„Toter Mann“ endlich frei nach 39 Jahren…

Ricky Jackson

Denn das wäre er jetzt – Tot!

Es ist immer wieder das gleiche Spiel. Irgendetwas schlimmes passiert und die Menschen fordern den Kopf des / der vermeintlich Verantwortlichen. Es ist das alte archaische Ritual, dass ein Opfer gebracht werden muß… Um die Volksseele zu beruhigen…

In Ohiho wurde Ricky Jackson 1975 zum Tode verurteilt. Er sollte in einem Lebensmittelgeschäft, gemeinsam mit einem Komplizen, einen Mann erschossen und eine Frau schwer verletzt haben. Ein Zwölfjähriger identifizierte Jackson als Täter. Erst viel später, als er erwachsen war, widerrief der Zeuge seine Aussage, da er gar nicht Zeuge der Tat war, denn er befand sich weit weg in einem Schulbus, als die Tat begangen wurde.

Typischer Fall
Es ist der typische Fall: Ein Schwarzer soll einen Weißen ermordet haben. Bei dieser Konstellation spielen schnell rassistische Elemente eine Rolle. Und so wurde der Zwölfjährige, laut Jackson, zu der damaligen Falschaussage von der Polizei gedrängt. Aber er wünsche ihm alles Gute, er würde ihn nicht hassen.

Nur durch Verfahrensfehler gerettet
Im Jahr 1978 wurde das Todesurteil gegen ihn, wegen Verfahrensfehlern, in lebenslange Haft umgewandelt. Wäre dies nicht geschehen, hätten sie Jackson schon längst ermordet. Jeder der die Todesstrafe befürwortet, muss auch bereit sein damit zu leben, dass Unschuldige hingerichtet werden. Diese Leute können zu recht sagen, dass ein Toter nach 39 Jahren wieder in Freiheit ist, denn nichts anderes wäre Jackson, wenn es nach ihnen gegangen wäre… Tot!

Florida beschleunigt Hinrichtungen
Seit 2013 gibt es nun in Florida das Gesetz „Timely Justice Act“, dass die Verfahren beschleunigen soll, damit Hinrichtungen schneller vollzogen werden können. Natürlich wurde dieses Gesetz von dem Gouverneur Rick Scott unterschrieben, der Hinrichtungen für seine „heilige Pflicht“ hält. Gerade das Beispiel von Ricky Jackson zeigt, dass dadurch die Gefahr der Hinrichtung von Unschuldigen immer größer wird. Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida ist, schreibt uns immer wieder, wie sehr dies die Menschen in den Todeszellen und natürlich auch ihn selbst beunruhigt und verängstigt.

Für uns gibt es keine Rechtfertigung für Hinrichtungen, egal ob schuldig oder nicht. Aber alle die dies anders sehen, machen sich zumindest schuldig daran, dass Unschuldige getötet werden…

Peter Koch

Über www.lancelot-armstrong.de

Nachrichtenblog der Initiative 'Hilfe für Lancelot (IHfL) www.lancelot-armstrong.de
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3 Antworten zu „Toter Mann“ endlich frei nach 39 Jahren…

  1. Alien schreibt:

    Die Intelligenzbestien „argumentieren“ meist damit, dass man ja „nur absolut sichere“ Fälle mit Todesstrafe versehen sollte. Dass das weder geht, noch gerecht wäre, merken sie nicht.

  2. freiedenkerin schreibt:

    Dieser Mann, der frühere zwölfjährige angebliche Zeuge, hat sich mit dem Widerruf seiner Falschaussage aber schon verdammt viel Zeit gelassen…

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