Hinrichtung in Alabama ohne geistlichen Beistand?

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Dominique Ray

Am 07.02.2019 will der US-Bundesstaat Alabama Dominique Ray (42) hinrichten. Er soll im Jahr 1995 an der Ermordung von Tiffany Harville beteiligt gewesen sein. Dafür wurde er im Jahr 1999 zum Tode verurteilt.

Im Jahr 2016 wurde das Todesurteil gegen Dominique Ray durch das 11. US-Berufungsgericht bestätigt. Dies, obwohl Ray’s neue Anwälte erhebliche Mängel bei der Verteidigung deutlich machten. So gelang es seinem damaligen Prozessanwalt nicht strafmildernde Umstände zu vermitteln. Ray hatte eine schwer traumatische Kindheit, intellektuelle Mängel und eine Vorgeschichte von Missbrauch mittels Steroiden.

Auffällig an seinem Fall ist, dass ein Mittäter gegen ihn aussagte und im Gegenzug wohl keine Todesstrafe erhielt. Marcus Owden belastete Dominique Ray und verbüßt nun eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährung. Eine Vorgehensweise, die in den den USA oft vorkommt. Über die Richtigkeit einer solchen Aussage (eines solchen Deals), muss zumindest erheblicher Zweifel gestattet sein, wenn ein Angeklagter im Angesicht einer drohenden Todesstrafe gegen einen Mitangeklagten aussagt, der aufgrund dieser Aussage die Todesstrafe erhält… Laut Owdens Aussage sollen die beiden die 15 Jahre alte Tiffany Harville vergewaltigt und Ray sie ermordet haben. Ray beschuldigt Marcus Owden die Jugendliche getötet zu haben. Es gab mehrere Zeugen im Prozess, die Dominique Ray Gewaltfreiheit bescheinigten und ihn als einen netten, hilfsbereiten Nachbar bezeichneten.

Bei seiner Hinrichtung darf laut einer richterlichen Entscheidung vom Freitag kein Imam anwesend sein um Ray Trost zu spenden, obwohl er Muslim ist. Es wird ihm damit ein fundamentales Recht auf geistlichen Beistand in seiner schlimmsten Stunde verweigert! – Einen christlichen Beistand lehnte Dominique Ray ab.

Eine wichtige Besonderheit in seinem Fall sei an dieser Stelle noch erwähnt. Normalerweise darf in den USA nur eine Todesstrafe verhängt werden, wenn die zwölfköpfige Jury sich einstimmig dafür entscheidet. Dies war ein Dominique Ray’s Fall nicht so. Die Jury entschied sich mit 11 gegen eine Stimme für die Todestrafe. Genau diese Vorgehensweise in Florida wurde, durch das höchste US-Gericht im „Hurst-Urteil“für unzulässig erklärt und entsprechende Urteile müssen neu verhandelt werden. Wie im Fall des von der IHfL betreuten Lancelot Armstrong, der im Todestrakt von Florida seit 1991 ist (siehe: https://wp.me/p2X1th-2bh). Offensichtlich ignoriert der Bundesstaat Alabama diese Tatsache und weigert sich seine entsprechende Rechtspraxis zu überprüfen.

Unabhängig von der schwere eines Verbrechens ist auch die Todesstrafe ein schweres Verbrechen und ist darum grundsätzlich abzulehnen!

IHfL
Peter K.

 

 

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