Erdogan und die Todesstrafe – Legitimation auch durch Staaten wie die USA

(c) by Kaivel

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Die Todesstrafe. Ein Relikt aus der Vergangenheit, sollte man meinen, jedoch ist sie bis heute Teil unserer Welt.

Aktuell blickt die Welt schockiert  in die Türkei, in der Präsident Erdogan mit Begeisterung nach der Wiedereinführung der Todesstrafe schreit. Doch schauen wir genauer…

Die Todesstrafe wurde zwar in der Türkei im Jahre 2004  abgeschafft* , jedoch hatte sich Erdogan schon im Jahr 2012 wieder für ihre Wiedereinführung eingesetzt*.

Quelle: Wikipedia

Erdogan sagte jüngst dazu: „Wenn das Volk die Todesstrafe will, werden die Parteien folgen.“*

Aber warum kann er so etwas fordern ? Ganz einfach: Erdogan und die anderen Befürworter der Todesstrafe, brauchen sich nur in der Welt umzuschauen, und sie sehen die aktive Todesstrafe… Dies ist ihre Legitimation, ihre Bestätigung und ihre Rechtfertigung dafür.

Die USA die sich stets als Moralapostel, als Weltpolizist aufspielen, tragen daran eine nicht unwesentliche Mitschuld. Gerade dieses Land, das immer wieder die Menschenrechte betont, tritt sie im gleichen Atemzug mit Füßen.

Denn viele Staaten der United States of America verhängen noch immer die Todesstrafe, wobei Präsident Obama kein Gegner dieser Strafe ist, den ja viele einst quasi als den Göttlichen Messias* gesehen haben. Er ist Befürworter der Todesstrafe*, ebenso wie die Trump und Hillary Clinton.*

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

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Solange sogenannte „Zivilisierte-Staaten“ wie die USA, die Todesstrafe ausführen, legitimieren sie andere dazu, das gleiche zu tun. „Seht nur, die machen es doch auch, dann ist es ja richtig so!“, können sie dann sagen.

Quelle: Wikipedia

Aber auch in der Bundesrepublik Deutschland – BRD gibt es noch die Todesstrafe, zumindest in dem Bundesland Hessen*, ist sie noch immer fester Bestandteil der Hessischen-Verfassung. Zum Glück, bricht aber Bundesrecht das Landesrecht, denn das Grundgesetz der BRD verbietet diese Strafe.

Und nun sollte man denken, ist doch dann auch kein Problem die Todesstrafe in Hessen abzuschaffen. Eben doch – Denn einige fürchten einen entsprechenden Volksentscheid – denn dieser könnte den Ruf nach Erhalt der Todesstrafe von vielen Bürgern aufzeigen… Und warum ? Dabei können z.B. die USA solchen Wählern als Vorbild dienen.

Auch Erdogan begründete im Jahre 2012, laut n-tv.de, die Todesstrafe damit, das ja viele Länder der Welt, wie z.B. die USA und China die Todesstrafe ebenfalls ausführen*,

Und so führt das alte mörderische Ritual „Auge um Auge – Zahn um Zahn“, immer wieder zu neuen Opfern. Da werden z.B. Mörder umgebracht, weil sie Menschen getötet haben. Aber wenn Menschen töten falsch ist, wieso töten dann Menschen, im Namen des Staates, dann wiederum Menschen ? Fragen über Fragen …

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Lancelot Armstrong

Die Todestraktinsassen, wie z.B. Lancelot Armstrong, der seit 1991 in der Todeszelle sitzt* in Florida gefoltert wird, müssen zunächst jahrzehntelange Isolationsfolter ertragen, schrecklichste Nahrung zu sich nehmen und ein Leben wie ein „Löwe im Käfig“ führen. Um dann irgendwann zu erfahren, das sie als nächstes dran sind… Auch in der Telefon-Talkshow-Sendung „Domian“ wurde mal über den Fall Lancelot Armstrong gesprochen*. (Ab Minute: 52:35)

Die Freunde und Familienangehörigen der Todesstraktinsassen, werden ebenfalls gefoltert mit der Angst um den Gefangenen, denn die haben selbst nichts verbrochen und werden dennoch bestraft, denn man will ihnen ihren geliebten Menschen wegnehmen.. Den Vater, die Mutter, ihren Bruder, Freund usw…

Richard Strong

Sehen wir z.B. den Fall Richard Strong. Seine 14 jährige Tochter bettelte um das Leben ihres Vaters, (wir berichteten), obwohl er ihre Mutter umgebracht hatte… Doch die Justiz blieb hart und nahm ihr auch noch den Vater. Sie wurde geschädigt, mit Angst um sein Leben gefoltert und misshandelt, im Namen des Staates und des Volkes (obwohl nicht alle für die Todesstrafe sind).

Zudem zeigt die Todesstrafe immer wieder das sie auch rassistische Anteile beinhaltet, denn oft entscheidet die Hautfarbe* über eine Verurteilung. Aber auch wegen der Armut* werden viele zu ihrem Opfer. Denn je ärmer ein Mensch ist, desto wahrscheinlicher, das er die Todesstrafe erhält. Tja, leider ein trauriger Fakt.

Die Todesstrafe hat letztlich nur ein Ziel, die niederen unterbewussten „Tötungsgelüste“ der Menschen zu bedienen, die auch mal das machen wollen, was jener sich getraut hat, sie aber nie wagen würden.

Aber unter dem „Deckmantel“ des „Rechts“ kann das Volk dann über den Umweg des Staates, die Todesstrafe endlich mit ausleben, mit dem scheinbar sauberen Gefühl, nichts damit zu tun zu haben, weil man ja nicht selber Hand angelegt hat und dennoch aktiv dabei gewesenen ist, und das „Schwein“ der gerechten Strafe zugeführt zu haben.

In dem Buch „Todesstrafe“ von „Karl Bruno Leder“* wird es sehr gut auf den Punkt gebracht, darin heißt es : „[…]In dem man die eigenen verdrängten „bösen“ Neigungen auf den Sündenbock abladen und mit ihm vernichten kann, befreit man sich selbst von ihnen.[…]“

(c) by Kaivel

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Der Mensch hat also nicht überall dazu gelernt… Und so muss halt auch Lancelot Armstrong, jeden Tag um sein Leben fürchten. Und solange die Medien, TV, Radio und Zeitungen nicht genug über die Todesstrafe berichten und über Todeskandidaten wie Lance, wird die Todesstrafe noch lange bei den Befürwortern ihre Legitimation, ihre Bestätigung finden.

Die Medien berichten nämlich in Deutschland meist nur über Todesstrafen-Fälle, wenn es um Deutsche geht, denen der Tot droht oder über deutsche Frauen die Todeskandidaten geheiratet haben… Oder halt wenn es dann meist es eh schon viel zu spät ist und die Hinrichtung vollzogen wurde…

Der Kampf gegen die Todesstrafe geht also weiter, Tag für Tag…

Die Initiative ‚Hilfe für Lancelot‘ (IHfL) ist jederzeit bereit in die Medien zu gehen um über Lancelot Armstrong  und die Arbeit der IHfL gegen die Todesstrafe zu berichten… Wir freuen uns über entsprechende Kontaktaufnahme.

IHfL
Kai Friedrich

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Über www.lancelot-armstrong.de

Nachrichtenblog der Initiative 'Hilfe für Lancelot (IHfL) www.lancelot-armstrong.de
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