Alabama richtet Joe Nathan James gegen den Willen der Opferangehörigen hin

Der US-Bundesstaat Alabama hat sich über den erklärten Willen der direkten Angehörigen des Opfers hinweggesetzt und Joe Nathan James wegen Mordes an Faith Hall mittels tödlicher Injektion hingerichtet.

Die Kinder von Faith Hall hatten sich nachdrücklich dafür ausgesprochen, Joe Nathan James zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu begnadigen. Terrlyn, Helvetius und Tony Hall (im Bild von links nach rechts) lehnten diese Hinrichtung ab. „Wir sind nicht Gott. Der Gouverneur ist nicht Gott“, sagte Terryln Hall dem CBS 42-Reporter Lee Hedgepeth. „Sein Leben zu nehmen wird Faith nicht zurückbringen…Es wird keinen Abschluss für uns geben…” sagte Helvetius Hall. Faiths Kinder sagten, ihre Mutter hätte ihm vergeben. Zudem fühlten sie sich, als der Hinrichtungstermin näher kam, zusehends retraumatisiert und machtlos.

In einer Erklärung sagten die beiden Töchter von Faith Hall am Tag der Exekution, dass heute ein tragischer Tag für die Familie sei. Sie müssten nun noch einmal den Schmerz durchleben, der ihnen vor vielen Jahren zugefügt wurde. Sie hoffen, dass der Staat keine Leben mehr nehmen würde, nur weil ein Leben genommen wurde. Sie sagten weiter, dass sie Joe Nathan James seine Taten gegen die Familie vergeben hätten – und weiter: „Wir beten, dass Gott uns erlaubt, nach heute Heilung zu finden, und dass unser Strafjustizsystem eines Tages auf die Schreie von Familien wie unserer hört, auch wenn es gegen das verstößt, was der Staat wünscht.“

An Zynismus kaum noch zu überbieten
Im Angesicht der Gefühle der Opferfamilie erklärten die Gouverneurin Kay Ivey und der Generalstaatsanwalt Alabamas nach der Exekution zynisch, ihrer Auffassung nach, „sei der Gerechtigkeit nun genüge getan worden“.

Der Gerechtigkeit genüge getan… Mit Verabscheuung wendet sich der Autor dieser Zeilen ab, von diesen Staatsvertretern, die nicht einmal Empathie für die traumatisierten Kinder der Ermordeten haben. Staatsvertreter, die den „westlichen Werten“, die sie ja zu vertreten scheinen, alle „Ehre“ machen.
Die USA haben die Welt mit unzähligen, grausamen Kriegen und Kriegsverbrechen überzogen. Gnadenlos fielen sie über viele Staaten und Völker mit ihrer Kriegsmaschinerie her. 240.000 Tote im Afghanistankrieg, 500.000 Tote durch den Irak-Krieg – um nur zwei ihrer verbrecherischen Angriffskriege zu nennen, sind Zeugen eben dieser „Werte“. Es mag vielleicht hier auf den ersten Blick nicht ganz hinpassen, dies zu thematisieren, doch wir sind der Auffassung, dass die Todesstrafe in den USA nur die logische Konsequenz, eben dieser Verkommenheit einer blutrünstigen Elite ist, die der Welt verkaufen will für Recht, Freiheit und Menschlichkeit einzutreten. Dafür sind sie sich nicht zu schade, selbst Bibelzitate vorzubringen, um ihr vermeintliches Recht auf diese Morde, denn nichts anderes sind Exekutionen, zu rechtfertigen.

Nein – Niemand hat das Recht, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen, im Namen irgendeiner Gerechtigkeit. Und dies haben gerade die Kinder von Faith Hall verstanden. Sie wollten nicht noch einmal verletzt werden und auch keine blutige Rache. Für sie ist die Vergebung der Weg zur Heilung.
Den Vertretern des Staates Alabama war es egal, dass am Ende nur noch schwereres Leid über diese Familie kommt. So wie wir es von der Kriegsmaschine USA kennen, handeln sie auch immer wieder gnadenlos in ihrem eigenen Land, um ihre kranke und martialische Vorstellung von Gerechtigkeit durchzusetzen.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://deathpenaltyinfo.org/news/alabama-set-execute-joe-nathan-james-against-the-wishes-of-his-victims-family
https://www.newsweek.com/joe-nathan-james-jr-final-words-alabama-exeuction-goes-ahead-1728977
https://www.nzz.ch/international/der-krieg-in-afghanistan-forderte-240000-tote-ld.1640684
https://www.sueddeutsche.de/politik/us-studie-500-000-iraker-starben-im-irak-krieg-1.1795930

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