Oklahoma will psychisch kranken Mann hinrichten

Am 27. Januar 2022 will der US-Bundesstaat Oklamhoma den wegen zweifachen Mordes zum Tode verurteilten Donald Grant, mittels einer tödlichen Injektion, hinrichten. Laut seinen Anwälten ist Grant psychisch krank.

Donald Grant wurde wegen Doppelmordes im Jahr 2001 zum Tode verurteilt. Er hatte Brenda McElyea und Suzette Smith bei einem Raubüberfall in Del City getötet. Seine Anwälte bestehen darauf, dass er nicht exekutiert werden darf, da er psychisch krank sei. In einer stundenlangen Anhörung vor dem Oklahoma Pardon and Parole Board gegen Ende November, sagte Grant zu seiner Tat: „Ich kann mich nicht wirklich erklären, denn ehrlich gesagt verstehe ich mich selbst nicht wirklich. Ich verstehe mich selbst nicht, wie ich denke, wie ich funktioniere“. Er betonte, dass er seine Tat zutiefst bedauere und er Mühe habe es zu erklären.

Schreckliche Kindheit
Grant wuchs in einer Wohnung auf, in der die Erwachsenen Crack und Kokain konsumierten und er wurde von seinem geisteskranken Vater brutal geschlagen und diszipliniert. Und obwohl Grant Sohn einer alkoholkranken Mutter ist, die auch während der Schwangerschaft getrunken hat und er dadurch eine fetale Alkoholspektrumstörung erlitten hat, verweigerte ihm das Pardon and Parole Board eine Begnadigung.

Rev. Don Heath, Vorsitzender der Oklahoma Coalition to Abolish the Death Penalty sagte zu Grants Fall: „Herr Grant sollte in eine psychiatrische Anstalt und nicht ins Gefängnis gesperrt werden. Schützt die Ermordung von Mr. Grant in unserem Namen die Gesellschaft? Oder verewigt es eine Kultur der Gewalt, indem es einer hirngeschädigten Person, die in ihrer Kindheit unter Misshandlung und Vernachlässigung litt, staatliche Gewalt zufügt?“

Es ist zu befürchten, dass es wieder zu schrecklichen Szenen bei der Hinrichtung in Oklahoma kommt, wie bei der Exekution von John Grant im Oktober diesen Jahres. Einer der damaligen Zeugen, Sean Murphy, Journalist bei Associated Press, sagte, er wäre bei 14 Hinrichtungen als Zeuge dabei gewesen, aber so etwas habe er noch nie gesehen. Noch nie habe er erlebt, dass sich ein Verurteilter dabei erbricht. Dabei bezeichnete er die Krämpfe von John Grant als dem ähnlich zu sein, was er bei der Hinrichtung von Clayton Lockett gesehen habe, der durch den Bundesstaat Oklahoma im Jahr 2015 zu Tode gefoltert wurde.

Jetzt aktiv werden:

Es ist eine wirklich vollkommen unverständliche Entwicklung in Oklahoma. Wie kann dieser US-Staat weiter morden im Angesicht der „verpfuschten“ Exekutionen in der Vergangenheit? – Dieses System nimmt die schreckliche Folter seiner Opfer billigend in Kauf, im Namen einer Gerechtigkeit die keine ist. Dies wird allein schon dadurch deutlich, dass ein offensichtlich geistig kranker Mann hingerichtet werden soll, anstatt ihm die medizinische Behandlung zukommen zu lassen, die er eigentlich braucht. Es ist ein tödliches Unrechtssystem im Namen einer fragwürdigen Gerechtigkeit.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.koco.com/article/oklahoma-death-row-inmate-donald-grant-denied-clemency-double-murder/38392606 (die Webseite hat eine Geosperre)
https://theblackwallsttimes.com/2021/11/29/ok-cadp-seeks-to-spare-mentally-ill-death-row-prisoner-donald-anthony-grant-from-execution/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/05/19/clayton-lockett-die-grausamen-details-seiner-hinrichtung
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2021/10/29/erneut-schreckliche-szenen-bei-hinrichtung-in-oklahoma/
https://flexikon.doccheck.com/de/Fetale_Alkoholspektrumst%C3%B6rung

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden.
Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgend Bild:

Hier die direkte URL: https://ihfl.de/st-konto.htm

Über www.lancelot-armstrong.de

Nachrichtenblog der Initiative Hoffnung fürs Leben (IHfL) * www.ihfl.de * www.todesstrafe-info.de * www.lancelot-armstrong.de
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.