Was tun mit Mördern eines Verwandten ?

Auf die Frage, was man tun würde, wenn man selbst betroffen ist. Also ein Verwandter getötet wurde, habe ich mir folgende Gedanken gemacht:

Ich verstehe natürlich, dass ein Mensch, der das Opfer geliebt hat, egal ob Vater, Mutter oder wer auch immer, so einen tiefen Schmerz empfindet, dass er aus diesem Schmerz heraus dem Täter vielleicht den Tod wünscht. Aber das wird den Verlust nicht Rückgängig machen und wird durch die Hinrichtung noch mehr Menschen ins Unglück stürzen, nämlich die, die dem Täter nahe stehen.
Der Schmerz der Angehörigen darf, meiner Meinung nach, nie Legitimation für eine gesetzliche Todesstrafe durch den Staat sein !
Die Aufgabe des Staates sollte der Schutz der Menschen sein und nicht sie zu töten.
Meist ist der Mord an einem Menschen oft das Ergebnis vieler Umstände und Ereignisse. Mir persönlich wäre es zu einfach, nur den Täter als Schuldigen zu sehen und ihm das Menschsein dadurch abzusprechen, indem man ihn vernichtet. Nein, für mich ist die Auseinandersetzung mit der Tat, den Umständen und der Entwicklung die zu diesem schrecklichen Ergebnis führte wichtig und auch da sehe ich eine wichtige Aufgabe der Gesellschaft. Denn letztendlich sind solche schrecklichen Dinge das Ergebnis dieses kranken, egoistischen und ausbeuterischen Systems und damit relativiert sich die Frage der Schuld.
Natürlich hat sich der Täter mit Schuld beladen… Aber dadurch, dass wir ihn vernichten, werden wir die Schuld unserer Gesellschaft nicht negieren. Wenn wir wirklich solche Taten verringern wollen, ist es vor allem wichtig, den Täter am Leben zu lassen und zu versuchen mit ihm gemeinsam die Ursachen herauszufinden, damit sich unsere Gesellschaft darüber Gedanken machen kann und ihre Schlüsse daraus zieht…

Peter

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