Todesurteil nach 29 Jahren aufgehoben!

Die Jury bestand nur aus Weißen

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Timothy Tyrone Foster

Nach 29 Jahren hat das oberste Gericht der USA das Todesurteil gegen Timothy Tyrone Foster kassiert, weil eine ausnahmslos weiße Jury über ihn gerichtet hatte. Foster war gerade mal 18 Jahre alt, als man ihn zum Tode verurteilte. Er soll eine 79 Jahre alte weiße Frau in Georgia getötet haben.

Verfassungsrichter John Roberts schreibt in seiner Urteilsbegründung, er habe deutliche Anzeichen dafür entdeckt, dass es eine gemeinsame Anstrengung gegeben habe, dafür zu sorgen, dass keine Schwarzen Jurymitglied werden. Da Foster den Mord gestanden hat, muss nun sein Fall neu verhandelt werden. Das Urteil wurde mit 7 zu 1 Stimmen beschlossen.

Es zeigt sich immer wieder, dass gerade bei den Todesurteilen in den USA, Rassismus eine Rolle spielt. Dadurch haben Farbige Angeklagte kaum eine Chance auf ein faires Verfahren, was nun auch höchstrichterlich bestätigt wurde. Um sicher zu gehen einen Farbigen ermorden zu können, scheut man bei der Justiz keine Anstrengungen, um „unter sich“ zu bleiben. Da ist man seit langem in Florida „schlauer“. Um das „Risiko“ von Schwarzen in der Jury zu minimieren, hat man dort einfach die Macht der Jury beschnitten. Dort wurden Menschen teils schon mit 7 zu 5 Stimmen zum Tode verurteilt, weil dort die letztendliche Entscheidung beim Richter liegt. Zwar hat das Oberste Gericht der USA diese Praxis nun für Verfassungswidrig erklärt, (siehe: Gerichtsregeln Verfassungswidrig!), aber der Gouverneur hat bereits ein neues Gesetz unterzeichnet, wonach in Zukunft Todesurteile ab mindestens 10 zu 2 Stimmen ausgesprochen werden können. Es ist daran klar zu erkennen, wie wichtig es diesem unmenschlichen System des staatlichen Mordes ist, genügend Tote produzieren zu können…

lancelot_armstrong2014bBei dem von der IHfL betreuten Lancelot Armstrong lautete das Todesurteil der Jury in Florida 9 zu 3, sowohl in der Erstverhandlung, als auch bei der Berufung. In beiden Fällen bekam er durch den Richter die Höchststrafe, was in fast allen US-Staaten nicht zulässig gewesen wäre. Jetzt gibt es auch in seinem Fall eine kleine Hoffnung, dass das Urteil gegen ihn aufgehoben bzw. umgewandelt wird. Einen entsprechenden Antrag hat seine Pflichtverteidigung mittlerweile gestellt. Das Originaldokument kann hier eingesehen werden: Download der PDF

IHfL
Peter Koch

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