USA: Hinrichtung von Frank Atwood nun doch durch Giftspritze anstatt dem Tod in der Gaskammer? – Gnadengesuch abgelehnt!

UPDATE 09.06.2022:

Frank Atwood, der immer seine Unschuld beteuerte, wurde hingerichtet… In seinen letzten Worten dankte Atwood dem Priester für sein kommen das er ihm zu Glauben geführt hat… Er fügte hinzu: „Ich bete, dass der Herr uns allen gnädig sein wird und dass der Herr mir gnädig sein wird.“

IHfL
Kai Friedrich

Quellen: https://www.cbsnews.com/news/frank-atwood-execution-arizona-murder-vicki-hoskinson/
https://www.nzherald.co.nz/world/disabled-death-row-inmates-bizarre-request-final-words-before-being-executed/KHLVIKCVJOG5CX5O6AYRG3BUDQ/

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Unser Ursprünglicher Artikel:

Arizona: Frank Atwood sollte sich zwischen der Giftspritze und der Gaskammer „entscheiden“, für seine Hinrichtung am 8. Juni 2022. Die „Wahl“ fiel auf die Gaskammer, jedoch beantragte seine Verteidigung die Verwendung von Stickstoff, statt dem im Protokoll vorgesehenen, äußerst schmerzhaften Zyanid. Jetzt soll der Verurteilte doch durch eine tödliche Injektion sterben.

Wir berichteten bereits, dass die „Wahl“ Atwood’s ursprünglich auf die Gaskammer fiel. Er war wegen der Ermordung einer 8-jährigen Mädchens im Jahr 1984 zum Tode verurteilt worden. Frank Atwood hat immer seine Unschuld beteuert und vieles weist tatsächlich darauf hin, dass er zu unrecht verurteilt wurde (Umfangreiche Informationen sind hier zu finden).

Wie Fox 10 berichtet, hatte der Anwalt von Frank Atwood in einem Brief an die Generalstaatsanwaltschaft darum gebeten, in der Gaskammer kein Zyanid zu verwenden, sondern stattdessen Stickstoff oder Helium. Aber das Hinrichtungsprotokoll des Staates Arizona sieht die Verwendung von Zyanid vor, dem gleichen Gas welches die Nazis verwendet haben, bei der systematischen Ermordung von Menschen.

„Das hat den Effekt, den Gefangenen zu ersticken. Das hat nicht die gleiche Vergiftungswirkung wie Blausäure. Es wird nicht erwartet, dass es so offen brutal, offen schmerzhaft ist, aber es ist experimentell. Niemand hat es jemals getan es vorher“. sagte Robert Dunham vom Death Penalty Information Center, bezüglich einer Hinrichtung mittels Stickstoff oder Helium.

Aus dem Büro der Generalstaatsanwaltschaft verlautet, dass dies ein Versuch des Verurteilten sei, sich seiner Verantwortung für das Verbrechen zu entziehen, das er begangen haben soll. Ohne einen entsprechenden Gerichtsbeschluss wird der Staat die Hinrichtung mit der Giftspritze ausführen.

Weiter sagte der Anwalt von Atwood, Joe Perkovich, dass der Staat mit einem Erschießungskommando fortfahren solle, wenn er kein „verfassungsgemäßes Gas'“ einsetzen will. Da der Tod mittels Zyanid extrem grausam ist, verstößt ein solches Vorgehen eigentlich gegen den 8. Verfassungszusatz, nachdem „grausame und ungewöhnliche Bestrafungen“ verboten sind.
Erschießungskommandos sind in Arizona nicht vorgesehen.

Mittlerweile wurde der Gnadenantrag durch das Arizona Board of Executive Clemency am 24.05.2022 abgelehnt.

Jetzt Aktiv werden:

Petitionen für Frank Atwood
https://actionnetwork.org/petitions/stop-the-execution-of-frank-atwood-in-arizona
https://catholicsmobilizing.org/action/2022-05/stop-execution-frank-atwood

Gouverneur von Arizona Doug Ducey:
https://twitter.com/DougDucey
Mail: engage@az.gov
Telefon: 1-602-542-4331

Abschliessend einige Hintergründe zu der möglichen Unschuld von Frank Atwood
Frank Atwood wurde wegen Mordes an Vicky Hoskinson im Jahr 1984 zum Tode verurteilt. Er beteuert bis heute seine Unschuld (Umfangreiche Informationen sind hier zu finden). Tatsächlich wird nun versucht Atwood durch den Staat zu ermorden, obwohl noch viele Fragen offen sind, die seine evtl. Unschuld betreffen. So wurde Vicky Hoskinson laut Augenzeugenberichten viele Stunden nachdem Atwood sie ermordet haben soll lebend gesehen. Dennoch wurde gegen Atwood durch die Behörden ermittelt. Eine Untersuchung voller Mängel, bei der es an konkreten Beweisen mangelte.
Im September 1984 war Frank Atwood gemeinsam mit einem Mitreisenden auf der Durchreise durch Tucson. Zu dieser Zeit verschwand das achtjährige Mädchen Vicky Hoskinson. Mehre Zeugen entdeckten das Mädchen in der Tucson Mall und laut einem Tipp soll Frank Atwood in der Nähe dieser Gegend gewesen sein. Als die Polizei davon erfuhr, dass Atwood in Kalifornien wegen sexuellen Handlungen mit Kindern verurteilt war, stellten sie alle anderen Ermittlungen ein und nahmen Frank Atwood fest. Er beantwortete alle Fragen und bei der Durchsuchung seines Autos wurden keine Hinweise auf das Opfer gefunden. Laut Beweisen der Staatsanwaltschaft reichte der zeitliche Rahmen überhaupt nicht aus, dass Atwood das Opfer entführen, töten und begraben konnte.

Frank Atwood ist der Sohn eines Holocaust-Überlebenden. Er ist an den Rollstuhl gefesselt und leidet unter multiplen medizinischen Problemen, nebst einer schweren Erkrankung seiner Wirbelsäule. Umstände die seine Hinrichtung extrem schmerzhaft machen würden. Selbst wenn er die Tat begangen hätte, wären Jahrzehnte im Todestrakt sicher Bestrafung genug!

Eine Hinrichtung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Im Anbetracht von Zweifeln an der der Schuld eines Verurteilten, darf allein schon aus diesem Grund ein staatlicher Mord im Namen der Justiz nicht stattfinden. Den Sohn eines Holocaust-Überlebenden in einer Gaskammer mit Zyanid töten zu wollen, zeigt letztendlich nur die tiefe Verkommenheit eines brutalen, gnadenlosen, faschistoiden Systems, dass Menschen aufgrund ihrer Eigenschaften teils verfolgt, diskriminiert und am Ende sogar hinrichtet. Ohne fairen Prozess! – Wir können nur hoffen, dass sich ein Richter findet, der nicht bereit ist, dies mitzutragen und diese gegen die Menschenrechte verstoßende Exekution stoppt!

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.fox10phoenix.com/news/arizona-prisoner-frank-atwood-wont-be-executed-gas-chamber
https://www.ca9.uscourts.gov/pending-execution-dates/frank-atwood-arizona-execution-set-for-june-8/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2022/05/24/usa-frank-atwood-sohn-eines-holocaust-uberlebenden-soll-vergast-werden/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden.
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