Lehrstück für Todesstrafenbefürworter

Florida an der Spitze der Fehlurteile

Urteil nach 28 Jahren aufgehoben

Paul Hildwin

1986 wurde Paul Hildwin in Florida/USA zum Tode verurteilt, weil er eine Frau vergewaltigt und getötet haben soll. Dieses Urteil wurde nun für ungültig erklärt, aufgrund einer DNA-Analyse, die wichtige Beweise der Ankläger widerlegt.

Er saß 28 Jahre im Todestrakt. Musste 28 Jahre lang, jeden Tag 23 Stunden, in einer Todeszelle verbringen, die weder Tisch noch Stuhl hatte.

Todeszelle / Florida

Diese Zellen sind nur 1,83 Meter breit und  2,74 Meter lang. Dort eingesperrt und isoliert war er den schlimmsten Bedingungen im US-Strafvollzug ausgesetzt. 28 Jahre mit dem Tode bedroht, für ein Verbrechen, dass er nicht begangen hat. Allein in Florida wurden ab März 2014 24 Todesurteile aufgehoben, (Quelle: http://www.deathpenaltyinfo.org/innocence-and-death-penalty#inn-st) mehr als in jedem anderen US-Bundesstaat.

Diese schlimme Situation im Todestrakt von Florida beschreibt sein Mitgefangener Lancelot Armstrong (seit 23 Jahren im Todestrakt von Florida), der von uns betreut wird, in Briefen an uns wie folgt: (bitte unbedingt lesen! Text ist in Deutsch):
www.lancelot-armstrong.de/startframe_insight_into_daily_life_on_death_row.htm

Auch Lancelot Armstrong beteuert seine Unschuld und es gibt deutliche Hinweise darauf, dass er das ihm vorgeworfenen Verbrechen ebenfalls nicht begangen hat. Auch im seinem Fall werden wichtige Beweise einfach ignoriert. (mehr dazu auf: www.lancelot-armstrong.de)

Unschuldsbeweis seit 10 Jahren existent
Diese schreckliche Situation, die Lancelot Armstrong beschreibt, musste Paul Hildwin 28 Jahre lang ertragen. Unschuldig einem unmenschlichen System ausgeliefert, das ihn ermorden will… Dieses Martyrium nahm erst nach Überprüfung einer DNA-Analyse ein Ende. Aufgrund dieser Analyse stammen die am Tatort gefunden Sperma- und Schweißspuren nicht von Paul Hildwin. Jedoch genau diese Spuren waren ein zentrales Beweismittel der Anklage gegen ihn.
Um seinen Fall kümmerte sich die Organisation The Innocence Project. Eine Gruppe die versucht mit Hilfe von DNA-Beweisen Urteile zu widerlegen. Bemerkenswert dabei ist, dass diese Gruppe bereits seit 10 Jahren das entlastende DNA-Material hatte, aber es 9 Jahre dauerte, bis die Staatsanwaltschaft diese Probe mit der Nationalen Datenbank abglich. Dies wurde erst dadurch möglich, dass die Staatsanwaltschaft durch eine gerichtliche Anordnung dazu gezwungen wurde.

Jahrzehntelange Folter in Einzelzellen
So funktioniert das in Florida. Menschen werden nach Gutdünken zum Tode verurteilt, mit mangelhaften Beweisen, nur mit schlechten Pflichtanwälten ausgestattet und wenn dann von außen Hilfe kommt, ignoriert die Staatsanwaltschaft die neuen Beweise einfach. Todesurteile um des Tötens willen ?
Was folgt ist jahrzehntelange Folter in Einzelzellen und Hinrichtungen mit dafür nicht geeigneten Mitteln, was zu einem schmerzhaften Todeskampf führen kann (Stichwort: Midazolam – siehe: http://wp.me/p2X1th-db + http://wp.me/p2X1th-dN)
Wir dokumentierten auch die grausame Hinrichtung von Angel Diaz in Florida und scheuten nicht davor zurück, der Öffentlichkeit die schrecklichen Bilder der Obduktion zu zeigen. Siehe: http://wp.me/p2X1th-cW (Achtung! Nichts für schwache Nerven!)

Um all diese Dinge wissen natürlich die Todeskandidaten und schon allein dieses Wissen, macht ihr Leben in der Todeszelle zum schlimmsten Psychoterror, über Jahrzehnte. Dabei sind ihre Rechte extrem eingeschränkt und ihre Versorgung mit Nahrung und Medikamenten ist mehr als unzureichend. Viele werden durch die schlechte Ernährung krank…

Krieg mit chemischen Waffen
Der „Weltpolizist“ USA, ein krankes System, dass seine eigene Bevölkerung einer rachsüchtigen, vorurteilsvollen und rassistischen Justiz ausliefert. Eine Justiz, die Todesurteile ausspricht und dies in Florida sogar, wenn die Jury nicht einstimmig die Schuld feststellt (wie im Fall von Lancelot Armstrong). Die USA führen einen Krieg gegen Teile ihrer eigenen Bevölkerung, einen Krieg mit chemischen Waffen, wie Lancelot Armstrong es zu Recht nennt…


Peter Koch

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Über www.lancelot-armstrong.de

Nachrichtenblog der Initiative 'Hilfe für Lancelot (IHfL) www.lancelot-armstrong.de
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2 Antworten zu Lehrstück für Todesstrafenbefürworter

  1. Hessenhenker schreibt:

    Nachdem in Florida geltenden „Auge um Auge“ sollten also die staatlich Verantwortlichen zumindest die letzten 9 Jahre ebenfalls absitzen müssen.

  2. Pingback: Feature zum ‘Internationalen Tag gegen die Todesstrafe’ | Lancelot Armstrong Blog

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