Musik für die Todeskandidaten

Es waren seine Briefe, aber vor allem auch die Telefongespräche mit Lancelot Armstrong, die mich in mein Studio gehen ließen und…

studio

Jeden Tag lebe ich mit diesem Gefühl in mir, dieser tiefen Verbundenheit mit Lancelot, der allein in seiner Zelle seit 1991 sitzt. Oft verfolgt das mich bis in meine Träume. Irgendwie bin ich immer in Gedanken bei ihm, wie er immer mehr verzweifelt an einem Justizsystem, das ihn foltert.

Was ihm bleibt sind Briefe und seit ein paar Monaten die Möglichkeit jedes erste Wochenende im Monat für 15 Minuten mit mir zu telefonieren. 15 Minuten – dann wird die Verbindung gnadenlos gekappt. Ich nehme mir immer wieder so vieles vor, das ich ihm sagen möchte und ich bin sicher, es geht ihm genau so – aber die 15 Minuten sind so schnell um… Und wenn dann die Verbindung unterbrochen wird, bleibt so eine Hilflosigkeit, für die ich keine Worte habe… Persönlich besuchen kann ich ihn nicht, das ist einfach zu teuer, ich wüsste nicht woher ich so viel Geld nehmen sollte… Es bleiben also nur diese 15 Minuten…

Mein neues Lied darf ich ihm nicht schicken, er kann es nicht hören… Aber ich habe ihm davon erzählt und werde versuchen es ihm wenigstens am Telefon vorzuspielen. Mittlerweile darf er mir nicht mehr schreiben. Sie haben ihn bestraft. Sie behaupten einfach er würde mit mir Geschäfte machen, ich also ein Geschäftsmann sein, der seine Gemälde kauft… Das alles ist natürlich nur Schikane, sie hassen ihn, den vermeintlichen Polizistenmörder, der einen ihrer Kollegen umgebracht haben soll. Jetzt ist sein Todesurteil gekippt worden und muss neu verhandelt werden, weil es Verfassungswidrig ist. Dafür hassen sie ihn noch mehr und kurz nach dieser Gerichtsentscheidung fiel ihnen plötzlich DAS mit den „Geschäften“ ein. Dabei wissen sie genau, dass er sich kaum gegen diese Willkür wehren kann. Er nur Beschwerde einlegen kann, ja bei Gericht dagegen Beschwerde einlegen muss und das dauert und dauert… Und oft lassen sie solche Beschwerden einfach mal verschwinden… Solange haben sie ein neues Mittel gefunden um ihn zu quälen. Auch für mich ist es eine Qual, denn in meinem Herzen bin ich ganz nah bei ihm und es tut mir weh, zu erleben, dass er nun nicht mal mehr schreiben darf… Am Telefon habe ich seine Verzweiflung gespürt, aber er kann nichts tun… er kann nichts tun… So entstand dieses Lied…

Ich widme diesen Song Lancelot Armstrong und all den Anderen in den Todeszellen. Es ist ein großer Fehler einen Menschen auf eine einzige Tat zu reduzieren. Niemand ist eine einzige Tat – Aber Mörder sollen nichts anderes mehr sein, als das was sie damals getan haben. Das ist einfach falsch!

Der Titel meines Liedes „Was kann ich tun“ ist eine Frage, die sich die Gefangen immer wieder stellen… jedoch die Antwort ist dabei klar und deutlich, sie können nichts tun. Aber wir, die wir hier „draußen“ von ihren Schicksalen erfahren, können etwas tun. Wir können NEIN sagen zu der Folter in den Todestrakten, können den Gefangenen schreiben und sie unterstützen, damit sie wissen: SIE SIND NICHT ALLEIN.


Hier geht es zur deutsche Version: https://youtu.be/XvqWqF2eJMA


Hier geht es zur englischen Version: https://youtu.be/lYbMeyCNAyE

Dieser Song ist ab sofort, in deutscher und in englischer Sprache, auf meiner Soli-CD enthalten.

Weitere Informationen auf www.lancelot-armstrong.de

IHfL
Peter K.

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Über www.lancelot-armstrong.de

Nachrichtenblog der Initiative 'Hilfe für Lancelot (IHfL) www.lancelot-armstrong.de
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