Texas: John Ramirez soll am 5. Oktober hingerichtet werden – Aber Staatsanwalt setzt sich gegen Hinrichtungen ein!

Der US-Bundesstaat Texas will den wegen Mordes zum Tode verurteilten John Ramirez mittels einer tödlichen Injektion am 5.10.2022 hinrichten. Ramirez soll im Jahr 2004 einen Mann, gemeinsam mit zwei Mittätern, getötet haben.
Der Bezirksstaatsanwalt Mark Gonzalez versucht den Hinrichtungsbefehl für John Ramirez zurückzuziehen und bezeichnet die Todesstrafe ​als „unethisch“.

Im Jahr 2004 soll John Ramirez an einem Raubüberfall auf Pablo Castro beteiligt gewesen sein. Ramirez selbst soll das Opfer getötet haben. Er und seine Komplizen waren auf der Suche nach Geld für Drogen. Ramirez floh danach und wurde erst im Jahr 2008 verhaftet und 2009 zum Tode verurteilt. Dabei wurden keine entlastenden Beweise vorgelegt, was angeblich von ihm selbst so veranlasst wurde. Auch versuchte Ramirez seine Hinrichtung zu beschleunigen.

Damals schrieb Ramirez einen Brief an Richter Galvan, in dem er mitteilte, warum er auf Berufung verzichten wolle: „Ich hoffe, dass der Familie und den Freunden von Pablo Castro schnell Gerechtigkeit widerfährt… Sie haben lange genug gewartet!“

Auch teilte er einem Psychologen mit, dass das Leben im Todestrakt unerträglich sei, ein Leben voller Langeweile und eigentlich nur ein Müll-Leben. Der Psychologe erklärte, dass Ramirez davon berichte, dass er frustriert, deprimiert und verbittert sei und dass er davon ausgehe, dass Ramirez seine Appelle anders sehen würde, wenn er nicht so depressiv wäre.

Er sagte zu dem Psychologen: „Aber warum das Unvermeidliche aufhalten? Es ist zu ihren Bedingungen… Ich würde es verstehen, wenn ich Unterstützung hätte, (jemanden, der) mir nur zeigt, dass du dich interessierst … Ich bevorzuge es, zu meinen eigenen Bedingungen zu gehen. Es ist eine persönliche Entscheidung, nicht so, als ob ich zu der Entscheidung gezwungen würde.“ – Er habe keine Angst zu sterben und und sprach davon Gott zu finden.

Nun jedoch hat sich Ramirez dazu entschlossen nicht sterben zu wollen, da er davon erfuhr, dass er eine Halbschwester hat, die ihn gerne kennenlernen möchte und die ihn bittet am Leben zu bleiben.

Allerdings waren seine Bemühungen die Strafe zu kippen bis jetzt nicht erfolgreich und so hatte er bereits einen Exekutionstermin im Februar 2017. Da allerdings sein Anwalt ihn verlassen hatte, wurde ihm ein Aufschub gewährt, um einen neuen Verteidiger zu finden.

Ein weiterer Hinrichtungstermin für den 14. August 2020 wurde wegen der Covid-19 Pandemie verschoben. Auch am und am 08.Sept. 2021 wollte der US-Bundesstaat in ermorden. Diesmal scheiterte dieser Versuch an einer Klage von Ramirez wegen die Tatsache, dass es ihm nicht erlaubt war, sich von einem Geistlichen während der Hinrichtung durch Handauflegen segnen zu lassen. Die Weigerung des Staates, Pastor Moore zu erlauben, Ramirez durch Handauflegung zu segnen, während er im Sterben liegt, verletze seine Rechte aus dem ersten Verfassungszusatzes auf freie Ausübung seiner Religion, so Ramirez.

Der Oberste Gerichtshof entschied nun im Frühjahr 2022, dass Texas dem Pastor des zum Tode verurteilten Gefangenen erlauben muss, ihn während seiner Hinrichtung zu berühren und für ihn zu beten.

Daraufhin wurde der Hinrichtungstermin auf den 5. Okt. 2022 festgelegt.

Mark Gonzales

Bezirksstaatsanwalt von Nueces County, Mark Gonzalez jedoch hat einen Antrag auf Hinrichtungsstopp gestellt, da er der Überzeugung ist, das weder Ramirez, noch überhaupt irgendjemand hingerichtet werden darf, weil er der Überzeugung ist, das Exekutionen „unethisch“ sind. Gonzales schreibt in seinem Antrag: „Der unterzeichnende Bezirksstaatsanwalt für Nueces County ist fest davon überzeugt, dass die Todesstrafe unethisch ist und weder gegen Herrn Ramirez noch gegen eine andere Person verhängt werden sollte, während der Unterzeichnete das fragliche Amt innehat… Der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt, der kürzlich für einen Hinrichtungstermin in dieser Sache umgezogen ist, war sich meines Wunsches in dieser Angelegenheit nicht bewusst und hat mich vor seinem Umzug für einen Hinrichtungstermin nicht konsultiert.“

Jetzt aktiv werden:

Petition für John Ramirez
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-john-ramirez-in-texas

Kontakt zum Texas Board of Pardons and Paroles:
Texas Board of Pardons and Paroles
P. O. Box 13401
Austin, Texas 78711-3401
E-mail: bpp_pio@tdcj.texas.gov

Kontakt zum Gouverneur von Texas:
Governor Greg Abbott
Office of the Governor
PO Box 12428
Austin, TX 78711-2428
512-463-2000
https://gov.texas.gov/contact/
Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

Was für ein Irrsinn… Was für ein mutiger Staatsanwalt, der sich der rachesüchtigen Todesmaschinerie in Texas entgegenstellt… Was für eine Misshandlung des Verurteilten, der schon drei Hinrichtungstermine vor sich hatte und nun vor dem 4. steht…
Ja, genau das ist „unethisch“. Es ist unethisch Menschen teils jahrzehntelang einzusperren, mit dem Wissen, dass sie irgendwann exekutiert werden sollen. Es ist unethisch Menschen im Namen irgend einer Gerechtigkeit und Rache zu ermorden. Es ist unethisch Menschen dazu zu bestimmen, den Verurteilten zu töten und sie damit zu Mördern zu machen. Ja und es ist unethisch all den Menschen die dem Gefangenen nahe stehen diesen traumatisierenden Wahnsinn anzutun.
Wir verneigen uns vor diesem Bezirksstaatsanwalt, der mit seiner Ethik auf der Seite des Lebens steht und versucht dem staatlichen Morden ein Ende zu machen…

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://deathpenaltyinfo.org/news/supreme-court-rules-that-texas-must-allow-death-row-prisoners-pastor-to-touch-and-pray-over-him-during-his-execution
https://deathpenaltyinfo.org/news/texas-district-attorney-calls-death-penalty-unethical-tries-to-withdraw-execution-notice-for-john-ramirez
https://documents.deathpenaltyinfo.org/Ex-Parte-Ramirez-Nueces-DA-Mtn-to-Withdraw-Execution-Date-2022-04-14.pdf
https://www.corrections1.com/archive/articles/texas-inmates-half-sister-sparks-death-sentence-fight-TXpMybPV9UFMcZeh/
https://deathpenaltyinfo.org/news/texas-district-attorney-calls-death-penalty-unethical-tries-to-withdraw-execution-notice-for-john-ramirez

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden.
Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgend Bild:

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