesagt hatten, sie hätten den Mord gar nicht gesehen. Und Robert sei zum Tatzeitpunkt auf dem Gefängnishof gewesen, also fern vom Tatort. Dennoch wurde Robert zum Tode verurteilt.

Robert hatte bereits mehrere Hinrichtungstermine, die jedoch immer wieder verschoben wurden, unter anderem weil man Zeit benötigte für DNA-Tests. Die Ergebnisse dieser Tests ergaben keine klaren Resultate, dennoch entschied ein Richter dies hätte die Jury damals nicht in ihrem Urteil schwanken lassen…

Wir können die wirklichen Geschehnisse natürlich nicht beurteilen, es bleiben aber Fragen und die Fairness des Verfahrens gegen Robert scheint nicht immer garantiert gewesen zu sein. Wie dem auch sei, einen 16j. Jungen zu 99 Jahren Gefängnis zu verurteilen für ein Verbrechen, dass er selbst offensichtlich nicht einmal begangen hat, ist schon allein ein staatliches Verbrechen! – Sie haben diesen Jungen quasi lebendig im Gefängnis begraben ohne jede Hoffnung oder Möglichkeit jemals wieder ein Freiheit leben zu können. Eigentlich gehören solche Richter, solch ein System und seine Ausführenden vor Gericht gestellt. Ihn nun auch noch hinrichten zu wollen, wegen des Mordes an einem seiner Peiniger, obwohl zudem an seiner Schuld erhebliche Zweifel bestehen, grenzt an Irrsinn und hat mit Recht nichts zu tun.

Viele weiterführende Informationen sind auf der folgenden Webseite zu finden. Dort veröffentlicht Robert auch seine Biografie, aber auch viele selbst verfasste Artikel.
Friends of Robert Pruett – Sharing Love and Light
www.robert-pruett.com

Unabhängig von der Schuldfrage bitten wir unsere Leser an den Gouverneur von Texas zu schreiben und um einen Hinrichtungsstopp zu bitten:
https://gov.texas.gov/contact/
oder über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

IHfL
Peter Koch

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Geburtstag in der Todeszelle

denken-kaivelLancelot Armstrong wird heute 53 Jahre

Seit 1990 ist Lancelot Armstrong nun in Gefangenschaft. Davon 25  Jahre im Todestrakt von Florida. Auch diesmal „feiert“ er seinen Geburtstag allein. Es wird keinen Kuchen geben und keine Geschenke. Niemand wird zur „Feier“ kommen. Nur der Staat der ihn ermorden will wird, wie jeden Tag, durch seine Beamten vertreten, anwesend sein und sein verbrecherisches Werk an ihm begehen, daran arbeiten ihn zu vernichten. Und dies nicht nur durch die irgendwann geplante Hinrichtung, sondern auch durch die täglichen Folterbedingungen unter denen er und die Mitgefangenen zu leiden haben.

Wir möchten hier nicht viele Worte verlieren im Anbetracht dieser traurigen Situation, zumal auf unseren Webseiten genügend von uns darüber berichtet wird. Vielmehr möchten wir hier nur einen zu Wort kommen lassen, Lancelot Armstrong selbst:

lancelot-armstrong_barsLancelot Armstrong: “Manchmal sitze ich still auf der Kante meines Bettes, hier in meiner Einzelhaftzelle, schaue ringsherum um mich und auch nach oben von wo die Einsamkeit und die dunkle Wolke der Verzweiflung über mich kommt
Dann wieder erinnere ich mich daran, was wichtiger ist und konzentriere mich jeden Tag darauf was wir bekommen und getan wird. Egal wie dunkel meine Tage und Nächte sein mögen, egal wie sehr mein Gefängnis aus Stahl und Stein mich von der Welt isoliert, einer Welt, deren Lügen scharf sind wie Rasiermesser und verletzend wie Stacheldraht.
Und Egal wie allein und hoffnungslos ich mich vielleicht fühle – all dies verschwindet schnell, wenn meine einsame Existenz kurz berührt wird von solchen Menschen wie Dir, die so großzügig und voller Mitgefühl mich berühren, mit dem Besten was Menschlichkeit bedeuten kann.”

Lancelot, wir sind mit unseren Herzen bei dir!

IHfL
Peter Koch

 

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Ein Sieg der Menschlichkeit und Liebe

Besuch im Todestrakt steht bevor

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Lancelot Armstrong mit seiner Mutter

Dank der Hilfsbereitschaft von über 30 Spendern, zweier Organisationen und den Menschen die an unserem Patenschaft-Programm teilnehmen, konnte die IHfL den Betrag von 1.700.- US Dollar auf das Konto von Lancelot Armstrongs Mutter überweisen. Er wird sie also in der nächsten Zeit wiedersehen dürfen.

Die Aufgabe war diesmal nicht leicht, aber dank der Unterstützung haben wir das Ziel erreicht. Als benötigte Summe hatten wir 1200.- Euro angegeben. Wir wussten, dass wir mehr benötigen, aber erstens wollten wir niemanden durch eine höhere Summe „erschrecken“ und zum anderen hatten wir ein wenig Reserven aus früheren Spenden, Patenbeiträgen und Spenden für Gemälde von Lancelot Armstrong zurückgelegt. So machten wir uns an die Arbeit Menschen zu finden, die Lancelot Armstrong das große Geschenk machen wollen, seine Mutter in die Arme nehmen zu dürfen.

Neben Einzelspendern half auch wieder die Initiative Gegen die Todesstrafe e.V. und der Verein GFS e.V. aus Kassel. Auch durften wir uns über die Spende eines Kindes freuen, dass von seinem wenigen Taschengeld 1.- Euro für die Reise spendete. Dieses Mädchen zeigt uns allen, dass es keines finanziellen Reichtums bedarf, um ein Herz für Menschen in Not zu zeigen.

Wir verfehlten zwar knapp das Ziel von 1200. Euro, aber es kamen immerhin 1113,20 Euro für den vorgesehenen Zweck zusammen. Für die Überweisung an Lancelots Mutter wurden inklusive Überweisungskosten 1561,89 Euro fällig. Wir haben die vollen Überweisungskosten übernommen, damit genau 1700,- US Dollar auf dem Konto von Lancelots Mutter eingehen.

Noch am gleichen Tag telefonierten wir mit seiner Mutter und teilten ihr die frohe Botschaft mit, dass sie nun die Reise planen kann. Vor Freude und Dankbarkeit versagte ihr bei diesem Gespräch kurz die Stimme… Sie lässt alle Spender und Paten von Lancelot herzlich grüßen und bedankt sich für die Großzügigkeit und Liebe die ihrem Sohn und ihr zuteil wird.

Wie immer werden wir allen Spendern, sofern uns ihre Mail-Adressen bekannt sind, entsprechende Belege der Überweisung zukommen lassen, sowie ihnen über den Besuch berichten, wenn er stattgefunden hat. Spender die uns keine Kontaktdaten hinterlassen haben und die gerne ebenfalls diese Informationen bekommen möchten, bitten wir um Übermittlung ihrer Mail-Adresse.

Wir danken allen Helfern, Paten und Spendern für ihre Solidarität!

IHfL
Kai Friedrich & Peter Koch

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