Midazolam: Hinrichtungswahnsinn auch in Florida

Florida will weiter zu Tode foltern

Hinrichtungen sind geplanter Mord. Egal welcher Staat solch eine Exekution durchführt und mit welchen Mitteln. Aber in einigen Staaten der USA werden die Verurteilten mit einer Methode exekutiert, die in der Vergangenheit bereits zu einem Sterben voller Qualen geführt hat. Einer dieser Staaten ist Florida. Ein Staat der im Namen des Gesetzes foltert…

Jetzt hat das höchste Gericht Floridas entschieden, dass Midazolam weiter verwendet werden kann. Florida hatte im Februar 2015 auf die Katastrophe in Oklahoma reagiert und zunächst sämtliche Hinrichtungen eingestellt.

Siehe:
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2014/04/30/zu-tode-gefoltert/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2014/05/02/mit-elektroschocker-zur-schlachtbank/
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2015/05/19/clayton-lockett-die-grausamen-details-seiner-hinrichtung/

Jerry Correll

Nun wurden die Argumente von Jerry Correll zurückgewiesen, dass eine solche Hinrichtung grausam seihe und somit gegen die Verfassung verstoße. Corrells Exekution wurde zunächst im Frühjahr gestoppt. (siehe: http://wp.me/p2X1th-pq) Laut dem Richter habe Correll nicht genügend wissenschaftliche Beweise vorgelegt, dass Hinrichtungen mit Midazolam ein solches Risiko beinhalten. Kaum zu glauben aber wahr, der Staat Florida erwartet also von dem Todeskandidaten entsprechende Beweise, anstatt dass der Staat die Verfassungsmäßigkeit der Methode zu beweisen hat! Es fehlt eigentlich nur noch der zynische Kommentar: „Falls sie Schmerzen bei ihrer Exekution erleiden, haben sie das Recht sich nachher zu beschweren…“

Hier ein Beispiel dafür, welche schrecklichen Folgen diese Hinrichtungsmethode auch schon in Florida hatte:
https://lancelotarmstrong.wordpress.com/2014/06/20/schlachthaus-florida/

In der Vergangenheit haben wir bereits über die grausamen Folgen von Hinrichtungen mittels Midazolam berichtet. Dieses Mittel wird dabei als erste von insgesamt 3 Drogen für die Exekutionen eingesetzt. Zunächst wird dabei Midazolam-Hydrochlorid verabreicht, das zwar sedierend, jedoch nicht schmerzstillend wirkt. Danach wird dem Häftling ein Präparat verabreicht, das ihn lähmt, so dass er nicht mehr sprechen oder sonst wie auf sich aufmerksam machen kann.
Laut Mark Elliott (Floridians for Alternatives to the Death Penalty FADP) sagt dazu: “Bei Injektionen mit drei Mitteln ist die Gefahr groß, dass die Wirkung des ersten schnell verfliegt und niemand das mitbekommt.” Es gebe nur einen Menschen der wisse, ob die Verwendung von Midazolam-Hydrochlorid Schmerzen verursacht, dies sei derjenige, der damit getötet wird. Zum Schluß kommt Kaliumchlorid zum Einsatz, wodurch es zum Herzstillstand kommt. Mark Elliott teilt mit, dass durch dieses Mittel alle inneren Organe quasi “verbrennen”.

Lancelot Armstrong

Auch Lancelot Armstrong, der von der IHfL betreut wird und dessen Name unser Blog trägt, hat eine solche Hinrichtung zu fürchten. Tagtäglich erlebt er wie seine Rechte mit Füßen getreten werden und wie er schreibt, dabei die Verfassung ignoriert wird. Ja in der Jury die ihn verurteilte, saßen teils Leute die in den Fall involviert waren und somit nicht neutral sein konnten. Hier bieten wir eine gute Gelegenheit ihn bei seinem Kampf ums Überleben zu helfen:
https://www.betterplace.org/de/projects/29191-hilfe-fur-lancelot-armstrong-der-seit-1991-im-todestrakt-von-florida-ist

Offensichtlich existieren für die zum Tode Verurteilten in Florida keine Menschenrechte mehr… Nach meist jahrzehntelanger Misshandlung im Todestrakt, sollen sie einfach „nur“ geschlachtet werden… So macht sich der Staat selbst zum grausamen Mörder, jenseits jeder Menschlichkeit…

IHfL
Peter Koch

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Über www.lancelot-armstrong.de

Nachrichtenblog der Initiative 'Hilfe für Lancelot (IHfL) www.lancelot-armstrong.de
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2 Antworten zu Midazolam: Hinrichtungswahnsinn auch in Florida

  1. freiedenkerin schreibt:

    „Falls Sie Schmerzen bei der Exekution haben, haben Sie das Recht, sich nachher zu beschweren.“ – Da hoffe ich jetzt sehr, dass es wirklich Geister und Gespenster gibt, und diejenigen den Verantwortlichen, den herzlosen Schlächtern und selbstgerechten Mördern so richtig die Hölle heiss machen…

  2. Helmut Josef Weber schreibt:

    Nun- ich bin medizinischer Laie.
    Aber ich höre immer, dass Patienten die eine Vollnarkose erhalten, künstlich beatmet werden müssen.
    Warum bekommen die Delinquenten keine Narkose und dann vielleicht noch ein Mittel das den Herzstillstand herbeiführt?
    So wurde mein Rottweiler getötet, als er unheilbar erkrankt war; er ist ganz ruhig in meinen Armen eingeschlafen.
    Nun- ich bin kein Befürworter der Todesstrafe, zumal Verbrecher erst dann in den USA hingerichtet werden, wenn ein deutscher Mörder schon wieder aus der Haft entlassen werden kann.
    Aber ich denke, dass in den USA der Rachegedanke dominiert.
    Nach dem Urteil erst noch viele Jahre auf die Hinrichtung warten lassen und dann den Delinquenten möglichst grausam hinrichten.
    Der Delinquent soll mittels 2000 Volt Gleichstrom bei vollem Bewusstsein gebraten werden, qualvoll an Zyanidgas verrecken, oder bewegungsunfähig innerlich verbrennen.
    Aber was soll man von einem Staat auch erwarten, der seine eigene Urbevölkerung ausgerottet hat und Atombomben auf Zivilisten geworfen hat?
    Wie“ abschreckend“ die Todesstrafe ist, erkennt man daran, dass in den USA t ä g l i c h etwa
    90 Menschen erschossen werden und etwa 700 angeschossen werde, die oft ein Leben lang verkrüppelt bleiben
    Das nennt man in anderen Ländern Bürgerkrieg

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

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