Erneut schreckliche Szenen bei Hinrichtung in Oklahoma

Der wegen Mordes verurteilte John Marion Grant wurde mittels tödlicher Injektionen hingerichtet. Dabei wurde u.a. das umstrittene Medikament Midazolam verwendet. Laut Zeugenberichten erbrach sich Grant während der Hinrichtung und durchlebte zwei Dutzend Ganzkörperkrämpfe. Grant war wegen Raubüberfalls im Gefängnis, wo es zu einem tödlichen Vorfall kam, bei dem er im Jahr 1999 die 58-jährige Gay Carter erstach.

Am Donnerstag, gegen 16:21 Uhr (Ortszeit) wurde John Marion Grant hingerichtet. Es war die erste Exekution in Oklahoma seitdem dieser Staat in einer beispiellosen und verbrecherischen Weise Clayton Lockett zu Tode gefoltert hatte (wir berichteten).

Grant hatte den Bundesstaat Oklahoma verklagt, wegen der geplanten Verwendung von Midazolam. Zunächst verfügte ein Gericht einen temporären Hinrichtungsstopp. Dieser wurde durch den Obersten Gerichtshof der USA mit 5 gegen 3 Stimmen aufgehoben, so dass die Exekution stattfinden konnte.

Midazolam ist dafür bekannt, dass es nicht „sicher“ ist und das Opfer unter Umständen bei Bewusstsein bleibt. Außerdem hat Midazolam keinerlei schmerzstillende Wirkung. Die zweite Injektion besteht aus einer Droge welche die Muskeln lähmt, wodurch man sich in keiner Weise mehr bemerkbar machen kann. Das dritte Mittel soll das Herz anhalten, wodurch der Tod eintritt.

Mark Elliott (Floridians for Alternatives to the Death Penalty FADP) sagt dazu: “Bei Injektionen mit drei Mitteln ist die Gefahr groß, dass die Wirkung des ersten schnell verfliegt und niemand das mitbekommt.” Es gebe nur einen Menschen der wisse, ob die Verwendung von Midazolam-Hydrochlorid Schmerzen verursacht, dies sei derjenige, der damit getötet wird. Zum Schluss komme Kaliumchlorid zum Einsatz. Mark Elliott teilt mit, dass durch dieses Mittel alle inneren Organe quasi “verbrennen”.

Ähnliche Folter wie bei Clayton Lockett
Einer der Zeugen, Sean Murphy, Journalist bei Associated Press, sagte, er wäre bei 14 Hinrichtungen als Zeuge dabei gewesen, aber so etwas habe er noch nie gesehen. Noch nie habe er erlebt, dass sich ein Verurteilter dabei erbricht. Dabei bezeichnete er die Krämpfe von Grant als dem ähnlich zu sein, was er bei der Hinrichtung von Clayton Lockett gesehen habe.

System der Unmenschlichkeit
Was ist das für eine Justiz, was sind das für Menschen, die sich im Namen der Gerechtigkeit, in solch schrecklicher Form, dazu berufen fühlen, Menschen zu Tode zu foltern? – Die USA verkaufen sich in der Welt, als der Heilsbringer von Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit.
Tatsächlich ist die Wirklichkeit der Vereinigten Staaten eine andere – Sie führten unvorstellbar viele, blutige Kriege (siehe hier). Dabei haben sie immer wieder auch die zivile Bevölkerung ermordet und verstümmelt, für die Interessen des Kapitals. Und ausgerechnet dieses Regime, welches unendlich viele Orden für diese Morde verteilt hat, spielt sich als Verteidiger der Gerechtigkeit auf, indem sie wieder Morden und dies in Form von grausamer Folter. Damit sind nicht nur die schrecklichen Schmerzen gemeint, welche die Gefangenen bei ihrer Exekution durchleben müssen. Nein – Folter ist auch der Weg dort hin… Das jahrzehntelange Eingesperrt sein, meist in winzigen Einzelzellen. Die extrem schlechte Ernährung und mangelhafte medizinische Versorgung der Todeskandidaten. Die Tatsache, dass das Wissen um die eigene Ermordung durch den Staat, die Gefangenen in unvorstellbarer Weise quält und manche von ihnen in tiefste Depression und Selbstmord treibt.
Es ist die Justiz eines Systems der Unmenschlichkeit und es ist zu hoffen, dass all die Personen, die sich an dieser Justiz und Politik beteiligen, eines Tages zur Rechenschaft gezogen werden.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://okcfox.com/news/local/oklahoma-death-row-inmate-john-grant-executed
https://latestpagenews.com/news/death-row-inmate-john-grant-vomited-and-lifted-his-head-in-the-horror-execution/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/05/19/clayton-lockett-die-grausamen-details-seiner-hinrichtung/
https://www.reuters.com/world/us/oklahoma-can-carry-out-executions-john-grant-julius-jones-high-court-rules-2021-10-28/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der über 30 Jahre von der Todesstrafe bedroht wurde, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten der USA.
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