Brief von Lancelot Armstrong

Lancelot Armstrong schreibt aus dem Todestrakt, in dem er sich immer noch befindet, obwohl das Todesurteil gegen ihn am 9. Januar 2017 für Verfassungswidrig erklärt wurde, an seine Unterstützer und alle, die sich für dieses Thema interessieren.

Neben dem Original bieten wir hier auch eine deutsche Übersetzung an. Wir bitten dabei zu berücksichtigen, dass eine solche Übersetzung immer nur der Versuch einer Annäherung sein kann.

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Übersetzung:

lancelot-armstrong_barsRaiford, 7.März 2017

Ich sende Grüße an alle!

Ich schreibe diesen Brief um meine Liebe und Dankbarkeit für eure Unterstützung zu zeigen. Ich hoffe, diese Worte erreichen Euch bei guter körperlicher und seelischer Gesundheit, denn wir sind Menschen mit einer tiefsinnigen Seele. Ich bin immer sehr konzentriert, wenn ich mich irgendwelchen Problemen widme.

Ich war mit einigen rechtlichen Fragen beschäftigt und musste mich mit Postproblemen auseinandersetzen, sie kam oft zurück und wurde durch verschiedenste Umstände gestört. Ich habe mich darüber beschwert. Gleichzeitig muss ich mich auf die neue Strafphase konzentrieren. (Kommentar: Das Todesurteil gegen Lancelot Armstrong wurde aufgehoben und die Strafe muss neu verhandelt werden, dabei kann leider auch wieder ein Todesurteil herauskommen) Bitte bedenkt, diese neue Strafphase ist nur ein begrenzter Prozess vor einer neuen Jury. (Kommentar: Es geht dabei nicht um die Schuldfrage, sondern nur um die Strafe) Die Tatsache, dass die Staatsanwälte in meinem Fall Beweise und auch einige Zeugen verdorben haben, besonders wenn sie den rechtlichen Zugang zu meinem persönlichen Eigentum und Material für ein Berufungsverfahren blockieren, hat sich nicht geändert. Sie haben nichts an ihren „kreativen Schemata“ geändert. Wie kann eine ehrliche Person eine solch fehlerhaft Politik benutzen, um einem Menschen zu schaden.

Das Ausmaß dieses Status Quo würde jedem Menschen Sorgen machen. Ich kann mich nur auf die Wahrheit konzentrieren und versuchen mit den richtigen Mitteln gegen diese Umstände vorzugehen. Dabei ist mir natürlich bewusst, dass es Ressourcen benötigt um mein Recht auf einen gleichberechtigten, rechtlichen Zugang zu erreichen, der ja eigentlich versprochen wird. Sie haben viele Gesetze und institutionelle Vorschriften übertreten. Durch die Erfahrung konzentriere ich mich auf alles, wo ich noch Einfluss nehmen kann. Während wir gegen diese Ungerechtigkeit kämpfen, geschehen hier zu viele Tragödien und auch medizinische Probleme. Ich möchte meinen Familien, Freunden und allen anderen, die mich bei meinen täglichen Kämpfen unterstützen, danken. Ich freue mich auf Eure Briefe. Auch wenn ich die niederen und hohen Geister, die alles bekämpfen was ich versuche zu erreichen, nicht ignorieren kann. Ich kann nur durch die positive Energie wachsen, die ich versuche auszusenden. Also bleibe ich demütig und stehe doch für meine Grundrechte ein. Mit herzlicher Liebe und

freundlichen Grüßen

Lancelot Armstrong


Lancelot Armstrong wurde 1991 für einen Polizistenmord zum Tode verurteilt, wobei er immer seine Unschuld beteuerte. Bei einem späteren Berufungsprozess erhielt er wieder die Todesstrafe. In beiden Prozessen stimmte die Jury mit 9 zu 3 Stimmen für die Todesstrafe ab. Genau diese Vorgehensweise wurde für Verfassungswidrig erklärt. (siehe: https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2016/01/18/todesstrafe-florida-hoffnung-auf-neue-verfahren/ )

Lancelot Armstrong wurde also über ein viertel Jahrhundert mit der Todesandrohung gefoltert, aufgrund verfassungswidriger Urteile. Jedoch denkt der US-Bundesstaat Florida nicht im Traum daran dafür irgend eine Wiedergutmachung zu zahlen. Sich wenigstens zu entschuldigen etc. – Stattdessen befindet sich Lancelot Armstrong immer noch im Todestrakt und berichtete vor kurzem telefonisch, dass er nicht wisse, wann er von dort in ein anderes Gefängnis überstellt wird. Stattdessen bedroht man Lancelot Armstrong nun mit einem neuen Strafzumessungsverfahren, bei dem wiederum die Todesstrafe herauskommen könnte. Gerade im Moment spielen sich die USA wieder einmal als Weltpolizisten auf. Mit Waffengewalt wollen sie den Völkern Recht, Ordnung und Menschenrechte beibringen – Und foltern selbst in ihren eigenen Gefängnissen tausende von Menschen mit Todesandrohung und schrecklichen Haftbedingungen. Vielleicht sollten sie dort erst mal aufräumen und zeigen, dass sie in der Lage sind Menschenrechte zu achten, anstatt sie fortlaufend selbst zu verletzen.

IHfL
Peter K.

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Über www.lancelot-armstrong.de

Nachrichtenblog der Initiative 'Hilfe für Lancelot (IHfL) www.lancelot-armstrong.de
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