Hinrichtungen in den USA: Noch 5 Exekutionen im November

Nach der Hinrichtung von Tracy Beatty (wir berichteten) zeichnen sich in den USA weitere Exekutionen im November von 5 Verurteilten ab. Aus diesem aktuellen Anlass möchten wir hier einiges anders machen. Wir werden nicht auf die einzelnen Verurteilungen eingehen (Wer sich dafür interessiert wird im Internet entsprechend fündig). Vielmehr möchten wir diesem Irrsinn einige unserer Argumente gegen die Todesstrafe entgegensetzen. Und bitten darum die unten verlinkten Petitionen zu unterschreiben.

Es handelt sich um die geplanten Hinrichtungen von

  • Stephen Barbee (Texas 16.11.2022)
  • Murray Hooper (Arizona 16.11.2022)
  • Richard Fairchild (Oklahoma 17.11.2022)
  • Kenneth Smith (Alabama 17.11.2022)
  • Kevin Johnson (Missouri 29.11.2022)

Der folgende Text ist ein Auszug eines Vortrags von Peter K., den er bei Amnesty International in Münster gehalten hat. Und da es sich bei vielen Menschen in den USA um Christen handelt, wird der Text mit einem Bibelspruch beginnen:

Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!
Dieser Satz aus der Bibel trifft wie ein eben solcher Stein ins Schwarze. Ja, wer ist ohne Schuld… Wer hat nicht einen schweren Fehler in seinem Leben begangen? Ist nicht schon einmal „ausgerastet“ oder hat seinem Gegenüber schlimmes gewünscht? Es ist diese zentrale Frage, die „uns“ von „denen“ im Todestrakt eben nicht trennt.

Ein jeder von uns hat in seinem Leben Schuld auf sich geladen. Nicht alles war wieder gut zu machen. Und doch manches konnten wir reparieren oder wenigstens den Schaden schmälern. Und ja, viele von uns haben schon gedacht: „Diesen Verbrecher sollte man töten!“. Die wenigsten von uns kennen dabei die genauen Hintergründe. Was für ein Mann oder eine Frau war das? Wie sah seine Kindheit aus? Wie kam es zu der Tat? Und vor allem, wie denkt der Täter in 20 Jahren darüber und welche Schlüsse und Konsequenzen wird er für sich daraus ziehen…

Die Todesstrafe scheint ein Reflex aus grauer Vorzeit zu sein
Über die Geschichte der Todesstrafe haben wir uns meist keine Gedanken gemacht. Damals wurden Menschen geopfert um die Götter gnädig zu stimmen und uns mit diesem Opfer von unserer eigenen Schuld zu befreien. Indem wir „den da“ töten, grenzen wir uns von ihm ab. Machen ihn zum Unmenschen, der nicht mehr zu uns, zu denen die ohne Schuld sind, gehört. Wir betrachten sein Verbrechen isoliert von uns. Es ist etwas „womit wir nichts zu tun haben“. Und indem wir uns dem Täter entledigen, entledigen wir uns unserem eigenen Anteil an seiner Tat.

Denn, was haben wir denn „damit“ zu tun! – „Wir sind keine Monster! Wir sind Menschen! – Er ist das „Monster!“ – Und wir übersehen dabei, dass wir selbst zu Mördern werden, wenn wir ihn töten. Das gelingt uns nur, weil wir dem Täter alles Menschliche absprechen. Ihn zur Bestie erklären und ihn somit aus der menschlichen Gemeinschaft ausstoßen…

Der Täter ist in unserer Gesellschaft aufgewachsen
Er wurde von unserer Gesellschaft geformt. War eingebunden in unsere Vorstellung davon, was richtig und falsch ist, was gut und schlecht ist. Wir erzogen ihn mit unserer Moral und unseren Werten. Dabei scheinen diese Werte und Moral für uns so selbstverständlich, als wären sie schon immer da gewesen… Wir hinterfragen sie kaum…

Was würde wohl ein Ureinwohner Papuas zu unseren Lebensvorstellungen sagen. Vieles aus unserem Leben erscheint anderen Kulturen nicht nur absurd, sondern oft sogar als Verbrechen… Und so lösen sich vielleicht unsere heiligen Werte in Luft auf, wenn wir es zulassen würden sie zu hinterfragen.

Irgendwo wissen wir alle, dass unser Leben falsch ist
Dass es das Gegenteil von dem ist, was die Natur für uns vorgesehen hat, mal vorausgesetzt sie könnte denken. Wir vernichten unseren Planeten. Blasen mit unseren Autos Abgase in die Luft und tun eben solches mit unseren Fabriken. Wir fliegen in Massen um die Welt und nennen das Urlaub, dabei wissen wir genau, dass wir mit diesem Verhalten unseren Kindern eine kranke Welt hinterlassen. Wir produzieren Unmassen von überflüssigen Konsumartikeln und lassen es zu, dass unsere Kinder durch die allgegenwärtige Werbung verführt, ja vergewaltigt werden, all diesen Müll zu kaufen… Ein jeder kann sich hier seine eigenen Gedanken machen und sie hinzufügen, zu viel fällt dem Autor dazu ein, als das es hier Platz finden könnte.
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Ja! – Wir sind schuldig!
Und irgendwo in unserem Hinterkopf wissen wir es auch. Und darum muss „der da“ sterben. Wir fesseln ihn ans Kreuz und lassen ihn elend verrecken… In der unbewussten Hoffnung damit frei von unserer eigenen Schuld zu werden.
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Niemand hat das Recht einen anderen Menschen zu töten. Im Besonderen nicht der Staat, dessen Aufgabe es sein sollte für das Leben der Menschen da zu sein und nicht für deren Ermordung!

Und denken wir an die Menschen, die den Todeskandidaten nahe stehen, wird die sogenannte „Gerechtigkeit“ zu einer grausamen Quälerei von unzähligen Menschen, die durch die Exekution des Menschen dem sie nahe stehen oft schwer traumatisiert werden. Auch darum ist die Todesstrafe eine der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen, deren sich ein Staat schuldig machen kann!

Wir bitten im Folgenden die Petitionen gegen die geplanten Hinrichtungen im November zu unterzeichnen und zu teilen…

Jetzt aktiv werden:

Petitionen für Stephen Barbee
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-stephen-barbee-in-texas/
https://catholicsmobilizing.org/action/2022-10/stop-execution-stephen-barbee

Petitionen für Murray Hooper
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-murray-hooper-in-arizona
https://catholicsmobilizing.org/action/2022-10/stop-execution-murray-hooper

Petitionen für Richard Fairchild
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-richard-fairchild-in-oklahoma/
https://catholicsmobilizing.org/action/2022-10/stop-execution-richard-fairchild

Petitionen für Kenneth Smith
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-kenneth-smith
https://catholicsmobilizing.org/action/2022-10/stop-execution-kenneth-eugene-smith

Petitionen für Kevin Johnson
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-kevin-johnson-in-missouri/
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/usa-kevin-johnson-drohende-hinrichtung-stoppen-2022-10-28
https://catholicsmobilizing.org/action/2022-10/stop-execution-kevin-johnson

Lasst uns ein deutliches Zeichen gegen diesen Wahnsinn setzen!

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://deathpenaltyinfo.org/executions/upcoming-executions


Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden.
Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgend Bild:

Hier die direkte URL: https://ihfl.de/st-konto.htm

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