Orlando Hall hingerichtet

Orlando Hall

Die US-Administration hat Orlando Hall in Indiana hingerichtet. Bereits 8 Exekutionen hat die US-Regierung dieses Jahr vollzogen. Damit wurden in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Menschen durch das Justizministerium exekutiert, wie bei allen Vorgängern Donald Trumps zusammen, seit 1963.

Die Jury bestand nur aus Weißen
Orlando Hall soll im Jahr 1994 gemeinsam mit Komplizen eine junge Frau ermordet haben. Seine Verteidiger sind der Ansicht, dass Vorurteile und Rassismus, den Prozess beeinflusst hätten. Der Jury wurden keine mildernden Umstände, wie z.B. dass er in einem gewalttätigen Haushalt aufwuchs, mitgeteilt.
In einer Erklärung teilt die Verteidigung mit: „Herr Hall hat die Rolle, die er beim tragischen Tod von Lisa Rene gespielt hat, nie geleugnet. Aber die Jury, die ihn zum Tode verurteilte, kannte keine wichtigen Fakten über seinen Hintergrund und der Weg zur persönlichen Erlösung, den Herr Hall im Gefängnis eingeschlagen hat zeigt, dass er nicht zu den schlimmsten der Schlimmsten gehört…“

Law&Order-Präsident
Es ist sicher kein Wunder, dass diese Hinrichtungen durch den Bund in das Jahr der Präsidentenwahl fallen. Auch dies war wohl ein Versuch Trumps sich als Law&Order-Präsident darzustellen. Dabei ignoriert er demokratische Entscheidungen und regiert wie ein Oligarch.

Joe Biden – Hoffnung, aber auch dunkle Wolken
Es ist zu hoffen, dass der neue Präsident Biden diese Hinrichtungen beendet. Biden hat sich zwar in der Vergangenheit als Kriegstreiber erwiesen und als Senator und dann Vizepräsident militärische Interventionen vorangetrieben – denken wir nur an den Irak, Libyen und Afghanistan – und er hat die Todesstrafe früher befürwortet, sich aber mittlerweile angeblich eines besseren besonnen und gegen diese martialische Strafe entschieden, weil er die Gefahr sieht, dass Unschuldige hingerichtet werden könnten.

Ein trauriger Tag
Alles in allem wieder ein trauriger Tag in der Geschichte der USA. Einem kapitalistischen System in der imperialistischen Phase, in dem die Menschlichkeit keine große Rolle zu spielen scheint. Der Gewinnorientierung scheint alles untergeordnet zu sein. Selbst viele Gefängnisse werden privat betrieben und „eine gute Investition“ für die gierigen Anleger zu sein.
Die USA ein Staat, der Todeskandidaten jahrzehntelang in seinen Gefängnissen mit Mangelernährung, Todesandrohung, Entrechtung und Isolation foltert. dabei auch bei deren Angehörigen schweren Schaden anrichtet. Am Ende, oft nach Jahrzehnten, fesseln sie den Verurteilten an das moderne Kreuz, und vergiften ihn…
Hoffen wir, dass die USA endlich einen Weg finden ein zivilisierter Staat zu werden… Hoffnung machen uns dabei die Menschen, die in den USA nicht aufgeben gegen die Todesstrafe zu kämpfen.

IHfL
Peter K.

Quellen:
*https://edition.cnn.com/2020/11/20/us/orlando-hall-executed-for-murder/index.html
*https://www.merkur.de/politik/us-wahl-2020-joe-biden-ard-monitor-trump-praesident-amtszeit-berater-ruestungsindustrie-zr-90100625.html
*https://deathpenaltynews.blogspot.com/2020/10/us-plans-to-carry-out-eighth-federal.html

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

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