Petition an Joe Biden für Edgar B. Garcia

Edgar B. Garcia ist Gefangener im Bundestodestrakt der USA in Terre Haute, Indiana. Er wurde im Jahr 2010 wegen Mordes zum Tode verurteilt. Noch immer wartet die Welt auf einen entscheidenden Schritt in Richtung Abschaffung der Todesstrafe, denn genau dies hatte Joe Biden versprochen. Jetzt richtet sich Karine Omry mit einer Petition an Joe Biden, in der ein neues und faires Verfahren für Edgar B. Garcia gefordert wird.

Edgar B. Garcia beschreibt seine schreckliche Situation in der Todeszelle wie folgt anhand eines seiner Gemälde:

„Das ist eine Darstellung meiner Situation, in der Isolation ohne physischen Zugang zu anderen, in der ich mit anderen Menschen durch eine Tür oder ein Belüftungssystem sprechen muss, was mich zwingt, das Gesicht des anderen zu verdecken. Ich sehe nicht die Person, mit der ich spreche, die ich höre und der ich zuhöre, und deshalb ist dieses Gesicht mit einem Streifen blauer Farbe übermalt. Ich habe auch keine Augen auf mich gelegt, um das darzustellen, ich habe verschiedene Farben verwendet, um verschiedene Personen und die Situation auszudrücken. Der Hintergrund ist das Chaos in meiner Umgebung…
In meinen dunkelsten Momenten, als ich im SHU untergebracht war und einen Fall nach dem anderen bekämpfte, kam irgendwie etwas Schönes zum Vorschein. Wie kann das sein? In all diesen kalten und leeren lebenden Gräbern (Zellen) ohne Eigentum stolperte ich über das, was später meine Leidenschaft wurde: Die Kunst.
Die Kunst wurde zu meiner Rettung, zu meinem Ziel und zu einem wichtigen Grund, um für mein Leben zu kämpfen. Es begann als Ventil, um die Gefühle auszudrücken, die ich in mir trug, die Dinge, die ich an diesem Ort nicht mit anderen zu teilen wagte. Als ich dann meine rohen Emotionen auf Papier oder Leinwand brachte, zwang mich das, mich mit Aspekten meiner selbst zu konfrontieren, vor denen ich zurückgeschreckt war. Es zwang mich, mich auf einer tiefen, introspektiven Ebene zu erforschen, die ich mir nie hätte vorstellen können, und gleichzeitig ermöglichte es mir einen tiefen Einblick in mein eigenes Herz und meine Seele, den, wie ich glaube, nur wenige jemals erreichen. Ich wurde zu einer objektiven Erkenntnis sowohl meiner Schwächen als auch meiner guten Seiten geführt. Dabei entdeckte ich einen Mann, der schlimmer war, als ich erhofft hatte, und besser, als ich befürchtet hatte.“

Dieses ausdrucksvolle Gemälde, welches uns direkt in die Seele eines Menschen schauen lässt, der der unmenschlichen Isolationshaft des Todestraktes ausgesetzt ist – dieses Gemälde, gepaart mit den tiefgründigen Worten die er diesem Gemälde beigefügt hat, zeigt uns zu welch positiver und verantwortungsvoller Entwicklung dieser Mann fähig ist. Aber es zeigt auch welches Leid im Namen der „Gerechtigkeit“ in den Todestrakten angetan wird. Auch aus diesem Grund bitten wir die Leser die Petition für Edgar B. Garcia zu unterzeichnen.

Im folgenden Auszüge aus der Petition von Karine Omry an Joe Biden:

„Ich beantrage ein neues und faires Schwurgerichtsverfahren für Edgar B. Garcia. Im Folgenden finden Sie einige der beunruhigendsten Unstimmigkeiten in seinem Fall.

Jeder ist sich der langen und beschämenden Geschichte der Diskriminierung von Minderheiten innerhalb der US-Gerichte bewusst, denn solche Dinge sind systemisch, in vielerlei Hinsicht sind die Einflüsse nicht offenkundig. Dies war bei dem Prozess gegen Edgar B. Garcia nicht der Fall.

Edgar hat die ersten zehn Jahre seines Lebens in Mexiko verbracht, aber die Anwälte, die ihn vor Gericht vertraten, haben nicht einmal einen Übersetzer engagiert, um mit seiner Familie zu kommunizieren, oder sich die Mühe gemacht, irgendwelche Unterlagen aus dieser Zeit zu beschaffen, um eine angemessene Verteidigung vorzubereiten.

Darüber hinaus wurde inzwischen festgestellt, dass die Auswahl der Geschworenen nicht nach dem Zufallsprinzip erfolgte, was eine Verletzung des Gesetzes über die Auswahl und den Dienst der Geschworenen und Edgars Recht nach dem sechsten Zusatzartikel darstellt, dass die Geschworenen aus einem fairen Querschnitt ausgewählt werden….
…In Anbetracht der Tatsache, dass Edgar sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch von seinen eigenen Verteidigern diskriminiert wurde, kann es nicht überraschen, dass sein Prozess mit einer Verurteilung und der Höchststrafe endete…

…Edgar befindet sich seit der Hälfte seines Lebens in Bundeshaft. Seit 2007 hat er keine Disziplinarverstöße mehr begangen und seine Zeit genutzt, um alle verfügbaren Bildungs- und Freizeitprogramme auszuschöpfen. Er hat auch seinen GED gemacht und ist ein autodidaktischer Künstler. Seine Kreativität dehnt sich auf andere Ausdrucksformen aus. Obwohl er einen Großteil seiner Haftzeit in Isolation verbracht hat, ist es Edgar gelungen, Wege zu finden, sich positiv zu entwickeln und einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Es wurde sogar ein Theaterstück über ihn geschrieben: „Edgar und ich“. Er ist der Inbegriff von Rehabilitation und Wiedergutmachung, aber auch von dem, was in unserem Justizsystem falsch läuft.“

Hier geht es zur Petition für Edgar B. Garcia:
https://www.change.org/p/fair-new-trial-for-edgar-garcia

Mehr von seiner Kunst hier: https://www.instagram.com/real_edgar_b_garcia

Wir danken Karine Omry für ihren Einsatz und Edgar B. Garcia für die Erlaubnis sein Kunstwerk und seine Worte hier zu verwenden.

IHfL
Peter K.


Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden.
Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgend Bild:

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