Arkansas: Geisteskranker soll sterben – Gesicht oft blutüberströmt

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Jack Greene

Update 8.11.17: Das Höchste Gericht von Arkansas hat die Hinrichtung gestoppt, weil ein Richter mehr Informationen darüber haben will, mit welchen Medikamenten Jack Greene getötet werden soll.


Am 09.11.2017 soll Jack Greene (62) durch den US-Bundesstaat Arkansas hingerichtet werden, obwohl ihm eine schwere psychotische Erkrankung attestiert wurde und er darum wohl kaum verstehen kann, warum er hingerichtet werden soll. Vielmehr glaubt er an eine Verschwörung. Greene soll im Jahr 1991 Sidney Burnett ermordet haben und erhielt dafür die Todesstrafe.

Der psychische Zustand Greene’s verschlechterte sich mit den Jahren der Gefangenschaft immer mehr und so wurde er 2004 in das Hochsicherheitsgefängnis Varner Supermax Unit verlegt. Dort wird er einer unglaublichen Folter ausgesetzt: 24 Stunden am Tag muss er in einer 3,6 x 2,3 Meter großen Zelle ganz allein verbringen, gefangen hinter einer dicken Stahltür. Laut seinen Anwälten hat er seine Zelle seit dem kaum verlassen – die ganze Zeit lebt er dort in vollkommener Isolation.

Greene glaubt das Opfer einer Verschwörung zu sein. Dabei fühlt er sich von einem Komplott zwischen dem ehemaligen Gouverneur Mike Huckerbee, dem früheren Generalstabsanwalt Mike Beebe, den beauftragten Anwälten und hochrangigen Vertretern der Gefängnisbehörde bedroht. Er ist davon überzeugt, dass sie das schwarze Personal des Todestraktes dazu bringen, ihm sein Gehirn zu verletzen, mittels Erschütterungen. Dadurch, so glaubt er, würden alle 31 Spinalnerven zerstört. Untersuchungen ergaben jedoch logischerweise keine Hinweise auf solche Verletzungen.

Greene’s Anwälte beschreiben seinen Zustand unter anderen wie folgt: „Greene verdreht seinen Körper, legt sich auf den Boden oder macht einen Kopfstand, um sich so vor den vermeintlichen körperlichen Schmerzen zu schützen. Meistens steckt er sich seine Finger oder Papier in Nase und Ohren. Deswegen hat er oft Nasenbluten und sein Gesicht ist blutüberströmt. Zu seinen Rechtsbeiständen und anderen sagte Greene, dass er seine Toilette als Schreibtisch nutzen müsse … Greene isst seine Mahlzeiten aus dem Waschbecken.“ – Dies wird auch von dem Anstaltspersonal bestätigt.

Vor kurzem ergab eine psychiatrische Untersuchung, dass Greene an einer psychotischen Störung leidet, die sich vor allem in „körperlichen Wahnvorstellungen und Verfolgungswahn“ zeigt. Der untersuchende Psychiater bestätigt: „Herr Greene versteht seine Hinrichtung als eine weitere Stufe in einem umfassenden Plan, ihm körperlich zu schaden.“ In der Anamnese zeigten sich „zahlreiche wichtige Schlüsselfaktoren, die zur Ausbildung einer psychotischen Störung führen können.“ Wie „ein häufiges Auftreten schwerer psychischer Erkrankungen innerhalb der Familie“, „extreme Armut“, eine „Dauerbelastung durch schwerwiegende Traumata in der Kindheit“, eine „traumatische Hirnverletzung“, eine „Geschichte der Selbstverletzung“ sowie die „anhaltende Einzelhaft“.
Ein weiterer Psychiater bestätigte im Oktober bei ihm eine wahnhafte Störung und folgert, „Da Herr Greene seine Hinrichtung in seinen Verfolgungswahn und seine körperlichen Wahnvorstellungen integriert hat, kann er sie rational nicht erfassen.“

Was soll das! – Was ist los in Arkansas? – Die Verfassung der USA verbietet klar und deutlich Hinrichtungen von geistig kranken Menschen. Dennoch will Arkansas einen Gefangenen hinrichten, der nicht in eine Gefängniszelle gehört, sondern in ein Krankenhaus. Sind die Verantwortlichen in Arkansas schon so geistig und seelisch verarmt, dass sie ihr verbrecherisches Vorhaben selbst nicht mehr erkennen können? – Ja gehören sie vielleicht sogar selbst in eine Psychiatrie, weil sie in ihrem Rachewahn gar nicht mehr begreifen können, wie sehr sie einen der schwächsten der Schwachen misshandeln und ermorden wollen? – Es tun sich Abgründe auf…
and deliver us from evil-lambrix
Auf folgender Webseite gibt es eine Petition für Jack Greene. Dabei kann der Text problemlos verändert werden. Ohne Textveränderung hat er einen katholischen Glaubensbezug:
https://catholicsmobilizing.org/action/2017-11/stop-execution-jack-greene

Teilnehmen bei der Aktion von Amnesty International für Jack Greene:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/drohende-hinrichtung-2
Dort kann mit einem Klick eine vorgefertigte Nachricht verschickt werden.

Wir danken allen, die sich für Jack Greene einsetzen.

IHfL
Peter K.

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