In Nigeria gefoltert

Todesurteil für das Folteropfer

Moses Akatugba

Moses Akatugba

Nigeria – November 2005… Unglaublich, aber wahr… Ein damals Jugendlicher wurde in Nigeria über drei Monate gefoltert, bis er zwei „Geständnisse“ unterschrieb. 2013 wurde er zum Tode verurteilt.

Im Folgenden ein Hintergrundbericht von Amnesty International:

„Der 16-jährige Moses Akatugba wurde am 27. November 2005 auf offener Straße in seiner Heimatstadt Epkan von Soldaten festgenommen, weil er angeblich einige Handys und Headsets gestohlen hatte. Man brachte ihn in eine nahegelegene Kaserne, wo er Erniedrigungen und Misshandlungen ausgesetzt war. Die Soldaten forderten ihn auf, eine Leiche zu identifizieren, was er allerdings nicht konnte, da er den toten Mann noch nie gesehen hatte. Daraufhin schlugen die Soldaten den Jungen und brachten ihn schließlich zur Polizeistation von Epkan.
Dort ging Moses Akatugbas Martyrium weiter. Seinen Angaben zufolge wurde er von Polizeibeamten mit Macheten und Schlagstöcken malträtiert. Er wurde stundenlang mit gefesselten Armen aufgehängt und Polizisten rissen ihm mit Zangen Fuß- und Fingernägel heraus. Nach drei Monaten in Polizeigewahrsam unterschrieb der Jugendliche zwei Geständnisse.
Im Gerichtsverfahren gegen Moses Akatugba sollte es nach dem Willen seines Anwalts auch um die Foltervorwürfe gegen Soldaten und Polizisten gehen. Sie wurden jedoch bis heute nicht untersucht. Der Prozess endete mit einem Schuldspruch gegen Moses Akatugba auf Grundlage einer völlig widersprüchlichen Aussage des vermeintlichen Diebstahlopfers und eines unter Folter erpressten „Geständnisses“ von Moses Akatugba. Er wurde im November 2013 zum Tode verurteilt, obwohl er zum Zeitpunkt der Tat noch keine 18 Jahre alt war. Dies ist nach internationalem Recht verboten. Moses Akatugba sitzt nun in der Todeszelle und darf in Haft kaum Kontakt zu seiner Familie haben.
Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den zuständigen Gouverneur und fordern Sie ihn auf, das Todesurteil gegen Moses Akatugba umzuwandeln und sofort unabhängige Ermittlungen wegen der von Moses Akatugba vorgebrachten Foltervorwürfe einzuleiten.“ (Text: Amnesty International)

 

Amnesty International hat dazu einen Brief-Vorschlag veröffentlicht unter:
http://www.amnesty-todesstrafe.de/files/bgdt-mai2014.doc

Hier ist auch eine entsprechende Petition:
https://campaigns.amnesty.org/actions/stop-torture-moses

Es wäre schön, wenn sich viele unserer Leser daran beteiligen.

 

Peter Koch

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