Texas: Hinrichtungstermin für Robert Pruett

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Robert Pruett

Am 12. Oktober 2017 soll Robert Pruett (37) durch den US-Bundesstaat Texas ermordet werden. Er war 1999 wegen des Mordes an dem Vollzugsbeamten Daniel Nagle verurteilt worden.

Seit 17 Jahren ist Robert Pruett im Todestrakt von Texas in einer Einzelzelle isoliert. Nun soll er sterben. Den ihm vorgeworfenen Mord soll er während Verbüßung einer 99 jährigen Haftstrafe begangen haben.

Robert Pruett wuchs in einer armen Familie auf und sein Vater verließ die Familie in frühen Jahren. Er kehrte jedoch später wieder zu Roberts Mutter zurück. Als Jugendlicher begann Robert mit seinen Freunden in Häuser einzubrechen und Diebstähle zu begehen. Bei einem dieser Einbrüche wurde er und einer seiner Freunde von einem Nachbarn festgehalten. Sie flohen und versuchten das Diebesgut, wobei auch Waffen waren, zu verstecken. Robert wurde verhaftet und in eine Jugendstrafanstalt eingewiesen. Er kehrte später aus diesem Gefängnis nach Hause zurück mit der strengen Bewährungsauflage, keinen Ärger mehr zu machen. Nun erfuhr Robert, dass Ray Yarborough eine der gestohlenen Waffen an sich genommen haben soll. Robert versuchte sie von Ray wiederzubekommen, was aber nicht gelang. Roberts Bruder und auch sein Vater baten ihn nichts weiter in der Angelegenheit zu tun, damit es keinen Ärger gibt.

Kurz nach Roberts 16. Geburtstag suchte der betrunkene Ray Yarborough nach seinem entlaufenen Hund und schrie nach dem Tier mit obszönen Worten. Als Robert dies hörte, dachte er Ray würde ihn so beleidigend anschreien, weil er nichts von dem verschwundenen Hund wusste. Daraufhin weckte Robert seinen Bruder und Vater auf um Ray gemeinsam zur Rede zu stellen. Nach Darstellung Roberts begannen zunächst sein Bruder dann auch sein Vater mit Ray zu kämpfen. Roberts Vater gestand später Ray erstochen zu haben. Der Vater sagte aus, dass die beiden Jungs nicht an dem Mord beteiligt waren. Dennoch wurden alle drei vor Gericht gestellt und der Vater erhielt eine lebenslange Haftstrafe, Roberts Bruder wurde zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt und Robert erhielt eine 99-jährige Haftstrafe, wobei er wie ein Erwachsenen beurteilt wurde, obwohl er erst 16 Jahre alt war.

Nach sechs Jahren versuchte Robert Nahrungsmittel mit in den Erholungsbereich des Gefängnisses zu nehmen, weil er kein Mittagessen hatte. Der Vollzugsbeamte Nagle schrieb deswegen eine Anklage für ein Disziplinarverfahren gegen Robert, weil es sich bei dieser Handlung um eine Regelverletzung handelte. Daraufhin soll Robert auf den Wärter mit einem Metallstab mehrfach eingestochen haben. Nagle verstarb daraufhin an einem Herzinfarkt. Am Tatort wurde die Tatwaffe und das geschredderte Disziplinarschreiben gegen Robert gefunden.

Robert Pruett besteht auf seiner Unschuld. Er habe diesen Mord nicht begangen. Seine Anwälte argumentieren, dass die Gefangenen ihn belasteten indem sie aussagten, sie hätten gesehen wie Robert den Mord begangen habe, ursprünglich jedoch ausgesagt hatten, sie hätten den Mord gar nicht gesehen. Und Robert sei zum Tatzeitpunkt auf dem Gefängnishof gewesen, also fern vom Tatort. Dennoch wurde Robert zum Tode verurteilt.

Robert hatte bereits mehrere Hinrichtungstermine, die jedoch immer wieder verschoben wurden, unter anderem weil man Zeit benötigte für DNA-Tests. Die Ergebnisse dieser Tests ergaben keine klaren Resultate, dennoch entschied ein Richter dies hätte die Jury damals nicht in ihrem Urteil schwanken lassen…


Robert Pruett Videolink: „https://youtu.be/1xkiu4SLVE4

Wir können die wirklichen Geschehnisse natürlich nicht beurteilen, es bleiben aber Fragen und die Fairness des Verfahrens gegen Robert scheint nicht immer garantiert gewesen zu sein. Wie dem auch sei, einen 16j. Jungen zu 99 Jahren Gefängnis zu verurteilen für ein Verbrechen, dass er selbst offensichtlich nicht einmal begangen hat, ist schon allein ein staatliches Verbrechen! – Sie haben diesen Jungen quasi lebendig im Gefängnis begraben ohne jede Hoffnung oder Möglichkeit jemals wieder ein Freiheit leben zu können. Eigentlich gehören solche Richter, solch ein System und seine Ausführenden vor Gericht gestellt. Ihn nun auch noch hinrichten zu wollen, wegen des Mordes an einem seiner Peiniger, obwohl zudem an seiner Schuld erhebliche Zweifel bestehen, grenzt an Irrsinn und hat mit Recht nichts zu tun. Was geht in einem Mann vor, der schon mehrere Hinrichtungstermine hatte, die dann immer wieder verschoben wurden?… Wie kann sich ein Staat im Recht fühlen, wenn er Menschen in solch schrecklicher Weise quält und misshandelt, sie jahrzehntelang mit Einzelhaft und Todesandrohung, ja der bevorstehenden Exekution foltert. Ein solcher Staat, ein solches System, ist die Manifestation von Grausamkeit und Unrecht – ist der Beleg für einen Unrechtsstaat. Eine Schande für die USA – eine Schande für die Welt!

Unabhängig von der Schuldfrage bitten wir unsere Leser an den Gouverneur von Texas zu schreiben und um einen Hinrichtungsstopp zu bitten:
https://gov.texas.gov/contact/
oder über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Robert Pruett. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat die Mail einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2017-09/stop-execution-robert-pruett

IHfL
Peter K.

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Hinrichtung! – Michael Lambrix: „…Das wird ein kaltblütiger Mord!“

US-Bundesstaat Florida vollstreckt Todesurteil

Lambrix schreibt über seine Gedanken und Gefühle vor seiner Exekution

todayzm6

Michael Lambrix

Michael Lambrix wurde 4 Stunden nach dem geplanten Termin (Donnerstag Abend / Ortszeit) durch den US-Bundesstaat Florida hingerichtet. Er musste die Folter des Todestraktes von Florida rund 34 Jahre lange erleben.  Lambrix wurde 1984 zum Tode verurteilt, weil er Aleisha Bryant und Clarence Moore ermordet haben sollte. Er hat immer seine Unschuld beteuert.

Michael Lambrix hat noch kurz vor seiner Hinrichtung mit der Presse sprechen können. Dort sagte er: „Das wird keine Hinrichtung. Das wird ein kaltblütiger Mord!“Er versuchte vor kurzem seine Hinrichtung durch einen Hungerstreik zu verhindern.

Offensichtlich ist Florida so mordlustig ist, dass ihm Gesetz und Recht vollkommen egal scheint. Nachdem das Hurst-Urteil verkündet wurde, hätten eigentlich alle Gefangenen im Todestrakt, deren Todesurteil aufgrund einer nicht einstimmigen Entscheidung der Jury, quasi im Alleingang, durch den Richter beschlossen wurde, neu verhandelt werden müssen. Auch das Todesurteil gegen Michael Lambrix wurde nicht Einstimmig von der Jury beschlossen! Vollkommen willkürlich hat Florida aber entschieden, dass alle Fälle die vor dem 24. Juni 2002 rechtskräftig wurden nicht neu verhandelt werden müssen, obwohl das Hurst-Urteil des US-Bundesgerichtes eben genau dies impliziert. Dadurch hat z.B. Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida gefoltert wird, tatsächlich demnächst ein neues Strafzumessungsverfahren und seine jetzige Todesstrafe ist erst einmal gekippt, da sein Verfahren vor dem 24. Juni 2002 noch nicht abgeschlossen war. (Lancelot Armstrong wird seit Jahren von der IHfL betreut). Das Todesurteil gegen Michael Lambrix ist nach der Hurst-Entscheidung klar Verfassungswidrig. Heute dürfte ein solches Urteil nicht mehr gesprochen werden!

Nichts konnte jedoch Florida daran hindern Lambrix dennoch zu ermorden. Recht und Gesetz spielen in diesem US-Bundesstaat keine Rolle mehr. Nicht einmal die Verfassung kann die staatlichen Mörder aufhalten…

Lassen wir nun Michael Lambrix selbst zu Wort kommen. Er veröffentlichte seine Gedanken zu seiner bevorstehenden Hinrichtung für die Welt.
(Quelle: http://minutesbeforesix.blogspot.de/2017/10/date-with-death-contemplating-my-last.html)

Übersetzung ins Deutsche: Peter K.

Michael Lambrix:
Was wäre, wenn jemand ihnen sagen würde, dass sie nur noch zwei Tage zu leben hätten und sie ihre restlichen Tage allein verbringen müssten, weit entfernt von all denen, die ihnen wichtig waren. Vollkommen alleine, du zählst langsam jeden Moment des Tages, jedes zucken dieser Uhr, welches dich näher an das Datum deines Todes bringt.

Du darfst ein paar wenige „letzte Worte sagen“. Was immer Du auch sagen wirst, es wird das sein, woran sie sich erinnern werden oder vergessen werden, wenn der letzte Atemzug des Lebens verschwendet wird.

Genau dort bin ich heute. Während ich dies schreibe, es ist Freitag, der 15. September 2017 und ich bin in der Zelle 1, die sie offiziell als Q-2101 bezeichnen, sie ist nur ein paar Meter von der Hinrichtungskammer Floridas entfernt. Und genau am frühen Abend gegen 18 Uhr will der Bundesstaat Florida mich wegen eines Verbrechens töten, das ich nicht begangen habe.

Ich habe nach 34 Jahren verstanden, wie dieser Prozess vor sich geht. Ich habe viele andere diesen Weg gehen sehen – da wo ich heute bin. (siehe: “Execution Day- Involuntary Witness to State Sanctioned Murder”). Ich habe drei Versuche des Staates überlebt mir mein Leben zu nehmen, aber mir ist klar, dass es jetzt anders ist. Denn diesmal sind meine Chancen dieses Datum zu überleben deutlich geringer. Ich erwarte nicht diesen Tag zu überleben. Der Gouverneur hat einen harten Wahlkampf für einen hart umkämpften Sitz des US-Senats und da muss er natürlich Stimmen sammeln, indem er so viele wie möglich hinrichten lässt. Für ihn scheint mein ganzes Leben nur die Chance auf ein paar Stimmen mehr zu sein. Er hat bereits mehr Menschen in den Tod geschickt, als jeder andere Gouverneur in der Geschichte Floridas und nachdem er mich getötet hat, wird er zum nächsten Opfer weitergehen.

Der Wärter kam vor kurzem zur „Death Watch“ und fragte mich, warum ich einen Hungerstreik mache. Ich erklärte ihm, dass ich damit gegen das Unrecht protestiere, dass man mich töten will, ohne das alle verfügbaren Beweise, einschließlich DNA-Beweisen, untersucht wurden, die meine Unschuld beweisen. Daraufhin antwortete er, dass er noch nie einen Hungerstreikenden erlebt habe, seitdem er in Gefängnissen arbeitet.

Während wir unsere beiläufige Unterhaltung fortsetzten, als wenn die Stahlstangen zwischen uns beiden, uns nicht trennen würden, ja nicht existierten, schien die Morgensonne hinter dem Aufseher durch ein Fenster, teilte ich ihm meine Beobachtung mit, aus der Perspektive des Gefangenen, das meine drastische Aktion sicher nicht das erwünschte Ergebnis erzielen würde.

Tatsächlich hat ein Gefangener extrem begrenzte Möglichkeiten, gegen das wahrgenommene Unrecht zu protestieren. Ja sogar das geringste Aufkommen eines Wutanfalles des Gefangenen führt zur Eskalation und entsprechenden Maßnahmen gegen ihn.

Die Meisten sind schon kaputt, wenn sie dort ankommen, wo ich heute bin. Diese lange Reise vom Verurteilten bis hin zum Tode ist ein absichtlicher Prozess, der langsam jeden Willen untergräbt, führt dazu, dass du passiv die Hinrichtung über dich ergehen lässt.

Wenn dieser Zeitpunkt kommt, werde ich wie erwartet, in die Exekutionskammer gehen und diejenigen die in dem Raum warten, werden sanft und zwar ohne die geringste Andeutung von Bosheit, mir behilflich sein, wenn ich mich auf die Bahre lege, wo sie nur einen kurzen Moment später, mich mittels der Riemen fesseln werden, Bewegungsunfähig machen, damit ich nicht in der Lage bin mich körperlich zu wehren, damit sie schnell die Nadeln, die mit langen IV-Röhren in jedem meiner Arme an der Innenseite der Ellenbogen verbunden sind, einführen können.

Dann wird der weiße Vorhang, durch den ich von der Zeugengruppe getrennt bin, die in Sicherheit hinter einer Glasscheibe sitzt, aufgerissen. Ich werde diese kleine Gruppe von Leuten, die nicht mehr als 10 Meter von mir entfernt sitzt, nach einem freundlichen Gesicht durchsuchen, aber die meisten der Versammelten werden wohl Menschen sein, die viele Jahre darauf gewartet haben, mich sterben zu sehen.

Dann wird der Henker, hinter einer Trennwand verborgen, mit einer vorbestimmten und fast unmerklichen Geste den ersten Kolben nach unten drücken und eine wahrscheinlich kalte und tödliche Flüssigkeit wird in meine Adern gezwungen.

Es ist ein Ritual und jeder Aspekt dieses Rituals ist bis ins kleinste Detail vorgeplant und jeder spielt dabei seine Rolle. Und ich werde es auch tun.

Aber ich will mich nicht hinlegen und sterben, als wäre ich nicht mehr als eine auszurottende bessere Kakerlake.

Deshalb mache ich einen Hungerstreik. Dabei erwarte ich nichts zu gewinnen, als gegen diese absichtliche Ungerechtigkeit zu protestieren und das ist mein einziges Ziel. Dies ist meine Art zu sagen, dass ich akzeptiere, machtlos zu sein, dass ich das Ergebnis nicht ändern kann, dass diese kalte Maschinerie des Todes ihr Getriebe schleift.

Aber jetzt sitze ich in dieser einsamen Zelle. Zwanzig Tage bis zu meinem Tod scheint nicht so lang zu sein und dennoch habe ich das Empfinden, dass es viel zu viel Zeit ist. Ich versuche die Erinnungen an das Leben, dass ich vor so langer Zeit erlebt habe, aufzugreifen, um meinem bald bevorstehenden Tod zu entkommen.

Aber so sehr ich es auch versuche, es scheint wie die unsichtbare Kraft eines schwarzen Lochs, welches allmählich das Universum um sich herum verbraucht, so werde ich immer wieder hineingezogen und zurückgedrängt, zu den Gedanken, was mein  letzter Moment des Lebens sein wird – und was meine letzten Worte sein werden.

Ein Teil von mir möchte alles was ich weiß und kann in eine knappe Aussage bringen, damit man sich an mich erinnert. Aber egal was ich versuchen werde zu sagen, ich stelle mir vor, dass es in Vergessenheit geraten wird. Niemand wird kommen um zu hören, was ich zu sagen habe, sie alle werden nur kommen um mich sterben zu sehen.

Ich denke viel über die Familie der jungen Frau nach. Sie haben ihre Tochter verloren und glaubten all diese Jahre, dass ich sie getötet habe. Ihr Bedürfnis nach Gerechtigkeit kann nur mit meinem Tod befriedigt werden. Das hat ihnen Kraft gegeben, ihren Verlust zu bewältigen. Aber ich habe ihre Tochter nicht getötet.

Ich habe für sie gebetet, dass sie vielleicht die Kraft finden werden zu vergeben – nicht weil der Mörder ihrer Tochter der Vergebung würdig wäre, nein, sondern weil es so ein Krebs ist, der ihre Seele zerfressen wird.

Vielleicht wird mein Tod ihnen Frieden bringen und sollte dies der Fall sein, dann kann ich gehen, denn dann weiß ich, dass es in all dem einen Zweck gibt.

Vor Jahren habe ich versucht ihnen zu helfen, ja ihnen die Umstände zu erklären, die sich in der Nacht ereigneten und wie sehr ich wünschte, ich könnte ihnen ihren Schmerz nehmen. Ihre Antwort war – Sie kontaktierten das Gefängnis – sie fanden es beleidigend, dass ich ihnen geschrieben hatte und sie forderten, dass das Gefängnis mich dafür bestraft.

Aber die ganzen Jahre habe ich sie in meine Gebete eingebunden und ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen und alles ändern. Ich habe das sehr viel getan, um der Realität des Ortes zu entkommen, mich dem Punkt annähernd, von dem alles ausging.

Vielleicht sollte ich in meinen letzten Worten um Vergebung bitten, obwohl ich ihre Tochter nicht getötet habe. Es mag sein, dass sie genau das brauchen. Aber vielleicht hat ihr Durst nach Rache sie auch so sehr eingenommen, dass sie unter keinen Umständen vergeben können und alles, was ich ihnen zu jener Zeit versuche zu sagen, sie nur noch mehr leiden lassen würde. Ich will keinen Schmerz mehr in ihr Leben bringen. Ich wünschte, ich könnte ihnen alle Schmerzen nehmen. Mein Tod wird das nicht erreichen. Nur sie können sich davon befreien.

Und dann ist da meine Familie. Sie haben nichts verbrochen, aber sie haben genauso viel gelitten. Sie werden hilflos zusehen müssen, wie ihr Sohn, ihr Vater, ihr Bruder und ihr bester Freund, getötet wird, wegen eines Verbrechen, von dem sie wissen, das ich unschuldig bin.

All diejenigen in meinem Leben, die im Laufe der Jahre für mich da waren, waren der „Wind unter meinen Flügeln„, haben mir Hoffnung und Kraft gegeben. Ich war so unglaublich gesegnet durch sie, die so viel geopfert haben, um ein Teil meines Lebens zu sein. Ich weiß, dass das nicht einfach war. Bei jedem Rückschlag haben sie mit mir gelitten und spürten den Schmerz der Ungerechtigkeit wenn wieder eine Berufung verweigert wurde.

Die meisten Familien verblassen schnell und vergessen dich, sobald du das Leben eines Todeskandidaten erlebst. Es gab im Laufe der Jahre Zeiten, da hat dies auch meine Familie getan. Aber es hat uns immer wieder zusammengezogen und wir sind jetzt stärker als zuvor. Den Todesprozess zu durchlaufen und unseren letzten Besuch zu ertragen, wird ihnen so viel Schmerz bereiten.

Vielleicht sollten meine letzen Worte sein, ihnen zu sagen, wie viel es mir bedeutet, dass sie Teil meines Lebens sind.

Was könnte ich sagen? Welche kurzen Worte könnten das vermitteln, was ich in meinem Herzen fühle? Bei jedem Besuch umarme ich sie, als würde ich sie niemals gehen lassen. Als wenn ich gewusst hätte, dass dieser Tag kommen wird.

Ich kann sie nicht mehr umarmen. Nachdem mein Hinrichtungsdatum festgelegt wurde, wurden meine Besuche sofort beendet und auf den Kontakt ohne direkten Kontakt beschränkt. Sie kommen immer öfter und fahren auch nach dem Hurrikan Irma viele Stunden, um ein paar Stunden der Gemeinschaft mit mir zu verbringen. Wir reden miteinander und ich versuche sie zum Lachen zu bringen, aber ich kann in den Augen meiner Mutter und meiner Schwester sehen, wie schwer dies für sie ist.

Es gibt stille Momente, wenn ich sehe, wie sich Tränen in ihren Augen bilden und ich suche schnell etwas um sie davon abzulenken, was kommen wird. 

Sie sorgen sich um meine Gesundheit, weil sie Angst haben, dass der Hungerstreik mich noch mehr leiden lässt. Wie beim Wärter erkläre ich geduldig, warum ich glaube, dass ich das tun muss. Aber egal was ich sage, es ist kein Trost für sie. Sie bitten mich zu essen. Sie dürfen in der Gefängniskantine Sandwiches und Snacks kaufen, die der Wachmann mir dann bringt. Aber ich weigere mich und dann weigern sie sich ebenfalls zu essen.

Ich erkläre ihnen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen. Die Krankenschwester überprüft jeden Tag meine Gesundheit, mein Gewicht und meinen Blutdruck. Bis heute habe ich gerade mal 17 Pfund verloren, und um die Wahrheit zu sagen, ich musste eh ein wenig abnehmen.

Wenn ich wieder in meine Zelle zurückkehre, starte ich meinen MP3-Player und rufe dann den Besuch in mein Gedächtnis, als wenn er niemals enden würde. Aber mein Moment der Meditation wird gestört, als jemand auf dem Boden über mir nach seiner festen Stahltür tritt.

So stehe ich wieder auf und schaue auf den Stapel alter Karten und Briefe, die ich an der Wand meiner Zelle gestapelt habe. Und so wie die Tage vergehen reiße ich manche auf und werfe sie weg. Einige habe ich seit vielen Jahren, manche nicht so lange. Aber jeder war in dem sehr begrenzten Raum, den ich aus wichtigem Grund für die Lagerung von persönlichen Dingen eingeräumt bekam. Und jetzt zerstöre ich die Dinge, die ich am meisten geschätzt habe.

Ich muss das tun, bevor ich auf „Phase II“ gesetzt werde und mein gesamtes Eigentum aus meiner Zelle entfernt wird. Damit ich den Staat nicht um seinen geplanten Mord betrügen kann, indem ich mir das Leben nehme. Ich kann immer noch nicht so viel zerstören. Und der Stapel dessen, was mir zu viel bedeutet, um es wegzuwerfen, wächst schnell. Ich habe nichts erreicht.

Mit den Bildern ist es viel schwieriger. In meiner Welt sind es die Fotos von den lächelnden Gesichtern derer, die du liebst, die dich am Leben halten. Und Fotos der Vergangenheit, der Familie und meiner Kinder und meiner Enkel.

Einzeln gehe ich sie durch und erinnere mich an jeden, als hätte ich ihn gestern soeben empfangen und am Ende habe ich nur sehr wenige weggeworfen. Vor einigen Jahren habe ich alle meine Bilder verloren und das wenige das ich noch habe ist ein Teil von mir und ich kann es nicht ertragen meine Erinnerungen wegzuwerfen. Viele stammen von Besuchen die ich hatte und jedes dieser Fotos ermöglicht es mir an diesen besonderen Tag zu denken.

Versuchen sie sich vorzustellen, ich könnte an andere Dinge denken – mich jedoch der Gedanke zurückzieht – zu meinen letzten Worten. Es verzehrt mich. Was soll ich sagen?

Ich denke an meinen langjährigen spirituellen Berater, einen Mann, der seine erfolgreiche juristische Karriere aufgab um katholischer Laienpriester zu werden, der seine Arbeit dem Gefängnisdienst im Todestrakt gewidmet hat. Dale Recinella hat mich mehr besucht, als ich zählen kann und ist auch meine Familie.

Bevor er mich kannte, war er für viele andere da. Hörte sich geduldig ihre Worte an und bot eine Inspiration und spirituellen Trost an. Wenn mein Tag kommt, wird er hier sein. Im Gegensatz zu Spielfilmen darf er nicht mit mir in die Hinrichtungskammer gehen. Aber er wird die Zeit vor der Exekution mit mir teilen und sie werden ihm erlauben sich den Zeugen anzuschließen, um meine Hinrichtung zu verfolgen.

Er hat viele Hinrichtungen von denen erlebt, die er kannte und denen er geistlichen Trost gegeben hat – nicht nur uns, sondern auch unseren Familien. (Dale Recinella hat viele Bücher geschrieben die sich auf seine Arbeit im Todestrakt beziehen. Zu finden auf:  www.Iwasinprison.org)

Auch wenn ich lange von dem enttäuscht war, was aus dem zeitgenössischen Christentum geworden ist und denen, die von sich behaupten Christ zu sein, habe ich nie an meinem spirituellen Glauben gezweifelt. Ich finde Stärke darin.

Wenn also der letzte Moment auf mich zukommt und ich die Möglichkeit habe, das auszudrücken, was meine letzen Worte sein können, die ich jemals in diesem Leben sagen werde, werde ich vielleicht das Vaterunser sagen. Nichts, was ich finden könnte, könnte bedeutsamer sein, als das.

Ich sitze still am Rand meiner Koje und schaue aus dem Fenster auf der anderen Seite der Zellengitter. Nicht mehr als zehn Fuß von mir entfernt beginnt das grüne Gras des Rasens, der sich fern des Fensters bis zur Umzäunung erstreckt. Vor einigen Tagen kam ein Rasenmäher dem Fenster so nahe, dass ich deutlich seine Auspuffgase riechen konnte.

Ich kann das Gras riechen. Und wenige Meter entfernt in einer anderen Richtung wartet die Hinrichtungskammer geduldig auf mich. Ich schließe meine Augen und stelle mir vor auf dem Gras zu liegen – vorzugsweise Nachts, damit ich den Himmel über mir sehen und die Sterne zählen kann. 

Vielleicht werde ich nicht sterben. Das ist das Ding – hier unten zu sein und dem Tod gegenüberzustehen.  Auch dieser Tag geht vorbei und stellen sie sich vor, es wären ihre letzten Tage, ihre letzten Stunden und ihre letzten Minuten. Es wird real. Egal wie viel sie versuchen an etwas anderes zu denken, sie können diesem hartnäckigen Gedanken nicht entkommen – das dies nicht gut enden wird.

Ich war jetzt zwei Wochen lang auf „Death Watch“ und habe weniger als drei Wochen Zeit um zu gehen. Bis jetzt konnten meine Anwälte nichts erreichen, meine Hinrichtung nicht stoppen. Hurrikan Irma (wie sie jetzt sagen, der schlimmste Hurrikan in der Geschichte Floridas) hat alles geschlossen im ganzen Staat – auch die Büros meiner Verteidiger und die Gerichte.

Endlich konnte ich mit ihnen sprechen, aber sie können mich bis nächste Woche nicht besuchen. Dann werden wir noch zwei Wochen haben. Die Uhr tickt weiter. Diese Zeit ist für immer verloren.

Ich hatte bereits zahlreiche Berufungen anhängig. Die beiden vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten könnten sogar zu meiner Entlastung und Freilassung führen, wenn nur diese Überprüfung vom Gericht erlaubt werden würde. Aber das ist nur eine vage Hoffnung. Weiß ich nur all zu gut, dass der Oberste Gerichtshof nur eine Handvoll Fälle von den vielen Tausenden anschaut, die jedes Jahr eingereicht werden.

Meine Anwälte glauben weiterhin, dass am Erfolgversprechensten die illegal ausgesprochenen Todesurteile sind. Die Jury stimmte nicht einstimmig für mein Todesurteil. Jedoch entschied das Oberste Gericht von Florida, dass nur diejenigen, die nach Juni 2002 rechtskräftig verurteilt wurden eine Neuverhandlung bekommen und dass diejenigen, wie ich selbst (und auch rund 200 andere), welche vor Juni 2002 verurteilt wurden, dennoch hingerichtet werden sollen.

Wenn der Oberste Gerichtshof meinen Anwälten zustimmt, dass dies Verfassungswidrig ist und meine Todesstrafe überprüft werden muss, würde meine Strafe auf Lebenslänglich reduziert werden und könnte zur Bewährung ausgesetzt werden.

Ich kämpfe darum, diese Hoffnung am Leben zu erhalten. Ich habe kein Vertrauen darin, dass das Gericht das richtige tut.

Vielleicht ist es genau das, was ich ihnen sagen sollte. Denn sie töten mich absichtlich für ein Verbrechen, das ich nicht begangen habe. Ich sollte ihnen sagen, dass sie einen Mord begehen und Sokrates zitieren: „Wer von uns wird das schlimmste Schicksal erleben – ihr oder ich?“ Und dann nehme ich meinen letzten Atemzug.

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Michael Lambrix

In seinen letzten Worten direkt vor seiner Exekution betete Michael Lambrix das Vaterunser und endete mit den Zeilen „…und erlöse uns von dem Bösen…

Kurz nachdem er seinen letzten Satz gesagt hatte, nahm das Böse seinen Lauf. Die tödlichen Drogen schossen in seine Venen. Lambrixs Brust hob sich und seine Lippen flatterten. Dies dauerte ca. fünf Minuten bis seine Lippen und Augenlieder silber-blau anliefen und er regungslos da lag. Dann erklärte ein Arzt ihn für tot.

IHfL
Peter K.

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Alabama: Jeffrey Borden soll sterben

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Jeffrey Borden

Update 5.10.: Die Hinrichtung von Jeffrey Borden wurde nun endgültig gestoppt.
Siehe: http://www.theforgivenessfoundation.org…


Update 4.10: Nach einen kurzem Aufschub hat der US-Supreme-Court entschieden, dass die Hinrichtung von Jeffrey Borden nun doch durchgeführt werden soll.
Siehe: https://www.washingtonpost.com…


Update 2.10.: Jeffrey Bordens Hinrichtung wurde gestoppt. Er hat einen Aufschub. Siehe: http://www.al.com/news…


Der US-Bundesstaat Alabama will am 5.10.2017 Jeffrey Borden hinrichten. Borden wurde für den Mordes an Cheryl Borden und Roland Harris zum Tode verurteilt. 22 Jahre seines Lebens war er im Todestrakt.

Jeffrey Borden stand zum ersten mal vor Gericht. Nie hatte er sich etwas zu schulden kommen lassen. Dennoch hat das Gericht ihn zu Tode verurteilt nach den ihm vorgeworfenen Morden, die er am Weihnachtsabend, dem 24. Dezember 1993, begangen hat. Offensichtlich eine Beziehungstat, weil ihn seine Frau verlassen hatte.

Die Hinrichtung Bordens wird seine Opfer nicht wieder lebendig machen. Sie wird nur wieder neues Leid über all die Menschen bringen, die ihm nahe stehen. Neues Leid für nichts… Für rein gar nichts…

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Jeffrey Borden. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat er einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2017-09/stop-execution-jeffrey-borden

Kontaktiert bitte die Gouverneurin Kay Ivey über Twitter:
@GovernorKayIvey

IHfL
Peter K.

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Georgia: Hinrichtungsaufschub

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Keith Leroy Tharpe

In einer 6 zu 3 Entscheidung hat der U.S. Supreme Court die Hinrichtung von Keith Tharpe, 3 1/2 Stunden nach dem geplanten Exekutionsermin, gestoppt, weil offensichtlich ein rassistisch motivierters Jurymitglied am Todesurteil beteiligt war. Keith Leroy Tharpe wird der Mord an einer Frau im Jahr 1990 in Jackson County vorgeworfen und hat dafür die Todesstrafe im Jahr 1991 erhalten. Auch eine geistige Behinderung soll bei ihm vorliegen. Seine Hinrichtung war für den 26. September 2017 geplant.

Das Gericht wird nun entscheiden, ob es eine Anhörung zu Tharpes Fall gibt. Sollte es sich dagegen entscheiden, so wäre jedoch die Aussetzung der Exekution beendet.

Tharpes Anwälte freuten sich sehr über diesen Erfolg beim Obersten Gericht der USA, welches die Rassismusvorwürfe offensichtlich ernst genommen hat. Zunächst hatte sich die Verteidigung an den Supreme Court von Georgia gewandt, der jedoch den Antrag ablehnte. Auch das Board of Pardons and Paroles lehnte eine Begnadigung ab. Dies geschah alles am Tag der geplanten Exekution und währenddessen wartete Keith Tharpe auf seine Hinrichtung, bis er durch den Beschluss des höchsten Gerichts der USA von seiner Pein erlöst wurde.

Wir können jedoch mit gutem Recht sagen, dass eine solche Erfahrung für einen Menschen mehr als traumatisierend ist. Jahrzehntelang die eigene Ermordung vor Augen – dann der Hinrichtungstag… Die Zeit verstreicht… Jetzt soll es soweit sein… Jedoch man wartet noch auf die Entscheidung des Supreme Courts… Dann der Abbruch der Hinrichtung…

Wie viel kann ein Mensch ertragen… Und welchen Sinn hat eine solche Folter…

Weitere Informationen zum Fall von Keith Tharpe in unserem Artikel:
Rassismus: Hinrichtung in Georgia

Wir danken allen, die sich an den Aktionen für Keith Tharpe beteiligt haben!

IHfL
Peter K.

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Florida: Wieder verfassungswidrige Hinrichtung?

Gouverneur Rick Scott’s Unterschrift des Todes

Todeskandidat beteuert seine Unschuld

todayzm6

Michael Lambrix

Mit seiner Unterschrift hat der Gouverneur von Florida, Rick Scott, das Schicksal von Michael Lambrix entschieden. So wie er es immer tut – fein säuberlich und ordentlich auf weißem Papier steht über seiner Unterschrift, dass Michael Lambrix am 5.10.2017 um 18 Uhr (Ortszeit) durch den US-Bundesstaat Florida ermordet werden soll. Kein Gouverneur vor ihm hat seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den 1970er Jahren so viele Todesurteile unterschrieben wie er…

Links oben das „Große Siegel des Staates Florida“ mit den Worten: „Wir vertrauen auf Gott“ – Das ist die Schizophrenie eines angeblich christlichen Staates, der offensichtlich die Stelle in der Bibel „Du sollst nicht töten“ geschwärzt und dafür das „Auge um Auge…“ dick unterstrichen hat. Wenn es eine Hölle auf Erden gibt, dann erleben eben diese Hölle die Gefangenen im Todestrakt. Die Hölle der christlichen Religion scheint dafür Gouverneur Rick Scott sicher zu sein, wenn man bedenkt wie oft er mit seiner Unterschrift das fünfte Gebot gebrochen hat.

Lambrix

Es liegt dem Autor dieser Zeilen fern hier christliche Moral zu predigen, aber was er auf jeden Fall anprangert ist die Tatsache, dass der Staat Florida offensichtlich eine verlogene Doppelmoral lebt, indem er so tut, als wäre die Grundlage seines Handelns der christliche Glaube, dann aber die Werte eben dieses Christentums mit Füßen tritt.

Michael Lambrix (57) wurde zum Tode verurteilt, weil er den Mord an Clarence Edward Moore und Aleisha Dawn Bryant am 6. Februar 1983 begangen haben soll. Dafür wird er seit 33 Jahren mit der Todeszelle gefoltert. Michael Lambrix besteht auf seiner Unschuld, sollte er wirklich unschuldig sein, wird voraussichtlich am 5. Okt. ein Unschuldiger Mann hingerichtet. Umfangreiche weitere Details zu seinem Fall können hier bei Amnesty International eingesehen werden.

Im folgenden Video kommt Michael Lambrix persönlich zu Wort:

Direkter Link zum Video: https://youtu.be/QMCfn-uFcS0

In beiden Verhandlungen gegen Michael Lambrix war die Jury uneins. Einmal mit 8 zu 4 und einmal mit 10 zu 2 Stimmen. Trotz dieser Uneinigkeit wurde gegen ihn die Todesstrafe verhängt. Nach den heutigen Gesetzen dürfte er unter keinen Umständen zum Tode verurteilt werden, wenn die Jury uneins ist.

Offensichtlich ist Florida so mordlustig ist, dass ihm Gesetz und Recht vollkommen egal scheint. Nachdem das Hurst-Urteil verkündet wurde, hätten eigentlich alle Gefangenen im Todestrakt, deren Todesurteil aufgrund einer nicht einstimmigen Entscheidung der Jury, quasi im Alleingang, durch den Richter beschlossen wurde, neu verhandelt werden müssen. Vollkommen willkürlich hat Florida aber entschieden, dass alle Fälle die vor dem 24. Juni 2002 entschieden wurden nicht neu verhandelt werden müssen, obwohl das Hurst-Urteil des US-Bundesgerichtes eben genau dies impliziert. Dadurch hat z.B. Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida gefoltert wird, tatsächlich demnächst ein neues Strafzumessungsverfahren und seine jetzige Todesstrafe ist erst einmal gekippt, da sein Verfahren vor dem 24. Juni 2002 noch nicht abgeschlossen war. (Lancelot Armstrong wird seit Jahren von der IHfL betreut). Auch das Todesurteil gegen Michael Lambrix ist nach der Hurst-Entscheidung klar Verfassungswidrig!

Wir dürfen nicht schweigen im Angesicht dieses Unrechts und dieser Unmenschlichkeit! Darum im Folgenden Möglichkeiten sich gegen diese Exekution auszusprechen.

Petition auf Change.org:
https://www.change.org/p/governor-rick-scott-please-grant-michael-lambrix-a-clemency-hearing

Per Mail an den Gouverneur:
Rick.Scott@eog.myflorida.com

  • Textvorschlag (Unterstützer von Michael Lambrix haben uns dankenswerter Weise diesen Text zur Verfügung gestellt):
  • I am writing to you about the case of Cary Michael Lambrix, #482053, with the purpose to respectfully ask for a clemency hearing on his behalf. Michael Lambrix is scheduled for execution on 10/5/2017.
    This case is unique enough that it should compel the State of Florida to grant a special attention to under the form of an official clemency hearing (his last clemency hearing was held over thirty years ago).
    Many reasons could be given in support of such a hearing, such as:
    1. The inordinate length of time already served
    2. He has never been given the opportunity to present his version of events as a coherent whole. The members of the Cabinet deserve to hear the full story.
    3. Lambrix’s version of events (manslaughter in self-defence) remains credible. By contrast, the case against him appears in many ways legally contentious:
    – The key witness changed the story she told the police several times
    – The key witness admitted in court to having had a sexual affair with the State’s lead investigator
    – Another leading witness later retracted her evidence
    – Key forensic evidence has gone missing or is unavailable for testing (namely
    fingernail scrapings and the tire iron)
    – The State theory of the sequential killing of the two victims appears to many questionable at best.
    4. The jury verdicts were not unanimous, but 8-4 and 10-2. Should Mike Lambrix be tried today, he would NOT have been sentenced to death.
    5. Mike Lambrix has twice refused offers of a plea-bargain, even though had he done so he would long since have been free.
    However, there is one human picture that the courts will not be able to address:
    Mike Lambrix is a man of exceptional intelligence and personal resolve who has educated himself in prison and managed to make his experience valuable to others:
    He will be next year part of a major exhibition at the Nobel Peace Center in Norway, and his writings, his advice to others on how to pursue legitimate successful lives are already part of a wider, burgeoning effort to educate and encourage the public.
    Sincerely,

Per Twitter an den Gouverneur:
@FLGovScott

  • Textvorschlag für Twitter:
  • Stop the Execution of Mr. Michael Lambrix! Please stay the execution so that his life will be spared and his case reviewed.

Teilnehmen bei der Aktion von Amnesty International:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/erneut-hinrichtungstermin-festgesetzt
Dort kann mit einem Klick eine vorgefertigte Nachricht verschickt werden.

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Michael Lambrix. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat er einen katholischen Glaubensbezug:
http://org2.salsalabs.com/o/6279/p/dia/action4/common/public/?action_KEY=25328

Für alle die bis hierher gelesen haben und immer noch zweifeln, ob sie etwas für Michael Lambrix tun wollen, hier ein Interview (mit deutschen Untertiteln) mit Anthony Graves. Er war 18 Jahre unschuldig im Todestrakt und berichtet im Interview von seinen Erlebnissen und seinem Fall. Heute kämpft er mit all seiner Kraft gegen die Todesstrafe:

Direkter Link zum Video: https://youtu.be/yExLPuLCT1A

Wir danken Allen, die sich für Michael Lambrix einsetzen.

IHfL
Peter K.

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Rassismus: Hinrichtung in Georgia

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Keith Leroy Tharpe

Eines der Jurymitglieder, das über Leben und Tod von Keith Leroy Tharpe (59) mitbestimmte fragt: Haben Menschen mit dunkler Hautfarbe eine Seele?.  Keith Leroy Tharpe wird der Mord an einer Frau im Jahr 1990 in Jackson County vorgeworfen und hat dafür die Todesstrafe im Jahr 1991 erhalten. Seine Hinrichtung ist für den 26. September 2017 geplant.

Bei dem zum Tode Verurteilten handelt es sich um einen „geistig Behinderten, der eigentlich aufgrund seiner Behinderung nicht exekutiert werden dürfte, laut der Verfassung der USA. Jedoch legt der US-Bundesstaat Georgia die Messleiste für geistige Behinderung so restriktiv an, dass kaum jemand unter das Gebot der Verfassung fällt.

Tharpe erlebt nun seit 26 Jahren die Todestraktfolter, immer seine mögliche Exekution vor Augen. Es stellt sich unmittelbar die Frage nach dem Sinn einer solchen jahrzehntelangen Tortur eines Menschen. Das Argument der Abschreckung ist längst widerlegt. Was bleibt ist ein grausames Ritual mit dem Ziel einem Menschen das Menschsein abzusprechen und ihn einem Tier gleich töten… Wahrscheinlich braucht der „anständige“ Mensch diese Menschenopfer, um sich seine „Reinheit“ immer wieder aufs neue zu bestätigen. Das schmutzige Geschäft des Henkers als Waschmittel einer verkommenen Gesellschaft, die ihre Verbrechen an der Natur und der Menschheit versucht zu verbergen, auch indem sie mit dem Finger auf „DEN DA“ zeigt – ja, ihn tötet…

Aktion von Amnesty International für Keith Leroy Tharpe:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/bevorstehende-hinrichtung

Gnadengesuche können an das Georgia Board of Pardons and Paroles gerichtet werden:
Über Mail unter: clemency_info@pap.state.ga.us
Über Twitter: http://twitter.com/GA_ParoleBoard

Sowie an den Gouverneur von Georgia über Twitter:
https://twitter.com/GovernorDeal

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Keith Leroy Tharpe. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat er einen katholischen Glaubensbezug:
http://org2.salsalabs.com/o/6279/p/dia/action4/common/public/?action_KEY=25305

IHfL
Peter K.

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Gary Otte: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“

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Gary Otte

Unmittelbar vor seiner Ermordung am Mittwoch in Ohio erklärte Gary Otte seine Liebe zu seiner Familie. Dann sang er christliche Verse und sagte: „Gott ist allzeit gut“„Es tut mir leid“, „Ich möchte Gott begegnen“ und „Herr, ich möchte dir dienen“ – Gegen 10:39 Uhr hörte er auf zu singen. Seine letzten Worte waren: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun. Amen“ – Es waren die Worte Jesus Christus, als er am Kreuz hingerichtet wurde. Auch die Todesliege, auf der Gary Otte gefesselt und getötet wurde, gleicht einem Kreuz…

Gary Otte (45) wurde für die Morde an Robert Wasilkowski und Sharon Kostura im Jahr 1992 zum Tode verurteilt. Alle Versuche seiner Verteidigung die Hinrichtung zu verhindern scheiterten.

Bei dieser Hinrichtung wurde wieder das umstrittene Midazolam als erstes von drei Mitteln eingesetzt. Midazolam wird eigentlich zur Beruhigung von Patienten genutzt, um ihnen die Angst vor Operationen zu nehmen und dennoch die Patienten ansprechbar zu halten. Erst später wird eine entsprechende andere Droge gegeben, um die Patienten richtig zu betäuben. Wichtig dabei ist zu wissen, dass Midazolam das Opfer nicht richtig betäubt und das Mittel keinerlei schmerzstillende Wirkung hat. Und dies, wo es eine unumstößliche Tatsache ist, dass zumindest das dritte Mittel (oft Kaliumchlorid), welches das Herz anhalten soll, bei einer Hinrichtung extremste Schmerzen verursacht! Der Verurteilte kann sich dann aber meist nicht mehr bemerkbar machen, da seine Muskeln vom zweiten Mittel (z.B. Panconiumbromid) vollkommen gelähmt sind. Es wird mit den verschiedensten Kombinationen experimentiert. Menschenexperimente!
Siehe auch:

Die Hinrichtung Ottes sollte bereits am 15. März 2017 stattfinden, wurde jedoch von einem Richter untersagt, weil er die verwendeten Medikamente für unzulässig erklärte für Exekutionen. Auch am 13. Juni 2017, sowie am 26. Juli 2017 wurde die Hinrichtung gestoppt. Für den durch den Staat Ermordeten war sicher dies allein schon eine Qual, denn jeder Hinrichtungstermin ist für den Gefangenen eine furchtbare Situation, je näher der Termin kommt.

Die Todesstrafe ist ein von den niedersten Instinkten gesteuertes Bedürfnis und dies zeigt sich im Besonderen auch darin, dass viele Gefangene jahrzehntelang im Todestrakt auf ihre Hinrichtung warten müssen. Gary Otte hat sein Verbrechen mit 20 Jahren begangen, dafür wurde er 25 Jahre mit dem Todestrakt gefoltert und zum Schluss durch den US-Bundesstaat Ohio ermordet.

IHfL
Peter K.

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Gemälde aus dem Todestrakt

Diese und viele andere Gemälde von Lancelot Armstrong auf:

https://armstrongkunst.wordpress.com

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Diese und viele andere Gemälde von Lancelot Armstrong auf:

https://armstrongkunst.wordpress.com

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Ohio: Hinrichtung am Mittwoch geplant

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Gary Otte

Gary Otte (45) wurde für die Morde an Robert Wasilkowski und Sharon Kostura im Jahr 1992 zum Tode verurteilt. Er soll am 13.09.2017 durch den US-Bundesstaat Ohio hingerichtet werden.

Gary Otte hatte eine schwierige Kindheit und wurde depressiv. Dadurch geriet er früh an Drogen. Er konsumierte als Erwachsener viel Alkohol, Cannabis und Kokain. (siehe auch hier)

Die Anwälte Ottes versuchen derzeit die Exekution zu verhindern. Sie vertreten die Ansicht, dass er die Todesstrafe nicht hätte bekommen dürfen, weil er zum Zeitpunkt der Verbrechen noch nicht 21 Jahre alt war. Auch sind sie der Auffassung, dass die Todesstrafe verfassungswidrig ist und besonders das derzeitige Protokoll der tödlichen Injektion in Ohio gegen die Verfassung verstoße. Der Gouverneur John Kasich hat mittlerweile einen Antrag auf  Hinrichtungsaufschub abgelehnt.

Versuche die Hinrichtung zu stoppen, da der Einsatz der umstrittenen Drogen zu extremen Schmerzen führen kann, wurden durch den Richter Michael Merz zurückgewiesen. Er meinte, dass er nicht sehen könne, dass die Drogen nicht genügend Betäuben würden, bzw. zu quälenden Schmerzen führten. Eine Behauptung die Aufgrund der schrecklichen Vorkommnisse im Jahr 2009 wohl kaum aufrechtzuhalten ist.
Siehe auch: USA foltern Dennis McGuire zu Tode

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Gary Otte. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat er einen katholischen Glaubensbezug:
http://org2.salsalabs.com/o/6279/p/dia/action4/common/public/index.sjs?action_KEY=25257

Aktion von Amnesty International für Gary Otte:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/drohende-hinrichtung-ohio

Gouverneur John Kasich kann jetzt noch über Twitter erreicht werden:
https://twitter.com/JohnKasich

IHfL
Peter K.

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Lancelot Armstrong immer noch im Todestrakt. Deutsche Übersetzung des Urteils zur Aufhebung.

Für jeden einsehbar: Original Aussage der einzigen Augenzeugin in Deutscher Sprache, die Lancelot Armstrong entlastet. Belastende Aussage der Freundin des wohl eigentlichen Täters.

Der Supreme Court of Florida hebt das Todesurteil gegen Lancelot Armstrong, vor über einem halben Jahr, auf und verweist seinen Fall zurück, für ein neues Strafzumessungsverfahren. Dennoch ist er immer noch im Todestrakt von Florida untergebracht – ganz ohne Todesurteil – Logik eines Unrechtsstaates. Jetzt veröffentlichen wir eine Deutsche Übersetzung des Urteils des Supreme Court of Florida.

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei der lieben Frau bedanken, die sich die Arbeit gemacht hat, das Urteil für uns zu übersetzen. Eine solche Übersetzung ist immer eine Annäherung an das Englische Original, da die juristische Sprache ziemlich schwierig zu übersetzen ist. Insofern bitten wir hier keine 100%ige Übersetzung zu erwarten.

Mit Klick auf der folgende Bild geht es zur PDF mit dem Original-Urteil:

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Im Folgenden also das Urteil in Deutsch:


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Leider bedeutet die Aufhebung des Todesurteils gegen Lancelot Armstrong nicht, lancelot_armstrong2014bdass er ein neues Verfahren zur Überprüfung seiner Schuld bekommt. Lancelot besteht ja auf seiner Unschuld und bestreitet im Jahr 1990 einen Polizisten erschossen zu haben. Er erhält also kein vollkommen neues Verfahren, sondern nur ein neues Strafzumessungsverfahren, aber zumindest ist jetzt bekannt geworden, dass das Oberste Gericht darauf besteht, dass diesmal nur eine Einstimmige (12/0) Entscheidung der Jury noch einmal zu einem Todesurteil führen darf. Dabei müsste die Jury jedoch auch noch tiefgreifend erläutern können, warum sie der Meinung ist, die Gründe für ein Todesurteil würden schwerer wiegen, als die Gründe ihn zu verschonen. (Quelle)


Im Folgenden dokumentieren wir an dieser Stelle eine Aussage von Kay Allen, der einzigen Augenzeugin des Lancelot Armstrong vorgeworfenen Verbrechens:

Auszüge aus dem Gespräch zwischen

 Privatdetektiv Jody R. Stacy

und

Kenderal (Kay) Allen 

Stacy: Mein Name ist Jody R. Stacy, Privatdetektiv für Winstar Investigations. Heute ist der 21. Oktober… Ich befinde mich in der Wohnung von Kay Allen…

Stacy: Können sie detailliert beschreiben was sich in der Nacht des 17. Februars zugetragen hat, einschließlich allen Reaktionen von ihnen selbst. Erzählen sie mir was Lance (Lancelot Armstrong) für ein Mensch ist und alles was sie über ihn erzählen können und in welcher Beziehung sie zu Coleman standen und was passiert ist.

Allen: Ich habe Coleman nie zuvor gesehen… Ich kannte Lancelot schon eine Weile. Ich weiß nicht mehr genau wie lange ich ihn schon kannte, er war ein Geschäftsmann, er machte eine Menge Gelegenheits- und Nebenjobs…

Stacy: Können sie mir genau berichten was in der Nacht geschah, als er zum Church’s Chicken kam?

Allen: In dieser Nacht kam er zu meiner Arbeitsstelle, überraschend hatte ich ihn gefragt ob er mich fahren kann, er kam mit einem anderen Mann bevor ich das Restaurant komplett geschlossen hatte.
Ich ließ den anderen Mann, es war Coleman, im Speisesaal und ging nach draußen, setzte mich ins Auto und sprach mit Lance…

Stacy: Worüber sprachen sie mit Lance ?

Allen: Über die Vaterschaft bei den Zwillingen… Wir sprachen über die Verschiedensten Dinge, hauptsächlich über die Kinder… und er bat mich, für ihn etwas zu tun, das seine Meinung ändern würde…

Stacy: Er forderte sie auf ?

Allen: Er bat mich ins Restaurant zu gehen, als wenn nichts besonderes wäre, das Geld zu nehmen und es nach draußen zu bringen. Ich sagte nein und ich würde nicht alles gefährden für ein paar Cent, für das wenige Geld das wir in der Kasse hatten. Er änderte seine Meinung dann wirklich schnell.

Stacy: Sie erklärten ihm, dass es das nicht wert sei, sie sprachen also nur darüber.

Allen: Nichts, für nichts lohnt es sich das eigene Leben zu riskieren.

Stacy: Und er war der gleichen Meinung ?

Allan: Ja… – Coleman kam aus dem Restaurant und ich erklärte ihm, das ich mit so was nichts zu tun haben will. Herr Coleman fasste eine Waffe von seinem Bund, sagte ihm er solle warten oder verschwinden oder was auch immer und sagte „Bitch“ zu mir.

Stacy: Als also Lance zu Coleman sagte, das wir das lieber lassen mit dem Raub. Gehen wir zurück zum Auto… Was sagte Lance, als er die Waffe auf ihn richtete ?

Allan: Bitte nicht auf mich schießen

Stacy: Nicht auf sie schießen

Allan: Nicht auf mich schießen, verstehen sie, als ich Coleman in die Augen sah, war mir klar, dass es für ihn kein Zurück mehr gab.

Stacy: Wie schaute er…

Allan: Er hatte einen sehr aggressiven Gesichtsausdruck, er schaute aus wie als wenn es nicht möglich war ihn zu überzeugen… es war nicht möglich seine Meinung zu ändern.

Stacy: Meinen sie er könnte unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden haben oder…

Allan: Coleman sah so aus als wenn er unter dem Einfluss von irgend so etwas stand… …er forderte mich auf den Safe zu öffnen, ich glaubte ich müsste diese Nacht sterben.
Als er das Geld hatte, verlangte er von mir, aus dem Büro zu gehen und mich auf den Boden zu legen… Ich denke Coleman war in dieser Nacht bereit jedermann zu töten, absolut jeden…
Dann forderte er mich auf aufzustehen, also ging ich vor ihm her mit erhobenen Händen… Coleman gab einen Schuß ab, der mit dem Geräusch einer Pfeife an meinen Kopf vorbeiflog.

Stacy: Polizist Sallustio ging in eure Richtung.

Allan: Er ging in Richtung des Fensters.

Stacy: Und dann nahm Coleman die Waffe und feuerte ?

Allan: Er hatte sie die ganze Zeit in der Hand, er hatte die Waffe nicht einmal weggesteckt… Ich fing an zu schreien und versteckte mich unter dem Tisch… ich hörte Schüsse die von draußen reinkamen und Schüsse die nach draußen gingen…

Stacy: Haben sie während dieser Geschehnisse gesehen das Lance einen Schuß abgab ?

Allan: Nein, ich habe ihn nicht schießen gesehen, er trug eine Waffe nur zu seinem Schutz… Ich habe nicht gesehen das er geschossen hat, aber er hatte eine Waffe unter seinem Sitz.

Stacy: Wie lange dauerte die Schießerei ?

Allan: Es dürften so 5 – 10 Minuten gewesen sein…

Stacy: …Okay, sie meinen also definitiv das Coleman der Aggressor war bei diesem Zwischenfall.

Allan: Ich weiß, dass der Aggressor Coleman war…

Stacy: …können sie beschreiben was Herr Armstrong für einen Charakter hatte…

Allan: In den meisten Fällen war er bescheiden, großzügig, er hatte halt nur Kontakt mit den falschen Leuten, ich weiß nicht, einmal war er eifersüchtig… Ich mag es überrascht zu werden, aber das er diesen Rückzieher gemacht hat, das hat mich bei ihm nicht überrascht.

Stacy: Insofern war es typisch für seinen Charakter, das er die ganze Sache stoppen wollte ?

Allan: Ja

Stacy: Können sie etwas dazu sagen, was sie in der Vergangenheit vor Gericht aussagten…

Allan: Ich ging in Broward County durch die Hölle. Da sie meinten ich würde ihnen den Fall versauen, zeigten sie mir Bilder von Greeny im Leichenhaus. Bilder die ich bis heute noch vor mir sehe.

Stacy: Als sie sagten, sie versauten den ganzen Fall, was meinten sie damit ?

Allan: Wenn ich sagte, das Lance keinen Schuß abgegeben hat, dann sagten sie, es würde nicht stimmen was ich sage… wie hätte es sonst passieren können. Was ich glauben würde wie es hätte sonst passieren können usw… Und das während sie mir die Bilder von Greeny in der Leichenhalle zeigten… Wenn ich durch Broward gehe, dann sehr schnell, denn diese Bilder werden mich bis zu meinem Tod verfolgen.
…Nichts schien sie umzustimmen, dieser Kerl hat das nicht getan, aber dieser Kerl hat es getan, das war die Grundlage dessen was ich zu sagen hatte, ich will damit sagen, sie wollten einfach nichts anderes hören. Und sie wollten hören, das er es getan hat und das war es was sie wollten… Sie wollten einen Schuldigen für den Tod ihres Kollegens, das hatte ich verstanden und ich würde mit dem Blut dieses Kerls auf mir leben müssen bis ich sterbe…

Stacy: …sie sagten die Broward County Sherrif’s setzten sie massiv unter Druck, wenn sie ihnen sagten, dass Coleman der Aggressor war, was waren ihre Reaktionen.

Allan: Das wollten sie einfach nicht von mir hören, das war ihre Reaktion… es war so wie, als wollten sie einfach nicht, das er es gewesen ist, sie wollten alle Schuld auf Lance abladen…

Stacy: Nun erheben sie Meineidanklage gegen sie ?

Allan: Ich widerrief alles, das ich ausgesagt hatte, ich widerrief es. Ich erkannte, dass ich ihre Sau war, unabhängig davon wie ich damit klar käme, für den Rest meines Lebens, mit all dieser Schuld, in diesem Prozess andere Leben zu zerstören, ich konnte das einfach nicht weiter mitmachen, ich konnte einfach nicht weiter tun was sie verlangten.

Stacy: Und was verlangten sie ?

Allan: …das einzige was sie verlangten war, das ich sagte, dass Lance der Aggressor war…

Stacy: Und ich schätze, ihre Aussage endete damit, das zu sagen und dann kamen sie ins Gericht und sagten, das dies nicht die Wahrheit war, weil sie Angst hatten vor den Broward County Sherrif’s…

Allan: Das habe ich immer noch, das habe ich immer noch. Wie ich vorher gesagt habe, ich fahre nur noch sehr selten durch Broward… sie machten mein Leben zu eine lebendigen Hölle. Niemand kümmerte sich mehr um mich und niemand wollte mit mir noch was zu tun haben. Das einzige was sie brauchten war jemand der für den Tod von Greeny bezahlen muss und sie benutzten mich dafür…

Stacy: Ist da irgendetwas das sie über Lance sagen wollen, im Angesicht seiner Verurteilung… ?

Allan: Ich meine, dass er die Todesstrafe nicht verdient hat.

Stacy: Denken sie er hat in dieser Nacht einen Polizisten erschossen ?

Allan: Ich weiß das er es nicht getan hat, er hat eine Waffe immer nur zu seiner Sicherheit getragen… Wie ich gesagt habe, Lance war einfach am falschen Ort mit der falschen Person in dieser Nacht.

Stacy: Es liefen seine Geschäfte recht gut und er konnte für sich selbst sorgen ?

Allan: So habe ich es gesehen, ich habe nie gesehen das es ihm (Lancelot) schlecht ging. Nie… Er sorgte für seine Familie, tat verschiedene Dinge für mich…

Stacy: Ich danke ihnen, für ihre Aussage…

 (Übersetzung aus dem Englischen: Peter Koch)

Den vollständigen Text des englischen Originals bitte hier als PDF laden:
kay_allen_aussage_lancelot_armstrong.pdf


Dazu dann folgende Meldung aus der Sun-Sentinel:

Dort berichtet die Freundin Colemans darüber, dass Coleman klar und deutlich sagt, er selbst habe die beiden Polizisten erschossen. (Zu diesem Zeitpunkt ging er wohl davon aus, dass beide Polizisten gestorben sind.) Hier nun der original Wortlaut:

Originaltext aus dem Artikel von 1990: „Sometime around 8 a.m., Coleman and Armstrong appeared at Coleman`s girlfriend`s apartment. Laing said they came in and Coleman said he had to leave, „he had to go because he did something wrong. … He killed two cops.„“

Dieser Artikel ist über folgende Links erreichbar:
Seite 1: http://articles.sun-sentinel.com/1990-04-30/news/9001050759_1_armstrong-show-broward-county-gunfire

Auf Seite 2 ist das Zitat zu finden, das Lancelot klar entlastet:
Seite 2: http://articles.sun-sentinel.com/1990-04-30/news/9001050759_1_armstrong-show-broward-county-gunfire/2

Wir möchten an dieser Stelle nicht vorenthalten, dass in dem Artikel ein Drogenhändler behauptet, Lancelot Armstrong hätte gesagt, es wäre auf ihn geschossen worden und dann hätte er auch geschossen. Im Anbetracht der Aussage von Kay Allen und der Freundin Colemans, ist dies jedoch ziemlich unwahrscheinlich. Lancelot Armstrong selbst bestreitet von Anfang an, geschossen zu haben.


Wichtig ist zu wissen, dass mit Coleman ein Deal gemacht wurde. Ihm wurde angeboten, er bekomme keine Todesstrafe, wenn er gegen Lancelot Armstrong aussagt. Und genau das hat er dann auch getan! – Coleman wurde daraufhin nicht zum Tode verurteilt und Lancelot Armstrong bekam die Todesstrafe.

Wir bedanken uns bei allen, die Lancelot unterstützen, denn ohne sie hätte er es vielleicht nicht bis hierher geschafft. Dem schließt sich auch Lancelots Mutter an, mit der wir in Kontakt stehen. Eure Unterstützung gibt Lancelot die Kraft weiterzukämpfen, für die Anerkennung seiner Unschuld und gegen die Todesstrafe. Dabei gebt ihr ihm auch die Kraft und die Möglichkeit weiterhin andere Gefangene zu unterstützen.

Wer Lancelot Armstrong helfen möchte finden auf der Webseite www.lancelot-armstrong.de viele Möglichkeiten dazu.

IHfL
Peter Koch

 

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