Oklahoma richtet Benjamin Cole trotz Diagnose von paranoider Schizophrenie hin

Der US-Bundesstaat Oklahoma hat den wegen Mordes zum Tode verurteilten Benjamin Cole mittels tödlicher Injektion hingerichtet. Aller Versuche Gnade walten zu lassen scheiterten, obwohl die Verfassung der USA ungewöhnliche und grausame Strafen, sowie die Exekution von geistig kranken Menschen verbietet. Cole leidete an Schizophrenie und Hirnschäden, wobei er oft katatonisch war. Der Zustand Cole’s wurde durch eine große Hirnläsion und andere Hirnschäden verschlimmert. Er war auf einen Rollstuhl angewiesen und war extrem schwach. Offensichtlich verstand er nicht wirklich, warum er eigentlich hingerichtet werden sollte.

Cole hatte seine kleine Tochter getötet, als er sich beim Nintendo spielen von ihr gestört fühlte. Ihre Mutter hatte das Kind in ihr Bett gelegt und war Wäsche aufhängen gegangen. Er gestand am nächsten Tag, nachdem das Kind im Krankenhaus verstorben war, dass er sie so sehr gebeugt hatte, dass wohl ihre Wirbelsäule brach…

Direkt vor seiner Exekution betete er, Jesus möge seinen „Geist empfangen“. In seiner weiteren, teils unverständlichen Erklärung sagte er: „Wählen sie Jesus, solange Sie noch können… Halten Sie die Augen offen. … Seien Sie jederzeit bereit.“ Weiter betete er, Jesus möge die Herzen derer berühren, die gequält wurden, durch das was er getan habe.

Der Oberste Gerichtshof der USA entschied noch kurz vor der Hinrichtung gegen Cole.

Sein Anwalt Tom Hird sagte nach der Exekution: „Während seiner Jahre im Todestrakt glitt Ben in eine Welt der Täuschung und Dunkelheit ab… Er war oft nicht in der Lage, sinnvoll mit meinen Kollegen und mir zu interagieren.“ Und es sei skrupellos, dass ihm das Kompetenzverfahren verweigert wurde (siehe unseren Bericht).
„Während Oklahoma seinen unerbittlichen Marsch fortsetzt, um einen psychisch kranken, traumatisierten Mann nach dem anderen hinzurichten, sollten wir innehalten und uns fragen, ob wir wirklich so sind und wer wir sein wollen.“ so sein Anwalt weiter.

Opferangehörige äußerten sich zufrieden mit der Hinrichtung und forderten, dass solche Exekutionen zukünftig schneller vollzogen werden müssten. Im Fall von Cole waren es 20 Jahre, die er im Gefängnis saß.

Der Erzbischof von Oklahoma City äußerte seine Überzeugung, dass die Todesstrafe eine veraltete Strafmethode sei. Weiter sagte er: „Die Todesstrafe trägt wenig dazu bei, die Wunden von Trauer und Verlust zu heilen, und als Staat, der die Heiligkeit des menschlichen Lebens für das Ungeborene unterstützt, müssen wir weiterhin eine Gesellschaft aufbauen, die sich in allen Situationen für das Leben entscheidet“

Wir können letztendlich nicht entscheiden, ob Benjamin Cole wirklich geistig so krank war, dass er die Tragweite seines Handelns und den Grund seiner Hinrichtung nicht verstehen konnte. Aber eines wissen wir. Das System, welches ihn ermordet hat, ist ein krankes System. Geprägt vom kranken Gedanken der Vergeltung und Rache – ohne jeden Sinn, denn welches Unrecht ein Mensch auch getan hat, es wird durch das Unrecht der Todesstrafe nicht rückgängig gemacht und stellt nur ein neues Unrecht dar…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://news.yahoo.com/oklahoma-execution-benjamin-cole-gets-152704534.html
https://www.gesundheitsinformation.de/schizophrenie.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Katatonie
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2022/10/10/hinrichtung-am-20-okt-richter-verweigert-anhorung-zur-geistigen-kompetenz-von-benjamin-cole/

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