Florida will Eric Branch hinrichten

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Eric Branch

Am 22.02.2018 beabsichtigt der US-Bundesstaat Florida, Eric Branch, der seit 24 Jahren mit der unmenschlichen Behandlung im Todestrakt gefoltert wird, hinzurichten.

Branch war im Jahr 1994 für den Mord an Susan Morris zum Tode verurteilt worden. Sie wurde nackt im Wald gefunden und hatte zahlreiche Prellungen und Schnittwunden erlitten. Auch schien sie sexuell angegriffen worden zu sein.

Vor kurzem lehnte der Richter Edward P. Nickinson einen Antrag von Branch ab, die geplante Hinrichtung zu stoppen. Er argumentierte, er wäre noch sehr jung, sein Gehirn noch nicht voll entwickelt und emotional wäre er zum Tatzeitpunkt noch sehr unreif gewesen. Allein dies hätte eigentlich die Todesstrafe ausgeschlossen. Auch argumentierte er, er wäre seit 24  Jahren im Todestrakt von Florida und dies sei eine grausame und ungewöhnliche Bestrafung, wodurch seine Rechte schwer verletzt worden seien, da eine grausame und ungewöhnliche Bestrafung durch die Verfassung der USA verboten ist.

Die Jury entschied sich damals mit 10 zu 2 Stimmen für das Todesurteil. Insofern stellt die Verurteilung zur Höchstrafe einen klaren Verstoß gegen die Verfassung dar. Offensichtlich ist Florida so mordlustig, dass ihm Gesetz und Recht vollkommen egal scheinen. Nachdem das Hurst-Urteil verkündet wurde, hätten eigentlich alle Gefangenen im Todestrakt, deren Todesurteil aufgrund einer nicht einstimmigen Entscheidung der Jury, quasi im Alleingang durch den Richter beschlossen wurde, neu verhandelt werden müssen. Jedoch hat Florida viele Gefangene einfach davon ausgeschlossen. Fälle die vor dem 24. Juni 2002 entschieden wurden, sollen nicht neu verhandelt werden. Nur Verfahren die bis zum Stichtag noch nicht abgeschlossen waren, sollen eine neue Verhandlung bekommen. Eine vollkommen willkürliche Regelung, die Florida erlaubt, mit dem Morden weiter fortzufahren.

Mittlerweile soll der Senat über einen Antrag befinden, der zum Ziel hat, diese willkürliche Grenze vom 24. Juni 2002 weiter nach hinten zu verschieben, ja vielleicht vollkommen aufzuheben, wodurch auch Eric Brand eigentlich eine Chance auf Streichung seines Todesurteils hätte. Dabei ist der frühere Richter James Perry der Ansicht, alle Gefangenen sollten einen Umwandlung ihres Urteils in Lebenslänglich (ohne jemals wieder entlassen zu werden) bekommen. Die Richterin Barbara Pariente schloss sich Perry an, zumindest in der Form, dass sie fordert, alle Gefangenen sollten die Chance erhalten, gegen ihr Urteil vorzugehen.

Wie man es auch dreht und wendet. Seit einiger Zeit vollzieht Florida Hinrichtungen, die auf Unrechts-Urteilen basieren!
Rick Scott, der Gouverneur von Florida, der sich durch die Tatsache, dass er die meisten Menschen hat exekutieren lassen, im Vergleich zu seinen Vorgängern, den Namen „Schlächter von Florida“ verdient hat – eben dieser Gouverneur lässt nun Menschen, aufgrund von nicht gültigen Urteilen, hinrichten. Dafür ist ihm seine Unterschrift nicht zu schade!
death-warrant-eric-branch.jpgGleichzeitig akzeptiert er menschenunwürdige Bedingungen im Todestrakt, wie wir immer wieder berichteten. Stellvertretend dafür hier noch mal ein Bericht von Patrick Hannon, der am 8. November 2017 von den Schergen des Gouverneur Rick Scott ermordet wurde.

Wer sich gegen die bevorstehende Hinrichtung aussprechen möchte, findet im folgenden Gelegenheit dazu:

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Eric Branch. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat die Mail einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2018-01/stop-execution-eric-branch


Der Gouverneur von Florida kann wie folgt erreicht werden:
Per Mail: Rick.Scott@eog.myflorida.com
Per Twitter: @FLGovScott


IHfL
Peter K.

 

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Ohio: Gouverneur stoppt Hinrichtung

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Raymond Tibbetts

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Ohio hat die für den 13.2.2018 vorgesehene Hinrichtung von Raymond Tibbets gestoppt und an den Fall an den Gnadenausschuss zurücküberwiesen.
(wir berichteten)

Raymond Tibbets wurde für schuldig befunden seine Frau Judith Sue Crawford, sowie Fred Hicks im November 1997 ermordet zu haben.

Einer der Geschworenen hatte einen Brief an den Gouverneur geschrieben, in dem er fordert Raymond Tibbetts zu begnadigen. Er schrieb, wenn er von der Kindheit Tibbetts gewusst hätte, die geprägt war von schweren Misshandlungen, und man die Geschworenen über seine Drogensucht informiert hätte, dann wäre er nicht für die Todesstrafe gewesen. Damals wurden diese Fakten im Prozess nicht erwähnt.

Raymond Tibbetts selbst sagt, er habe keine Erinnerung an den Mord. Ein Arzt bescheinigte ihm eine Geisteskrankheit, sowie Drogen- und Alkoholsucht. Der Arzt geht davon aus, dass Raymond Tibbetts die Fähigkeit fehlt kriminelle Handlungen zu unterlassen, vor allem wenn er unter Drogen- und Alkoholeinfluss steht.

Wir danken allen, die sich gegen die Hinrichtung eingesetzt haben. Es kann gut sein, dass die vielen Proteste die der Gouverneur erhielt, zu seiner Entscheidung beigetragen haben.

IHfL
Peter K.

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Ohio: Hinrichtung am 13. Februar

 

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Raymond Tibbetts

Raymond Tibbetts (60) soll am 13.02.2018 durch den US-Bundesstaat Ohio hingerichtet werden. Er wurde für schuldig befunden seine Frau Judith Sue Crawford, sowie Fred Hicks im November 1997 ermordet zu haben. Seit 19 Jahren wird er mit dem Todestrakt und der ständigen Bedrohung exekutiert zu werden, gefoltert.

DNA-Tests belegten eine Übereinstimmung des Blutes an seiner Kleidung mit den Opfern. Raymond Tibbetts selbst sagt, er habe keine Erinnerung an den Mord. Ein Arzt bescheinigte ihm eine Geisteskrankheit, sowie Drogen- und Alkoholsucht. Der Arzt geht davon aus, dass Raymond Tibbetts die Fähigkeit fehlt kriminelle Handlungen zu unterlassen, vor allem wenn er unter Drogen- und Alkoholeinfluss steht.

Und wieder will man in den USA einen geistig erkrankten Menschen hinrichten, obwohl dies eigentlich durch die Verfassung verboten ist. Diese Verfassung scheint nicht das Papier wert zu sein auf dem sie geschrieben steht.

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Raymond Tibbetts. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat die Mail einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2018-01/stop-execution-raymond-tibbetts

Hier eine Petition von Amnesty International gegen die Hinrichtung:
https://www.amnesty.de…

Und noch eine Petition von „Ohioans to stop Executions“:
http://action.otse.org/page/speakout/stop-the-execution-of-raymond-tibbetts-outside-ohio

IHfL
Peter K.

 

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Peter K. LIVE (IHfL) beim Jahresauftakt der LINKEN

Peter KDie Initiative ‚Hilfe für Lancelot‘ war auf Einladung der Linken Kassel bei der Jahresauftaktveranstaltung am 3. Februar mit einem Infostand anwesend.

Peter K. spielte live auf der Bühne und las aus Texten von Patrick Hannon †  und Lancelot Armstrong.

Wir freuten uns über gute Gespräche und bedanken uns bei den Leuten die für Lancelot Armstrong gespendet haben. Unser Dank gilt auch der Kasseler Linken für die Einladung zu der Veranstaltung.
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Ein besonderes Highlight war für uns, dass die Künstlerin Anita Kilian   http://anitakilian.de) sich dazu entschlossen hat Patin von Lancelot Armstrong zu werden.
kaivel-kilianWir bieten seit Jahren das Patenprogramm an und können dank der kontinuierlichen Hilfe durch die Patinnen und Paten Lancelot Armstrong effektiv unterstützen. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle recht herzlich bedanken!

Auch haben wir einen Auszug von dem Auftritt von Peter K. online gestellt:

Direkter Link zum Video„https://youtu.be/ic1BMRuV_2k

Unser herzlicher Dank gehört auch Mirko, Violetta und Michael (Rote Ecke) für Ihre freundliche Unterstützung an diesem Abend.

IHfL
Peter K.

 

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IHfL beim Jahresauftakt der Linken in Kassel

jahresauftakt.jpgDie Initiative ‚Hilfe für Lancelot‘ ist auf Einladung der Linken Kassel bei der Jahresauftaktveranstaltung der Linken am 3. Februar mit einem Infostand anwesend.
Geplant ist auch ein Auftritt des Mitbegründers der IHfL und Musikers Peter K.

Die IHfL hat die Einladung der Linken Kassel dankend angenommen und wird mit ihrem Infostand an der Veranstaltung teilnehmen. Es handelt sich um eine offene Veranstaltung – wer also unseren Infostand besuchen und Peter K. einmal live auf der Bühne erleben möchte, kann dort gerne vorbeikommen.

Peter K. wird u.a. seinen Song „Was kann ich tun“ (aus seinem Album: „Freiheit für Lancelot“) unplugged spielen. Auch plant er Texte von Lancelot Armstrong (seit 1991 im Todestrakt von Florida), sowie von Patrick Hannon vorzutragen. Patrick wurde im November 2017 durch den US-Bundesstaat Florida ermordet.

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Die Veranstaltung findet statt am:
Samstag, den 3. Februar ab 18 Uhr, im CVJM-Haus, Wolfsschlucht 21, Kassel

Wir freuen uns auf euch!

IHfL
Peter K.

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Texas will geistig schwer Kranken nun doch hinrichten

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John Battaglia

Update 02.02.2018: Der US-Bundesstaat Texas hat John Battaglia hingerichtet. 


Am 1. Februar 2018 soll John Battaglia (62 Jahre) für den Mord an seinen beiden Töchtern, durch den US-Bundesstaat Texas hingerichtet werden, obwohl ihm Fachleute eine Wahnstörung diagnostiziert haben, wodurch seine Exekution eigentlich ausgeschlossen ist.

Im Jahr 2002 wurde John Battaglia zum Tode verurteilt, weil er seine beiden kleinen Töchter am 2. Mai 2001 getötet haben soll. Von seiner Frau lebte er zu dieser Zeit getrennt, da er auch gegen sie Gewalttätig war und deshalb unter Bewährung stand.

Schwere geistige Störung verbietet eigentlich Exekution
Drei Psychologen haben erklärt, dass er aufgrund seiner geistigen Erkrankung nicht hingerichtet werden darf. Auch der  von der Staatsanwaltschaft einberufene Experte stellte bei Battaglia eine schwere geistige Krankheit fest, wodurch er an einer „komplexen Verfolgungswahnstörung“ leide. Ein vom Gericht bestellter Gutachter bestätigte ebenfalls eine schwere geistige Störung.

Richter setzt sich über Gutachten hinweg
Ein Richter in Texas entschied am 18.11.2016, Battaglia dürfe dennoch hingerichtet werden, da er davon überzeugt sei, dass der Verurteilte seine geistige Störung lediglich vortäusche. Jedoch wurde diese Hinrichtung gestoppt. John Battaglia hatte einen Hinrichtungsaufschub erhalten. Ein Gericht hatte entschieden, dass seine geistige Kompetenz beurteilt werden muss, da ein geistig kranker Mensch nicht exekutiert werden darf. Somit fand die Hinrichtung am 7. Dezember 2016 nicht statt.
Auch bereits am 30. März 2016 sollte Battaglia exekutiert werden. Auch dieses Vorhaben wurde gestoppt. Eine unvorstellbare Quälerei, wenn man bedenkt, was ein Mensch durchmachen muss, bei immer wieder neu angesetzten Hinrichtungsterminen.

Im November 2017 entschied das Berufungsgericht für die Hinrichtung am 1. Februar 2018, weil der Staatsrichter Robert Burns befand, dass Battaglia geistig kompetent sei. Dies obwohl Psychologen ihm das Gegenteil attestiert haben.

Zivilisation in Texas offensichtlich ein Fremdwort.
Auch dieser Fall zeigt wieder die Verkommenheit des US-Rechtssystems. Weder Grundsatzurteile, Gutachten, noch die Verfassung spielen eine Rolle. Richter setzen sich einfach darüber hinweg und wie im Fall Clayton Lockett deutlich wird, erklären Gerichte sogar schlimmste Folter für Verfassungsgemäß.

Wer um Gnade für John Battaglia bitten möchte, kann den Gouverneur von Texas wie folgt erreichen: https://gov.texas.gov/contact/
oder über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

Weiterführende Informationen zu dem Fall und die Möglichkeit an der Urgent Action von Amnesty International teilzunehmen unter:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/drohende-hinrichtung-5

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für John Battaglia. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat die Mail einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2018-01/stop-execution-john-battaglia

IHfL
Peter K.

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Texas will William Rayford hinrichten

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William Rayford

Update 31.01.2018: William Rayford wurde wie geplant hingerichtet. In seine letzen Worten entschuldigte er sich für seine Taten.


Der US-Bundesstaat Texas bereitet sich darauf vor William Rayford (64) am 30.01.2018 zu exekutieren, für den Mord an Carol Hall (44) im Jahr 1999. Seit 17 Jahren wird William Rayford dafür durch den Staat Texas mit dem Todestrakt gefoltert.

Beim dem Mord vor 17 Jahren handelte es sich wohl um eine Beziehungstat. Es wurden mehrere Menschen verletzt. Auch Carol Hall wies multible Verletzungen auf und war erdrosselt worden.

Wir möchten hier nicht weiter auf das Tatgeschehen eingehen, welches eine schlimme Aufeinanderfolge von Gewalt darstellt. Es ist nicht unsere Aufgabe moralisch zu richten, noch ein Urteil zu fällen. Wir sehen unsere Aufgabe in dem Kampf gegen die Todesstrafe, welche selbst eine schwere Verletzung der Menschlichkeit darstellt.

Wir sich gegen diese Hinrichtung aussprechen möchte findet wie folgt Möglichkeiten dazu:

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für William Rayford. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat die Mail einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2018-01/stop-execution-william-rayford

Über folgende Wege kann der Gouverneur von Texas erreicht werden:
https://gov.texas.gov/contact/
oder über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

IHfL
Peter K.

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Hinrichtungsaufschub für Vernon Madison

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Vernon Madison

Der US-Bundesstaat Alabama beabsichtigte am 25.01.2018 Vernon Madison hinzurichten, für die Ermordung von Julius Schulte am 18. April 1985. Nach 32 Jahren im Todestrakt sollte er nun sterben, aber er bekam einen neuen Aufschub. (siehe auch)

Eine halbe Stunde vor der Exekution entschied der Richter Clarence Thomas die Hinrichtung temporär zu stoppen. Zweieinhalb Stunden später wurde der grausame Ritualmord des Staates Alabama durch den Obersten Gerichtshof der USA gestoppt, weil ein Antrag der Verteidigung geprüft werden muss. Es gibt Zweifel an seiner geistigen und seelischen Kompetenz. Seine Anwälte berichten, Madison hätte mittlerweile mehrere Infarkte im Gefängnis durchlebt und wäre nicht mehr in der Lage überhaupt zu verstehen, warum er hingerichtet werden soll. Er habe auch sein Augenlicht und die Sprache durch die Schlaganfälle verloren. Im Jahr 2016 sollte Madison bereits hingerichtet werden (siehe unseren Bericht).

Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Für das was der US-Bundesstaat Alabama mit Vernon Madison tut, gibt es nur ein Wort: Folter! – Nicht nur die 32 Jahre im Todestrakt, sondern die immer wieder angesetzten Hinrichtungen sind eine unvorstellbare Quälerei für einen solchen Menschen. Man bedenke: Der temporäre Aufschub kam erst 30 Minuten vor der Exekution. Man kann sich kaum vorstellen, was ein solcher Mensch durchmacht, wenn er kurz vor seiner Hinrichtung steht und dann bangen muss – zweieinhalb Stunden, bis der endgültige Aufschub entschieden wird. Das ist exakt Folter. Die USA ein Folterstaat, der sich an seinen Gefangenen immer wieder gnadenlos vergeht. Im Namen eines Gesetzes, das diese Folter legitimiert und damit solche Verbrechen gegen die Menschlichkeit ermöglicht.

IHfL
Peter K.

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Todesstrafe USA: 10 mal identisches Urteil

Das Oberste Gericht von Florida hat die Klagen von 10 Todeskandidaten gegen ihre Verurteilung, mittels fast gleichen Entscheidungen zurückgewiesen.usa_death_penalty2Der Oberste Gerichtshof der USA hatte im Jahr 2015 im Fall Hurst entschieden, dass Urteile die nicht einstimmig durch die Jury gefällt wurden ungültig seien. Florida lässt dies jedoch nur gelten, wenn die Urteile nicht vor 2002 ausgesprochen wurden. Im Gegensatz zu fast allen Staaten der USA durften Richter in Florida Todesurteile auch verhängen, wenn die Jury uneins war. Über die Auswirkungen berichteten wir auch Anfang 2016.

Dagegen sind die 10 Gefangenen vorgegangen und haben nun vor dem Obersten Gericht von Florida verloren. Das bedeutet, sie dürfen hingerichtet werden, obwohl die höchste Instanz der USA mit dem Hurst Urteil solches Vorgehen eigentlich für Verfassungswidrig erklärt hat.

Einer der Gefangenen, Eric Scott Branch, soll bereits am 22. Februar 2018 hingerichtet werden. Sein Exekutionsbefehl wurde bereits von Gouverneur Rick Scott unterschrieben. Rick Scott geht seit Jahren gnadenlos gegen die Gefangenen vor – kein Gouverneur von Florida vor ihm hat so viele Menschen hinrichten lassen wie er.

Bei den anderen Gefangenen handelt es sich um: Pressley Bernard Alston, Kayle Barrington Bates, Donald Bradley, Marvin Burnett Jones, Daniel Jon Peterka, Harry Franklin Phillips, Jason Demetrius Stephens, Ernest D. Suggs und Frank A. Walls.

Im Gegensatz zu ihnen wurde für den von der IHfL betreuten Gefangenen Lancelot Armstrong ein neues Strafverfahren genehmigt. Lancelot Armstrong, der seit 1991 in der Todeszelle sitzt und in dessen Verfahren die Jury in Florida mit 9 zu 3 Stimmen, also nicht Einstimmig, entschied, wurde dennoch vom Richter zum Tode verurteilt. Der Beginn des neuen Strafverhandlung zieht sich mittlerweile seit einem Jahr hin und derzeit ist nicht bekannt, wann das neue Verfahren beginnt. Lancelot Armstrong wird aber immer noch, jetzt ohne gültiges Urteil, im Todestrakt mit Isolationshaft gefoltert. Um es klar und deutlich zu sagen: Der US-Bundesstaat Florida misshandelt Lancelot Armstrong mit der Todeszelle, ohne dass ein gültiges Todesurteil gegen ihn besteht! – Wer dies realisiert, der begreift, was die sogenannte Justiz in den USA bedeutet, vor allem wenn es sich um arme Menschen handelt, die sich keine Anwälte leisten können…

Auf unserer Webseite bieten wir viele Möglichkeiten Lancelot Armstrong, in seinem Kampf um sein Leben und gegen die Ungerechtigkeit, zu unterstützen.

IHfL
Peter K.

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Alabama: Verwirrt, krank, blind, stumm – Hinrichtung am 25.01.18

Vernon Madison soll sterben

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Vernon Madison

Der US-Bundesstaat Alabama beabsichtigt am 25.01.2018 Vernon Madison hinzurichten, für die Ermordung von Julius Schulte am 18. April 1985. Seit 32 Jahren wird Vernon Madison dafür mit den Bedingungen im Todestrakt und der ständigen Angst vor seiner bevorstehenden Hinrichtung gefoltert.

Am 18. April 1985 kehrte Madison zurück zur Wohnung von Cheryl Green, von der er seit kurzem getrennt war und wollte einige persönliche Dinge abholen. Es kam zu einem Streit und Madison schien sehr wütend gewesen zu sein. Ein anwesender Polizist, welcher nicht in Uniform war, aber eine Plakette trug, die ihn als Mitglied der mobilen Polizeibehörde kennzeichnete, saß in seinem Auto und die beiden sprachen mit ihm. Madison holte eine Pistole und erschoss den Polizisten, dann schoss er auf Chery, bevor er floh. Sie überlebte ihre Verletzungen. Später gestand er einem Bekannten, dass er „gerade einen Polizisten getötet habe“.

Madison wurde am nächsten Tag verhaftet und im November 1985 zum Tode verurteilt. Seine Strafe wurde zweimal aufgehoben, aber bei den Neuverhandlungen erhielt er immer wieder die Todesstrafe.

Im Jahr 2016 sollte Madison bereits hingerichtet werden (siehe unseren Bericht). Jedoch gab es Zweifel an seiner geistigen und seelischen Kompetenz. Seine Anwälte berichten, Madison hätte mittlerweile mehrere Infarkte im Gefängnis durchlebt und wäre nicht mehr in der Lage überhaupt zu verstehen, warum er hingerichtet werden soll. Er habe auch sein Augenlicht und die Sprache durch die Schlaganfälle verloren.

Man fragt sich unmittelbar, „WELCH GEISTES KIND“ ein Justizsystem und seine ausführenden Personen sind, sich an einem alten, verwirrten, kranken, blinden Mann zu vergreifen, der nicht einmal mehr sprechen kann. Sicher, seine Tat war ein schweres Verbrechen. Jedoch offensichtlich begangen in schwerer Erregung durch die Trennung von seiner Freundin. Nicht zu entschuldigen, jedoch in diesem Kontext sicher etwas ganz anderes, als ein kaltblütig geplanter Mord. Aber selbst wenn man keine mildernden Umstände fände, so wäre er in Deutschland nach den vergangenen 32 Jahren sicher wieder auf freiem Fuß – das ist bei uns Recht und vom Grundgesetz geschützt, welches die Todesstrafe verbietet. In Alabama jedoch will man nun einen neuen Mord begehen. Im Namen des Volkes und einer martialischen Rechtsprechung. Einen Mord an einem hilflosen, alten, verstörten Mann, der nicht mal mehr weiß, warum er ermordet werden soll. Traurig, welch niedere Instinkte diese Justiz zu steuern scheinen…

Wer um Gnade für Vernon Madison bitten möchte kann die folgenden Links nutzen:

Kontaktiert Gouverneurin Kay Ivey und bittet sie die Hinrichtung zu stoppen. Dazu folgender Link: http://216.226.177.218/forms/contact

Die Gouverneurin kann aber auch über Twitter erreicht werden:
https://twitter.com/governorkayivey

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Vernon Madison. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat die Mail einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2017-12/stop-execution-vernon-madison

IHfL
Peter K.

 

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