Hinrichtungstermin für Geisteskranken

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William Morva

William Morva (35) soll am 6. Juli 2017 im US-Bundesstaat Virginia wegen Mordes hingerichtet werden. Er wurde von einer Jury verurteilt, die nicht über seine Geisteskrankheit informiert war.

Im August 2006 wurde Morva aus dem Gefängnis von Montgomery in Virginia in ein Krankenhaus gebracht. Dort wartete er auf seinen Prozess wegen eines Raubes. Damals war das Gefängnis stark überbelegt und eine medizinische Versorgung der Gefangenen nur sehr eingeschränkt möglich. Morva hatte das Gefühl, dass es ihm psychisch immer schlechter gehe und er bekam Angst um sein Leben. In vielen Briefen teilte er dies mit. Daraufhin wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Er nutzte die Gelegenheit zur Flucht, entriss einem Beamten die Waffe und erschoss einen Krankenhauswachmann an. Einen Tag später, dem 21. August, erschoss er den Hilfssheriff Eric Sutphin, welcher sich ihm entgegenstellte.

Jury nur unzureichend informiert
Bei der Verhandlung im Jahr 2008 sagten zwar zwei Spezialisten aus, Morva hätte eine Persönlichkeitsstörung, aber es wäre keine schwere Störung. Daraufhin stimmte die Jury für die Todesstrafe.

Paranoide und ausufernde Wahnvorstellungen
Vier Jahre später wurden die Unterlagen von einem Psychologen untersucht und der entdeckte im familiären Hintergrund schwere psychische Erkrankungen wie Zwangsstörungen, Schizophrenie und Wahnvorstellungen. Der Psychologe kam zu dem Schluss, dass Morva anhaltende „somatische, paranoide und ausufernde Wahnvorstellungen“ habe. Laut dem Psychologen besteht die Möglichkeit, dass seine Wahnvorstellungen „insofern mit den Verbrechen im Zusammenhang stehen, als er offensichtlich glaubte, an seinen ‘Leiden’ zu sterben – was anscheinend der Grund für seinen Fluchtversuch war“.  Auch eine gerichtlich bestellte Psychiaterin bescheinigte Morva Verfolgungswahn und war der Ansicht, seine Verbrechen seien die Folge seines Wahns. Sie vertrat die Auffassung, dass eine medikamentöse Behandlung impliziert sei.

Auch dieser Fall zeigt wieder unter welch fragwürdigen Bedingungen so manches Todesurteil in den USA zustande kommt. Immer wieder werden dort Menschen zur Höchststrafe verurteilt, die laut der Verfassung der Vereinigten Staaten eigentlich nicht hingerichtet werden dürften. Aber auch Unschuldige werden „dank'“ einer korrupten, rassistischen und vorurteilsbeladenen Justiz in den Todestrakten gefoltert. So ist vor kurzem wieder ein Todeskandidat nach 29 Jahren freigekommen (siehe: http://wp.me/p2X1th-2AO ).

Im Folgenden Möglichkeiten sich dafür einzusetzen, dass William Morva nicht hingerichtet wird.

Aktion von Amnesty International:
https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/drohende-hinrichtung-am-6-juli

Petition für William Morva auf change.org:
https://www.change.org/p/mercy-for-morva

Petition für William Morva auf reprieve.org:
https://secure.reprieve.org/page/speakout/save-william-morva

IHfL
Peter K.

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