USA: „Herrenmenschen“ ermorden Indianer

Gegen den erklärten Willen der Nation der Navajo haben die USA Lezmond Mitchell (38) am Mittwochabend hingerichtet. Bereits im Juli diesen Jahres hat der Bund der USA Daniel LeeWesley Ira Purkey und Dustin Lee Honken exekutiert und damit das seit 2003 bestehende Moratorium beendet.

Der Präsident der Navajo-Nation, Jonathan Nez,  hatte bei dem Präsidenten der USA Donald Trump für Lezmond Mitchell Gnade gefordert. Da das Volk der Navajo die Todesstrafe ablehnt. „Die Navajo Nation fordert respektvoll eine Umwandlung der Todesstrafe und die Verhängung einer lebenslangen Haftstrafe für Mr. Mitchell“, heißt es in einem Schreiben von Jonathan Nez an Trump.

Viele Stämme der nativen Amerikaner schlossen sich der Forderung der Navajo an. Auch die Opferfamilie war gegen diese Hinrichtung und forderte lebenslange Haft für den Täter.

Der Hintergrund dieser Forderung ist ganz klar. Denn Mitchell wurde wegen Mordes an zwei Navajo – einer Frau und ihrer Enkelin – im Jahr 2001 auf Reservatsland zum Tode verurteilt. Da nach dem Bundesgesetz die US-Regierung für Mord, der auf Stammesland begangen wurde, nur die Todesstrafe verhängen darf, wenn der betreffende Stamm zustimmt, handelt es sich bei der Todesstrafe gegen Lezmond Mitchell eigentlich um einen klaren Rechtsverstoß. Darum beantrage ursprünglich die Staatsanwaltschaft von Arizona auch nicht die Todesstrafe für Mitchell. Doch der damalige Generalstaatsanwalt John Ashcroft übte Druck aus, um die Todesstrafe in dem Fall durchzusetzen.

Laut der Verteidiger Jonathan Aminoff und Celeste Bacchi, hat die Bundesregierung ein „Schlupfloch“ genutzt um dennoch die Todesstrafe verhängen zu können, indem sie den Täter eines geringeren Verbrechens angeklagt haben. Anstatt Mord, klagten sie ihn wegen Autodiebstahl mit Todesfolge an. So konnten sie das Todesurteil durchsetzen ohne die Zustimmung der Navajo-Nation zu benötigen.

Die USA sind durch die massenhafte Vernichtung der Urbevölkerung und ihrer Lebensgrundlagen entstanden. Viele bezeichnen diese historische Schuld als Völkermord. Teils wurde für tote Indianer Kopfgeld gezahlt. Sie haben den Stämmen ihr Land geraubt und viele von ihnen ermordet. Es ist das Werk dieser „Herrenmenschen“, die sich über den Willen, die Traditionen und die Rechte der Indianer hinwegsetzen. Die USA sind nach wie vor ein mit Rassismus verseuchtes Territorium. Gestützt von einem Kapitalismus anbetenden Regime, dem das Blut auf seiner Fahne vollkommen egal zu sein scheint. Die Exekution von Lezmond Mitchell ist ein deutliches Zeichen der Verachtung gegenüber allen nativen Amerikanern…

IHfL
Peter K.

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Quellen:
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-richten-ureinwohner-vom-stamm-der-navajo-hin-a-6b2a227a-c50f-452d-aebd-48c8c7a5358a
https://www.upi.com/Top_News/US/2020/08/12/Navajo-Nation-president-seeks-clemency-for-death-row-inmate/7911597255055/
https://files.deathpenaltyinfo.org/documents/Mitchell-Notice-of-Execution-2020-07-29.pdf

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