Texas will psychisch Kranken hinrichten

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Robert Moreno Ramos

Update 15.11.2018: Robert Ramos wurde hingerichtet.

Der US-Bundesstaat Texas will am 14.11.2018 Robert Moreno Ramos exekutieren. Er wurde für die Ermordung seiner Frau und zwei seiner Kinder zum Tode verurteilt.

Ramos, der mittlerweile 64 Jahre alt ist, wurde im Jahr 1993 zum Tode verurteilt, weil er seine Frau Leticia und seine beiden jüngsten Kinder, Abigail und Jonathan, ermordet haben soll.

Gegen internationale Verträge verstoßen
Jahrelang versuchten seine Verteidiger die Hinrichtung zu verhindern, da diese Exekution gegen internationale Verträge verstoßen würde. Denn Ramos wurde nicht richtig über sein Recht aufgeklärt, beim mexikanischen Konsulat Rechtshilfe anfordern zu können. Auch sei er während der Gerichtsverhandlung extrem mangelhaft verteidigt worden. Dabei hätte die Jury nichts über seine Kindheit voller Gewalt erfahren. Ebenfalls wurde weder sein niedriger IQ, noch die bei ihm vorhandenen Gehirnfunktionsstörungen und auch nicht seine bipolare Störung thematisiert. Eine anwaltliche Vertretung bekam Ramos erst drei Monate nach seiner Verhaftung.

Erst nach einem Jahr erfuhren die mexikanischen Behörden, durch Nachrichtenberichte,  von Ramos‘ Festnahme. Seine Anwälte argumentieren, dass Mexiko bei Kapitalverbrechen oft eine zusätzliche Verteidigungsunterstützung biete und dies wohl auch geschehen wäre, wenn der Staat Mexiko sofort informiert worden wäre. Der Staat Texas weist dies mit dem Argument arrogant zurück, die zusätzliche Hilfe aus Mexiko hätte auch nicht zu einem anderen Ergebnis geführt.

Im vorherigen Jahr wurde bereits Ruben Cardenas hingerichtet. Was zu einem internationalen Aufschrei führte, da auch ihm die nötige konsularische Unterstützung vorenthalten wurde. (wir berichteten: siehe hier)

„Es ist, als ob die USA der Regierung von Mexiko und den Vereinten Nationen die Nase zudrückten…, sagte Sandra Babcock, Professorin der Cornell Law School, die sich auf internationale Fragen der Todesstrafe spezialisiert hat, im vergangenen Jahr dem Chronicle. „Und wenn ich USA sage, sollte klar sein, dass wir über Texas sprechen.“

Was in den USA auch in diesem Fall geschieht, ist mehr als Wildwuchs – Es hat Methode! – Wie erst vor kurzem das höchste Gericht des US-Bundesstaates Washington feststellte, ist die Todesstrafe eine ungerechte, rassistisch motivierte Strafe, welche sich im Besonderen gegen die Armen und Schwachen richtet. Aus diesem Grund verstößt sie klar gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten und wurde im Bundesstaat Washington aufgrund dieses Urteils abgeschafft. (wir berichteten: siehe hier)

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Robert Moreno Ramos. Der Text hat einen katholischen Glaubensbezug und kann problemlos geändert werden, sofern gewünscht:
https://catholicsmobilizing.org/action/2018-10/stop-execution-robert-moreno-ramos

Der Gouverneur von Texas ist wie folgt zu erreichen: https://gov.texas.gov/contact/
oder über Twitter: https://twitter.com/GovAbbott

IHfL
Peter K.

 

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