Texas: Terry Edwards hingerichtet

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Terry Edwards

Nach einem mehrstündigen „Tauziehen“ um das Leben von Terry Edwards (43), ist er gestern kurz nach 22 Uhr (Ortszeit), durch den Bundesstaat Texas, exekutiert worden.  Seine Hinrichtung wurde über 4 Stunden verzögert, weil noch eine Entscheidung des Supreme Courts abgewartet werden musste. Es war die dritte Hinrichtung in diesem Jahr in den USA.

Terry Edwards wurde wegen Doppelmordes im Jahr 2002 zum Tode verurteilt und hatte mittlerweile seinen dritten Hinrichtungstermin, nachdem er zwei Aufschübe hatte (wir berichteten: http://wp.me/p2X1th-2dk).
Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein Komplize die Morde begangen hat, dieser erhielt für den Raubüberfall, den beide begangen hatten, eine Freiheitsstrafe von 25 Jahren. Terry bekam kein faires Verfahren. Schon bei der Auswahl der Jury wurden 30 mögliche Juroren abgelehnt, die zu einer Minderheit gehörten. Zum Schluss stand Terry vor einem Gericht mit ausschließlich weißen Jurymitgliedern. Laut seinen Anwälten gibt es Hinweise darauf, dass die Staatsanwaltschaft entlastende Beweise sowohl der Jury vorenthielt, als auch der Verteidigung. Was jedoch auch nicht bei der Verhandlung zur Sprache kam, war eine Aussage eines Mannes, der einen anderen Mann dabei gesehen hatte, wie er aus dem überfallenen Geschäft mit der Waffe in der Hand floh, Terry jedoch nur eine Tasche mit Geld trug (siehe Dallasnews.com). Auch Schmauchspuren sollen laut seinen Anwälten falsch bewertet worden sein.

In seinen letzten Worten sagte Terry Edwards: „Ja, ich habe mit Gott Frieden geschlossen. Ich hoffe, ihr macht alle euren Frieden hiermit.“

Es ist unglaublich, was sich der Staat Texas mit dieser Exekution geleistet hat. In Ignoranz vieler Hinweise, dass Terry Edwards die ihm vorgeworfenen Morde nicht begangen haben könnte, haben sie ihn auf ihre moderne Schlachtbank gefesselt und quasi über vier Stunden nach ihrem schrecklichen Plan getötet. Die Todesstrafe an sich ist ja schon ein grausames Werkzeug der Unterdrückung, gerade von Minderheiten, aber wie auch wieder in Terry’s Fall musste jetzt ein evtl. unschuldiger Mann (was den Mordvorwurf betrifft), sein Leben lassen. Sterben für eine Gesellschaft, die menschenverachtender kaum sein kann. Für ein ausbeuterisches System, dass weltweit für Hunger und Tod sorgt, dass Menschen für Hungerlöhne arbeiten lässt und es als unabdingbare und richtige Tatsache betrachtet, die Menschen in Klassen einzuteilen. Wobei stehts die Mitglieder der untersten Klassen, im Namen des Rechts, wie Jesus Christus gleich, ans Kreuz gefesselt werden um zu sterben, für eine kranke, von Egoismus und Rachsucht geprägte Gesellschaft.

Nein, es sind nicht die Terry Edwards, die uns bedrohen. Es sind die Konzerne, die übermächtigen sogenannten „Player“, die das dreckige und blutige „Spiel“ des weltweiten Kapitalismus spielen. Aber sie werden nicht vor Gericht gestellt… Terry Edwards – nur ein Opfer einer Welt, die sich für Menschen wie ihn kaum interessiert. Genau das sehen wir auch immer wieder, wenn solche Hinrichtungen anstehen, dann können wir in den Medien kaum etwas davon lesen. Hier im deutschsprachigen Raum schon gar nicht. Stattdessen dürfen wir dann mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder von den vollzogenen Hinrichtungen in den USA lesen. Und genau DAS werfe ich den Medien vor. Sie scheinen ihre Augen gerade dann zu verschließen, wenn ein Mensch wie Terry ihre Hilfe am meisten brauchen würde. Kurz vor seiner Hinrichtung. Würden sie darüber berichten, könnten sie vielleicht so manchen Protestbrief, so manche Protestaktion anstoßen. Aber nein, diese Herren und Damen bemühen ihren Bleistift meist erst an dem Tag, an dem ein Todeskandidat exekutiert wurde. Aber es war ja auch nur so einer wie Terry Edwards, einer von ganz da unten… Genau, die untersten Klassen interessieren nun mal kaum, haben keine Lobby…

IHfL
Peter Koch

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