Exekution eines geistig Behinderten in Tennessee geplant

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Stephen M. West

Der US-Bundesstaat Tennessee will am 15. August den geistig behinderten Stephen Michael West exekutieren. West wurde für den Mord  an einer Frau und ihrer Tochter im Jahr 1986 zum Tode verurteilt. Wanda Romines und Sheila Romines sollen von West erstochen worden sein. Auch soll er Sheila Romines vergewaltigt haben.

Todeskandidaten die in Tennessee vor 1999 verurteilt wurden „dürfen“ die Hinrichtungsmethode wählen. Dabei können sie sich zwischen einer tödlichen Injektion (der in Tennessee vorgesehenen Standartmethode) oder dem elektrischen Stuhl „entscheiden“.

West versucht sich gemeinsam mit anderen Verurteilten gegen die Exekution mit drei Drogen zu wehren, da durch die Verwendung des Mittels Midazolam als erstes von drei Mitteln zu befürchten ist, dass er unter schrecklichen Schmerzen sterben muss, was verfassungswidrige Folter darstellen würde. Aus diesem Grund haben sich im letzten Jahr zwei Todeskandidaten für den elektrischen Stuhl „entschieden“. Leider wurden ähnliche Anträge bezüglich Midazolam in der Vergangenheit schon von Bundesrichtern abgelehnt.

Midazolam wird eigentlich zur Beruhigung von Patienten genutzt, um ihnen die Angst vor Operationen zu nehmen und dennoch die Patienten ansprechbar zu halten. Erst später wird eine entsprechende andere Droge gegeben, um die Patienten richtig zu betäuben. Wichtig dabei ist zu wissen, dass Midazolam das Opfer bei einer Hinrichtung nicht richtig betäubt und das Mittel keinerlei schmerzstillende Wirkung hat. Und dies, obwohl es eine unumstößliche Tatsache ist, dass zumindest das dritte Mittel (meist Kaliumchlorid), welches das Herz anhalten soll, bei einer Hinrichtung extremste Schmerzen verursacht !  Der Verurteilte kann sich dann aber meist nicht mehr bemerkbar machen, da seine Muskeln vom zweiten Mittel (z.B. Panconiumbromid) vollkommen gelähmt sind.
Wird bei der Injektion ein Fehler begangen oder taucht ein Problem auf, wodurch das Kaliumchlorid nicht richtig in den Blutkreislauf gelangt, sondern in das umliegende Gewebe, so wird diese Kombination zu einem unvorstellbar schmerzhaften Höllenritt in den Tod, wobei der Gefangene das Gefühl hat innerlich zu verbrennen. Zuletzt traf dieses schlimme Schicksal den Gefangenen Clayton Lockett. Wir können nur immer wieder auf die schrecklichen Ereignisse bei der Exekution von Clayton Lockett hinweisen. Das unvorstellbar grausame Protokoll einer Midazolam-Hinrichtung.

Laut CATHOLIC MOBILIZING NETWORK leidet West zudem an schweren psychischen Erkrankungen, einschließlich Schizophrenie und schizoaffektiven Störungen, über die die Jury nie informiert wurde. Sein Zustand würde sich ohne Medikamente soweit verschlechtern, so dass er den Grund seiner Hinrichtung nicht mehr verstehen könnte.

Wie auch am gleichen Tag in Texas, soll in Tennessee ein geistig schwer kranker Mann hingerichtet werden. Und dies obwohl eine Exekution von geistig kranken Menschen, durch das Oberste Gericht der USA verboten ist. Ebenfalls wird dabei ignoriert, dass es in den USA verboten ist Menschen durch eine ungewöhnliche oder besonders schmerzhafte Methode zu exekutieren.

Mit Rechtsprechung hat das nichts zu tun. Vielmehr scheint diese Grausamkeit aus den tiefsten, dunklen Ecken der menschlichen Seele zu stammen. Archaische Reflexe aus grauer Vorzeit scheinen die Rechtsprechung solcher Staaten zu bestimmen. Wobei solche Staaten den Weg zur Zivilisation und Menschlichkeit offensichtlich verfehlt haben.

IHfL
Peter K.

Quellen:
https://eu.tennessean.com/story/news/2019/07/31/tennessee-execution-stephen-michael-west-die-lethal-injection/1875006001/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/05/19/clayton-lockett-die-grausamen-details-seiner-hinrichtung/
https://catholicsmobilizing.salsalabs.org/mercyinaction-stephenmichaelwest/index.html
https://actionnetwork.org/petitions/tn-gov-bill-lee-stop-the-execution-of-steve-west
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2019/08/09/texas-will-geistig-behinderten-hinrichten-2/

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