Oklahoma will am 28. Okt. Hinrichtung durchführen

John Marion Grant

Der US-Bundesstaat Oklahoma beabsichtigt am 28. Okt. 2021 den wegen Mordes verurteilten John Marion Grant (60) hinzurichten. Er wäre der erste Gefangene seit 2015, als Clayton Lockett grausam zu Tode misshandelt wurde, durch den Staat Oklahoma.

Grant war wegen Raubüberfalls im Gefängnis, wo es zu einem tödlichen Vorfall kam, bei dem er die 58-jährige Gay Carter erstach, in der Küche des Dick Conner Correctional Center in Hominy. Im Jahr 2000 wurde er dafür zum Tode verurteilt.

Der Vorstand des Pardon and Parole Boards stimmte in einer knappen Entscheidung (3 zu 2) vor kurzem gegen das Gnadengesuch, wobei Adam Luck und Kelly Doyle sich für die Begnadigung aussprachen und Richard Smothermon, Scott Williams und Larry Morris dagegen.

In dem Gnadengesuch argumentierte seine Verteidigung vor allem mit der schrecklichen Kindheit Grants. Er wurde als Sohn seiner alleinerziehenden Mutter geboren und war eines von 9 Kindern. In der Familie wurde er von klein auf als „Bastard der Familie“ bezeichnet. Von schwerster Armut geprägt, stahl er Lebensmittel und Kleidung für seine Geschwister und wurde in den 70er Jahren in Heime eingewiesen, in denen er schwere Misshandlungen erlebte. Im Alter von 17 Jahren wurde er wegen Raub in ein Gefängnis für Erwachsene gesteckt und bekam dort keinerlei Hilfe oder Behandlung wegen seiner psychischen Erkrankung und seiner schlimmen Vergangenheit.
Der Staat hat geholfen, einen gebrochenen Mann zu schaffen„, heißt es in dem Gnadengesuch.

Die umfassenden Misshandlungen und die Verlassenheit durch die Akteure des Staates gipfelten in der tragischen Tötung einer Gefängnisangestellten, die kürzlich eine persönliche Beziehung zu ihm beendet hatte, sagten seine Anwälte.

Seine Anwälte argumentierten auch damit, dass er nicht adäquat verteidigt worden war, da seine damaligen Verteidger die tragische Vorgeschichte Grants nicht richtig präsentierten.

Seit 12 Jahren gab es kein Disziplinarverfahren mehr im Gefängnis gegen Grant. Er habe sich sehr zum positiven verändert, sagte seine Anwältin Sarah Jernigan. Und weiter: „Wir fordern nicht, dass es keine Strafe gibt… Strafe wäre der Rest seines Lebens unter den schlimmsten Bedingungen. Und deshalb bitten wir nicht darum, dass es keine Strafe (Hinrichtung d.Red.) gibt, sondern wir bitten um Gnade, dass er vom Tod verschont wird.“

John Marion Grant verzichtete bei der Anhörung auf seine Aussage. Seine Verteidiger sagen, er wolle das Trauma seiner Vergangenheit nicht noch einmal erleben.

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Josh Lockett bat den Vorstand, Grant keine Gnade zu erweisen: „Gay Carter hat nur ihren Job gemacht… Sie hatte etwas Windex und ein paar Papierhandtücher und ging ihrem Tag nach, aber ihr normaler Ablauf wurde augenblicklich erschreckend, als John Grant Sie packte und in den Moppschrank zerrte.“

Es ist ja so einfach. Die Tat von John Marion Grant auf ihn selbst zu reduzieren. Im gewissen Sinne muss er für die Verbrechen anderer und nicht nur für sein eigenes getötet werden. Der Staat „wirft den Stein“ und wäscht seine Hände in Unschuld. Das ist die Pervertierung einer Justiz, die nur ein Ziel hat, die Verantwortung der Gesellschaft und deren Vertreter zu kaschieren und dafür muss John Marion Grant sterben. Als Opferlamm auf dem Altar einer Gerechtigkeit, die keine ist, da sie von einem maroden und gewalttätigen System geschaffen wurde.

Erschreckender Rückblick:
Im Jahr 2015 kam es zu einem schrecklichen Vorfall während der Hinrichtung von Clayton Lockett.
Siehe unseren Bericht: Clayton Lockett, die grausamen Details seiner Hinrichtung.
(Falls sie dem obigen Link folgen, möchten wir ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass die Details in unserem Bericht, empfindliche Personen verstören können!)
Seitdem gab es dort einen Hinrichtungsstopp. Anstatt die einzig richtige Konsequenz aus diesem Verbrechen zu ziehen, nämlich die Todesstrafe abzuschaffen, allein schon, weil nicht garantiert werden kann, dass so etwas wieder geschieht, hat sich Oklahoma nicht weiterentwickelt und beginnt erneut mit Exekutionen…

IHfL
Peter K

Quellen:
https://eu.oklahoman.com/story/news/2021/10/06/oklahoma-pardon-parole-board-denies-clemency-inmate-john-marion-grant/6007189001/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/05/19/clayton-lockett-die-grausamen-details-seiner-hinrichtung/

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der über 30 Jahre von der Todesstrafe bedroht wurde, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten der USA.
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