Arkansas: Acht Exekutionen innerhalb von 10 Tagen?

Der US-Bundesstaat Arkansas plant innerhalb von 10 Tagen insgesamt 8 Gefangene hinzurichten. Der Grund für diese Massenhinrichtung scheint im Verfallsdatum der Todesdrogen zu liegen, die der Staat auf Lager hat.

Arkansas

Die Knappheit an entsprechenden Mitteln für die Exekutionen schafft in den USA immer mehr Probleme. Viele Hersteller haben die Lieferungen, zum Zwecke der Hinrichtungen, eingestellt. Aus Europa erhalten die Henker gar keine Drogen mehr für ihr grausames Handwerk.

Bei dem  Vorrat an Midazolam, das erste von drei Mitteln die dem Todeskandidaten verabreicht werden, läuft im kommenden Monat das Verfallsdatum ab. Offensichtlich will man quasi „kurz vor Toresschluss“ noch schnell ein paar staatliche Morde begehen… Am Ende der Folter im Todestrakt durch den US-Bundesstaat steht also eine Massenhinrichtung – so zumindest der Plan…

Midazolam wird eigentlich zur Beruhigung von Patienten in der Medizin genutzt, um ihnen die Angst vor Operationen zu nehmen und dennoch die Patienten ansprechbar zu halten. Wichtig dabei ist zu wissen, dass Midazolam das Opfer nicht richtig betäubt und das Mittel keinerlei schmerzstillende Wirkung hat. Und dies, wo es eine unumstößliche Tatsache ist, dass zumindest das dritte Mittel (meist Kaliumchlorid), welches das Herz anhalten soll, bei einer Hinrichtung extremste Schmerzen verursacht !
Wird bei der Injektion ein Fehler begangen oder taucht ein Problem auf, wodurch das Kaliumchlorid nicht richtig in den Blutkreislauf gelangt, so wird diese Kombination zu einem unvorstellbar schmerzhaften Höllenritt in den Tod, wobei der Gefangene das Gefühl hat innerlich zu verbrennen. Dieses schlimme Schicksal traf auch den Gefangenen Clayton Lockett. (Wir berichteten: http://wp.me/p2X1th-ta). Aber auch wenn kein Fehler begangen wird, besteht das Risiko, dass der Gefangene schlimme Schmerzen ertragen muss, weil Midazolam ihn oft nur unzureichend betäubt.

Governor Asa Hutchinson hat die Exekutionen bereits genehmigt. Protestbriefe können an folgende Anschrift geschickt werden. So ein Brief kann auch durchaus in Deutscher Sprache verfasst werden. So müssen sich die Zuständigen die Mühe machen ihn zu übersetzen:
Governor Asa Hutchinson
State Capitol Room 250
500 Woodlane Ave.
Little Rock, AR 72201

Derzeit warten 34 Menschen auf ihre Hinrichtung in Arkansas, das seit 2005 niemanden mehr exekutiert hat.

IHfL
Peter Koch

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