Missouri will Marcellus Williams hinrichten

Marcellus Williams

Marcellus Williams

Der US-Bundesstaat Missouri will am 22. August Marcellus Williams hinrichten. Anträge für einen Aufschub wurden bis jetzt abgelehnt, obwohl seine Verteidigung neue Beweise vorlegte.

Marcellus Williams wurde zum Tode verurteilt für den Mord an Lisha Gayle im Jahr 1998, den er bei einem Einbruch in dessen Wohnung begangen haben soll. Er soll die Frau mit einem großen Messer erstochen haben.

Die Anwälte von Williams versuchen derzeit die Hinrichtung zu verhindern. So stellten sie einen entsprechenden Antrag an den Supreme Court of Missouri, der lehnte diesen jedoch ab. Sie versuchen nun auf verschiedensten Wegen doch noch einen Hinrichtungsstopp zu erreichen. Dabei führen sie neue Beweise vor.

Gefundene DNA nicht von Williams
Laut Darstellung seiner Anwälte wurde bei einer Untersuchung des Tatwerkzeuges zwar DNA gefunden, diese stamme aber eindeutig nicht von ihrem Mandanten, sondern von einer unbekannten männlichen Person. Diese DNA-Analyse wurde von Greg Hampikian, einem Biologe an der Boise State University, vorgenommen. Dennoch lehnte der Supreme Court of Missouri den Antrag ab, die evtl. Unschuld von Williams zu überprüfen. Laut Aussage der Staatsanwaltschaft habe man genügend nicht-DNA Beweise, um seine Schuld zu belegen.

Wer sich für Marcellus Williams einsetzen möchte findet bei folgenden Petitionen Gelegenheit dazu:

https://www.change.org/p/eric-greitens-do-not-execute-marcellus-williams

https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/drohende-hinrichtung-missouri

Kontaktiert auch Gouverneur Eric Greitens und bittet ihn, diese Hinrichtung zu stoppen: http://governor.mo.gov/get-involved/contact-the-governors-office

IHfL
Peter K.

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Florida: Verfassungsfeindliche Todesurteile gültig?

kl - Against the Death Penalty - Todestrafe - Zeichnung - Drawing - Statue of Liberty - Freiheitsstatue (Kaivel_Comics) - www.lancelot-armstrong.de - 003Das höchste Gericht von Florida hat Argumente zurückgewiesen, wonach alle Todeskandidaten eine zweite Chance erhalten sollen. Fälle die vor dem 24. Juni 2002 entschieden wurden, sollen nicht neu verhandelt werden.

Es ist der Kampf einer kranken Justiz, der Kampf eines todeshungrigen Regimes, das mit ungleichen Waffen gegen seine Gefangenen kämpft. Das Oberste Gericht der USA hatte in einer 8 zu 1 Abstimmung die Regeln bei Verurteilungen zum Tode in Florida für verfassungswidrig erklärt. Diese Entscheidung wurde in dem Verfahren Timothy Lee Hurst gegen Florida gefällt. Jetzt versucht Florida mit einer höchst fragwürdigen Regelung doch noch einige der Betroffenen ermorden zu können.

Völlig willkürlich wurde beschlossen, dass alle Altfälle, deren Verfahren vor dem 24. Juni 2002 abgeschlossen wurden, keine Chance auf ein neues Strafzumessungsverfahren bekommen. Und so wurde bereits für Mark James Asay ein Hinrichtungstermin für den 24. August 2017 festgelegt. Und dies obwohl sein Todesurteil, wie jetzt festgestellt, verfassungswidrig zustande kam, da die Jury damals mit 9 zu 3 nicht einstimmig für die Todesstrafe entschied.

Die Richterin Barbara Pariente war gegen diese Entscheidung. Nach ihrer Auffassung ist der 24. Juni 2002 ein willkürlich gewähltes Datum. Alle zum Tode Verurteilten sollten ihrer Auffassung nach ein neues Strafzumessungsverfahren erhalten. Sie schrieb: „Zuverlässigkeit ist der Dreh- und Angelpunkt des achten Zusatzartikels der Rechtsprechung, und ein Todesurteil ohne einstimmige Juryentscheidung ist von Natur aus unzulässig“

Florida macht sich bereit für neue staatliche Morde, die auch noch gegen die Verfassung verstoßen. Mehr braucht man über den „Staat der Freiheit“ nicht zu sagen, der für sich in Anspruch nimmt, die Welt mit Gerechtigkeit und Moral zu beglücken – und dies im Zweifel auch mit Waffengewalt.

IHfL
Peter K.

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Lancelot hat Geburtstag

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An alle die an unserem Patenschaftsprogramm teilnehmen und an alle die Lancelot auf anderem Weg unterstützt haben.

Lancelot Armstrong hat heute Geburtstag. Es wird ihn niemand besuchen und auch keinen Kuchen geben. Es wird auch nicht das übliche „happy birthday to you…“ geben. Auch ich werde ihn nicht besuchen und ihm auch nicht am Telefon gratulieren können. Genau genommen ist es vor allem ein Überlebenstag, denn der an ihm geplante Mord wurde bis jetzt nicht begangen, ja der Staat der ihn töten will hat „eins auf die Nase“ bekommen… Sie mussten das Todesurteil gegen ihn aufheben und über die Strafe neu verhandeln, da ihr Vorgehen gegen ihn verfassungswidrig war.

Dennoch ist er immer noch im Todestrakt von Florida untergebracht – ganz ohne Todesurteil – Logik eines Unrechtsstaates.

Nein, es wird auch keine Kerze angezündet werden – niemand wird ihn umarmen. Er wird wie immer in den letzten 26 Jahren, 23 Stunden des Tages, allein in seiner Zelle sein… Und quasi als Geburtstagsgeschenk hat man ihm den brieflichen Kontakt mit mir vor kurzem verboten, weil sie ihm Geschäfte unterstellen, die nicht nur für ihn verboten wären, sondern tatsächlich auch gar nicht stattgefunden haben. Es scheint die Rache für die Ungültigkeitserklärung des Todesurteils zu sein, denn als angeblicher Polizistenmörder ist man ihm nicht gerade wohl gesonnen…

ess_floAnstatt Kaffee & Kuchen wird es für ihn das fast immer kaum genießbare sogenannte Essen geben, auf das er dank der Spenden von Euch nicht mehr absolut angewiesen ist. Und so haben wir auch einen Grund zur Freude, denn mit Eurer Hilfsbereitschaft „spuckt ihr den Misshandlern direkt ins Essen“ – mildert die Folgen ihrer Rache an ihm – und das nicht nur weil er sich von euren Spenden was zu essen kaufen kann, dass den Namen Essen auch verdient, sondern gerade auch darum, weil er zwar physisch allein in seiner Zelle sitzt, aber mit euch gemeinsam im Geiste feiern kann – weil ihr für ihn da seid.

Dafür danke ich euch von ganzem Herzen.

Peter K.

 

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Texas: TaiChin Preyor soll sterben

preyortaichin

TaiChin Preyor

Update 28.07.2017: TaiChin Preyor wurde hingerichtet.


Nach der gestrigen Hinrichtung von Ronald Phillips in Ohio will sich nun der US-Bundesstaat Texas wieder in die traurige Gemeinschaft der Scharfrichter einreihen. Diesmal soll TaiChin Preyor exekutiert werden, für den Mord an seiner ehemaligen Freundin, den er im Jahr 2004 begangen haben soll.

Anwälte kämpfen für einen Aufschub
Derzeit versuchen gerade die Rechtsanwälte von TaiChin Preyor alles um die bevorstehende Hinrichtung zu stoppen. Sie argumentierten auch in den vergangenen Wochen schon nachdrücklich, dass Preyor von der Todesstrafe verschont werden müsse, weil sein vorheriger Anwalt vollkommen ignorierte, dass Preyor eine schwere Kindheit erlebte und er inkompetente Berufungsanwälte hatte.

Die Aufschubanträge seiner Anwälte wurden am Montagnachnittag vom Texas Court of Criminal Appeals und auch von einem Bundesbezirksgericht zurückgewiesen.

TaiChin Preyor selbst sagt, er habe in Selbstverteidigung gehandelt und dabei sei seine Ex-Freundin verstorben. Der neue Freund von ihr wurde dabei ebenfalls verletzt und besteht darauf, das es Mord war. (weitere Details in englischer Sprache)

Wer den Gouverneur kontaktieren will, um sich gegen diese Hinrichtung zu äußern, kann dies über folgende Wege tun:

Gouverneur von Texas
Greg Abott
(Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr
Gouverneur)
Fax: (00 1) 512 463 1849
E-Mail: https://gov.texas.gov/contact/assistance.aspx
über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

IHfL
Peter K.

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Todestrakt: Unschuldiger kommt frei

Ralph Wright Jr.

Ralph Wright Jr.

Im US-Bundesstaat Florida ist vorherige Woche Ralph Wright Jr. aus dem Todestrakt entlassen worden. Ihm wurde vorgeworfen, er habe seine Freundin und deren Tochter im Jahr 2007 ermordet. 2014 wurde er dafür zum Tode verurteilt. Die Jury stimmte mit 7 zu 5 Stimmen für diese martialische Strafe. 

Nun hat der Oberste Gerichtshof von Florida ihn freigesprochen, da keine ausreichenden Beweise für die ihm vorgeworfene Tat vorhanden seien. Es gäbe keine Hinweise darauf, dass Ralph Wright Jr. überhaupt zum Zeitpunkt des Verbrechens in der Gegend gewesen sei, noch seien physikalische Spuren vorhanden, welche ihn als Täter identifizieren würden.

Jetzt hat die unsägliche Praxis in Florida ein Ende,
nach der ein Richter das Todesurteil über den Angeklagten verhängen kann, wenn sich die Jury nicht einig ist. Zukünftig muss die Jury einstimmig entscheiden für ein Todesurteil. Derzeit werden viele Todesurteile überprüft, bei denen in der Vergangenheit die Jury sich nicht einig war. Auch in Lancelot Armstrongs Fall, der von der IHfL betreut wird, gibt es ein neues Strafzumessungsverfahren (siehe: http://wp.me/p2X1th-2hk). Auch Lancelot Armstrong besteht darauf unschuldig zu sein, dies spielt bei dem neuen Verfahren jedoch leider keine Rolle und Armstrong bleibt bis dahin weiter in der Todeszelle, obwohl sein Todesurteil ungültig ist – Logik einer Unrechtsstaates!

Hinrichtung von Ronald Phillips geplant für 26. Juli
Die nächste Hinrichtung in den USA ist im Bundesstaat Ohio geplant. Ronald Phillips soll für den Mord an einem kleinen Kind, den er im Jahr 1993 im Alter von 19 Jahren begangen haben soll, exekutiert werden. Amnesty International hat eine Petition gegen diese Hinrichtung eingerichtet: (siehe HIER)
Update 26.07.2017: Roland Phillips wurde hingerichtet.

Unschuldige in den Todeszellen
Wie der Fall von Ralph Wright Jr. erneut zeigt, sind die Gerichte der USA immer wieder nicht unfehlbar und dadurch geraten unschuldige Menschen in die Todestrakte, in denen sie teils über Jahrzehnte gefoltert werden. Wieso bringt unsere Bundesregierung diese menschenverachtenden Zustände in den USA eigentlich nicht vor die Vereinten Nationen?

IHfL
Peter K.

 

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Hinrichtungsvideo zeigt die grausame Wahrheit

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieses Video nichts für schwache Nerven ist! Wir sind dennoch der Auffassung, dass es wichtig ist dieses Video zu zeigen, damit die Befürworter dieser martialischen Strafe wissen, was in ihrem Namen geschieht…
Death Penalty_ The Real Deal (BQ)Aufgrund unserer Recherchen handelt es sich bei diesem Video um eine realistische Darstellung, jedoch nicht um eine echte Hinrichtung. (Originaltext auf der im Film angegebenen Webseite zum Video: „Eine sorgfältige Rekonstruktion einer Echtzeit-Ausführung durch tödliche Injektion, die einige der ganz spezifischen Probleme in Bezug auf die bevorzugte Ausführungsmethode in den USA hervorhebt.“) Auch wenn es sich um eine schauspielerische Darstellung einer Hinrichtung in den USA handelt, zeigt es doch wie falsch es ist, Menschen zu exekutieren und auf welch grausame Art und Weise dies geschieht. Wir haben in unserem Artikel Clayton Lockett, die grausamen Details seiner Hinrichtung, aufgrund des echten Hinrichtungsprotokolls dokumentiert, welch schreckliche Dinge bei einer solchen Exekution geschehen können.

Hier geht es zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=5_2khXtyZIw

Nachdem wir diese Aufnahmen gesehen haben waren wir tief erschüttert. Warum tun Menschen das anderen Menschen an. Warum reduzieren sie einen Menschen auf eine einzige Tat und richten ihn hin, nachdem sie ihn Jahrzehntelang in der Todeszelle gefoltert haben? – Wir haben keine Antwort darauf… Aber wir wissen, dass wir dazu nicht schweigen dürfen. Darum werden wir nicht nachlassen in unserem Kampf gegen die Todesstrafe. Die folgende Musik ist für die Gefangenen geschrieben worden:

Hier geht es zum Musikvideo in deutscher Sprache: https://youtu.be/XvqWqF2eJMA

Hier geht es zum Musikvideo in englischer Sprache: https://youtu.be/lYbMeyCNAyE

Im Gedenken an die Hingerichteten
Hier geht es zum Musikvideo: https://youtu.be/sSoHWJFRPxM

IHfL
Peter K.

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Musik für die Todeskandidaten

Es waren seine Briefe, aber vor allem auch die Telefongespräche mit Lancelot Armstrong, die mich in mein Studio gehen ließen und…

studio

Jeden Tag lebe ich mit diesem Gefühl in mir, dieser tiefen Verbundenheit mit Lancelot, der allein in seiner Zelle seit 1991 sitzt. Oft verfolgt das mich bis in meine Träume. Irgendwie bin ich immer in Gedanken bei ihm, wie er immer mehr verzweifelt an einem Justizsystem, das ihn foltert.

Was ihm bleibt sind Briefe und seit ein paar Monaten die Möglichkeit jedes erste Wochenende im Monat für 15 Minuten mit mir zu telefonieren. 15 Minuten – dann wird die Verbindung gnadenlos gekappt. Ich nehme mir immer wieder so vieles vor, das ich ihm sagen möchte und ich bin sicher, es geht ihm genau so – aber die 15 Minuten sind so schnell um… Und wenn dann die Verbindung unterbrochen wird, bleibt so eine Hilflosigkeit, für die ich keine Worte habe… Persönlich besuchen kann ich ihn nicht, das ist einfach zu teuer, ich wüsste nicht woher ich so viel Geld nehmen sollte… Es bleiben also nur diese 15 Minuten…

Mein neues Lied darf ich ihm nicht schicken, er kann es nicht hören… Aber ich habe ihm davon erzählt und werde versuchen es ihm wenigstens am Telefon vorzuspielen. Mittlerweile darf er mir nicht mehr schreiben. Sie haben ihn bestraft. Sie behaupten einfach er würde mit mir Geschäfte machen, ich also ein Geschäftsmann sein, der seine Gemälde kauft… Das alles ist natürlich nur Schikane, sie hassen ihn, den vermeintlichen Polizistenmörder, der einen ihrer Kollegen umgebracht haben soll. Jetzt ist sein Todesurteil gekippt worden und muss neu verhandelt werden, weil es Verfassungswidrig ist. Dafür hassen sie ihn noch mehr und kurz nach dieser Gerichtsentscheidung fiel ihnen plötzlich DAS mit den „Geschäften“ ein. Dabei wissen sie genau, dass er sich kaum gegen diese Willkür wehren kann. Er nur Beschwerde einlegen kann, ja bei Gericht dagegen Beschwerde einlegen muss und das dauert und dauert… Und oft lassen sie solche Beschwerden einfach mal verschwinden… Solange haben sie ein neues Mittel gefunden um ihn zu quälen. Auch für mich ist es eine Qual, denn in meinem Herzen bin ich ganz nah bei ihm und es tut mir weh, zu erleben, dass er nun nicht mal mehr schreiben darf… Am Telefon habe ich seine Verzweiflung gespürt, aber er kann nichts tun… er kann nichts tun… So entstand dieses Lied…

Ich widme diesen Song Lancelot Armstrong und all den Anderen in den Todeszellen. Es ist ein großer Fehler einen Menschen auf eine einzige Tat zu reduzieren. Niemand ist eine einzige Tat – Aber Mörder sollen nichts anderes mehr sein, als das was sie damals getan haben. Das ist einfach falsch!

Der Titel meines Liedes „Was kann ich tun“ ist eine Frage, die sich die Gefangen immer wieder stellen… jedoch die Antwort ist dabei klar und deutlich, sie können nichts tun. Aber wir, die wir hier „draußen“ von ihren Schicksalen erfahren, können etwas tun. Wir können NEIN sagen zu der Folter in den Todestrakten, können den Gefangenen schreiben und sie unterstützen, damit sie wissen: SIE SIND NICHT ALLEIN.


Hier geht es zur deutsche Version: https://youtu.be/XvqWqF2eJMA


Hier geht es zur englischen Version: https://youtu.be/lYbMeyCNAyE

Dieser Song ist ab sofort, in deutscher und in englischer Sprache, auf meiner Soli-CD enthalten.

Weitere Informationen auf www.lancelot-armstrong.de

IHfL
Peter K.

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Psychisch Kranker hingerichtet

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William Morva

Trotz internationaler Empörung und Appelle wurde der schwer psychisch kranke William Morva (35) durch den US-Bundesstaat Virginia hingerichtet. Der Gouverneur Terry McAuliffe sah keine Gründe für eine andere Entscheidung. Morva starb durch tödliche Injektion.

Schizophrenieähnliche Erkrankung
Wir berichteten bereits
über die katastrophalen Vorgänge im Verfahren gegen William Morva. Psychologen diagnostizierten bei ihm eine schwere schizophrenie-ähnliche Erkrankung.
Den Geschworenen wurde in der Verhandlung wichtige Erkenntnisse über seinen Zustand vorenthalten. Es ist höchst wahrscheinlich, dass die ihm vorgeworfenen Taten, die Tötung eines Polizisten und eines Wächters, Folge seiner schweren Erkrankung waren. Auch schien Morva weder seine Situation richtig einschätzen zu können, noch die Konsequenzen zu verstehen.

UNO-Sonderberichterstatter schaltete sich ein
Einen Tag vor der Hinrichtung schalteten sich zwei UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechtsangelegenheiten ein und appellierten an den Gouverneur von Virginia den Verurteilten zu verschonen. Sie waren der Auffassung, dass der Prozess gegen den Gefangenen „nicht die Kriterien eines fairen Verfahrens erfülle“ und zeigten sich „tief besorgt“ über diese Informationen. Selbst dies lies den Gouverneur unberührt und er weigerte sich die Hinrichtung zu stoppen.

Letzte Worte unhörbar
Auf die Frage kurz vor seinem Tod, ob er noch etwas sagen möchte, antwortete William Morva: „Nein“
Ein Reporter, Drew Wilder,  welcher bei der Hinrichtung als Zeuge anwesend war berichtete, dass Morva eine Minute nachdem er letzte Worte verneinte, sich zu schütteln begann und sehr nervös erschien. Einige Minuten später fing Morva an zu sprechen, aber das Mikrofon im Raum übertrug seine Worte nicht. Kurz danach begann er nach Luft zu schnappen und sein Magen verkrampfte sich mehre male, sagte Wilder.

Panik und Terror
Der Spezialist Mark Edgar, ein Professor für Pathologie bemerkte zu dieser Art des Sterbens: „Auf diese Weise zu sterben ist unerträglich. Sie können ihre Atmung nicht kontrollieren – es ist schrecklich.“ Er meinte weiter,  der Todeskandidat könne Panik und Terror durchleben… Es ist eine Art des Sterbens ähnlich einem Ertrinkungstod.

Das ist kein Rechtsstaat. Das ist kein zivilisiertes Land. Das ist ein verabscheuungswürdiges System, das Menschenrechte mit Füßen tritt.

IHfL
Peter K.

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Hinrichtungstermin für Geisteskranken

william2bmorva2bvirginia

William Morva

William Morva (35) soll am 6. Juli 2017 im US-Bundesstaat Virginia wegen Mordes hingerichtet werden. Er wurde von einer Jury verurteilt, die nicht über seine Geisteskrankheit informiert war.

Im August 2006 wurde Morva aus dem Gefängnis von Montgomery in Virginia in ein Krankenhaus gebracht. Dort wartete er auf seinen Prozess wegen eines Raubes. Damals war das Gefängnis stark überbelegt und eine medizinische Versorgung der Gefangenen nur sehr eingeschränkt möglich. Morva hatte das Gefühl, dass es ihm psychisch immer schlechter gehe und er bekam Angst um sein Leben. In vielen Briefen teilte er dies mit. Daraufhin wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Er nutzte die Gelegenheit zur Flucht, entriss einem Beamten die Waffe und erschoss einen Krankenhauswachmann an. Einen Tag später, dem 21. August, erschoss er den Hilfssheriff Eric Sutphin, welcher sich ihm entgegenstellte.

Jury nur unzureichend informiert
Bei der Verhandlung im Jahr 2008 sagten zwar zwei Spezialisten aus, Morva hätte eine Persönlichkeitsstörung, aber es wäre keine schwere Störung. Daraufhin stimmte die Jury für die Todesstrafe.

Paranoide und ausufernde Wahnvorstellungen
Vier Jahre später wurden die Unterlagen von einem Psychologen untersucht und der entdeckte im familiären Hintergrund schwere psychische Erkrankungen wie Zwangsstörungen, Schizophrenie und Wahnvorstellungen. Der Psychologe kam zu dem Schluss, dass Morva anhaltende „somatische, paranoide und ausufernde Wahnvorstellungen“ habe. Laut dem Psychologen besteht die Möglichkeit, dass seine Wahnvorstellungen „insofern mit den Verbrechen im Zusammenhang stehen, als er offensichtlich glaubte, an seinen ‘Leiden’ zu sterben – was anscheinend der Grund für seinen Fluchtversuch war“.  Auch eine gerichtlich bestellte Psychiaterin bescheinigte Morva Verfolgungswahn und war der Ansicht, seine Verbrechen seien die Folge seines Wahns. Sie vertrat die Auffassung, dass eine medikamentöse Behandlung impliziert sei.

Auch dieser Fall zeigt wieder unter welch fragwürdigen Bedingungen so manches Todesurteil in den USA zustande kommt. Immer wieder werden dort Menschen zur Höchststrafe verurteilt, die laut der Verfassung der Vereinigten Staaten eigentlich nicht hingerichtet werden dürften. Aber auch Unschuldige werden „dank'“ einer korrupten, rassistischen und vorurteilsbeladenen Justiz in den Todestrakten gefoltert. So ist vor kurzem wieder ein Todeskandidat nach 29 Jahren freigekommen (siehe: http://wp.me/p2X1th-2AO ).

Im Folgenden Möglichkeiten sich dafür einzusetzen, dass William Morva nicht hingerichtet wird.

Aktion von Amnesty International:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/drohende-hinrichtung-am-6-juli

Petition für William Morva auf change.org:
https://www.change.org/p/mercy-for-morva

Petition für William Morva auf reprieve.org:
https://secure.reprieve.org/page/speakout/save-william-morva

IHfL
Peter K.

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Unschuld bewiesen – Freiheit nach 29 Jahren Todestrakt

Ha'im Al Matin Sharif (AKA Charles Robins)

Ha’im Al Matin Sharif (AKA Charles Robins)

Nevada: Ha’im Al Matin Sharif (aka Charles Robins) wurde nach fast drei Jahrzehnten aus dem Todestrakt entlassen, weil seine Unschuld bewiesen wurde. Er war beschuldigt worden, das Baby seiner Freundin ermordet zu haben.

Ha’im Al Matin Sharif wurde vorgeworfen das Kind seiner Freundin misshandelt zu haben, bis es an den Folgen starb. Seine Freundin belastete ihn damals mit der Aussage er hätte das Kind geschlagen, später beteuerte sie jedoch von den Untersuchungsbehörden zu dieser Aussage gezwungen worden zu sein. Jetzt steht fest, dass das Kind an infantilem Skorbut gestorben ist. Medizinische Experten überprüften erneut Röntgenbilder der zerbrochenen Knochen des Kindes und kamen zu der Überzeugung, dass diese nicht durch Gewalteinwirkung entstanden sind, sondern durch Skorbut.

Die Gefängnistüren schlossen sich vor 29 Jahren hinter ihm. Doch er gab nicht auf und stellte immer wieder neue Anträge um seine Unschuld zu beweisen. Die Folter des US-Amerikanischen Todestraktes, wo die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, konnte ihn nicht zerbrechen. Jetzt ist er endlich frei und kann ein neues Leben beginnen. (Weitere Informationen in englischer Sprache sind hier zu finden)

Gerade im Anbetracht des korrupten Justizsystems der USA und der unglaublichen Folter die das Leben im Todestrakt bedeutet, brauchen die Gefangenen unsere Unterstützung. Ein weiteres typisches Beispiel für diese unmenschliche Justiz ist Lancelot Armstrong der von der IHfL betreut wird. Wer ihn bei seinem Kampf um sein Leben und die Wahrheit unterstützen möchte, findet auf lancelot-armstrong.de viele Gelegenheiten dazu. Dort wird auch umfangreich über ihn und seinen Fall informiert. Gemälde die er uns aus dem Todestrakt schickt können hier gegen Spende bestellt werden: armstrongkunst.wordpress.com. Alle Spenden kommen Lancelot Armstrong zugute.

IHfL
Peter K.

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