Menschenrechtsverletzung: Mindestens 1300 Gefangene länger als 20 Jahre im Todestrakt

human-rights-violations-e28094-20-years-on-death-rowIn den USA sind mehr als 1300 Gefangene seit über 20 Jahren im Todestrakt. Wie das Death Penalty Information Center (DPIC) in einem Bericht mitteilt, verstoßen die USA damit gegen ihre eigenen Menschenrechtsverpflichtungen.(Stand 1. Januar 2020)

Fast ein Drittel der Todeskandidaten, deren Menschenrechte wegen einem solch langen Aufenthalt verletzt werden, befinden sich in  den Todeszellen von Kalifornien.

Laut DPIC wurden 191 Gefangene 20 Jahre oder länger nach dem Todesurteil hingerichtet. 13 Männer und Frauen waren über 20 Jahre in der Todeszelle, bevor sie wegen Unschuld entlassen wurden, was ebenfalls ihre Menschenrechte schwer verletzte. Insgesamt belegt der Bericht des DPIC mehr als 1.500 Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Todesstrafe durch US-Bundesstaaten und die Bundesregierung.

Kalifornien hat mit 429 Gefangene die meisten Menschenrechtsverletzungen, wegen der Inhaftierung seit über 20 Jahren, gefolgt von Florida, wo 192 Gefangene 20 Jahre und mehr im Todestrakt sind.
lance_armstrongEiner dieser Gefangenen, der seit 1991 in der Todeszelle von Florida eingesperrt wird, ist Lancelot Armstrong, der von der IHfL seit 2012 betreut wird. Wir möchten an dieser Stelle um Spenden für Lancelot Armstrong bitten, denn die Versorgung im Todestrakt von Florida ist vollkommen unzureichend. Wenn er sich nicht von Spenden Nahrung kaufen kann, ist seine Gesundheit stark gefährdet. Wir empfehlen dazu unsere kostenlose Broschüre „Eine ganz normale Nacht“. In dieser Broschüre ist u.a. auch ein sogenannter „Speiseplan“ aus dem Todestrakt von Florida abgebildet.
Achtung! – Wegen der teilweise grausamen Schilderungen, können wir die Lektüre dieses Heftes empfindlichen Menschen ausdrücklich NICHT empfehlen!

Die PDF kann < hier > geladen werden:

Das Heft im DinA5 Format kann bei uns, gegen eine kleine Kostenbeteiligung, bestellt werden – gerne auch mehrere Exemplare um sie weiterzugeben. Dazu sendet bitte einfach eine Nachricht an uns: info@ihfl.de

Es ist unglaublich wie schlecht die Gefangenen dort ernährt werden. Da Lancelot Armstrong nicht mal diesen vollen Speiseplan erhält, aufgrund seiner Glaubensrichtung, wurde das Wenige, das man ihm gibt, auf dem Speiseplan farbig gekennzeichnet. Jeder der sich DAS anschaut, wird begreifen, warum wir von Gesundheitsgefährdung sprechen.

Florida hatte mit 34 die meisten Menschenrechtsverletzungen bei der Hinrichtung von Gefangenen, die seit mindestens 20 Jahren in der Todeszelle saßen. Es folgt Texas mit 31, Georgia mit 28 und Alabama mit 20 Exekutionen.

Drei der Entlassenen – Paul Browning in Nevada, Henry McCollum in North Carolina und Glenn Ford in Louisiana – waren 30 Jahre oder länger in der Todeszelle, bevor sie freigelassen wurden.

Im Jahr 2018 erklärte die Interamerikanischen Menschenrechtskommission (IACHR) im Fall des Missouri Gefangenen, Russell Bucklew, der in der Todeszelle saß, dass „allein die Tatsache, 20 Jahre in der Todeszelle zu verbringen, … eine exzessive und unmenschliche“ Strafe ist. Im April 2020 stellte die IACHR zu diesem Thema fest, dass die 27-jährige Inhaftierung von Nvwtohiyada Idehesdi Sequoyah (ehemals Billy Ray Waldon) im Todestrakt von Kalifornien gegen die Menschenrechtsverpflichtungen der USA verstößt.

Die IACHR sagt, dass eine so lange Inhaftierung unter Todesdrohung eine „grausame, berüchtigte oder ungewöhnliche Bestrafung“ im Sinne der Amerikanischen Erklärung darstellt. Sie entschied, dass eine Hinrichtung nach einem so langen Zeitraum in der Todeszelle eine zusätzliche Menschenrechtsverletzung ist.

Das DPIC überprüfte das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen der USA, die sich aus der langen Haft in den Todeszellen ergeben. In ihrem Bericht stellt die DPIC fest, dass 1344 derzeitige Gefangene in 26 Todestrakten der US-Bundesstaaten, des Bundes oder des US-Militärs seit mehr als 20 Jahren inhaftiert sind und ihnen die Exekution droht. Mit den 191 Hinrichtungen, die von 20 Staaten mehr als 20 Jahre nach der ersten Verurteilung der Gefangenen zum Tode vollstreckt wurden, ergeben diese beiden Kategorien von Gefangenen in den Todestrakten insgesamt 1535 Menschenrechtsverletzungen durch die USA.

Leider sind diese Verletzungen der Menschenrechte durch die USA nichts neues. Offensichtlich halten sie sich schon lange nicht an ihre eigenen Gesetze. Ja, sie treten das US-Recht mit Füßen. Hoffnung macht die wachsende Anti-Todesstrafen-Bewegung in den USA – Geführt von kritischen US-Amerikanern die hoffentlich immer mehr werden…

IHfL
Peter K.

Die Unterstützung der von uns betreuten Gefangenen, sowie unsere Arbeit gegen die Todesstrafe ist auf ehrenamtlicher Basis. Darum erbitten wir für unsere Arbeit Spenden. Unterstützt unseren Kampf gegen die Todesstrafe und unsere Betreuung von Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida einsitzt, sowie weitere Gefangene in anderen Todestrakten. Wer helfen möchte, klickt bitte einfach auf das folgende Bild:

Hier die direkte URL: https://www.ihfl.de/st-konto.htm

Quellen:
https://deathpenaltyinfo.org/news/dpic-report-at-least-1-300-prisoners-are-on-u-s-death-rows-in-violation-of-u-s-human-rights-obligations
https://ihfl.de/Eine_ganz_normale_Nacht.pdf
https://en.wikipedia.org/wiki/Billy_Ray_Waldon
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/09/26/usa-kein-recht-auf-eine-schmerzfreie-hinrichtung/

https://ihfl.de/la/index.html
https://todesstrafe-info.de

 

Über www.lancelot-armstrong.de

Nachrichtenblog der Initiative 'Hilfe für Lancelot (IHfL) www.lancelot-armstrong.de
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