Hinrichtung aus Schwulenhass?

Charles Rhines

Charles Rhines

Der US-Bundesstaat South Dakota hat am Montagabend Charles Rhines (63), mittels tödlicher Injektion, hingerichtet. Es gab deutliche Hinweise darauf, dass die Verurteilung auch einen homophoben Hintergrund hatte. Rhines war wegen Mordes an einem Donut-Shop-Mitarbeiter in Rapid City zum Tode verurteilt worden.

Der Supreme Court in Washington lehnte alle Einsprüche der Verteidigung ab. Dabei auch ein Einspruch wegen Diskriminierung, weil Charles Rhines homosexuell war.

Mehrere Jurymitglieder gaben zu, dass sie Rhines nur zum Tode verurteilt hatten, weil er homosexuell war. Eidesstattliche Versicherungen Geschworener und Gerichtsunterlagen belegen dies.

Offensichtlich hatten einige Jurymitglieder Bedenken Rhines am Leben zu lassen. Dies geht aus Anfragen an den Richter hervor, in denen er gefragt wurde, ob der Gefangene in Einzelhaft untergebracht werde oder ob er die Gelegenheit hätte in Gefangenschaft auf  „junge Männer“ mit seinen Taten „Eindruck zu machen“. Nach Aussage eines Geschworenen waren „die Leute angeekelt, denn dies sei eine ländliche Gegend.“ Einer verkündete, ein Schwuler Mörder dürfe „sein Leben nicht mit Männern verbringen“.

Wie kann sich ein Staat in den USA das Recht herausnehmen ein Todesurteil zu vollstrecken, das unter solch diskriminierenden Umständen zustande kam?
Wie kann es überhaupt sein, dass solch rückständige Personen Mitglied einer solchen Jury sind?
Es scheint der alte, faschistoide Geist zu sein, der immer noch in vielen Köpfen lebt und solch Unglück produziert. Die Homosexualität von Menschen wurde immer wieder dazu benutzt Menschen zu entmenschlichen. Gerade die christlichen Kirchen haben sich dabei extrem schuldig gemacht in der Vergangenheit. Auch die Bundesrepublik Deutschland hat den §175 in der Nazifassung ohne jede Änderung übernommen! – In diesem Sinne lebte der alte Nazigeist fröhlich weiter und das sogar durch Verfassungsgerichtsurteile gedeckt, bis 1994 – Das zum Wert des Grundgesetzes…
Und noch heute ist für viele sogenannte christliche Kirchen Homosexualität eine Sünde. Das ist die Grundlage für solche Urteile. Was nützt es, wenn Kirchen sich gegen die Todesstrafe stemmen und gleichzeitig ein moralisches Klima schaffen, dass immer wieder junge Menschen in den Selbstmord treibt und letztendlich auch solche Todesurteile möglich macht.
Machen wir uns nichts vor. Schwulsein ist noch immer ein Tabu – auch wenn unsere Medien teils versuchen uns vorzugaukeln es wäre nicht so. Sich küssende Männer in der Öffentlichkeit sind in „Hinterklappersdorf“ genauso kaum anzutreffen, wie in „Oberwatzingen“… Ja selbst in vielen größeren Städten gehören sie nicht zum öffentlichen Alltag. Weil Homosexuelle Angst haben müssen – auch heute noch! – Und vergessen wir nicht, dass „Schwule Sau“ eines der häufigsten Schimpfwörter auf Schulhöfen ist.

Charles Rhines musste wohl sterben aufgrund einer Entscheidung von Schwulenhassern!

Weitere Informationen in unserem vorangegangenen Artikel hier…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.queer.de/detail.php?article_id=34815
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-todesstrafe-south-dakota-richtet-verurteilten-moerder-hin-a-1294883.html
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/10/26/aus-homophobie-hinrichtung/
https://eu.argusleader.com/story/news/2019/06/25/execution-date-set-rapid-city-man-guilty-1992-murder-charles-rhines/1559818001/

 

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Texas: Hinrichtung von Justen Hall

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Justen Hall

Update 08.11.2019:
Justen Hall wurde hingerichtet. In seinen letzten Worten bat er die Angehörigen seines Opfers um Vergebung und versicherte seiner Mutter, dass er sie liebe und vermissen werde.


Der US-Bundesstaat Texas will Justen Hall (38) am 06.11.2019 hinrichten. Hall wurde  wegen Mordes an der 29-jährigen Melanie Ruth Billhartz verurteilt. Seit 14 Jahren ist Justin im Todestrakt.

Im Jahr 2002 war Justen Hall gemeinsam in der Wohnung von Chase Hale, in der Methamphetamin hergestellt wurde. Ted Murgatroyd war ebenfalls anwesend, sowie seine Freundin Melanie Billhartz. Aufgrund eines Streits mit ihrem Freund drohte Melanie Billhartz eine Anzeige gegen Ted Murgatroyd wegen Körperverletzung zu machen. Die Anwesenden Männer überlegten, was sie nun tun sollten und Justen Hall soll vorgeschlagen haben, die Frau zu töten.

Justen Hall soll später mit Malenie Billhartz in ihrem Truck fortgefahren sein. Als Hall zurückkehrte war die Frau tot. Laut Autopsiebericht wurde sie mit einem Kabel erwürgt. Hall soll dann ihre Finger abgeschnitten und die Frau in der Wüste vergraben haben.

Nachdem Hall von den anderen Männern belastet wurde, bestritt er zunächst den Mord begangen zu haben. Später gab er dann ein Geständnis ab.

Hall versuchte auf seine Berufungsmöglichkeiten zu verzichten und hingerichtet zu werden. Jedoch sorgte sein Anwalt dafür, dass an dem Kabel DNA-Tests vorgenommen wurden. Er teilte mit, er habe die Überzeugung, dass Hall’s Geständnis erzwungen wurde. Hall versuchte jedoch im Jahr 2016 wieder auf seine Berufung zu verzichten, was er dem Gericht in einem Brief mitteilte.

Es ist für uns immer eine schwierige Situation, wenn ein Gefangener hingerichtet werden „will“. Jedoch stellt sich uns dabei die Frage der Ursache eben dieser Entscheidung. Die in den USA bei Kapitalverbrechen verhängten Strafen stellen für die Verurteilten quasi eine Endgültigkeit, ohne jede Perspektive, dar. Lebenslänglich ohne das Recht jemals entlassen zu werden ist meist die „Alternative“ zur Hinrichtung. DAS ist unserer Ansicht nach die Hauptursache dafür, dass es manchmal Gefangene gibt, die über den Weg der Hinrichtung quasi „Suizid“ begehen wollen, um dieser lebenslangen Folter zu entkommen.

Dies bestätigt unserer Auffassung nach auch seine folgende Aussage: „Diese Wände haben mich rund um die Uhr zerbrochen  – Ich muss niedergeschlagen werden, wie der tollwütige Hund der ich bin.“

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.austinchronicle.com/news/2019-11-01/death-watch-is-broken-justen-hall-competent-to-be-executed/

https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions/5406-texas-gives-justen-hall-execution-date-of-november-6-2019

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Hinrichtung eines Mörders und Lebensretters geplant

travisrunnels

Travis Runnels

Am 11. Dezember 2019 beabsichtigt der US-Bundesstaat Texas den wegen Mordes zum Tode verurteilten Travis Runnels hinzurichten. Seitdem dies seine Brieffreundin Nicole Schwaberow erfahren hat, durchlebt sie die schreckliche seelische Folter, die ein solches Urteil für Angehörige und Freunde der Verurteilten bedeutet. Wir danken Nicole Schwaberow für ihren Mut sich hier mit ihrem Gastbeitrag zu Wort zu melden und damit ein deutliches Zeichen gegen diese martialische und sinnlose Strafe zu setzen. Wir bitten unsere Leser sich gegen die bevorstehende Hinrichtung einzusetzen und von den am Ende dieses Beitrags angefügten Appelladressen regen Gebrauch zu machen.


Im Folgenden der Gastbeitrag von Nicole Schwaberow:

Travis wuchs in keinen guten Familienverhältnissen auf. Die Eltern konsumierten Alkohol und Drogen. Schläge standen auf der Tagesordnung. Oft flüchtete Travis zu seinen Großeltern. Als die Eltern sich scheiden ließen wurde die Situation auch nicht besser. Mit der Zeit machten sich bei Travis Verhaltensstörungen bemerkbar. Er bekam aber keine Hilfe von der Familie oder Ärzten. Er fing an auf der Straße abzuhängen und das Schicksal nahm seinen Lauf. Autodiebstahl, Einbruch, Drogen und der Reiz am schnellen Geld.

Es folgten die ersten Strafen und Gefängnis. Danach schickte man Travis zu seinem Onkel nach Japan. Vielleicht würde er sich ändern. Aber das Leben gefiel ihm dort überhaupt nicht. Nach drei Monaten kam er zurück nach Amerika und das alte Leben ging weiter.

Diesmal war es Raub. Der Richter verurteilte Travis zu 70 Jahren Gefängnis. Das war der Ausschlaggebende Punkt. Travis war nie gewalttätig doch jetzt änderte sich alles. Selbstmordversuch, Schlägereien mit Mitgefangenen und sobald ein Wärter seine Zelle betrat wurde er mit Urin, Büchern, Kaffeebechern und allem greifbaren beworfen. Eine tickende Bombe.

Nach Küche und Friseur landete Travis in der Schuhfabrik. Stanley Wiley war einer der prison worker (ein Angestellter des Gefängnis, Anm.d.Red.) und hatte am Schicksalstag Dienst. Travis lieh sich von einem Mitgefangenen sein Arbeitsmesser und schnitt Stanley Wiley die Kehle durch. Niemand begriff was geschehen war und Mr. Wiley verstarb später im Krankenhaus. Ein schreckliches Verbrechen das ich nicht gut heiße. Ein Unschuldiger musste mit seinem Leben bezahlen.

2005 wurde Travis für diesen Mord zum Tode durch die Giftspritze verurteilt. Seitdem sitzt er im texanischen Todestrakt.

Zwei Jahre später kam ich ins Spiel. Zu diesem Zeitpunkt ging es mir sehr schlecht. Ich hatte schwere Depression und war Suizidgefährdet. Bei meiner Therapie in einer psychiatrischen Klinik lernte ich einen Pater kennen. Wir sprachen viel über das Leben und den Tod. Warum möchte ich mein Leben wegwerfen und andere kämpfen um weiterleben zu dürfen. Wie wäre es eine Brieffreundschaft mit einen Todeskandidaten einzugehen?

Ich hatte null Vorstellung was ich denn schreiben sollte. Ich tippte blind auf eine Liste und landete auf Travis Runnels.

Also das alte Schulenglisch abgestaubt, die Feder gespitzt und los ging es. Ich habe überhaupt nicht mit einer Antwort gerechnet. Doch drei Wochen später kam der erste Brief aus Texas. Daraus entstand ein Briefwechsel, dann eine Brieffreundschaft und heute gehört Travis zur Familie.

Am Anfang habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, dass irgendwann ein Hinrichtungstermin kommen könnte. Alles war weit weg und unwirklich. Für mich war es unvorstellbar, dass Amerika meinen Freund hinrichtet. So vergingen die Jahre und Travis verlor einige Appeals. So langsam stellte ich mir die Frage, was kommt als nächstes.

Ich bekam Anfang des Jahres einen Brief von seinem Anwalt. Mir war hundeelend. Jetzt hatte ich es schriftlich. Wir nähern uns dem Ende. Ich wurde gebeten einen Brief für die Jury zu schreiben, um für ein Gnadengesuch vorbereitet zu sein. Ich habe am Schreibtisch gesessen und nur noch geheult. Ich fühlte mich so hilflos und wusste nicht was ich machen soll. Was kann ich denn auch machen? Ich kann für Ihn kämpfen. Damals hat er mir mein Leben zurückgegeben und jetzt werde ich für sein Leben kämpfen.

Ich bin keine dumme Weltverbesserin die auf schöne Worte eines Mörders hereinfällt. Mord ist das grausamste Verbrechen und muss hart bestraft werden. Aber ich denke in einem Gefängnis zu sitzen, ohne Kontakt zu anderen Menschen, ohne Arbeit und nur mit einem Radio zur Unterhaltung, ist eine schreckliche Strafe. Niemand von uns kann sich vorstellen unter solchen Bedingungen zu leben. Wir würden es nicht einmal LEBEN nennen. Es ist ein dahinvegetieren. Und jeder Tag ein Kampf nicht verrückt zu werden. Ist das nicht Strafe genug? Warum muss am Ende die Hinrichtung stehen? Wem ist damit geholfen? Niemanden. Im Gegenteil es entsteht nur noch mehr Leid.

Jeden Tag hoffe ich auf eine gute Nachricht. Jeden Tag renne ich durch die Wohnung und überlege was ich noch machen könnte um zu helfen. Jeden Tag rückt der 11. Dezember näher. Jeden Tag ein Brief nach Texas um Travis abzulenken und etwas Freude zu bringen. Jeden Tag unendliche Diskussionen mit Gott. Und ich bin nur eine Freundin. Was machen jetzt die Angehörigen durch? Was denken jetzt die Angehörigen des Opfers? Werden sie sich nach der Hinrichtung besser fühlen? So viele Fragen und am Ende werden wir alle Verlierer sein. Ein weiterer Mensch musste sterben. Das Opfer wird dadurch nicht zurückgebracht.

Für mich macht die Todesstrafe keinen Sinn. Sie ist, unmenschlich, willkürlich und entwürdigend. Sie dient allein dazu Rachegefühle zu befriedigen. Es ist leicht gesagt : „Den sollte man aufhängen“. Aber vorher sollte man sich die Mühe machen alle Faktoren mit einzubeziehen. In einer stillen Minute mal nachdenken, was die Todesstrafe wirklich bringt. Und einmal auf sein Herz hören, ob man nicht vergeben kann. Es würde mich freuen wenn ich einige mit meinen Worten zum Nachdenken anregen konnte. Ich danke Peter und dem IHfL Team daß ich Travis Geschichte erzählen durfte.

Nicole Schwaberow


Travis war eigentlich nie gewalttätig. Er war ein jugendlicher Räuber, der sich mit seinen Raubzügen das nötige Geld für seinen Lebensstil besorgte. Eines Tages jedoch ging seine Glückssträhne zu ende und er wurde zu 70 Jahren Gefängnis verurteilt für einen Einbruch. Travis war entsetzt und verstand nicht, wie ihm geschah… Er sollte für den Rest seines Lebens hinter Gittern bleiben – für einen Einbruch!… Als, nach seiner Aussage, ihn nach vielen Jahren ein Wärter schikanierte, brach alles aus ihm heraus und er ermordete den „Vertreter des Systems, das ihm das angetan hatte“… Eine schreckliche Tat. Aber die Frage nach der Schuld ist nicht immer so einfach, wie es sich viele machen. Anstatt einen Jungen quasi lebendig im Gefängnis zu begraben, hätte das Gericht ihm eine Chance geben müssen… Eine Chance sich zu entwickeln und seine Fehler zu erkennen. Stattdessen wurde er missbraucht als abschreckendes Beispiel für andere, mittels eines Urteils, das in keinem Verhältnis zu seiner Tat, dem Einbruch, stand… Um ihm die alleinige Schuld für seine Entwicklung zu geben, muss man quasi „blind“ sein. Travis selbst scheint durch den Mord an dem Wärter aufgewacht zu sein.

Auf Amazon.com sind zwei Bücher verfügbar, die Travis geschrieben hat:
Guidance On Navigating The Path To Love
How to survive in prison: A guide for prisoners, their families and supporters

Travis leidet sehr unter seinen Schuldgefühlen.
Wir meinen, auch er hat eine zweite Chance verdient…

IHfL
Peter K.

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Georgia: Aufschub für Ray J. Cromartie

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Ray J. Cromartie

Der Oberste Gerichtshof von Georgia hat Ray J. Cromartie einen Hinrichtungsaufschub gewährt. Es handelt sich dabei jedoch nur um einen vorläufigen Aufschub. Cromartie sollte am 30.10.2019 mittels tödlicher Injektion sterben.

Bei dieser Entscheidung ging es nicht um die Frage der DNA-Untersuchungen, welche seine Unschuld beweisen sollten, sondern lediglich darum, ob der Hinrichtungsbefehl formal richtig beim Thomas County Superior Court eingereicht wurde.

Das Georgia’s Parole Board hatte einen Tag vorher entschieden, Cromartie keine Gnade zu gewähren. Insofern könnte schon demnächst ein neuer Exekutionsbefehl gegen erstellt werden.

Ray J. Cromartie wurde im Jahr 1994 wegen Mordes während eines Raubüberfalls zum Tode verurteilt.  Damals soll er Richard Slyzy erschossen haben, der als Angestellter in einem Lebensmittelgeschäft gearbeitet hatte.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.ajc.com/news/crime–law/execution-scheduled-for-tonight-georgia-inmate-maintains-innocence/KwxeMKmMaB3pNd1d4jb2mM/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/10/22/hinrichtung-in-georgia-bruder-kaempft-fuer-dna-tests/

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Aus Homophobie Hinrichtung

Charles Rhines

Charles Rhines

Der US-Bundesstaat South Dakota will in der Woche vom 03. bis 09.11.2019 den wegen Mordes zum Tode verurteilten Charles Rhines hinrichten. Offensichtlich führte die Homophobie der Geschworenen zum Todesurteil.

Charles Rhines ist schwul und diese Tatsache ist ihm bei seinem Prozess zum Verhängnis geworden. Rhines war wegen Mordes an einem Donut-Shop-Mitarbeiter in Rapid City vor Gericht. Seine Schuld stand nie zur Debatte und seine Anwälte versuchten auch nicht seine Unschuld zu beweisen, sondern vor dem höchsten Gericht der USA im Juni diesen Jahres die Tatsache vorzubringen, dass ähnlich wie bei rassistischen Motiven, die Homophobie einiger Geschworener zum Todesurteil führte. Jedoch lehnte der US-Supreme Court es ab diesen Fall zu verhandeln.

Mehrere Jurymitglieder gaben mittlerweile zu, dass sie Rhines nur zum Tode verurteilt hatten, weil er homosexuell ist. Eidesstattliche Versicherungen Geschworener und Gerichtsunterlagen belegen dies.

Offensichtlich hatten einige Jurymitglieder Bedenken Rhines am Leben zu lassen. Dies geht aus Anfragen an den Richter hervor, in denen er gefragt wurde, ob der Gefangene in Einzelhaft untergebracht werde oder ob er die Gelegenheit hätte in Gefangenschaft auf  „junge Männer“ mit seinen Taten „Eindruck zu machen“. Nach Aussage eines Geschworenen waren „die Leute angeekelt, denn dies sei eine ländliche Gegend.“ Einer verkündete, ein Schwuler Mörder dürfe „sein Leben nicht mit Männern verbringen“.

Laut Urteil des Supreme-Courts im Fall Peña-Rodriguez v. Colorado ist ein Urteil nicht rechtskräftig, wenn es aus rassistischen Motiven entstanden ist. Dadurch gab es natürlich Hoffnung, dass dieses auf Homophobie basierende Urteil ebenfalls für ungültig erklärt werde. Aber weit gefehlt! – Das höchste Gericht der USA sieht in einem homophoben Gerichtsurteil keinen Grund für eine Beanstandung. Nicht mal bei einem Todesurteil!

Die Unterdrückung sexueller Minderheiten hat auf der Welt und auch in den westlichen Staaten eine lange und teils grausame Tradition. Menschen wurden und werden verfolgt, verächtlich gemacht, entmenschlicht, gejagt, verlacht und wie wir jetzt wieder sehen auch getötet. Im Namen einer normativen Moral und der Arroganz einer Hetero-Mehrheit, die eine Wand errichtet hat gegen alles was ihnen anders erscheint. Diese Leute denken die Wand sei das Absolute, das Gesetzte, das an und für sich Seiende“, um es mit Heinrich Heine zu sagen…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://eu.argusleader.com/story/news/2019/06/25/execution-date-set-rapid-city-man-guilty-1992-murder-charles-rhines/1559818001/
https://www.queer.de/detail.php?article_id=31420

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Hinrichtung in Georgia: Bruder kämpft für DNA-Tests

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Ray J. Cromartie

Am 30.10.2019 will der US-Bundesstaat Georgia einen Gefangenen hinrichten. Es handelt sich um Ray Jefferson Cromartie, der wegen Mordes zum Tode verurteilt wurde. Verzweifelt kämpft der Bruder des Verurteilten um sein Leben.

Ray J. Cromartie wurde im Jahr 1994 wegen Mordes während eines Raubüberfalls zum Tode verurteilt.  Damals soll er Richard Slyzy erschossen haben, der als Angestellter in einem Lebensmittelgeschäft gearbeitet hatte.

Cromartie’s Bruder kämpft nun dafür, dass Beweismittel DNA-Tests unterzogen werden. Er erhofft sich davon wichtige Belege dafür, ob sein Bruder wirklich die Tat begangen hat.

Nach 21 Jahren Haft teilte die General-Staatsanwaltschaft im Jahr 2018 mit, dass der Beschuldigte nach der Verurteilung DNA-Tests beantragt habe. Aber das Gericht lehnte den Antrag auf ein neues Verfahren im September ab.

Im folgenden Video kommt Ray J. Cromartie’s Bruder zu Wort:

Direkte URL des Videos: „https://youtu.be/1_i5-e0cBq4

Einen Tag vor der Hinrichtung wird das Georgia’s Parole Board entscheiden, ob es Ray J. Cromartie Gnade gewährt.

Wie kann das Gericht in Georgia dem Gefangenen einen neuen Prozess verweigern, wenn wichtige DNA-Untersuchungen nicht stattgefunden haben? Gerade mittels DNA-Tests wurden immer wieder Fehlurteile aufgedeckt. Es ist zu hoffen, dass man sich in Georgia doch noch anders entscheidet und die geplante Hinrichtung stoppt!

IHfL
Peter

Quellen:
https://www.11alive.com/article/news/crime/dna-evidence-georgia-death-row-ray-jefferson-cromartie/85-197e53d8-7822-4cad-a4aa-3a83ba5f84c7
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/ray-jefferson-cromartie/index.html

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Hinrichtung am 30.10.19 in Texas

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Ruben Gutierrez

Update 22.10.2019:
Der Texas Court of Criminal Appeals hat Ruben Gutierrez’s geplante Hinrichtung am 30. Oktober ausgesetzt.

Quelle:
https://www.themarshallproject.org/next-to-die


Der US-Bundesstaat Texas will am 30.10.2019 Ruben Gutierrez (42) exekutieren. Gutierrez wurde wegen Mordes an der 85-jährigen Escolastica Harrison, im Jahr 1998, zum Tode verurteilt. Er hat die letzten 20 Jahre im Todestrakt von Texas verbracht und immer darauf bestanden den ihm vorgeworfenen Mord nicht begangen zu haben.

Am 5. September 1998 überfielen Ruben Gutierrez und Rene Gracia ihr Opfer mit der Absicht ihren Safe auszurauben. Dabei wurde die Besitzerin eines Mobilheimparks auf den Kopf geschlagen. Sie viel jedoch nicht in Ohnmacht und wehrte sich gegen die Angreifer. Bei dem Kampf wurde sie so schwer verletzt, dass sie verstarb. Ihre Mörder flohen mit mindestens 56.000 US-Dollar in bar.

Am 14.05.1999 wurde Ruben Gutierrez zum Tode verurteilt. Gutierrez hat sein Urteil angefochten, weil es keine Beweise gäbe, die klar belegen, dass er an dem Mord beteiligt war. Er gab zu bei der Planung der Überfalls beteiligt gewesen zu sein. Aber er bestreitet seine Beteiligung an dem Mord. Rene Gracia wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und hat ausgesagt, Ruben Gutierrez hätte den Mord begangen.

Bereits am 12.09.2018 hatte hatte Ruben Gutierrez einen Hinrichtungstermin. Er erhielt jedoch durch einen Bundesrichter beim 5. US Circuit Court of Appeals einen Aufschub. Auch für 31.07.2019 war seine Hinrichtung geplant. Dieser Termin wurde zurückgezogen und auf den 30.10.2019 verschoben.

Was für ein krankes Rechtssystem, dem martialische Rache so wichtig ist, dass es blind geworden ist für das eigenen Foltern von Menschen… Denn was ist es anderes als Folter, einen Menschen jahrzehntelang einzusperren, unter schrecklichsten Bedingungen und ihn wissen zu lassen, dass man ihn am Ende ermorden will… Unvorstellbar was in Ruben Gutierrez vorgeht, im Angesicht der Tatsache, dass er bereits zum dritten mal einen Hinrichtungstermin hat…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.theforgivenessfoundation.org/index.php/executions/scheduled-executions/4832-texas-gives-ruben-gutierrez-execution-date-of-september-12-2018

http://nodeathpenalty.santegidio.org/pageID/240/langID/en/itemID/248/URGENT-APPEAL-TO-SAVE-RUBEN-GUTIERREZ-SCHEDULED-TO-BE-EXECUTED-ON-OCTOBER-30–2019.html

 

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10.10. – Tag gegen die Todesstrafe

Das einzige das wir dazu schreiben können ist:

Für uns ist jeder Tag ein Tag gegen die Todesstrafe!

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IHfL
Peter K.

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Hinrichtungsaufschub für Randy Halprin

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Randy Halprin

Die in Texas für den „internationalen Tag gegen die Todesstrafe“ geplante Exekution von Randy Halprin findet nicht statt. Die für den 10. Oktober geplante Hinrichtung wurde vom Texas Court of Criminal Appeals gestoppt. 

Das Gericht verwies seinen Fall an ein Gericht in Dallas, damit geprüft werde, ob der ihn verurteilende Richter aus religösem Fanatismus gehandelt habe – Halprin also dadurch keinen fairen Prozess hatte. Der Richter soll sich ihm gegenüber extrem Judenfeindlich geäußert haben. Halprin gehört dem jüdischen Glauben an.

Gegen Ende des Jahres 2000 nahm er an einem Gefängnisausbruch von insgesamt 7 Männern teil. Die sogenannten „Texas Seven“ überfielen einen Sportartikelladen. Bei diesem Überfall wurde ein Polizeibeamter erschossen. Nach intensiver Fahndung wurden 6 Entflohene festgenommen, wobei sich Halprin freiwillig der Polizei ergab. Der Siebte Entflohene, Larry Harper, soll Selbstmord begangen haben.

Alle 6 Männer wurden wegen Mordes zum Tode verurteilt, nach dem umstrittenen Gesetz „Low of Parties. Laut diesem Gesetz ist es möglichen einen Mitangeklagten auch dann zum Tode zur Verurteilen, wenn er nicht direkt an dem Mord beteiligt war. Weitere Details, in deutscher Sprache, auf: normaler-wahnsinn.ch.

Der Hinrichtungsstopp ist natürlich eine gute Nachricht. Hinterlässt jedoch einen bitteren Nachgeschmack. Denn mal abgesehen von der Folter seinen Exekutionstag vor sich zu haben, spielt offensichtlich die Unschuld des Verurteilten bei dem neuen Gerichtstermin keine Rolle!

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.washingtonpost.com/nation/2019/09/06/jewish-death-row-inmate-judge-anti-semitism-randy-halprin/Randy Halprin
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/10/04/hinrichtung-eines-texas-seven-am-tag-gegen-die-todesstrafe/

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Hinrichtung eines „Texas Seven“ am „Tag gegen die Todesstrafe“

randy20halprin

Randy Halprin

Am 10.10.2019 beabsichtigt der US-Bundesstaat Texas den zum Tode verurteilten Randy Halprin hinzurichten. Es ist davon auszugehen, dass Halprin nicht an dem Mord beteiligt war, der zu seinem Todesurteil führte. Der 10. Oktober ist der internationale Tag gegen die Todesstrafe!

Randy Halprin wurde im Jahr 1997 zu 30 Jahren verurteilt wegen eines Vergehens, bei dem ein Kind verletzt wurde. Zu dieser Zeit war er 19 Jahre alt. Gegen Ende des Jahres 2000 nahm er an einem Gefängnisausbruch von insgesamt 7 Männern teil. Die sogenannten „Texas Seven“ überfielen einen Sportartikelladen. Bei diesem Überfall wurde ein Polizeibeamter erschossen. Nach intensiver Fahndung wurden 6 Entflohene festgenommen, wobei sich Halprin freiwillig der Polizei ergab. Der Siebte Entflohene, Larry Harper, soll Selbstmord begangen haben.

Alle 6 Männer wurden wegen Mordes zum Tode verurteilt, nach dem umstrittenen Gesetz „Low of Parties. Laut diesem Gesetz ist es möglichen einen Mitangeklagten auch dann zum Tode zur Verurteilen, wenn er nicht direkt an dem Mord beteiligt war. Und tatsächlich ist davon auszugehen, dass Halprin nicht auf den Polizeibeamten geschossen hat. Halprin soll grundsätzlich gegen Gewalt gewesen sein, sich also gegen diesen Raubüberfall ausgesprochen haben. Jedoch soll er von der Gruppe unter Druck gesetzt worden sein, die ihm aufgezwungene Waffe aber nicht benutzt haben! Auch mehrere Mitangeklagte bestätigten, dass er an dem Mord unbeteiligt war. Es gibt Beweise für seine Unschuld an dem Mord. Weitere Details, in deutscher Sprache, auf: normaler-wahnsinn.ch.

Für uns immer wieder kaum vorstellbar, was in den USA geschieht. Erst vor kurzem wurde Russell Bucklew in Missouri hingerichtet, obwohl aufgrund seiner Krankheit zu befürchten war, dass er unter schrecklichen Schmerzen sterben würde. Sogar der Supreme Court der USA stimmte dieser grausamen Hinrichtung zu. Und nun soll in Texas ein Mann sterben, von dem bekannt ist, dass er den Mord, für den er sterben soll, nicht begangen hat!Was sich in den USA „Justiz“ nennt, scheint ein verkommenes, unfaires und auf Rache getrimmtes System zu sein, in dessen Greifarme sich meist nur arme Menschen, Dunkelhäutige und Minderheiten verfangen…

Auf der Webseite http://randy-halprin.net/index.html schreibt Randy Halprin über sich selbst und seine Situation. Auf https://www.amazon.de/Constant-Light-Collection-Halprin-English-ebook/dp/B07W4F6PPH sind Gedichte, in englischer Sprache, von Randy Halprin erhältlich.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://normaler-wahnsinn.ch/de/randy_halprin.html
http://randy-halprin.net/index.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Texas_Seven
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/09/26/usa-kein-recht-auf-eine-schmerzfreie-hinrichtung/

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