Texas: Wieder Exekution eines geistig Behinderten geplant

Der US-Bundesstaat Texas beabsichtigt am 9. Nov. 2022 den wegen Mordes verurteilten Tracy Beatty (61) mittels tödlicher Injektion hinzurichten. Dies obwohl er wohl eine geistige Behinderung hat.

Seit 2004 ist Beatty im Todestrakt vom Texas, weil er für die Ermordung seiner 62-jährigen Mutter zum Tode verurteilt wurde. Beim damaligen Prozess behaupteten forensische Psychiater, er sei nicht psychisch krank und habe einen normalen Intelligenzquotienten.

Derzeit kämpfen die Anwälte von Tracy Beatty mit einer Klage darum, dass die geplante Hinrichtung ihres Mandanten gestoppt wird, da er eine schwere geistige Behinderung habe. Exekutionen geistig Behinderter sind nach dem 8. Zusatzartikel der US-Verfassung verboten. In der Klage geht es auch um Ungleichbehandlung von Beatty, bei Untersuchungen seiner geistigen Gesundheit. Während andere Gefangene durchaus bei solchen Untersuchungen ohne an den Händen gefesselt zu sein begutachtet wurden, musste Beatty Handschellen tragen. dabei richtet sich diese Klage auch direkt gegen Bryan Collier, TDCJ-Geschäftsführer; Bobby Lumpkin, Direktor der TDCJ Correctional Institutions Division; und Daniel Dickerson, leitender Aufseher der Polunsky-Einheit in Livingston.

Am 19. und 22. Sept. diesen Jahres wurde Beatty von zwei Ärzten untersucht. Dabei kritisierten diese Fachleute, dass trotz mehrmaliger Bitten, Beatty nicht die Handfesseln abgenommen wurden, wodurch ihnen keine vollständige Untersuchung möglich war.

Laut Aussage von Dr. Bhushan Agharkar und Dr. Daniel Martell soll Beatty eindeutig psychotisch sein und ein komplexes paranoides Wahnsystem haben.
Agharkar schreibt: „Während er im Allgemeinen logisch und linear erschien, offenbarte sich eine komplexe wahnhafte Welt, als sich die Befragung auf seine derzeitige Inhaftierung konzentrierte… Er sprach von einer riesigen Verschwörung von Justizvollzugsbeamten, die falsche Gerüchte über ihn verbreiteten, um die Leute gegen ihn aufzuhetzen. Sie foltern ihn mit einem Gerät in seinem Ohr, damit er ihre bedrohlichen Stimmen hören kann… Herr Beatty glaubt, dass seine Gedanken gelesen und an andere gesendet werden und dass die Justizvollzugsbeamten, die nicht einmal im Gefängnis anwesend sind, versuchen, Insassen und andere Beamte durch die Verbreitung von Lügen gegen ihn aufzubringen.“

Jetzt aktiv werden:

Petition für Tracy Beatty
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-tracy-beatty-in-texas/

Kontakt zum Texas Board of Pardons and Paroles:
Texas Board of Pardons and Paroles
P. O. Box 13401
Austin, Texas 78711-3401
E-mail: bpp_pio@tdcj.texas.gov

Kontakt zum Gouverneur von Texas:
Governor Greg Abbott
Office of the Governor
PO Box 12428
Austin, TX 78711-2428
512-463-2000
https://gov.texas.gov/contact/
Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

Wieder so ein Fall von juristischer Arroganz und Ignoranz. Im Angesicht der Tatsache, dass Exekutionen von Menschen mit geistiger Behinderung eigentlich verboten sind, versucht das Todesstrafsystem alles um den Gefangenen faire Bedingungen zu verweigern, bei der Überprüfung ihrer geistigen Kompetenz. Es zeigt sich immer wieder, dass „Auge um Auge“ wichtiger zu sein scheint, als Gerechtigkeit, um die es ja angeblich den Anhängern der Todesstrafe geht. Doch den Mördern mit juristischer Legitimation geht es nicht um Heilung, nicht um Barmherzigkeit und auch nicht um Menschlichkeit. – Es geht ihnen nur um Rache. Dabei scheint es ihnen egal zu sein, wie viele Menschen sie dabei verletzen, denn es stirbt dabei nicht nur der Verurteilte… Es werden auch die Menschen schwer traumatisiert, denen der Hingerichtete etwas bedeutet hat…

IHfL
Peter K.

Quelle:
https://tylerpaper.com/news/crime/whitehouse-man-texas-death-row-inmate-sues-state-prison-officials-2-weeks-before-execution-date/article_46be5028-53f4-11ed-ba7b-0f8b1a5bc2d1.html
https://www.cbs19.tv/article/news/crime/2-weeks-before-execution-date-east-texas-inmate-files-lawsuit/501-2437c581-d65b-43bc-9c2f-14f6587ac7be

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden.
Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgend Bild:

Hier die direkte URL: https://ihfl.de/st-konto.htm

Über www.lancelot-armstrong.de

Nachrichtenblog der Initiative Hoffnung fürs Leben (IHfL) * www.ihfl.de * www.todesstrafe-info.de * www.lancelot-armstrong.de
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.