Todesurteil mit 18 Jahren – Hinrichtung am 8. Juli

Billy Joe Wardlow

Update 09.07.2020: Billy Joe Wardlow wurde wie geplant hingerichtet.

Quelle:
https://www.themarshallproject.org/next-to-die/tx/g2rd1btt


Texas: Bereits am 29. April 2020 hatte Billy Joe Wardlow einen Hinrichtungstermin, der jedoch auf  Antrag des Staates auf den 8. Juli 2020 / 18 Uhr (Ortszeit) verlegt wurde, wegen den Problemen bezüglich der Covid-19 Pandemie.
Wardlow war 1995 wegen Mordes an dem 82-jährigen Carl Cole zum Tode verurteilt worden.

Billy Joe Wardlow war erst 18 Jahre alt, als er bei dem Versuch einen Wagen zu stehlen, den 82-jährigen Carl Cole tötete. Sein Anwalt versäumte wohl auf wichtige mildernde Umstände hinzu weisen und so lautete das Urteil: Todesstrafe.

Im November 2019 reichte Wardlow beim Texas Court of Criminal Appeals eine Berufung ein, die die Frage aufwirft, ob eine Jury eine verlässliche Entscheidung über die zukünftige Gefährlichkeit einer Person treffen kann, die zum Zeitpunkt des Verbrechens 18 Jahre alt ist. Im Jahr 2005 entschied der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten in der Rechtssache Roper v. Simmons, dass es verfassungswidrig ist, ein Todesurteil gegen Personen zu verhängen, die zum Zeitpunkt der Straftat unter 18 Jahre alt waren.

Die moderne neurowissenschaftliche Forschung hat herausgefunden, dass die Gehirnbereiche für rationale Entscheidungen, Impulskontrolle und Urteilsvermögen erst ab Mitte 20 voll entwickelt sind. So ist es wohl kaum möglich vorherzusagen, inwieweit ein junger Mensch in Zukunft gefährlich ist.
In einem vom Austin American-Statesman veröffentlichten Meinungsartikel „Jugend verdient eine zweite Chance“, nicht die Todesstrafe“, schreibt Linda White: „Meine eigene Erfahrung hat mir gezeigt, dass Menschen, die als Jugendliche abscheuliche Taten begehen, zu Veränderungen fähig sind. Whites 26-jährige Tochter Cathy wurde von zwei 15-jährigen Jungen brutal vergewaltigt und ermordet“.

In einem Artikel, der im vergangenen Dezember in der Zeitschrift American Scholar veröffentlicht wurde, schreibt Lincoln Caplan, dass Wardlow in den 25 Jahren, die er in der Todeszelle verbracht hat, „im mittleren Alter zu einem vertrauenswürdigen, friedensstiftenden und in vielerlei Hinsicht vorbildlichen Häftling geworden ist“. Für Caplan „zeichnet sich Wardlow als jemand aus, dem das Rechtssystem wiederholt Unrecht zugefügt hat, insbesondere bei der Festlegung seiner Strafe“.

Seit 25 Jahren sitzt nun Billy Wardlow in seiner 1,83 x 2,44 Meter kleinen Zelle. Meist 23 Stunden lang. Ohne Sonnenlicht und ohne menschlichen Kontakt. Er hat damals den Mord gestanden. Und bereut seine Tat. In dieser Zeit ist er gereift und hat sich zum positiven entwickelt. Wenn sie ihn am 8. Juli in die Hinrichtungskammer führen, werden sie einen anderen Menschen ermorden, als er damals war mit 18 Jahren. – Einen Mann, der zudem seit 25 Jahren für seine Tat bezahlt hat, mit den schlimmsten Umständen, die man in den USA ertragen muss, mit dem Todestrakt. Welche Gerechtigkeit soll es bringen, wenn ein junger Mensch einen schweren Fehler begeht, diesen bereut und sich zu einem verantwortungsvollen Mann wandelt – welchen Sinn macht es, diesen Menschen nach 25 Jahren zu ermorden? – KEINEN!

Im Folgenden die Möglichkeiten sich für Billy Wardlow zu engagieren:

IHfL
Peter K.

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

Hier die direkte URL: https://www.ihfl.de/st-konto.htm

Quellen:
https://tcadp.org/2020/04/06/trial-court-postpones-execution-date-for-billy-joe-wardlow/
https://theamericanscholar.org/this-man-should-not-be-executed/#.XoTqoy2ZNgs
https://de.wikipedia.org/wiki/Roper_v._Simmons

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Wieder Hinrichtungsaufschub für Ruben Gutierrez

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Ruben Gutierrez

Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Dienstag die geplante Exekution von Ruben Gutierez, ca. eine Stunde vor dem Vollzug, gestoppt. Dies ist das vorläufige Ende des Tauziehens um das Leben des Verurteilten, der immer auf seiner Unschuld bestanden hat. Er wurde wegen Mordes an der 85-jährigen Escolastica Harrison, im Jahr 1998, zum Tode verurteilt.

Gutierrez versucht seit vielen Jahren DNA-Untersuchungen durchzusetzen, da er davon überzeugt ist, dass diese seine Unschuld beweisen können. Bis heute wurden die entsprechenden DNA-Analysen jedoch verweigert.
Dies ist aber nicht einmal der Grund für den jetzigen Aufschub. Vielmehr hat das Oberste Gericht der USA die Verschiebung der Exekution wegen eines anderen Antrags der Verteidigung beschlossen. Es handelt sich um einen Antrag seiner Verteidiger bezüglich eines Geistlichen Beistands. Gutierrez wird tatsächlich ein entsprechender Beistand während der Exekution verweigert.
Seitdem Patrick Murphy darauf bestand von einem buddhistischen Berater in die Todeskammer begleitet zu werden, hat das texanische Gefängnissysstem eine solche spirituelle Begleitung grundsätzlich untersagt. (Wir berichteten)

„Als gläubiger Katholik benötigt Herr Gutierrez die Unterstützung eines Geistlichen, um ihm beim Übergang vom Leben ins Jenseits zu helfen. Das texanische Strafjustizministerium änderte seine Politik zu seiner eigenen Bequemlichkeit, aber spiritueller Trost zum Zeitpunkt des Todes ist keine Bequemlichkeit; es handelt sich um ein geschütztes Rechtsgut“, so sein Anwalt Schawn Nolan.

Der Oberste Gerichtshof hat mitgeteilt, dass er die Hinrichtung aussetzt bis der Oberste Gerichtshof über die Frage nach einem geistlichen Beistand in der Todeskammer entschieden hat.

Die katholische Bischofskonferenz von Texas hat beim Obersten Gerichtshof eine Unterstützungsschrift für Gutierrez eingereicht. „Einem Gefangenen, der kurz vor seiner Hinrichtung steht, den Zugang zu spiritueller und religiöser Führung und Begleitung zu verweigern, ist grausam und unmenschlich“, sagte Bischof Daniel Flores von Brownsville.

Der Bezirksstaatsanwalt von Comeran County, Luis Saenz, äußerte sich enttäuscht darüber, dass der Oberste Gerichtshof die Hinrichtung verzögert, da seiner Ansicht nach der Familie der Ermordeten „wieder einmal Gerechtigkeit versagt wurde. Als Staatsanwalt ändert das nichts. Es verzögert nur sein endgültiges Schicksal“, sagte er in einer Erklärung.

Was sollen wir dazu noch sagen… DNA-Untersuchungen verweigern und bei der Exekution eines evtl. Unschuldigen auch noch den geistlichen Beistand verbieten… Hinrichtungsstopp nun ca. 1 Stunde vor der Exekution… Wir wollen uns gar nicht vorstellen, was in dem Verurteilten vorging und geht… Und demnächst wieder ein Hinrichtungstermin für ihn?…
Uns fehlen die Worte…

  • Weitere Infos über Ruben Guiterez in unseren vorangegangenen Artikeln:
  1. Hinrichtung am 30.10.19 in Texas

  2. Hinrichtung von Ruben Gutierrez am 16. Juni 2020

  3. Hinrichtung in Texas: Aufschub für Ruben Gutierrez
  4. Mörderstaat Texas kämpft um sein „Recht“ Ruben Gutierrez zu töten

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Peter K.

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Quellen:
https://dfw.cbslocal.com/2020/06/16/us-supreme-court-halts-texas-execution-ruben-gutierrez-clergy-question/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/03/23/texas-hinrichtung-eines-unschuldigen/

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Land der Folter und Grausamkeiten

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Romell Broom nach dem Exekutionsversuch

Wie wir erst heute erfahren haben, hat sich der Gouverneur von Ohio (USA), Mike DeWine, bereits im April diesen Jahres dazu entschlossen, den durch den Staat schwer misshandelten Todeskandidaten Romell Broom, weiter zu quälen…

Das Ganze nennt sich dann „Begnadigung“!

Diese „Gnade“ wird jedoch nur bis zum 16.03.2022 – 10 Uhr gewährt…

Dann soll die Hinrichtung doch stattfinden…

Die Genaue Formulierung dieser eigentümlichen Begnadigung bedeutet, dass Romell Broom nicht, wie vorgesehen, am 17. Juni hingerichtet wird, sondern ihm „Gnade“ gewährt wird bis zum 16. März 2022. Bis dahin soll Broom weiter im Todestrakt auf seine Exekution warten. Es sei denn er würde dann wieder „Begnadigt“ werden, was das auch immer bedeuten soll…
(Mit einem Klick auf das folgende Bild geht es zum Original Dokument)
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Wir berichteten bereits im Jahr 2016 über die furchtbaren Vorgänge bei der „nicht geglückten“ Hinrichtung von Romell Broom in unserem Artikel:
Land der unbegrenzten Grausamkeiten

Damals versuchte der Staat Ohio den Häftling Romell Broom durch tödliche Injektion  hinzurichten. Sie versuchten ihn 18 mal zu töten!Mehr als zwei Stunden stocherten sie in seinem Körper herum, bis sie aufgaben, da sie keine Vene fanden. Broom war 1985 wegen Mordes verurteilt worden.

Wir empfehlen dazu den Film:
Die zweite Hinrichtung – Amerika und die Todesstrafe 

Der oberste Gerichtshof entschied, dass ein weiterer Exekutionsversuch an ihm durchgeführt werden darf. Eigentlich verbietet die US-Verfassung grausame und ungewöhnliche Strafen, jedoch die Richterin Judith Lanzinger meinte ihre Entscheidung würde nicht gegen diesen Verfassungsgrundsatz verstoßen. Sie führte aus, es wäre gar keine „verpfuschte“ Hinrichtung gewesen, da während der ganzen Zeit, dem Verurteilten kein Gift injiziert werden konnte. Insofern wäre es auch keine Doppelbestrafung.

Ja bitte, was ist denn dann eine Doppelbestrafung? Was bitte ist denn dann eine grausame Strafe? Wie pervertiert sind bitte solche Richter die meinen in solch einer weise „Recht“ sprechen zu dürfen. Was für ein System ist das, das so etwas zu lässt?

Was für ein pervertierter Vorgang ist das bitte, wenn nun auch noch der Gouverneur eins draufsetzt und anstatt Romell Broom endlich richtig zu begnadigen, ihm weitere seelische Folter antut, indem er ihm schon jetzt seinen neuen Hinrichtungstermin in knapp zwei Jahren mitteilt. Was geht in einem solchen Kerl vor? – DAS ist also der höchste Politiker von Ohio!? – Wir können uns nur mit Abscheu abwenden…

Und wieso kann kein Gericht in den USA die Grausamkeit des Verbrechens feststellen, dass der Staat an ihm begangen hat, indem er ihn rund 2 Stunden misshandelte, mit dem Ziel ihn zu ermorden?! – Nicht mal ein Bundesgericht scheint dazu in der Lage. Die US-Rechtsprechung, wenn man sie denn so nennen will, scheint vollkommen krank, rassistisch und von Kälte dominiert zu sein.

Die USA, ein System in dem Leute Richter, Gouverneure, Staatsanwälte und Polizisten sein können, die offensichtlich ihre niederen Triebe nicht mehr unter Kontrolle haben…
…und leider scheint auch der gewaltsame Tod von Georg Floyd ein trauriges Ausrufezeichen hinter diese Aussage zu setzen.

IHfL
Peter K.

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Quellen:
https://files.deathpenaltyinfo.org/documents/Broom-Reprieve.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Romell_Broom
https://www.fr.de/politik/usa-rassismus-george-floyd-polizeigewalt-fox-news-proteste-demonstrationen-zr-13777080.html

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Mörderstaat Texas kämpft um sein „Recht“ Ruben Gutierrez zu töten

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Ruben Gutierrez

Es ist ein grausames Schauspiel, dass sich derzeit in Texas abspielt. Ruben Gutierrez, der schon mehrere Hinrichtungstermine hatte und dessen derzeitiger Termin auch wieder einen Aufschub erhielt, soll nun doch am 16. Juni 2020 hingerichtet werden. Ein entsprechender Antrag des Staates wurde jetzt gerichtlich bestätigt. (Originaldokument Download)

Wir möchten hier nicht weiter auf die Hintergründe eingehen, da wir sie bereits in vorherigen Artikeln dokumentiert haben (siehe hier und hier).

Ruben Gutierrez hat immer darauf bestanden den ihm vorgeworfenen Mord nicht begangen zu haben. Entsprechende Beweismittel wurden nicht auf DNA-Spuren untersucht. Seine Verteidigung versucht alles um eine Untersuchung dieser Beweismittel zu erzwingen, jedoch scheint dies jetzt endgültig gescheitert zu sein und der Exekution nichts mehr im Wege zu stehen. Die Verteidigung und auch Gutierrez selbst gehen davon aus, dass eine DNA-Untersuchung Gutierrez’s Unschuld beweisen würde…

Dies alles interessiert den Staat Texas nicht. Blutrünstig kämpfen die Verantwortlichen darum „endlich“ den nächsten Menschen ermorden zu dürfen und der UNITED STATES COURT OF APPEALS – FOR THE FIFTH CIRCUIT – stimmt der Exekution zu.

Ist das Rechtssprechung? – Oder sind das eher Richter in einem Unrechtsstaat?
Jeder mag sich das seine eigene Meinung bilden… Wir jedenfalls sind mehr als entsetzt über dieses Urteil, welches die kluge Entscheidung des Richters, der zunächst einen Aufschub gewährte, um Zeit für DNA-Untersuchungen gewinnen zu können, aufgehoben hat.

Auch die Tatsache, dass durch Covid-19-Beschränkungen die Verteidiger von Gutierrez nur noch eingeschränkt arbeiten können, verletzt die Rechte des Verurteilten.

Aber im Angesicht der Realität, dass Texas dem Todeskandidaten auch noch den Beistand durch einen Pfarrer verweigert, ihm also untersagt die Hinrichtungskammer zu betreten, scheint wohl jede Menschlichkeit in diesem (Un)Rechtssystem verloren gegangen zu sein.

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Quellen:
https://files.deathpenaltyinfo.org/documents/Gutierrez-5th-CIr-Opinion-Vacating-Stay-of-Execution-2020-06-12.pdf
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/06/05/hinrichtung-von-ruben-gutierrez-am-16-juni-2020/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/06/11/hinrichtung-in-texas-aufschub-fuer-ruben-gutierrez/

 

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Hinrichtung in Texas: Aufschub für Ruben Gutierrez

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Ruben Gutierrez

Ein Bundesrichter hat am Dienstag einen Hinrichtungsaufschub für Ruben Gutierrez bewilligt. Gutierrez Exekution war für den 16. Juni 2016 geplant (siehe unseren Bericht). Er wurde wegen Mordes an der 85-jährigen Escolastica Harrison, im Jahr 1998, zum Tode verurteilt. Er hat die letzten 21 Jahre im Todestrakt von Texas verbracht und immer darauf bestanden den ihm vorgeworfenen Mord nicht begangen zu haben.

Schon lange versuchen seine Verteidiger durchzusetzen, dass die vorhandenen Beweise auf DNA-Spuren untersucht werden sollen um seine Unschuld zu beweisen. Auch kritisieren sie, dass der Staat Texas einen Seelsorger daran hindert Gutierrez in der Todeskammer beizustehen. Gutierrez möchte von einem Kaplan begleitet werden, wenn es zum Äußersten kommt.

Die Generalstaatsanwaltschaft von Texas versucht sich gegen den Aufschub mit einer Berufung beim Fünften US-Berufungsgericht zu wehren. Dies teilte Gutierrez’s Anwalt (Shawn Nolan) mit. Nolan sagte in einer Erklärung:  „In einem Fall, in dem keine physischen oder forensischen Beweise gegen ihn vorliegen, wäre die Hinrichtung von Mr. Gutierrez ohne Durchführung von DNA-Tests die ultimative Verletzung seiner Bürgerrechte. Darüber hinaus verweigert der Staat Herrn Gutierrez die Erlaubnis, sich von einem christlichen Kaplan in die Hinrichtungskammer begleiten zu lassen, was einen Verstoß gegen den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung darstellt. Das Texas Department of Criminal Justice kann sich nicht einfach aussuchen, welche seiner eigenen Regeln und welche verfassungsmäßigen Rechte für einen Gefangenen gelten, und es sollte unter diesen Umständen nicht versuchen, eine Hinrichtung durchzuführen.

Bereits für den 12.09.2018 hatte Ruben Gutierrez einen Hinrichtungstermin. Er erhielt jedoch durch einen Bundesrichter beim 5. US Circuit Court of Appeals einen Aufschub. Auch für 31.07.2019 war seine Hinrichtung geplant. Dieser Termin wurde zurückgezogen und auf den 30.10.2019 verschoben. Der Texas Court of Criminal Appeals hatte jedoch auch diesen Hinrichtungstermin ausgesetzt.

Wie kann es sein, dass Hinrichtungstermine immer wieder angesetzt werden, wenn die Beweisstücke noch nie auf DNA untersucht wurden? – Wie kann es sein, dass ein Staat einen Menschen über Jahre mit der Todesandrohung und entsprechenden Terminen foltert, ohne dass es merklichen Widerstand gegen einen solchen Unrechtsstaat gibt.
Wir können nur hoffen, dass nun wirklich DNA-Untersuchungen vorgenommen werden und damit evtl. die Unschuld von Ruben Gutierrez belegt wird.

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Peter K.

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Quelle:
https://www.houstonchronicle.com/news/houston-texas/houston/article/Texas-death-row-prisoner-granted-stay-ahead-of-15328360.php

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Hinrichtung von Ruben Gutierrez am 16. Juni 2020

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Ruben Gutierrez

Der US-Bundesstaat Texas will am 16. Juni 2020 Ruben Gutierrez (42) hinrichten. Gutierrez wurde wegen Mordes an der 85-jährigen Escolastica Harrison, im Jahr 1998, zum Tode verurteilt. Er hat die letzten 21 Jahre im Todestrakt von Texas verbracht und immer darauf bestanden den ihm vorgeworfenen Mord nicht begangen zu haben.

Bereits am 12.09.2018 hatte hatte Ruben Gutierrez einen Hinrichtungstermin. Er erhielt jedoch durch einen Bundesrichter beim 5. US Circuit Court of Appeals einen Aufschub. Auch für 31.07.2019 war seine Hinrichtung geplant. Dieser Termin wurde zurückgezogen und auf den 30.10.2019 verschoben. Der Texas Court of Criminal Appeals hatte jedoch auch diesen Hinrichtungstermin ausgesetzt.

Am 5. September 1998 überfielen Ruben Gutierrez und Rene Gracia ihr Opfer mit der Absicht ihren Safe auszurauben. Dabei wurde die Besitzerin eines Mobilheimparks auf den Kopf geschlagen. Sie fiel jedoch nicht in Ohnmacht und wehrte sich gegen die Angreifer. Bei dem Kampf wurde sie so schwer verletzt, dass sie verstarb. Ihre Mörder flohen mit mindestens 56.000 US-Dollar in bar.

Am 14.05.1999 wurde Ruben Gutierrez zum Tode verurteilt. Gutierrez hat sein Urteil angefochten, weil es keine Beweise gäbe, die klar belegen, dass er an dem Mord beteiligt war. Er gab zu bei der Planung der Überfalls beteiligt gewesen zu sein. Aber er bestreitet seine Beteiligung an dem Mord. Rene Gracia wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und hat ausgesagt, Ruben Gutierrez hätte den Mord begangen.

Die Verteidiger von Gutierrez haben zwischenzeitlich einen Antrag auf Aussetzung der Hinrichtung gestellt, da durch die Vorschriften bezüglich Covid-19 und die entsprechenden Verhaltensregeln, es zu erheblichen Problemen bei seiner Verteidigung kommt. Sie äußern sich dazu wie folgt: „Es wäre unverantwortlich und dem Interesse der Öffentlichkeit zuwider, die notwendigen Ermittlungen während dieser Pandemie durchzuführen“, heißt es in dem Antrag. „Die Teammitglieder von Herrn Gutierrez können die Arbeit, die notwendig ist, um ihre Verpflichtung ihm gegenüber zu erfüllen, nicht durchführen, ohne sich selbst und andere in Gefahr zu bringen“.
Das Team seiner Verteidiger wies insbesondere darauf hin, dass es seit 23. März 2020 unter Hausarrest stehe.  „Das Gebot der sozialen Distanzierung habe somit die Möglichkeiten von Herrn Gutierrez vereitelt, die persönliche Untersuchung durchzuführen, die notwendig ist, um seinen Rechtsstreit und sein Gnadengesuch zu untermauern.“

„Mehr als zwei Jahrzehnte lang in der texanischen Todeszelle in Einzelhaft hat Herr Gutierrez immer darauf bestanden, dass er dieses Verbrechen nicht begangen hat. Es gibt keine forensischen oder physischen Beweise, die Mr. Gutierrez mit dem Verbrechen in Verbindung bringen“, sagte der Anwalt von Gutierrez, Shawn Nolan. „Seine ungerechtfertigte Verurteilung basierte allein auf zwei schwachen Elementen: ein falsches Geständnis, das hervorgerufen wurde, als die Polizei drohte, Herrn Gutierrez die Kinder wegzunehmen und auch seine Frau bedrohte, und auf einem unzuverlässigen Zeugen. Der Zeuge behauptete, Mr. Gutierrez zum Zeitpunkt der Tat als im Tatort anwesend identifiziert zu haben, aber die Zuverlässigkeit dieser Identifizierung wurde durch Expertenmeinungen ernsthaft in Frage gestellt“.

Fassungslos erleben wir erneut wie ein Mann, durch dieses grausame und auf Rache basierende Todesstrafengesetz, über Jahrzehnte mit den Umständen im Todestrakt gefoltert wird. Gefoltert mit der Gewissheit irgendwann durch den Staat ermordet zu werden. Gefoltert mit immer wieder neuen Hinrichtungsterminen… Wir können nur hoffen, dass sich möglichst viele Menschen an der obigen Petition beteiligen. Zumal es durchaus im Bereich des Möglichen liegt, dass Texas einen unschuldigen Mann exekutiert.

IHfL
Peter K.

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Hier die direkte URL: https://www.ihfl.de/st-konto.htm

Quellen:
https://www.upi.com/Top_News/US/2020/06/02/Texas-death-row-inmate-seeks-stay-citing-coronavirus-pandemic/7001591137175/
https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions/4832-texas-gives-ruben-gutierrez-execution-date-of-september-12-2018

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Vom Todesstrafenbefürworter zum Todesstrafengegner

Gastbeitrag von Markus Spintig-Wehning, 47807 Krefeld-Fischeln

Vom Todesstrafenbefürworter zum Todesstrafengegner

Against the Death Penalty - Todestrafe - Zeichnung - Drawing - Statue of Liberty - Freiheitsstatue (Kaivel_Comics) - www.ihfl.de - 005Ich war Jahrelang ein Befürworter der Todesstrafe, ich sah in dieser Strafe die einzig gerechte Strafe für Mörder und Totschläger.
Die Düsseldorfer Apelt-Brüder, die Ende der 80er in den USA zum Tode verurteilt worden, hatten in meinen Augen diese Strafe verdient. Wer wohlwissend in die USA reist und dort einen Mord begeht, obwohl hinter der nächsten Tür der Henker wartet, hatte in meinen Augen nichts besseres verdient, als die Hinrichtung.
Als die Le Grand Brüder 1999 hingerichtet wurden, wurde ich das erste Mal wach.
2001, lief im deutschen Fernsehen ein Film mit Jan-Josef-Liefers: Todestrafe – Ein Deutscher hinter Gittern (2001), weckte meine Interesse mich mit dem Thema mehr auseinander zusetzen.
Dann wurden im Iran 2005, 2 16jährige Teenager aufgrund ihrer sexuellen Identität hingerichtet. Jetzt wurde ich Mann, mit der gleichen sexuellen Identität richtig wach. Ich begann mich zu belesen und landete schließlich bei Alive (Koalition gegen Todesstrafe) e.V. Dort übernahm ich dann nacheinander 4 bzw. 5 Brieffreunde. Ich schrieb meinen Jungs, ohne mich mit dem Grund der zum Todesurteil geführt hat zu befassen.
Auf der folgenden JHV in Schmitten (Taunuskreis) lernte ich Gabi Uhl kennen. Kurze Zeit bekam ich mit Paul aus Kalifornien, meinen 5.Brieffreund. Sofort machte mich ein Vereinsmitglied von Alive auf die Tat, die beim Paul zum Todesurteil geführt aufmerksam.
Paul hatte als Aufnahmeritual für die Quartiers-Gang einen Homosexuellen Nachbarn erst ausgeraubt und anschließend ermordet.
Obwohl mir bewusst war, dass ich mit schlimmen Jungs und nicht mit Eierdieben zu tun habe, war ich geschockt und Hin und Her gerissen. Ich bekam jede Erdenkliche Unterstützung in dieser Zeit.
Mein nächster Brief an Paul, war sehr direkt. Ich fragte nach der Tat.
Paul schrieb mir offen über die Tat und entschuldigte sich auch für diese.
4 Jahre später heiratete ich meinen Mann Ludger und es stand eine Namensänderung an. Bisher hatte ich, aus Eigenschutz , meinen Jungs meine Queere Identität verschwiegen, nun musste ich Farbe bekennen.
Es kamen wunderschön gebastelte Glückwunschkarten und in jeder stand in etwa:
„Bruder! Ich wusste, dass du Homosexuell bist, denn du schreibst nicht wie ein Mann, sondern wie eine liebe Frau“.
Inzwischen wurden bei 4 meiner Jungs in Lebenslänglich, einer verstarb in dieser Zeit an einer Krankheit. Dadurch stellte ich meine Arbeit etwa 2013 mit Auflösung von Alive ein.
Anfang 2017 gab es in unserer Zeitung ein Interview mit Gabi Uhl, als Vorsitzende der Initiative gegen die Todesstrafe. Ich nahm zu Gabi Uhl Kontakt auf und wurde Mitglied der IgT. Im September 2017 fand in Düsseldorf die JHV der IgT statt, hier übernahm ich die Funktion des Schriftführers im Vorstand.

Ich bin inzwischen ein 100% Gegner der Todesstrafe, dafür gibt es zu viele Fehlurteile, und die Todesstrafe macht die Familien der Täter zu neuen Opfern.
Bei nachgewiesener schwerer Straftat würde ich als Richter zu Lebenslänglich mit Auflage, der Gesellschaft durch Arbeit etwas zurück zugeben, verurteilen.


Wir bedanken uns herzlich bei Markus für seinen Beitrag.
IHfL
Peter K.

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Walter Barton in Missouri hingerichtet

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Walter Barton

Der US-Bundesstaat Missouri hat den wegen Mordes zum Tode verurteilten Walter Barton hingerichtet. Die Schwester der 1991 ermordeten Gladys Kuehler flehte noch kurz vor der Exekution: „Bitte haben Sie Erbarmen“.

Barton wurde für die Tötung einer Wohnmobilparkbetreiberin im Jahr 1991 in der Stadt Ozark zum Tode verurteilt. Als die Polizei und die Familie von Gladys Kuehler am Tatort eintrafen, war auch Barton anwesend und half bei der Identifizierung der Leiche. Dabei sei ein kleiner Blutspritzer auf die Vorderseite seines Hemdes gelangt. Ein sogenannter Blutspritzerexperte sagte im Prozess aus, dieser kleine Blutspritzer reiche um Barton für Schuldig zu erklären. Dies erscheint schon sehr fraglich, wenn man bedenkt, dass Frau Kuehler mit über 50 Messerstichen getötet wurde und man eigentlich davon ausgehen müsse, dass bei Barton dann wesentlich mehr entsprechende Blutspuren hätten gefunden werden müssen. Zudem haben drei von vier Zeugen, die zunächst gegen Barton ausgesagt hatten, ihre Aussage widerrufen. Der Zeuge, der seine Aussage nicht zurückgezogen hat, ging einen Deal ein und erhielt als Gegenleistung für seine Aussage die Einstellung eines Verfahrens gegen ihn selbst.

Drei Geschworene sollen mittlerweile Bedenken geäußert haben bezüglich ihres damaligen Urteils, so teilten seine Anwälte mit.

Walter Barton hat immer darauf bestanden unschuldig zu sein. In seiner Abschlusserklärung, die vor seiner Hinrichtung veröffentlicht wurde, sagte er:
„Ich, Walter „Arkie“ Barton, bin unschuldig, und sie richten einen unschuldigen Mann hin!“

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Als ihm das tödliche Gift injiziert wurde, atmete er fünf mal schwer, dann kam sein Atem zum Stillstand…

Die traurige Geschichte Walter Bartons zeigt uns aufs neue, wie wichtig der Widerstand gegen diese unmenschlichen Systeme ist, die immer noch an der Todesstrafe festhalten. Rache ist ihnen wichtiger als jeder Verstand oder Menschlichkeit. Und so werden selbst Menschen hingerichtet, bei denen wichtige Zweifel an ihrer Schuld bestehen.

Als ich gestern auf der Facebookseite des Gouverneurs einen Gnadenaufruf schrieb, ich tat das, wie manch andere, unter einem Coronathread des Gouverneurs. Antwortete mir jemand sinngemäß: „Dies ist nicht der Ort für dieses Thema“.
Ich antwortete ihm daraufhin:
„Überall ist der richtige Ort um Leben zu retten“.

In diesem Sinne – Lasst uns weiterkämpfen gegen Unrecht, Armut und Tod…

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2020/05/19/walter-barton-missouri-execution-coronavirus/5226272002/

 

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30 Tage Aufschub für Walter Barton

arkie

Walter Barton

Update 19.05.2020:

30 Tage Aufschub für Walter Barton aufgehoben

Ein Bundes-Berufungsgericht hat den Aufschub der Hinrichtung von Walter Barton, der von einem Richter auf 30 Tage festsetzt wurde, wieder aufgehoben.

Es sieht so aus, als wenn heute der US-Bundesstaat Missouri diesen vielleicht unschuldigen Mann hinrichtet. Walter Barton hat immer darauf bestanden, das ihm vorgeworfenen Verbrechen nicht begangen zu haben.

Weitere Informationen über ihn und seinen Fall in unserem vorangegangenen Artikel:
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/05/12/hinrichtung-in-missouri-verurteilter-unschuldig/

Quelle:
https://www.theheraldreview.com/news/article/Missouri-execution-would-be-first-since-pandemic-15279478.php


Ursprüngliche Meldung vom 16.05.2020:

Walter Barton hat einen Aufschub von 30 Tagen erhalten. Dieser Aufschub wurde erteilt, weil das Gericht nicht genügend Zeit hatte über einen Habeas-Corpus-Antrag zu entscheiden.

Richter Brian Wimes vom Bezirksgericht für den westlichen Bezirk von Missouri entschied sich am Freitag den Aufschub.

Walter Barton sollte am 19.05.2020 hingerichtet werden, wegen der Ermordung einer Frau im Jahr 1991. Er hat die Tat immer bestritten.

Weitere Informationen über ihn und seinen Fall in unserem vorangegangenen Artikel:
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2020/05/12/hinrichtung-in-missouri-verurteilter-unschuldig/

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://krcgtv.com/news/local/judge-grants-stay-of-execution-to-walter-barton
https://files.deathpenaltyinfo.org/documents/Barton-Walter-EDMo-Stay-of-Execution-2020-05-15.pdf

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Todestrakt 1. und 2. Klasse

kl_haende-gitter-todesstrafeSo makaber einem auch diese Überschrift erscheint, so traurig ist die Realität die hinter diesen Worten steht. Insofern ist das, was wir heute über den Todestrakt von Florida zu berichten haben eine Katastrophe für die meisten Gefangenen, deren Leben eh schon aus laufender Misshandlung und seelischer Folter besteht.

Wir sind über mehrere Wege auf folgenden Misstand aufmerksam gemacht worden.
Im UCI (Union Correctional Institution) sollte es ein Projekt geben, nachdem alle Gefangenen des Todestraktes einen Aufenthaltsraum erhalten. Das ganze sollte nach unseren Informationen wie folgt realisiert werden: In jedem Flur des Todestraktes sollten sich die Gefangenen einen Aufenthaltsraum einrichten. Dort dürften sie sich dann treffen. Uns wurde auch übermittelt, dass in diesen Fluren die Gefangenen dann nicht mehr 23 Stunden am Tag in Ihren Zellen eingesperrt werden sollen, sondern jeden Tag 5 Stunden lang die Zellentüren geöffnet sein sollen und dies an 5 Tagen in der Woche. Man stelle sich vor, was für ein riesiger Unterschied das für die Gefangenen wäre. 5 Stunden offene Zellentüren!
Im Jahr 2019 stimmten das Strafvollzugsministerium und die Gewerkschaft C.I. zu, dieses Pilotprogramm für Todestraktinsassen zu starten, das es den Insassen ermöglicht, 5 Tage pro Woche in den Tagesraum zu kommen und Zugang zu Duschen, Telefon und Kiosk-Tagesraum zu haben.

Uns wurden auch folgende konkrete Details übermittelt:
Das/die Fernsehgerät(e) wurden von der „Death Row Advocacy Group (F.D.R.A.G.)“ gespendet, und die Umgestaltung bzw.der Aufbau wurde durch Häftlingsarbeit kostenlos durchgeführt. Der Gesetzgeber stellte bereits vor 2 Jahren umfangreiche Mittel für die Einstellung von Personal zur Verfügung.
Tatsächlich soll das Wartungs- und Verwaltungspersonal aber erklärt haben, dass „die Tagesräume erst 2022 gebaut oder eröffnet werden sollen.“

Nur in einem einzigen Flur des Todestraktes lies das UCI die Realisierung eines solchen Aufenthaltsraumes allerdings zu. Seitdem haben 13 Gefangene tatsächlich 5 Stunden am Tag offene Türen und eben diesen Raum um sich zu treffen. Alle anderen Gefangenen des Todestraktes bleiben weiterhin 23 Stunden in ihren Zellen eingesperrt. Es gibt aktuell in Florida 336 Gefangene im Todestrakt!

Aber auch im Zusammenhang mit Covid-19 gibt es Ungerechtigkeiten.
So haben wir erfahren, dass wegen der Pandemie jegliche Besuchsmöglichkeiten ausgesetzt wurden. Das bedeutet auch für die Gefangenen im Todestrakt, dass sie niemand mehr besuchen kann. Als Ersatz wurden deshalb die Video-Besuche und auch Videogramme (damit kann man dem Gefangenen eine kurze Videobotschaft schicken) verbilligt. Auch die Insassen des Todestraktes erhielten ein Memo aus dem diese Möglichkeiten für sie hervorgehen. Dennoch hat die Leitung des UCI sich dazu entschlossen den Gefangenen im Todestrakt diese Erleichterungen nicht zu gestatten. Damit scheint sich die Leitung des UCI den Anweisungen der Strafvollstreckungsbehörde zu widersetzen.

Aus diesem Grund haben wir gestern folgenden Brief an den zuständigen Sekretär geschickt:

Department of Corrections
Mr. Mark S. Inch,
(Secretary of the F.D. of Corrections)
501 South Calhoun Street
Tallahassee, FL 32399-2500
USA

– Situation im UCI in Raiford

Sehr geehrter Herr Mark S. Inch,
ich wende mich in Sorge um die Situation der Gefangenen im Todestrakt des UCI an Sie.
Sie haben wegen der Covid-19 Krise sinnvolle Maßnahmen ergriffen, um die Gefangenen zu schützen und ihnen gleichzeitig Erleichterung zu ermöglichen. Erleichterungen, die auch im Besonderen deren Familien und Freunden die Möglichkeit bieten, weiter in Kontakt mit ihren Lieben zu bleiben. Für die Entscheidung zu diesen Maßnahmen möchte ich mich ausdrücklich bei Ihnen bedanken. Viele Gefangene profitieren davon!
Allerdings, und dies macht mir Sorgen, gelten die Erleichterungen nicht für die Gefangenen im Todestrakt des UCI in Raiford. So wurde es mir berichtet. Tatsächlich hat die Leitung des UCI sich dazu entschlossen den Gefangenen im Todestrakt keine Videobesuche zu erlauben und auch keine vergünstigten Videogramme anzubieten. Aus einem Memo für die betreffenden Gefangenen geht hervor, dass sie eigentlich die beschriebenen Erleichterungen erhalten sollen. Dies ist aber definitiv nicht so!
Ich möchte Sie höflichst darum bitten, sich dafür einzusetzen, dass auch die Gefangenen im Todestrakt von den Erleichterungen profitieren und somit auch ihre Familien und Freunde.

Ich habe auch davon erfahren, dass das Sonderprogramm für die Gefangenen, wonach sie auf jedem Flur einen Tagesraum bekommen sollen, gestoppt wurde. Lediglich für 13 Gefangene des Todestraktes wurde ein solcher Tagesraum im UCI ermöglicht. Für die anderen Gefangenen ist dies eine schier unerträgliche Situation, denn sie müssen weiter 23 Stunden am Tag, allein in ihren Zellen verweilen. Um auch für diese Gefangenen Tagesräume zu realisieren, wird sicher kaum Geld nötig sein, weil die Gefangenen die nötigen Arbeiten selbst erledigen könnten.
Ich möchte Sie also auch herzlich darum bitten, sich dafür einzusetzen, dass alle Insassen des Todestraktes einen Tagesraum bekommen.

Ich würde mich über eine Antwort von Ihnen freuen.

In Erwarten Ihrer Antwort, sende ich Ihnen
freundliche Grüße

Wir haben dies natürlich mit privater Adresse gemacht. Wer möchte, kann sich gerne diesem Schreiben anschließen. Einfach den Text kopieren oder einen eigenen Text verfassen, dabei bitte immer freundlich bleiben und den Brief versenden. Ob Ihr das Schreiben auf Englisch verfasst oder in Deutsch versendet… tja da scheiden sich die Geister. Manche Leute sagen ja tatsächlich, wenn es nicht in Englisch ist, müssen die sich ja erst die Mühe machen es übersetzen zu lassen und das Schreiben wird dadurch vielleicht eher zur Kenntnis genommen… Aber da können wir leider keine definitive Entscheidungshilfe geben.

IHfL
Peter K.

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