Walter Barton in Missouri hingerichtet

arkie

Walter Barton

Der US-Bundesstaat Missouri hat den wegen Mordes zum Tode verurteilten Walter Barton hingerichtet. Die Schwester der 1991 ermordeten Gladys Kuehler flehte noch kurz vor der Exekution: „Bitte haben Sie Erbarmen“.

Barton wurde für die Tötung einer Wohnmobilparkbetreiberin im Jahr 1991 in der Stadt Ozark zum Tode verurteilt. Als die Polizei und die Familie von Gladys Kuehler am Tatort eintrafen, war auch Barton anwesend und half bei der Identifizierung der Leiche. Dabei sei ein kleiner Blutspritzer auf die Vorderseite seines Hemdes gelangt. Ein sogenannter Blutspritzerexperte sagte im Prozess aus, dieser kleine Blutspritzer reiche um Barton für Schuldig zu erklären. Dies erscheint schon sehr fraglich, wenn man bedenkt, dass Frau Kuehler mit über 50 Messerstichen getötet wurde und man eigentlich davon ausgehen müsse, dass bei Barton dann wesentlich mehr entsprechende Blutspuren hätten gefunden werden müssen. Zudem haben drei von vier Zeugen, die zunächst gegen Barton ausgesagt hatten, ihre Aussage widerrufen. Der Zeuge, der seine Aussage nicht zurückgezogen hat, ging einen Deal ein und erhielt als Gegenleistung für seine Aussage die Einstellung eines Verfahrens gegen ihn selbst.

Drei Geschworene sollen mittlerweile Bedenken geäußert haben bezüglich ihres damaligen Urteils, so teilten seine Anwälte mit.

Walter Barton hat immer darauf bestanden unschuldig zu sein. In seiner Abschlusserklärung, die vor seiner Hinrichtung veröffentlicht wurde, sagte er:
„Ich, Walter „Arkie“ Barton, bin unschuldig, und sie richten einen unschuldigen Mann hin!“

Walter_Barton_final_statement

Als ihm das tödliche Gift injiziert wurde, atmete er fünf mal schwer, dann kam sein Atem zum Stillstand…

Die traurige Geschichte Walter Bartons zeigt uns aufs neue, wie wichtig der Widerstand gegen diese unmenschlichen Systeme ist, die immer noch an der Todesstrafe festhalten. Rache ist ihnen wichtiger als jeder Verstand oder Menschlichkeit. Und so werden selbst Menschen hingerichtet, bei denen wichtige Zweifel an ihrer Schuld bestehen.

Als ich gestern auf der Facebookseite des Gouverneurs einen Gnadenaufruf schrieb, ich tat das, wie manch andere, unter einem Coronathread des Gouverneurs. Antwortete mir jemand sinngemäß: „Dies ist nicht der Ort für dieses Thema“.
Ich antwortete ihm daraufhin:
„Überall ist der richtige Ort um Leben zu retten“.

In diesem Sinne – Lasst uns weiterkämpfen gegen Unrecht, Armut und Tod…

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2020/05/19/walter-barton-missouri-execution-coronavirus/5226272002/

 

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30 Tage Aufschub für Walter Barton

arkie

Walter Barton

Update 19.05.2020:

30 Tage Aufschub für Walter Barton aufgehoben

Ein Bundes-Berufungsgericht hat den Aufschub der Hinrichtung von Walter Barton, der von einem Richter auf 30 Tage festsetzt wurde, wieder aufgehoben.

Es sieht so aus, als wenn heute der US-Bundesstaat Missouri diesen vielleicht unschuldigen Mann hinrichtet. Walter Barton hat immer darauf bestanden, das ihm vorgeworfenen Verbrechen nicht begangen zu haben.

Weitere Informationen über ihn und seinen Fall in unserem vorangegangenen Artikel:
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/05/12/hinrichtung-in-missouri-verurteilter-unschuldig/

Quelle:
https://www.theheraldreview.com/news/article/Missouri-execution-would-be-first-since-pandemic-15279478.php


Ursprüngliche Meldung vom 16.05.2020:

Walter Barton hat einen Aufschub von 30 Tagen erhalten. Dieser Aufschub wurde erteilt, weil das Gericht nicht genügend Zeit hatte über einen Habeas-Corpus-Antrag zu entscheiden.

Richter Brian Wimes vom Bezirksgericht für den westlichen Bezirk von Missouri entschied sich am Freitag den Aufschub.

Walter Barton sollte am 19.05.2020 hingerichtet werden, wegen der Ermordung einer Frau im Jahr 1991. Er hat die Tat immer bestritten.

Weitere Informationen über ihn und seinen Fall in unserem vorangegangenen Artikel:
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/05/12/hinrichtung-in-missouri-verurteilter-unschuldig/

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://krcgtv.com/news/local/judge-grants-stay-of-execution-to-walter-barton
https://files.deathpenaltyinfo.org/documents/Barton-Walter-EDMo-Stay-of-Execution-2020-05-15.pdf

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Todestrakt 1. und 2. Klasse

kl_haende-gitter-todesstrafeSo makaber einem auch diese Überschrift erscheint, so traurig ist die Realität die hinter diesen Worten steht. Insofern ist das, was wir heute über den Todestrakt von Florida zu berichten haben eine Katastrophe für die meisten Gefangenen, deren Leben eh schon aus laufender Misshandlung und seelischer Folter besteht.

Wir sind über mehrere Wege auf folgenden Misstand aufmerksam gemacht worden.
Im UCI (Union Correctional Institution) sollte es ein Projekt geben, nachdem alle Gefangenen des Todestraktes einen Aufenthaltsraum erhalten. Das ganze sollte nach unseren Informationen wie folgt realisiert werden: In jedem Flur des Todestraktes sollten sich die Gefangenen einen Aufenthaltsraum einrichten. Dort dürften sie sich dann treffen. Uns wurde auch übermittelt, dass in diesen Fluren die Gefangenen dann nicht mehr 23 Stunden am Tag in Ihren Zellen eingesperrt werden sollen, sondern jeden Tag 5 Stunden lang die Zellentüren geöffnet sein sollen und dies an 5 Tagen in der Woche. Man stelle sich vor, was für ein riesiger Unterschied das für die Gefangenen wäre. 5 Stunden offene Zellentüren!
Im Jahr 2019 stimmten das Strafvollzugsministerium und die Gewerkschaft C.I. zu, dieses Pilotprogramm für Todestraktinsassen zu starten, das es den Insassen ermöglicht, 5 Tage pro Woche in den Tagesraum zu kommen und Zugang zu Duschen, Telefon und Kiosk-Tagesraum zu haben.

Uns wurden auch folgende konkrete Details übermittelt:
Das/die Fernsehgerät(e) wurden von der „Death Row Advocacy Group (F.D.R.A.G.)“ gespendet, und die Umgestaltung bzw.der Aufbau wurde durch Häftlingsarbeit kostenlos durchgeführt. Der Gesetzgeber stellte bereits vor 2 Jahren umfangreiche Mittel für die Einstellung von Personal zur Verfügung.
Tatsächlich soll das Wartungs- und Verwaltungspersonal aber erklärt haben, dass „die Tagesräume erst 2022 gebaut oder eröffnet werden sollen.“

Nur in einem einzigen Flur des Todestraktes lies das UCI die Realisierung eines solchen Aufenthaltsraumes allerdings zu. Seitdem haben 13 Gefangene tatsächlich 5 Stunden am Tag offene Türen und eben diesen Raum um sich zu treffen. Alle anderen Gefangenen des Todestraktes bleiben weiterhin 23 Stunden in ihren Zellen eingesperrt. Es gibt aktuell in Florida 336 Gefangene im Todestrakt!

Aber auch im Zusammenhang mit Covid-19 gibt es Ungerechtigkeiten.
So haben wir erfahren, dass wegen der Pandemie jegliche Besuchsmöglichkeiten ausgesetzt wurden. Das bedeutet auch für die Gefangenen im Todestrakt, dass sie niemand mehr besuchen kann. Als Ersatz wurden deshalb die Video-Besuche und auch Videogramme (damit kann man dem Gefangenen eine kurze Videobotschaft schicken) verbilligt. Auch die Insassen des Todestraktes erhielten ein Memo aus dem diese Möglichkeiten für sie hervorgehen. Dennoch hat die Leitung des UCI sich dazu entschlossen den Gefangenen im Todestrakt diese Erleichterungen nicht zu gestatten. Damit scheint sich die Leitung des UCI den Anweisungen der Strafvollstreckungsbehörde zu widersetzen.

Aus diesem Grund haben wir gestern folgenden Brief an den zuständigen Sekretär geschickt:

Department of Corrections
Mr. Mark S. Inch,
(Secretary of the F.D. of Corrections)
501 South Calhoun Street
Tallahassee, FL 32399-2500
USA

– Situation im UCI in Raiford

Sehr geehrter Herr Mark S. Inch,
ich wende mich in Sorge um die Situation der Gefangenen im Todestrakt des UCI an Sie.
Sie haben wegen der Covid-19 Krise sinnvolle Maßnahmen ergriffen, um die Gefangenen zu schützen und ihnen gleichzeitig Erleichterung zu ermöglichen. Erleichterungen, die auch im Besonderen deren Familien und Freunden die Möglichkeit bieten, weiter in Kontakt mit ihren Lieben zu bleiben. Für die Entscheidung zu diesen Maßnahmen möchte ich mich ausdrücklich bei Ihnen bedanken. Viele Gefangene profitieren davon!
Allerdings, und dies macht mir Sorgen, gelten die Erleichterungen nicht für die Gefangenen im Todestrakt des UCI in Raiford. So wurde es mir berichtet. Tatsächlich hat die Leitung des UCI sich dazu entschlossen den Gefangenen im Todestrakt keine Videobesuche zu erlauben und auch keine vergünstigten Videogramme anzubieten. Aus einem Memo für die betreffenden Gefangenen geht hervor, dass sie eigentlich die beschriebenen Erleichterungen erhalten sollen. Dies ist aber definitiv nicht so!
Ich möchte Sie höflichst darum bitten, sich dafür einzusetzen, dass auch die Gefangenen im Todestrakt von den Erleichterungen profitieren und somit auch ihre Familien und Freunde.

Ich habe auch davon erfahren, dass das Sonderprogramm für die Gefangenen, wonach sie auf jedem Flur einen Tagesraum bekommen sollen, gestoppt wurde. Lediglich für 13 Gefangene des Todestraktes wurde ein solcher Tagesraum im UCI ermöglicht. Für die anderen Gefangenen ist dies eine schier unerträgliche Situation, denn sie müssen weiter 23 Stunden am Tag, allein in ihren Zellen verweilen. Um auch für diese Gefangenen Tagesräume zu realisieren, wird sicher kaum Geld nötig sein, weil die Gefangenen die nötigen Arbeiten selbst erledigen könnten.
Ich möchte Sie also auch herzlich darum bitten, sich dafür einzusetzen, dass alle Insassen des Todestraktes einen Tagesraum bekommen.

Ich würde mich über eine Antwort von Ihnen freuen.

In Erwarten Ihrer Antwort, sende ich Ihnen
freundliche Grüße

Wir haben dies natürlich mit privater Adresse gemacht. Wer möchte, kann sich gerne diesem Schreiben anschließen. Einfach den Text kopieren oder einen eigenen Text verfassen, dabei bitte immer freundlich bleiben und den Brief versenden. Ob Ihr das Schreiben auf Englisch verfasst oder in Deutsch versendet… tja da scheiden sich die Geister. Manche Leute sagen ja tatsächlich, wenn es nicht in Englisch ist, müssen die sich ja erst die Mühe machen es übersetzen zu lassen und das Schreiben wird dadurch vielleicht eher zur Kenntnis genommen… Aber da können wir leider keine definitive Entscheidungshilfe geben.

IHfL
Peter K.

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Hinrichtung in Missouri – Verurteilter Unschuldig?

arkie

Walter Barton

Am 19. Mai 2020 soll Walter „Arkie“ Barton für den Mord an Gladys Kuehler, durch den US-Bundesstaat Missouri, hingerichtet werden. Es ist möglich dass Barton das ihm vorgeworfene Verbrechen nicht begangen hat.

Barton wurde für die Tötung einer Wohnmobilparkbetreiberin im Jahr 1991 in der Stadt Ozark zum Tode verurteilt. Im Laufe der 25-jährigen Geschichte des Falles gab es zwei Fehlprozesse, einen Prozess und eine Verurteilung, gefolgt von einer Rücknahme und einer Untersuchungshaft durch den Obersten Gerichtshof von Missouri. Der zweite Prozess endete mit einem Schuldspruch, der vom Obersten Gerichtshof bestätigt, aber später von einem niedrigeren Gericht wieder verworfen wurde. Bartons fünfter und letzter Prozess fand im Bezirk Cass statt, wo die Geschworenen ihn ebenfalls für schuldig befanden und die Todesstrafe für ihn forderten. Während seiner letzten Berufung im Jahr 2006 entschied der Oberste Gerichtshof von Missouri 4 zu 3, um sein Todesurteil aufrechtzuerhalten. In einem Dissens schrieb Richter Wolff: „Selbst wenn die Beweise stark genug wären, um eine Verurteilung zu unterstützen, hätten sie möglicherweise nicht ausgereicht, um die Todesstrafe zu rechtfertigen“.

Sein Anwalt stützt das Gnadengesuch für Walter Barton auf zwei Gründe: Die Behauptung, dass Barton unschuldig ist und auf die Tatsache, dass er geistig und seelisch nicht in der Lage ist hingerichtet zu werden. Laut seinem Anwalt, Fred Duchardt, war Barton bei Frau Kuehler, dem späteren Opfer, sehr beliebt. Als die Polizei und die Familie von Frau Kuehler am Tatort eintrafen, war auch Barton anwesend und half bei der Identifizierung der Leiche. Dabei sei ein kleiner Blutspritzer auf die Vorderseite seines Hemdes gelangt. Ein sogenannter Blutspritzerexperte sagte im Prozess aus, dieser kleine Blutspritzer reiche um Barton für Schuldig zu erklären. Dies erscheint schon sehr fraglich, wenn man bedenkt, dass Frau Kühler mit über 50 Messerstichen getötet wurde und man eigentlich davon ausgehen müsse, dass bei Barton dann wesentlich mehr entsprechende Blutspuren hätten gefunden werden müssen. Zudem haben drei von vier Zeugen, die zunächst gegen Barton ausgesagt hatten, ihre Aussage widerrufen. Der Zeuge, der seine Aussage nicht zurückgezogen hat, ging einen Deal ein und erhielt als Gegenleistung für seine Aussage die Einstellung eines Verfahrens gegen ihn selbst.

Seit 2015 befindet sich Barton zudem in psychiatrischer Behandlung. Sein Anwalt argumentiert, dass er aufgrund einer Hirnverletzung nie kompetent war, und sein Fall erfülle die Standards für eine Nicht-Exekutionskompetenz. Geistig Behinderte dürfen eigentlich nicht hingerichtet werden, wenn sie nicht kompetent genug sind den Vorgang zu verstehen. Walter befindet sich derzeit in Einzelhaft und ist an einen Rollstuhl gefesselt.

In einer Erklärung sagte sein Anwalt: „Der Staat Missouri ist im Begriff zu beweisen, warum die Todesstrafe nicht angewendet werden sollte, weil sie im Begriff sind, einen Unschuldigen hinzurichten“. 

Wieder so ein erschreckender Fall von „Justiz“ die wohl kaum als Rechtsprechung bezeichnet werden kann. Es sieht so aus, als wenn Missouri sich dieses „Schandflecks“ auf der Weste der Justiz endlich entledigen will. Offenbart die ganze Vorgehensweise des Staates in diesem Fall doch auf welch brüchigen Füßen die Rechtsprechung in Missouri zu stehen scheint.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.kmbc.com/article/missouri-supreme-court-lets-inmates-execution-date-stand-walter-barton/32302024
https://www.news-leader.com/story/news/crime/2020/02/18/execution-date-set-ozark-man-walter-barton-1991-murder/4799475002/
https://www.change.org/p/governor-mike-parson-clemency-for-walter-arkie-barton-savearkie
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-walter-arkie-barton-in-missouri

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Jerry Givens, Scharfrichter und späterer Aktivist gegen die Todesstrafe an Covid-19 gestorben

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Jerry Givens

Nachdem er 17 Jahre als Hauptscharfrichter in Virginia tätig war, kämpfte Jerry Givens gegen die Todesstrafe. Jetzt ist er an den Folgen einer Coronavirusinfektion gestorben.

Wie wir heute erfahren haben, ist Jerry Givens bereits am 13. April diesen Jahres verstorben. Sein ganzes Leben hat er in Richmond verbracht und war von 1982 bis 1999 der oberste Henker in Virginia. Er soll an 62 Hinrichtungen beteiligt gewesen sein.

Givens stellte jedoch seine Rolle in Frage, nachdem eine bereits angesetzte Exekution gestoppt wurde. So teilte es seine Familie mit. „Seine größte Angst ist, dass er irgendwann einmal jemanden hingerichtet haben könnte, der unschuldig war“, sagte Abraham Bonowitz, Mitbegründer von Death Penalty Action.

Seine Nichte Valerie Travers wusste zunächst nichts von Givens schrecklicher Tätigkeit. „Wir hatten keine Ahnung, was er tat“, sagte sie. „Wir dachten eigentlich, er sei ein Gefängniswärter.“

Als er selbst einen Gefängnisaufenthalt erlebte, wegen des Vorwurfs der Geldwäsche, setzte sich Givens mit seiner früheren Karriere kritisch auseinander und wurde laut Bonowitz zu einem Aktivist gegen die Todesstrafe. Vor bevorstehenden Hinrichtungen schrieb er an die betreffenden Gouverneure und suchte den Kontakt zu Vollzugsbeamten, indem er Städte in der Nähe von Gefängnissen besuchte.

Die Anti-Todesstrafenbewegung verliert mit Jerry Givens einen wichtigen Mitstreiter, denn gerade auf seine Worte haben viele Menschen besonders geachtet, da er besser als viele Andere wusste wovon er redet.

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://edition.cnn.com/2020/04/27/us/jerry-givens-virginia-coronavirus-death-trnd/index.html

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Medikamente für Lebensrettung – nicht für Hinrichtungen!

hoellenrittSeit kurzem ruft eine Online-Petition dazu auf, die von den US-Bundesstaaten für Hinrichtungen gebunkerten Medikamente (gerade in Coronazeiten) sinnvoll einzusetzen, anstatt damit Menschen zu ermorden.

Laut einen Artikel auf der Webseite SLATE weigern sich jedoch die Us-Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe noch ausgeführt wird, die wichtigen Medikamente für den den Kampf gegen die COVID-19-Pandemie freizugeben.

Aufgrund der Engpässe infolge der COVID-19-Pandemie schrieb eine Gruppe von medizinischen Fachkräften nun einen offenen Brief, in dem sie nachdrücklich dazu aufrufen, bestimmte Medikamente, die von den staatlichen Strafvollstreckungsbehörden gelagert werden, für den Einsatz in Krankenhäusern, die COVID-19-Patienten behandeln, freizugeben. Dieser Brief kann unter folgender Adresse, im PDF-Format, geladen werden:
https://assets.documentcloud.org/documents/6834631/2020-04-06-PUB-Open-Letter-From-Doctors.pdf

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://slate.com/news-and-politics/2020/04/death-penalty-states-florida-scarce-covid-19-drugs.html
https://assets.documentcloud.org/documents/6834631/2020-04-06-PUB-Open-Letter-From-Doctors.pdf
https://actionnetwork.org/petitions/release-execution-drugs-for-covid-19-intubations

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„Gefährliches“ Buch beschlagnahmt

Lancelot Armstrong - Dreams from the death cellDas vor kurzem von uns veröffentlichte Buch „Lancelot Armstrong – Träume aus der Todeszelle“, welches sowohl in englischer, als auch in deutscher Sprache erhältlich ist, wurde in Florida beschlagnahmt. Somit ist der Versuch gescheitert, Lancelot Armstrong sein eigenes Buch zu schicken.

Begründet wird dies damit, dass dieses Buch die Sicherheit und Ordnung im Gefängnis bedrohen würde. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die kritisierten Worte, tatsächlich Lancelot Armstrongs Worte sind, die er dann hätte in dem Buch lesen können. Die Gefährdung würde also darin bestehen, das zu lesen, was man selbst geschrieben hat!

Wir möchten dem geneigten Leser ein Beispiel dafür geben, was in Florida als gefährlich angesehen wird. Unter anderem soll folgender Text die Sicherheit und Ordnung des Gefängnisses gefährden:

„Manchmal sitze ich still auf der Kante meines Bettes, hier in meiner Einzelhaftzelle, schaue ringsherum um mich und auch nach oben, von wo die Einsamkeit und die dunkle Wolke der Verzweiflung über mich kommen… Dann wieder erinnere ich mich daran, was wichtiger ist und konzentriere mich jeden Tag darauf, was wir bekommen und getan wird. Egal wie dunkel meine Tage und Nächte sein mögen, egal wie sehr mein Gefängnis aus Stahl und Stein mich von der Welt isoliert, einer Welt, deren Lügen scharf sind wie Rasiermesser und verletzend wie Stacheldraht. Und egal wie allein und hoffnungslos ich mich vielleicht fühle, all dies verschwindet schnell, wenn meine einsame Existenz kurz berührt wird von solchen Menschen wie Dir, die mich so großzügig und voller Mitgefühl berühren,mit dem Besten was Menschlichkeit bedeuten kann.“

Wir möchten hier natürlich noch die offizielle Begründung dem obigen Text entgegenstellen. Dieser Text soll Unrechtmäßig sein, weil er, Zitat: „Aktivitäten beschreibt oder ermutigt, die zur Anwendung von physischer Gewalt oder zur Störung von Gruppen führen könne“.

Warum nicht einfach eine Bücherverbrennung? – Da könnten die Herren von den deutschen Nazis noch was lernen…

Wir jedoch werden dieses Buch natürlich nicht zurückziehen, nur weil der Staat Florida es auf dem Scheiterhaufen seines Unrechtssystems sehen möchte. Nach dieser Reaktion des Gefängnisses wird dieses Buch zu einer noch größeren Anklage gegen dieses Unrechtssystem, das so weit von Recht und Menschlichkeit entfernt scheint, wie Alpha-Centauri von der Erde.

Zum Abschluss hier noch eines der Gemälde die in diesem „systemgefährdenden“ Buch zu finden sind… Denn darum handelt es sich ja vor allem; um ein Kunstbuch mit Gemälden von Lancelot Armstrong, der wohl unschuldig ist und seit 30 Jahren mit dem Tode bedroht wird, durch den US-Bundesstaat Florida.

lancelot_armstrong_love.jpg

Abschließend möchten wir noch erwähnen, dass die Realisierung dieses Buches ein Herzenswunsch von Lancelot Armstrong war.
Auch wollte er natürlich sein Buch wenigstens einmal in seinen eigenen Händen halten… Aber dieser Wunsch wurde ihm leider verwehrt…

Wir bitten alle Leser dieses Artikels darum Lancelot Armstrong und unsere Arbeit zu unterstützen:

IHfL
Peter K.

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Todesstrafe in Colorado abgeschafft!

usa_against_death_penalty2Manchmal gibt es noch positive Nachrichten zum Thema. Diesmal ist es der US-Bundesstaat Colorado der der Welt zeigt, dass die Todesstrafe nicht „in Stein gemeißelt sein muss“.

!!! Der US-Bundesstaat Colorado hat die Todesstrafe abgeschafft !!!

Der Gouverneur Jared Polis erklärte dazu, dass die Todesstrafe in Colorado nie fair eingesetzt worden ist. Auch hat Polis die drei noch im Todestrakt von Colorado sitzenden Häftlinge begnadigt.

Damit ist Colorado der 22. US-Bundesstaat, der die Todesstrafe abgeschafft hat.

Bereits im Februar hatte das Parlament ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Die Republikaner leisteten dagegen starken Widerstand. Dabei waren ihnen auch Tricks nicht zu schade, so versuchten sie z.B. die Abstimmung herauszuzögern, indem sie aus der Bibel Texte vorlasen.

Wir freuen uns diese gute Nachricht, in dieser schwierigen Zeit, verbreiten zu dürfen. 🙂

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-colorado-schafft-die-todesstrafe-ab-a-c0bb5322-453b-49f3-91d7-46cebb58574e

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Auch am 25. März Hinrichtung in Texas

tracy2bbeatty

Tracy Beatty

Update:
Nachdem John Hummels bereits einen 60 Tage Hinrichtungsaufschub bekommen hat, wurde jetzt auch die Exekution von Tracy Beatty wegen der Coronakrise gestoppt. Auch sein Aufschub dauert 60 Tage und dann könnte ein neuer Hinrichtungstermin angesetzt werden.

Das texanische Gericht teilte mit: „Wir haben beschlossen, dass die Hinrichtung angesichts der aktuellen Gesundheitskrise und der enormen Ressourcen, die zur Bewältigung dieses Notfalls benötigt werden, zum jetzigen Zeitpunkt ausgesetzt werden sollte“

Quelle:
https://www.texastribune.org/2020/03/19/texas-court-stops-tracy-beattys-execution-over-coronavirus


Der US-Bundesstaat Texas will am 25.3.2020 den wegen Mordes im Jahr 2003 an seiner Mutter zum Tode verurteilten Tracy Beatty (58) hinrichten. Seit 16 Jahren ist er den schrecklichen Bedingungen im Todestrakt von Texas ausgesetzt.

Tracy Beatty soll seine Mutter (62) erwürgt und später in ihrem Hinterhof begraben haben. Beatty hatte bereits zwei Hinrichtungstermine in 2009 und 2015, doch er bekam jeweils einen Aufschub.

Texas betreibt eine sehr aggressive Todesstrafenpolitik und sollte Tracy Beatty exekutiert werden, wäre er das 10. Opfer dieser Politik in den letzten 12 Monaten.

Es ist nicht unsere Aufgabe zu verurteilen, auch nicht bei schwersten Verbrechen. Als entschiedene Gegner der Todesstrafe sind wir der Auffassung, dass niemand das Recht hat einen anderen Menschen zu töten – auch nicht der Staat! – Unabhängig von der Schwere eines Verbrechens, ist auch die Todesstrafe ein Verbrechen und darum grundsätzlich abzulehnen!

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions/3068-tracy-beatty-of-texas-given-execution-date-of-august-13-2015
https://executionwatch.org/

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Hinrichtung am 18. März in Texas

hummels

John Hummels

Update:
John Hummels hat einen Hinrichtungsaufschub von 60 Tagen bekommen. Die geplante Exekution am 18. März findet also nicht statt. Der Aufschub wurde aufgrund von Bedenken wegen des neuen Coronavirus vom „Texas Court of Criminal Appeals“ beschlossen.

Quelle:
https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions


 

Der US-Bundesstaat Texas beabsichtigt am 18.03.2020 wieder einen Menschen zu ermorden. Diesmal soll John Hummel (44) durch eine tödliche Injektion sterben. John Hummel hat die ihm vorgeworfenen Morde gestanden.

Im Dezember 2009 hat John Hummel während eines Beziehungsdramas mehrere Morde begangen. Dabei starb seine schwangere Frau, seine Tochter und der Schwiegervater. Im Jahr 2011 wurde er zum Tode verurteilt und wartet seitdem im Todestrakt von Texas auf seine Hinrichtung. Weitere Informationen sind hier zu finden.

Es ist nicht unsere Aufgabe zu verurteilen, auch nicht bei schwersten Verbrechen. Als entschiedene Gegner der Todesstrafe sind wir jedoch der Auffassung, dass niemand das Recht hat einen anderen Menschen zu töten – auch nicht der Staat! – Unabhängig von der Schwere eines Verbrechens, ist auch die Todesstrafe ein Verbrechen und darum grundsätzlich abzulehnen!

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions/5600-texas-gives-john-hummel-execution-date-of-march-18-2020

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