Hinrichtungsmethode in South Carolina: Erschießen

Der US-Bundesstaat South Carolina hat eine neue Hinrichtungsmethode beschlossen, neben dem elektrischen Stuhl und der Giftspritze. Ein neuer Gipfel der ethischen Verkommenheit ist damit erreicht!

Wir kennen diese Typen nicht, die im Abgeordnetenhaus des US-Bundestaates South Carolina sich für die Einführung von Erschießungen als Exekutionsmethode ausgesprochen haben, aber sie können sich unserer tiefen Verachtung sicher sein! Dabei gab es zwar auch Gegenstimmen, aber die Befürworter dieser martialischen Tötungsmethode waren mit 66 zu 43 Stimmen in der Mehrheit.

South Carolina hat ein Problem.
Der Staat hat große Schwierigkeiten tödliche Drogen zu beschaffen, um den dunklen Rachegefühlen freien Lauf lassen zu können, von denen diese Abgeordneten getrieben zu sein scheinen, die dem neuen Gesetz zugestimmt haben. In dieser „Not“ kommen diese Damen und Herren auf neue Ideen… Nun soll ein zum Tode Verurteilter „wählen“ können, zwischen dem elektrischen Stuhl und einen Erschießungskommando, falls für seine Exekution kein Gift zur Verfügung stehen sollte.

Dabei ist bereits die Hinrichtung mit der Giftspritze grausam und schmerzhaft, wie wir u.a. in unserem Artikel vom 11. September 2018 dokumentierten:

Bevor Billy Ray Irick im August starb, spürte er schreckliche Schmerzen, die mit Folter vergleichbar sind. Aber die Art der Ausführung seiner Hinrichtung verhinderte, dass sein Leiden sichtbar wurde.

Diese Aussage stammt von Dr. David Lubarsky und steht in einer Gerichtsakte. Dabei handelt sich um eine gerichtliche Anfechtung des in Tennessee vorgeschriebenen Hinrichtungsprotokolls. Sie ist am vergangenen Donnerstag bei Gericht eingegangen. Dr. Lubarsky schreibt, dass Irick bei seiner Exekution das Gefühl des Erstickens und Ertrinkens an seinen eigenen Flüssigkeiten erlitten hat. Es soll für ihn wie ein „lebendiges Begräbnis" gewesen sein, wobei er starkes Brennen gefühlt haben muss, aufgrund der Wirkung des Kaliumchlorids.

Anstatt sich nun endlich von ihrer Rachelust zu lösen und die Todesstrafe abzuschaffen, bemüht sich dieser Bundesstaat um nicht minder grausame Exekutionsmethoden!
Denn seit 10 Jahren wurde dort keine Exektution mehr durchgeführt und dies soll sich nun wohl ändern. Darum sicher die Einführung dieser Menschenverachtenden Hinrichtungsmethode.

An der staatlichen Mordlust wird sich der republikanische Gouverneur Henry McMaster beteiligen, denn er hat bereits angekündigt, dass er das Gesetz unterzeichnen wird.

Derzeit haben 3 von 37 Gefangenen im Todestrakt von South Carolina keine Berufungsmöglichkeiten mehr. Für sie könnte diese neue Regelung nun also besonders gefährlich werden. Der demokratische Abgeordnete Justin Bamberg drückte während der Sitzung rhythmisch auf das Mikrofon vor sich und sagte: „Drei lebende, atmende Menschen mit einem Herzschlag, den diese Gesetzesvorlage töten soll… Wenn Sie am Ende dieses Tages den grünen Knopf drücken und abstimmen, um dieses neue Gesetz zu bestätigen, dann können Sie den Schalter auch selbst betätigen.“

South Carolina hat nichts aus der Vergangenheit gelernt.
Denn dort wurde sogar ein Teenager im Alter von 14 Jahren auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Dieses Kind war unschuldig. Wie wir in unserem Artikel Unschuldiger Teenager hingerichtet… dokumentieren:

Er war das jüngste Opfer der Todesstrafe in den USA seit Beginn des 20. Jahrhunderts, und war 14 Jahre als er auf dem elektrischen Stuhl zu Tode gefoltert wurde.

Im Frühjahr 1944 wurden die Leichen von 2 (weißen) Mädchen im Alter von 11 und 8 Jahren in South Calorina gefunden. Schon am nächsten Tag haben sie George Stinney jr. verhaftet. und einen Monat später fand die Gerichtsverhandlung gegen den 14 jährigen Afro-Amerikaner statt. Wie so oft in den USA gab es auch hier erhebliche Verfahrensmängel. Die Jury bestand ausnahmslos aus Weißen. Drei Monate später, am 16. Juni 1944, wurde er auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Opfer der Justiz
Nun berichtet die „NewYorkTimes“* darüber, dass der Fall noch einmal neu untersucht wurde. Jetzt steht fest: George Stinney jr. ist ein Opfer der US-Justiz. Er war unschuldig. 70 Jahre danach wurde das Urteil aufgehoben und seine Schwester, die bei der Revision dabei war sagte, dass Stinneys Mutter nach der Hinrichtung ihres Sohnes nie wieder gelacht habe…
Ein Schlag ins Gesicht der Todesstrafenbefürworter…

Und welche Konsequenz zieht der Gesetzgeber in South Carolina daraus?
Er führt zusätzlich zum elektrischen Stuhl und der Giftspritze das Erschießungskommando ein… Dabei hat vor kurzem erst der US-Bundesstaat Virginia die Todesstrafe abgeschafft! (siehe unseren Bericht: reprasentantenhaus-von-virginia-todesstrafe-abschaffen)

Ob diese Befürworter von Erschießungen auch bereit wären selbst am Erschießungskommando teilzunehmen ist uns nicht bekannt… Auch nicht, ob sie auch abdrücken würden, wenn ihr eigenes Kind hingerichtet werden soll oder ob sie diesen dreckigen Job lieber anderen überlassen und „ihre Hände lieber in Unschuld waschen“

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://www.welt.de/politik/ausland/article230908363/USA-South-Carolina-fuehrt-Erschiessen-als-Hinrichtungsmethode-ein.html
https://deathpenaltynews.blogspot.com/2021/05/usa-south-carolina-house-votes-to-add.html

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der über 30 Jahre von der Todesstrafe bedroht wurde, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten der USA.
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