Tennessee will Geisteskranken hinrichten

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Billy Ray Irick

Der US-Bundesstaat Tennessee plant am 09.08.2018 Billy Ray Irick hinzurichten. Er wurde wegen der Ermordung eines Kindes im Jahr 1985 zum Tode verurteilt. Seit dem Urteil wurde er mit dem Leben im Todestrakt gefoltert. Irick hat bereits drei Hinrichtungstermine hinter sich. Der letzte war im Herbst 2014.

Er selbst sagt heute, dass er an die ihm vorgeworfene Tat keine Erinnerung habe, da er einen psychotischen Zusammenbruch zur Tatzeit hatte – gab jedoch einen Tag nach der Verhaftung die Tat zu. Er wurde für schuldig befunden im Jahr 1985 ein 7 jähriges Mädchen, namens Paula Dyer in Knoxville, getötet zu haben und wurde am 03.12.1986 dafür zum Tode verurteilt.

Irick war mit den Eltern des Opfers befreundet, lebte eine Weile mit ihnen und schaute nach den 5 Kindern, wenn sie arbeiteten. Am 14. April 1985 sollte Irick wieder auf die Kinder aufpassen, er war jedoch angetrunken. Mitten in der Nacht rief Irick den Stiefvater der Kinder an und bat ihn vorbeizukommen, da er das 7 Jährige Kind nicht wach bekäme, irgendetwas stimme nicht mit ihr. Als der Stiefvater eintraf, fand er das Mädchen blutig im Wohnzimmer auf dem Boden liegend. Er stellte fest, dass das Kind noch Puls hatte und brachte sie in eine Kinderklinik. Dort verstarb das Kind jedoch kurze Zeit darauf. Am folgenden Tag wurde Irick unter eine Brücke kauernd gefunden und festgenommen.

Als er 6 Jahre alt war, wurde von einem Psychologen Irick eine schwere neurotische Angsterkrankung mit einem Hirnorganischen Schaden diagnostiziert. Daraufhin wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert, mit anti-psychotischen Medikamenten 10 Monate lang behandelt und anschließend in einer Einrichtung untergebracht. Als er 13 Jahre alt war besuchte er seine Eltern, dabei soll er einen Fernseher mit einer Axt zerschlagen und seinen Schwestern die Pyjamas mit einem Rasiermesser zerschnitten haben. Er kam wieder ins Krankenhaus und dort wurde festgestellt, dass er seine Psychopharmaka nicht genommen hatte. Ein Psychologe sagte aus, dass Irick schon damals Angst vor seinen eigenen Impulsen hatte.

Erst viele Jahre nach seiner Verhaftung und Verurteilung entstand aufgrund von Untersuchungen ein umfassenderes Bild seiner Psyche. So berichtete die Familie des Opfers, dass Irick damals unter Halluzinationen und psychotischen Episoden litt. Diese entlastenden Tatsachen erfuhren die Geschworenen nie! – Wir müssen stark davon ausgehen, dass das Urteil der Jury ein anderes gewesen wäre, hätte sie Kenntnis davon gehabt. Die Bundesgerichte haben es abgelehnt diese neuen Beweise zu prüfen!

Irick hatte eine schwere Kindheit. Als Kind soll er von seiner Mutter gefesselt und geschlagen worden sein.

Es scheint sich bei Billy Ray Irick also um einen psychisch schwer kranken Mann zu handeln, der damals nicht Herr seiner Sinne war. Bis heute wird ihm das Recht verweigert seinen psychischen Zustand bei der Urteilsfindung zu berücksichtigen. Doch offensichtlich kennt der US-Bundesstaat Tennessee für diesen kranken Mann nichts anderes als die Hinrichtung, obwohl es klare Hinweise darauf gibt, dass er bei seiner Tat nicht Zurechnungsfähig war. Ein erneutes, trauriges Kapitel in der US-Amerikanischen Rechtsprechung, wo Rache teils mehr zählt als die Suche nach Gerechtigkeit.

Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Billy Ray Irick. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat die Mail einen katholischen Glaubensbezug (Hinweis: bitte bei State/Province ganz unten other angeben. Dann kann später der Staat und das Bundesland in dem ihr lebt ausgewählt werden.):
https://org2.salsalabs.com/o/6279/p/dia/action4/common/public/?action_KEY=26355&width=560&height=820&iframe=true

Petition gegen Hinrichtungen in Tennesee:
https://www.change.org/p/governor-bill-haslam-don-t-resume-executions-in-tennessee

IHfL
Peter K.

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